Pfropfen an Kiefern, Wacholdern und Eiben

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Urikawa
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Pfropfen an Kiefern, Wacholdern und Eiben

Beitrag von Urikawa » 31.01.2010, 15:43

Seit einiger Zeit befasse ich mich zusammen mit einem Bonsaifreund mit der Pfropf-Technik.
Viele sehen diese Methode Rohware oder Pre-Bonsai zu verbessern als eine Art von Magie. Andere sind der Meinung diese Technik gehörre nicht zur Bonsaikunst. Für mich ist es eine Methode die ihrem Mehrwert sehr schnell zeigt.
Ich möchte und darf auf keinen fall behaubten dass das was ich hier zur diese Technik schreibe "der Weg" ist denen man zu gehen hatt. Es gibt sehr viele möglichkeiten diese Technik anzuwenden. Sicherlich ist dieser Technik nicht das Ahhh und Ohww. Leider gibt es Baumarten an denen diese Technik fast immer fehl schlägt. Dieses hatt nichts mit die Art und Weise indenen man vorgeht zu tun. Auch nicht mit dem Satz "Sie beherschen einfach dieser Technik nicht".
Da ich arbeiten darf mit Bäume muss ich auch die Laune der Natur berücksichtigen. Nicht jeder Baum lässt diese Technik zu.

Wenn wir hiermit beim Thema gelingen oder fehlschagen sind, gibt es auch bei dieser Technik Spielregeln welche es zu beachten gibt. Dies ist, möchte ich fast sagen, nichts neues, denn wenn wir uns mit der Bonsaikunst befassen möchten sind immer gewisse Spielregeln zu beachten.

Möchte man dieser Technik auf material ausprobieren dessen Kraft mehr als zu wünschen überig lässt, sollte man keine Fragezeichen setzen weshalb anwachsen des Pfropreises nicht gelingen will.
Zweitens ist die Art und Weise womit und in welchem Tempo man vorgeht ausschlaggebend.
Arbeitet man mit einem Messer oder Schecheisen welcher nicht Sauber und Scharf sind wird auch dies zu gewisse probleme führen. Wie und womit sie ihr Messer und Stecheisen sauber und scharf halten, brauche ich auch ihnen zu schreiben. Es ist einem Muss möchte man erfolge erziehlen.
Dies gleiche gilt für das Tempo womit man vorgehen sollte. Je schneller die arbeiten abgeschlossen sind, je grösser die chancen sind auf ein gutes gelingen.
Lässt man zwischenzeitlich die schnittfläche vom Pfropfreis austrocknen ist die Chance auf erfolg gleich null.
Jetzt wo sie dies wissen, macht wie so öfters “Übung den Meister”
Es gibt für ein par Euro jede menge Wacholdern beim Gartenzenter zu kaufen. Dies sind Pflanzen die sich sehr gut dazu verwenden lassen um sich diese Technik meister zu machen. Sie möchten diesen aufwand nicht weil sie der Meinung sind das sie keinen Gärtner sind sondern Bonsailiebhaber? Wer bin ich das ich sagen darf sie müssen diesen Weg aber gehen?

Weithin die meisten Fehler oder besser gesagt, probleme, entstehen mit dem nicht anwachsen vom Pfropfreis dadurch weil man den falschen Zeitraum dazu wählt.
Bin ich einen Profi und habe ich ein Gewächshaus zur verfügung indenen sich das Klima durch Computer steuern lässt, kann ich zur jede beliebigen Zeit diese Technik anwenden.
Leider habe ich diese möglichkeiten nicht und versuche dann dieser Technik an Kiefern, Wacholder und Eiben anzuwenden wenn für mich der Zeitpunkt am günstigsten ist.
Diese Baumarten sind die Baumarten an denen ich erfahrungen sammeln dürfte. Andere Baumarten können also wesentlich anders drauf reagieren.
Der Zeitpunkt denen ich wähle, ist der Zeitpunkt gleich vorabgehend an den ersten Zeignen des Wachstums der Triebe. Sie liegt nicht bei den von mir genannten Bäumarten gleichzeitig.
Ich betrachte jeden Baum einzelt und versuche den optimalen Zeitpunkt zu vinden. Dazu kann und darf ich nicht nach einen Kalender vorgehen.
Diese Spielregeln sind damit die wichtigsten denen ich versuche einzuhalten. Versteht man diese Spielregeln, also das Warum dahinter, kann jeder diese Technik erfolgreich einsetzen.

Anhand von Bildern, Zeignungen und Wörter werde ich einen Versuch starten ihnen zu erklären wie ich beim Pfropfen vorgehe.
Ich hoffe das ich ihnen damit eine Tür öffne der zugang bietet zur sehr vielen Möglichkeiten.

Leider kommen wir nicht um eine bestimmte anzahl von Begriffen herum denen es zu beschreiben gibt bevor sie verstehen wie dieser Technik anzuwenden ist. Aber auch hier werden sie nachher feststellen das die Technik des Pfropfens keine Technik ist der nur von Menschen mit eine gewisse begabung erlernt werden kann.
Möchte ich mich mit der Technik des Pfropfens beschäftigen sollte man immer vor Augen halten das eine gewisse art von Disziplin vorhanden sein sollte.
Nehme zum beispiel die Auswahl vom Pfropfreis.
Der Pfropfreis ist ein Einjähriger Zweig oder einen Trieb der im selben Jahr gewachsen ist. Sie sollte wie so oft es in der Bonsaikunst der fall, Gesund und möglichst viele ausgebildete Knospen aufweisen.
Aber die wichtigste Spielregel den es zu beachten währe ist das der Pfropfreis unbedingt Vital und verholzt sein muss.

