Buchenhecke als Grabeinfassung m Bonsaitechnik

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
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netvergrampfn
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Registriert: 22.03.2010, 12:21

Buchenhecke als Grabeinfassung m Bonsaitechnik

Beitrag von netvergrampfn »

Hallo,
ich hoffe, mein Einstiegsposting wird richtig verstanden, ich wollte schon mit "Bonsai-Light" titeln, aber da hätte ich ja schon da einen Clash of Wörter angerichtet...
Ich (um noch einen Satz so anzufangen) habe früher schon einmal ein wenig mit dem Gedanken gespielt, ins Thema Bonsai einzusteigen, hab es aber wegen zu erwartetender Unzuverlässigkeit/Unstetigkeit den Bäumen zuliebe sein gelassen.
Nun überlege ich, ob eine Annäherung an das Thema mittels oben genanntem Projekt sinnvoll wäre. Eine schöne Grabeinfassung hinbekommen und sich dabei dann auf in meiner Vorstellung schöne Art und Weise dem Andenken an den Verstorbenen zu widmen (einem tollen 'Meistergärtner') wäre das Ziel.

An was habe ich gedacht?
Grab steht, vorne mittig Grablicht auf Steinplatte, Einfassung mit 5cm starkem Stein ragt knapp 5cm aus Boden heraus.
Es schwebt mir vor, daß ich zwei 'Längstöpfe' über die Länge des Grabs selbst herstelle, die dann noch 30cm 'um die Ecke gehen', also L-förmig sind.
Poste jetzt hier mal kein Bild, wird hoffentlich nachvollziehbar sein, wie ich das meine... (meine Frau zwingt mich immer zur Kürze...)
Idealerweise 'nimmt die Hecke wenig vom zu bepflanzenden Grab weg' und schmiegt sich so über die 5cm Einfassung, daß diese möglichst 'verschwindet'.

Die Hecke sollte aus Rotbuchen bestehen, welche Unterart bzw. ob nun unbedingt eine langsamwachsende zu verwenden ratsam wäre, keine Ahnung, es sollte keinesfalls eine schicke exotische Buchenart sein, die quergestreift und blinkend ausgeführt ist, evtl. noch so etwas wie die "franken" (nicht aus patriotischem Zwang, sondern wegen Farbgebung).

Es soll kein 'richtiger' Bonsai werden, nur mit überschaubarem Aufwand eine Hecke angepflanzt werden, die in den auszuführenden Dimensionen (25cm x ~9cm) gedeiht, dabei Größe des Blattwerks in Relation, und bei der die Wuchsform und der Wurzelbereich mit Bonsaitechniken gestaltet werden soll. Weiter sollten die Stämme in ihrem Stärkenwachstum verlangsamt werden.
Außerdem sollte sie -trotzdem klar, daß bei dem Projekt eine kontinuierliche Beschäftigung vonnöten ist- auch mal vier Wochen ohne Maniküre aushalten.

Wenn ich so frech sein darf und noch die sicher verständliche, anzupeilende Wuchsform skizzieren darf, ist dann für die Fragen leichter...?

HHHHHHHHHH
HHHHHHHHHH
HHHHHHHHHH
HHHHHHHHHH
HHHHHHHHHH
HHHHHHHHHH
EEEEEEEEWWW
EEEEEEEEWWW

So, Fragen:
1. Einschätzung der prinzipiellen Realisierbarkeit?
2. Welche Rotbuchenart würdet Ihr empfehlen (wäre z.B. eine purpurea oder fuji nahezulegen, weil die ja langsamer wachsen)?
3. Wenn ich von den o.g. Maßen ausgehe, also 25 cm Höhe, die Einfassung (EEEEEE) möglichst verdecken will, was wäre Eure Empfehlung für den Wurzelbereich (WWWW), was bräuchte ich da mindestens an Breite und Tiefe?
4. Würde es ausreichen, die Hecke alle zwei Jahre mit den Töpfen rauszunehmen und 'Wurzelpflege' zu betreiben?
5. Auch wenn das dann natürlich eine Sache wäre, die ich selbst recherchieren kann und muß, trotzdem vorab die Frage, inwieweit für die in Sachen Feuchtigkeit etwas empfindlichen Buchen ein spezieller 'Aufbau' des Bodens anzuraten wäre (feuchtigkeitsspeicherndes in Verbindung mit guter Drainage...) und inwieweit mir dazu vielleicht idealerweise jemand einen Anfangstipp geben könnte?

Schon fertig... entschuldigt die freche, 'großzügige' Ausnutzung des Raums hier...!
netvergrampfn.
netvergrampfn
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Bitte doch eine kleine Antwort...

