Chlorosen vermeiden...

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
Antworten
Benutzeravatar
Bergi
Beiträge: 1460
Registriert: 21.07.2007, 12:36
Wohnort: westlich von München

Chlorosen vermeiden...

Beitrag von Bergi »

Hallo zusammen,

in den letzten Jahren musste ich immer wieder heftige Chlorosen gerade bei Spitzahorn, Birke und Pfaffenhütchen beobachten, recht typisch, grüne Adern, gelbe Ränder. Eine Eisendüngung im Sommer konnte die Sache nicht wirklich verbessern, zumindest nicht sichtbar (allerdings kam sie wohl auch etwas spät).
Die Bäume stehen in Split mit etwas Torf und werden mit - leider recht hartem - Leitungswasser gegossen.

Ich hätte gerne von erfahrene(re)n Bonsaigärtnern gehört, ob
(1) solche Chlorosen besonders bei hartem Wasser und den genannten Substratarten auftreten
(2) es an irgendwas ganz anderem liegt... *confused*
(3) es irgendetwas gibt, was man schon beim Umtopfen dagegem tun kann (sowas wie Fetrinol...?)

Vielen Dank und Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
Benutzeravatar
bock
Freundeskreis
Beiträge: 5408
Registriert: 25.02.2009, 14:20
Wohnort: EU, D, S-H (z.Z. Langenhorn)

Re: Chlorosen vermeiden...

Beitrag von bock »

Moin Stefan,

ich giesse meine Birken auch mit Leitungswasser und halte sie für relativ kalkverträglich - in Splitt stehen meine zwar nicht (Akadama, Kies, Torf) aber ich vermute eher Magnesiummangel, kann auch Bor oder Mangan sein. Eisen ist in Leitungswasser meist ausreichend vorhanden, hab es allerdings noch nicht gemessen.
Wie düngst du und wie oft? Hast du Holzkohle im Substrat? Fügst du dem Substrat als Dauerdünger Hornspäne zu?
Betrifft die Gelbfärbung alle Blätter gleichzeitig oder nur die älteren, innenliegenden?
Machst du Blattschnitt oder pinzierst du?
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:
besucht mich auf flickr
wildsau.
Beiträge: 217
Registriert: 04.12.2009, 00:04

Re: Chlorosen vermeiden...

Beitrag von wildsau. »

Tach auch.

Hast Du es schon mal mit Bittersalz probiert?

Andreas hat auch schon auf Magnesiummangel getippt,
Ich geb den Stoff so ungefähr alle 2 Wochen Vorzugsweise über die Blätter ab und zu auch ins Giesswasser,die Blátter werden dadurch auch deutlich grüner,bei Nadelbäumen isses auch klasse,Seit ichs benutze sind gelbliche Nadelspitzen Geschichte.

Gruss
Daan
Benutzeravatar
Bergi
Beiträge: 1460
Registriert: 21.07.2007, 12:36
Wohnort: westlich von München

Re: Chlorosen vermeiden...

Beitrag von Bergi »

Hallo Andreas und Daan,
super, da werden sie wirklich geholfen.
Zu den Fragen von Andreas:
bock hat geschrieben: ich vermute eher Magnesiummangel, kann auch Bor oder Mangan sein. Eisen ist in Leitungswasser meist ausreichend vorhanden, hab es allerdings noch nicht gemessen. -- interessant, muss ich dann mal ins Auge fassen, gute Tipps, Daan, danke.
Wie düngst du und wie oft? --- Ganz verschieden :oops: , Biogold und NPK...
Hast du Holzkohle im Substrat? --- gerade bei diesen Arten nicht, gefiel mir aber bei den paar Versuchen immer ganz gut. Meinst du, das hilft?
Fügst du dem Substrat als Dauerdünger Hornspäne zu? --- gerade bei diesen Arten nicht, habe aber bei anderen gute Erfahrungen gemacht... sollte ich das vielleicht ausweiten - ?
Betrifft die Gelbfärbung alle Blätter gleichzeitig oder nur die älteren, innenliegenden? -- Eigentlich alle; beim Ahorn gerade auch die größten an den Opferästen.
Machst du Blattschnitt oder pinzierst du?--- Nein, bei diesen noch nicht.


Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
Benutzeravatar
bock
Freundeskreis
Beiträge: 5408
Registriert: 25.02.2009, 14:20
Wohnort: EU, D, S-H (z.Z. Langenhorn)

Re: Chlorosen vermeiden...

Beitrag von bock »

