Buddy hat geschrieben:Und da ist es einfach so, dass viele dieser Bäume empfindlich sind und in diesen Dingern sitzt einfach der Wurm drin. Schlechte Zucht.
Öhm... ist das jetzt dein Ernst? Es sind keine Hunde oder Kadetten, da ist nichts mit «Zucht», die sind nicht degeneriert und anerziehen kann man Bäumen nichts. Die allermeisten Fici, eigentlich alle, sind ganz genau die (Wild-)Formen, die du von Indien bis China auf jedem Dorfplatz, im Wald und überall findest. Sowas züchtet niemand, würde sich gar nicht lohnen. Ne, ne - wer es so sieht, redet sich seine Pflegefehler schön.
Eine andere Frage ist, wieso man sich mit exotischen Arten rumplagen soll.
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)
ich lasse mich da gerne eines besseren belehren, aber ich hatte bisher die Annahme, dass der Ficus Baumarctus keineswegs eine Wildpflanze ist, sondern in großen Hallen und vielen fleisigen Chinesen zu abertausenden gezüchtet wird, dabei legt er in etwa das Wachstums von 4 Jahren in einem Jahr zurück, wird mit der Chemiekeule ständig behandelt und in Förmchen gepresst.
Nicht falsch verstehen, es sind sicherlich 90 % Pflegefehler die zum Eingang führen, aber es gibt sicherlich ein prozentual höheres "Unbekannt" an tötlichen Verläufen im Vergleich zu Outdoor oder nicht so hochgezüchteten Bäumen. Man braucht sich ja nur die vielen Beiträge hier durchlesen.
Aber es ist doch eigentlich logisch, dass ein chemisch behandelter und gezogener Baum nicht die Widerstandskraft hat wie ein selbst gezogener oder der Natur und ihren Einflüssen ausgesetzter Baum.
Anerziehen kann man Bäumen nichts? bin mir da nicht sicher... Das Gesetz der Natur gilt überall, Buchempfehlung:
Charles Darwin, über die Entstehung der Arten
Buddy - der eingangs gezeigte Ficus ist ja tot, also halten wir das restliche Korinthenkacken kurz.
Das von dir empfohlene Buch kenne ich leidlich. Darwin beschreibt dort ja, wie durch Mutation eine «Anpassung» an die sich verändernden Umgebungsbedingungen möglich ist. Es ist aber eben die Evolution der Arten, nicht der Individuen, ein langsamer Prozess, den die Chinesen mit aller Gewalt nicht beeinflussen können. Das wäre Lamarckismus ( die Idee, dass Giraffen so lange Hälse haben, weil sie sie strecken mussten...) und der gilt als überholt.
Da du offenbar nicht ganz sattelfest bist: Eine «Wildform» ist auch eine, wenn sie 20 Jahre in einem Topf steht, von Menschenhand gepflegt und periodisch mit irgendwas behandelt wird - all das verändert den Genotyp ja nicht. Darum ist deine Auffassung der «hochgezüchteten und darum irgendwie mutierten Chemiebäume» alles andere als logisch, eben Lamarckismus (und ein kleines bisschen Verschwörungstheorie - denn wieviel teure Chemikalien steckt man in schon einen 5 Euro-Baum? So gut wie gar keine...).
Die Jammerbeiträge hier spiegeln eigentlich nur, was ich durchaus auch denke: Wer ums Verrecken einen tropischen oder subtropischen Baum in einer europäischen Wohnung haben will, hat ihn halt oft wirklich «ums Verrecken»...
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)
Buddy hat geschrieben:dass der Ficus Baumarctus keineswegs eine Wildpflanze ist, sondern in großen Hallen und vielen fleisigen Chinesen zu abertausenden gezüchtet wird,...
Ich möchte den fleißigen Chinesen nicht absprechen, daß irgendwo auch eine Zucht stattfindet - vielleicht für zartrosa Flaumblätter - aber ich würde sagen, die hiesigen Baumarktbonsai werden einfach nur fabriziert.
Züchten ist, wenn man ausgesuchte Exemplare kreuzt, um bestimmte Eigenschaften herauszuarbeiten wie z.B. bei Rosen.
das mit dem "wurm" habe ich aber auch schon erlebt. ich tippe da aber auch auf versteckte probleme, zb. im wurzelbereich. irgendwer hat hier mal geschrieben, dass häufig bei der fabrikation die wurzeln unterhalb des stammes gekappt werden, wodurch dann in feuchtem bodenmilieu pilze eindringen. wobei das beim normalen wurzelschnitt auch nicht passiert, ich weiss..
ich habe auch so einen kandidaten, der mehrmals im jahr, unabhängig von klimas und jahreszeit, blätter verliert, und ich einfach nicht rauskriege, woran es liegt. bei einem anderen, der immer nur geschwächelt hat, gab es eine typische grosse schnittstelle, die immer komisch aussah...natürlich beides "qualitätsware".. :D
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten" chinesische Weisheit