Beitrag von netvergrampfn »

Hallo nochmal,
habe gehofft, daß sich jemand meiner erbarmt, ich weiß nicht, woran das liegt, daß bis dato zu meinem Thema keine Antworten kamen,
es soll wie gesagt kein Anschlag auf die Würde des Bonsaihegens sein, ich hätte speziell die Frage, was jemand, der mit Fagus Erfahrungen hat, empfehlen würde an Platz für die Wurzeln und vielleicht an Bodenbeschaffenheit...
Ich hab auch das eine oder andere so recherchiert, aber Erfahrungswerte wären noch ganz hilfreich...
Danke!
marius
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Re: Buchenhecke als Grabeinfassung m Bonsaitechnik

Beitrag von marius »

hm, wenn ich in einen laden gehe und dem verkäufer meine absichten genauso darlege, würde er mich wohl für deppert? halten und vorsichtshalber auch um hilfe rufen.

so. beim lesen kam mir immer wieder der gedanke "ja, warum macht er das dann nicht, was er vor hat?" in den sinn. ich mein, du räumst doch ehe schon ein, daß du dich gegebenfalls über die pflegemaßnahmen usw. usf. selbst informieren willst. da kannste das beim rest auch machen - mal so pauschal geantwortet. :wink:

all das mag zwar nicht der absolute grund dafür sein, warum dir bisher niemand geantwortet hat, aber einer könnte es ja immerhin sein. vielleicht.

gruß marius (der nun an die absolute berechenbarkeit (b) von bonsai (ups) (verdammt aber auch.) glaubt.)
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migo
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Re: Buchenhecke als Grabeinfassung m Bonsaitechnik

Beitrag von migo »

Bei dieser Aktion sehe ich als größte Schwierigkeit die Töpfe. Die müssen ja nun mal Löcher haben, sonst saufen dir die Pflanzen ab. Egal ob die jetzt auf der Erde stehen oder in die Erde eingelassen sind. Irgendwann gehen die Wurzeln deiner Buchen durch diese Löcher ins Erdreich und dann ist der ganze Aufwand umsonst.
Pflanz lieber ganz normal eine niederige Buchenhecke und schneide sie immer gut - sollte reichen um was schönes hinzukriegen.
Tschüüss, Michael

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Re: Buchenhecke als Grabeinfassung m Bonsaitechnik

Beitrag von flicka1576 »

Hallo, Netverkrampfn,
anhand der Namensgebung gehe ich mal davon aus, dass Du aus Bayern bist. Bevor Du Dir solche Gedanken über die Grabbepflanzung machst, solltest Du zuerst mal abklären, ob es auf dem FH überhaupt erlaubt ist. :wink:
In vielen Gemeinden, auch in München, gibt es Gestaltungsvorschriften.
Flicka
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MarionS
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Re: Buchenhecke als Grabeinfassung m Bonsaitechnik

Beitrag von MarionS »

netvergrampfn hat geschrieben:Außerdem sollte sie -trotzdem klar, daß bei dem Projekt eine kontinuierliche Beschäftigung vonnöten ist- auch mal vier Wochen ohne Maniküre aushalten.
Nur vier Wochen??
Die pflegst du tot, hömma *confused3*

Ich kenne mich mit der Art nicht aus, aber öfter als 2-3mal im Jahr kriegt die auch keinen Schnitt.
Gießen wird wohl öfter angesagt sein, je nach Wetter.
Gruß,
MarionS

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netvergrampfn
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Re: Buchenhecke als Grabeinfassung m Bonsaitechnik

Beitrag von netvergrampfn »

Danke für die vielen Antworten!!!
Freue mich sehr, daß so ein Querschnitt rausgekommen ist, hab meinen post u.a. deshalb so 'kurvig' getextet, weil ich nicht wußte, wie der 'orthodoxe' Bonsai-Adept auf mein Ansinnen reagiert, aber ich seh ja nun, daß es hier nicht so orthodoxelt...
Daneben hab ich vielleicht, evtl., u.U. auch die Anlage zu blumiger Formulierung und komischen Ideen ;-)
Weiterhin komm ich ja aus Bayern und muß jetzt zwangsweise noch einmal zu allen Wortmeldungen Antworten schreiben, weil mir das mein aus satzanfangsgründen eingeprägtes Unterordnungs-und Ordnungsepigen (Wortspiel!) ja vorschreibt...