Wie sie vielleicht schon erahnen können muss der Pfropfreis mit sorgfallt ausgesucht werden. Auch hier sind bei der Auswahl bestimmte sachen zu beachten, wir kommen einfach nicht an vorbei.
Wenn ich einen Baum einem Trieb entnehme denen ich als Pfropfreis verwenden möchte, wird sie eine gewisse zeit auf sich alleine gesellt sein. Da der Pfropreis geschnitten wird, ist sie nicht ausgestattet mit Wurzeln die sie ernähren könnten. Ich sollte also einen Trieb wählen der von sich Reserven an Wasser und nennen wir es Kraft besitzt.
Kann ich also einen Trieb verwenden der sagen wir 50 cm lang währe um in ganzen als Pfropfreis zu dienen? An ihnen die antwort auf dieser frage.
Wähle ich einen Trieb der an einem Ast wächst wovon Blätter oder Nadeln fast vertrocknet sind, werden die Chancen auf ein erfolgreiches einsetzen der Pfropftechnik gleich null. Logisch sehe ich ihnen jetzt denken. Aus meiner sicht ein JA, das mit buchstaben geschrieben werden kann.
Ich darf also während meiner Auswahl einen Trieb zu schneiden, keiner auswählen der von Pilze befallen worden ist, oder an denen die Läuse so hoch krabbeln als würden sie an einen aufstieg des Everest beteilligt.
Eigentlich brauche ich ihnen damit auch nicht zu sagen das ich keinen Trieb verwenden kann der immer in den Schatten andere Treiben gewachsen ist. Und wenn wir schon dabei sind, auch wähle ich keinen Trieb aus der unmittelbar in der Nähe vom Wurzelansatzes wächst.
Wie sie sehen eine vielzahl von Spielregeln denen es zu beachten gebe. Aber noch immer keinen Grund um in Panik zu geraten, oder zu denken das sie die Pfroptechnik nicht erlernen könnten. Wenn ja, möchte ich mich zutiefst entschuldigen das es mir bisjetzt nicht gelungen ist ihnen davon zu überzeugen.

Nehmen wir an es steht uns einen Kiefer zu verfügung auf denen wir die Pfropftechnik anwenden möchten. An dieser Baum können wir keine Triebe eines Apfelbaumes verwenden.
Wie können bei der Pfropftechnik nur das verwenden wenn sie gleicher Botanischer Familie untergebracht worden sind. Vereinfacht heißt das, Kiefer auf Kiefer verwenden, Apfel auf Apfel.
Des es innerhalb der Familie der Kiefer viele andere Kieferarten gibt dürfte bekannt sein. Hiermit ist für uns einen grossen Weg von zu wählen Kiefertrieben frei denen es zu wählen gebe. Aber wir wissen auch des es Kieferarten gibt an denen die Nadeln fast 40 cm lang werden. Ob Triebe von diese Kiefernart wohl zu gebrauchen sind?
Wichtig für ihnen ist es also zu erkennen das es innerhalf der Kiefer sehr viele Kieferarten gibt denen möglicherweise interessant für sie sein könnten.
Ich habe hier die Kiefer genannt aber es könnte sich genauso um Wachholder, Ahorne, was für Baum auch immer handeln. Wichtig ist nur das sie nur Triebe verwenden können die zur gleicher Botanischer Familie gehören.

Jetzt wo wie den Begriff Pfropfreis kennen möchte ich ihnen bekannt machen mit den Begriff Unterlage. Auch diesen Begriff wird oft wenn wir von der Pfropftechnik reden zu sprache gebracht.
Mit Unterlage ist der Baum oder der teil eines Baumes gemeint das den Pfropfreis in “empfang” nimmt. Auch hier gilt es das der Baum, wie klein oder gross auch immer, genügent Vital sein muss. Also keine spuren von Pilze oder ungeziefer aufweisen darf. Sie sollte außerdem genug verholzt sein. Möchte ich einen Pfropfreis mit diese Unterlage verwachsen lassen ist es einen muss das beide teile, also Pfropfreis und Unterlage verholzt sind. Es gibt leider ausnahme fälle aber es geht denke ich hier zu weit um diese hier zu nennen.

Zur erinnerung. Wenn ich einen Kiefer als Unterlage verwenden möchte, kann ich nur einen Trieb als Pfropfreis wählen der von einer beliebigen Kieferart stammt.
Auch hier gibt es wiederum Spielregeln zu beachten. Zeigt die Unterlage einem starken wachstum auf, so können wir hierauf keinen sehr träge wachsenden Pfropfreis verwenden.
Weil der unterscheid in der Wuchskraft zu gross ist können die Unterlage und Pfropfreis nicht mit einander verwachsen. Durch den zu starken wachstums der Unterlage wird der Pfropfreis einfach “abgesprengt”. Der Saftdruck der Unterlage ist einfach zu gross.
Zeigt die Unterlage einen sehr alten und dicke Rinde auf, so werden sie verstehen können das ich fast eine art von Suche starten muss um den Kabiumbereich zu finden. Die Chancen das ein verwachsen der Unterlage mit dem Pfropfreis gelingt wird sehr gering sein. Ich sage damit nicht das es nicht gelingen kann, aber als einsteiger in der Pfropftechnik sollte man nicht solche Unterlagen verwenden.
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.

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