Bergi hat geschrieben:Hallo Andreas und Daan,
super, da werden sie wirklich geholfen.
Zu den Fragen von Andreas:
bock hat geschrieben: ich vermute eher Magnesiummangel, kann auch Bor oder Mangan sein. Eisen ist in Leitungswasser meist ausreichend vorhanden, hab es allerdings noch nicht gemessen. -- interessant, muss ich dann mal ins Auge fassen, gute Tipps, Daan, danke.
Wie düngst du und wie oft? --- Ganz verschieden :oops: , Biogold und NPK...
Hast du Holzkohle im Substrat? --- gerade bei diesen Arten nicht, gefiel mir aber bei den paar Versuchen immer ganz gut. Meinst du, das hilft? wenn es eine Mangelchlorose ist - eher nicht. Es könnte durch Adsorption der Schwermetalle eher schaden als nützen, ausser starke Strontium-, Cobalt- oder Kupferbelastung hemmt die Aufnahme der Metalle, dann nützt Holzkohle wieder...
Fügst du dem Substrat als Dauerdünger Hornspäne zu? --- gerade bei diesen Arten nicht, habe aber bei anderen gute Erfahrungen gemacht... sollte ich das vielleicht ausweiten - ?
Gerade Birken sind Starkzehrer, zuviel Stickstoff führt zu mastigem Wuchs - beim Aufbau mitunter erwünscht, in der Verfeinerung ein nogo
Betrifft die Gelbfärbung alle Blätter gleichzeitig oder nur die älteren, innenliegenden? -- Eigentlich alle; beim Ahorn gerade auch die größten an den Opferästen.
Habe bei meinen Birken Herbstfärbung im Inneren der Krone gegen Sommermitte, halte ich für normal
Machst du Blattschnitt oder pinzierst du?--- Nein, bei diesen noch nicht.
wäre interessant zu sehen, ob der Neuaustrieb nach Blattschnitt auch nach Eisendüngung chlorotisch wird -> definitiv kein Eisenmangel


Gruß,
Stefan
Viel Glück und berichte mal, wies weitergeht!
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:
besucht mich auf flickr
Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 24206
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Re: Chlorosen vermeiden...

Beitrag von Heike_vG »

Hallo, Ihr Lieben,

das harte Wasser kann m.E. durchaus eine Ursache der Chlorose sein. Wenn für die jeweilige Pflanze das Substrat zu sehr verkalkt und dadurch zu alkalisch wird, werden Spurenelemente (wie Eisen, Magnesium etc.) festgelegt und sind für die Pflanze nicht mehr verfügbar, trotz dass sie vorhanden sind.
Deswegen würde ich empfehlen, verkalktes Substrat auszutauschen, eventuell andere Substratmischungen zu probieren und schauen, ob sich die Sache durch gießen mit Regenwasser bessert.

Möglich ist auch, dass einfach zu wenig Dünger gegeben wurde. Ich höre oft, dass Leute sagen, sie düngen mit Biogold und beim Nachfragen haben sie nur wenige Stückchen pro Schale aufgelegt und das bei annähernd nährstofffreiem Substrat...
Splitt mit Torf ist sehr nährstoffarm und da muss man sicherlich in der Wachstumszeit wöchentlich Flüssigdünger geben, oder eben je nach Entwicklungsstand des Baums reichlich Biogold und das wirklich oft genug erneuern.

Das Pfaffenhütchen mag eigentlich Kalk, bei dem könnte man fast eher den Torf weglassen, denke ich.

Viele Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
Benutzeravatar
Bergi
Beiträge: 1460
Registriert: 21.07.2007, 12:36
Wohnort: westlich von München

Re: Chlorosen vermeiden...

Beitrag von Bergi »

Hallo Heike und Andreas,
noch mal Besten Dank !

Das mit dem allgemeinen Dünger-/Nährstoffmangel kann tatsächlich sein. Bei den paar Bäumen mit Hornspan-Düngung lief es tatsächlich deutlich besser (witzigerweise hat eine Schaufel Horn auch unseren Kürbissen endlich mal in die Pötte geholfen, nachdem sie mit Nur-Kompostdüngung immer schrecklich gemickert hatten).

Tscha - Regenwasser wäre schon fein. Allerdings habe ich noch keine gute Idee, wie ich so eine Tonne aufstellen kann, ohne den ganzen Garten zu verschandeln (Plastikmonster auf der Terrasse...); und wir wohnen zur Miete, nicht so prickelnd, die Regenrinne umzubauen, wenn es (wahrscheinlich) nicht auf Dauer ist.

Auf jeden Fall werde ich probieren und berichten.

Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
Benutzeravatar
BILU
Beiträge: 387
Registriert: 30.11.2004, 12:57
Wohnort: Nähe Ulm

Re: Chlorosen vermeiden...

Beitrag von BILU »

Hallo,

liegt am ph Wert.
Schau mal nach den Threads zu BonCoco und richtig düngen.
Es gibt spezielle Dünger für hartes Wasser
Ich nehm Hakaphos

Gruß

Uli
Benutzeravatar
Erwin
Beiträge: 3286
Registriert: 03.03.2005, 19:01

Re: Chlorosen vermeiden...

Beitrag von Erwin »

Wenn Du gerne Splitt verwendest, dann nimm den aus Granit. Der übliche Splitt aus dem Straßen- und Wegebau ist Dolomit, das ist Kalk und treibt zusätzlich zu dem harten Wasser den PH-Wert noch mehr in die Höhe. Alternativ geht Aquarienkies 2-4 mm.

Erwin
Benutzeravatar
Bergi
Beiträge: 1460
Registriert: 21.07.2007, 12:36
Wohnort: westlich von München

Re: Chlorosen vermeiden...

Beitrag von Bergi »

Ich hatte schon Granitsplit (den schwarzen) verwendet. Hakaphos nun also--- sollte ich wohl mal probieren.

Unser Wasser hat übrigens eine Gesamthärte von etwa 16, also immer noch im Bereich "mittelhart".
Komisch ist, dass bei uns ganz verschiedene (aber natürlich nicht alle) Pflanzen zu Chlorosen neigen, z.B. auch die im Aquarium ... deswegen kam ich auch auf das Wasser als mögliche Ursache.

Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
Antworten