Um meine Vorträge noch zu vertiefen:
Ich habe schon einige Gärtnereien etc. besucht und war von den Auskünften nicht so begeistert (heißt nicht, daß ich mit Dienstleistern ein Problem hab oder da meine schlimmsten Vorurteile bestätigt sehen will, es war mal so, daß beim Stichwort "Grabbepflanzung" die Standardantwort "Buchs, Euonymus oder Ilex" kam, mal war die Beratung grad nicht da und so weiter...), auch wenn die eine oder andere Info rüberkam,

z.B. die, daß eine Buche, wenn man sie 'normal' (d.h. ohne Topf) einpflanzt und dann aber auf 20cm Höhe hält, sehr schnell 'vergreist' und man u.a. die Optik so sofort vergessen kann. So kam ich auf die Idee 'Bonsai light'.
So stimm ich dem Post von Migo prinzipiell zu (aber was wäre das Problem, wenn sich die eine oder andere Wurzel durch die Ablauflöcher zwängt, da gibt's doch so 'Gitterchen', oder würde die Wurzel so schnell wachsen, daß sie den Topf sofort sprengt, ich würde ja alle zwei Jahre die Kästen rausnehmen...?)

zu Flicka: Absolut richtiger und wichtiger Tipp für so ein Projekt in Bayern, wir haben auch im Landkreis das strengste Reglement, was Grabmaterialien, Farbe etc. betrifft, aber da ja eine Buchenhecke ja eher 'klassisch' ist (wenn sie "IMMER SCHÖN GEPFLEGT IST"!!!), hab ich da überraschenderweise schon grünes Licht bekommen, war das erste was ich von meinem Epigen gesagt bekommen habe...

zu MarionS: danke für die Antwort, ich hab trotz kleiner Rundumrecherche immer noch die Vorstellung, daß Bonsai gleichbedeutend ist mit asketischer, mönchischer, selbstaufopfernder, am besten täglicher Pflege...

zu marius (m): ja, ohne zu vergrampfn, weiß ich grad nicht, wieso deppert, aber ich halts aus... Ich finde die Idee prinzipiell einigermaßen normal, die Überlegung, bei bonsai-Freunden nachzufragen, weil die halt Erfahrung beim Kleinhalten von Gewächsen haben, auch und was das Machen bzw. Recherchieren betrifft, so war das für mich Höflichkeit, sich zumindest etwas vorab zu informieren, die Bemerkung, daß ich mich danach über Pflege auch informieren würde, natürlich auch. Bin selbst, wenn mal jemand ein Gebiet findet, bei dem er mir in Form von Fragen Kompetenz unterstellt, begeistert, wenn sich der Fragende vorher im Rahmen seiner Möglichkeiten selbst informiert (ich hab mich natürlich noch nicht im Rahmen meiner Möglichkeiten selbst informiert, wollte aber erst ein paar Meister fragen, bevor ich die dritte Doktorarbeit anfang)
Deswegen kann ich doch eben wegen meiner fehlenden Erfahrungen bei den Meistern hier nachfragen -auch wenn Grabbepflanzung nicht deren Steckenpferd ist-, was die zum Projekt meinen und was sie aufgrund ihrer Erfahrungswerte empfehlen würden

Danke nochmals
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MarionS
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Re: Buchenhecke als Grabeinfassung m Bonsaitechnik

Beitrag von MarionS »

netvergrampfn hat geschrieben:ich hab trotz kleiner Rundumrecherche immer noch die Vorstellung, daß Bonsai gleichbedeutend ist mit asketischer, mönchischer, selbstaufopfernder, am besten täglicher Pflege...
Nöh.
Einer der ersten Anfängerratschläge für mich lautete: kauf dir 10 Bonsai, dann pflegst du keinen tot. :mrgreen:
Mit der rechten Menge bzw Masse an entsprechend pflegeaufwändigen Bäumen kannst du tatsächlich Stunden täglich damit zubringen, sie zu pflegen. Da wird aber auch jeder Baum oder Wald als für sich stehendes und stimmiges Kunstwerk präpariert, und da kann man sich dranbegeben, jedes Ästchen mit Draht zu umwickeln und in die Form zu biegen, in die es wachsen soll, und Wacholder oder Nadelbäume müssen zurechtgezupft werden, um schöne Nadelpolster zu bilden.
Eine Buchenhecke wird entweder mit einer motorisierten Heckenschere in Form gehalten oder meinethalben auch durch Einzelverschnitt. Aber großartig drahten oder zupfen wird da kaum drin sein.
Gruß,
MarionS

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migo
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Re: Buchenhecke als Grabeinfassung m Bonsaitechnik

Beitrag von migo »

netvergrampfn hat geschrieben:aber was wäre das Problem, wenn sich die eine oder andere Wurzel durch die Ablauflöcher zwängt, da gibt's doch so 'Gitterchen', oder würde die Wurzel so schnell wachsen, daß sie den Topf sofort sprengt, ich würde ja alle zwei Jahre die Kästen rausnehmen...
Naja, den Topf sprengen wirds nicht gleich und wenn du dir alle zwei Jahre diese Mühe machen willst? ...ja dann mach einfach.
Aber du wirst etliche Jahre brauchen, bis du das Bild siehst, was du jetzt vor Augen hast. Viel Erfog und Spaß dabei!
Tschüüss, Michael

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