neuling mit einer ulme

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
simpleking

Re: neuling mit einer ulme

Beitrag von simpleking »

hi

oh ich sehe grad timbo ist ein baumschulist, na dann is klar! starker rückschnitt = starker austrieb.

ja ich werd heuer nur mehr das tote astwerk rausschneiden, und im kommenden jahr werd ich die linke astgabel abmoosen.
ich bin "normalerweise" also an großbäumen und sträucher ein starker rückschneider :-)
aber ich finde in meiner umgebung einiges an übungsmaterial so lass ich die ulme einfach mal in ruhe 8) .

lg
helmut
Eva Warthemann
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Re: neuling mit einer ulme

Beitrag von Eva Warthemann »

:D :D :D :D :D
Eva Warthemann
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Timbo
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Re: neuling mit einer ulme

Beitrag von Timbo »

Ihr alten Lästermäuler :mrgreen: Ich armer Baumschuler *engel*
Aber jetzt erklärt mir doch mal was dagegen spricht den Schnitt jetzt schon zu machen? Das Jahr ist doch noch jung, der Baum hat nichts von seiner Wurzelmasse verloren und schaut gesund aus. Und wenn ich das richtig verstanden habe sollen doch nächstes Frühjahr die Wurzeln bearbeitet werden oder?
Also warum nicht jetzt schneiden und den mit sicherheit kräftigen Austrieb der dieses Jahr noch kommt nutzten?

viele Grüße Don Heisssporn :wink:
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Thierry
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Re: neuling mit einer ulme

Beitrag von Thierry »

Was du in der Baumschule gelernt hast, kannst du nicht 1-zu-1 im Bonsai anwenden.
Im Bonsai gelten etwas andere Vorgehensweisen. :wink:

(Eva, ich bewundere dein Engagement und v.a. deine Geduld bei den ungeduldigen Neulingen, Hut ab)
Viele Grüße,
Thierry

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simpleking

Re: neuling mit einer ulme

Beitrag von simpleking »

hi

also ich versteh den timbo natürlich, denn treiben würde der baum mit sicherheit noch wie wild.
@thierry
ist diese ulme schon ein bonsai ? ich denke nicht!, möchte aber bonsai kenner nicht auf die füsse steigen :roll: .

lg
helmut
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Thierry
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Re: neuling mit einer ulme

Beitrag von Thierry »

Hallo Helmut,

du trittst niemandem auf die Füße, wir sind ein sehr offenes Medium/Forum wo man locker miteinander umgeht. :wink: (auch wenn ab und zu mal die Fetzen fliegen können :lol: )
Um deine Frage zu beantworten : sicherlich ist das noch kein Bonsai (Bonsai=Baum in der Schale), aber er wurde schon wie ein zukünftiger Bonsai bearbeitet (genauso wie hunderte andere Bäume im Forum). D.h. beim Durchführen der Etappen auf dem Weg zum Bonsai macht man es schrittweise um das Leben des Baumes niemals zu gefährden. Wie es meine Vorredner/innen bereits schon sagten, bei Bonsai denkt man in Jahren und man lässt zwischen den großen Etappen (große Etappen sind beispielsweise : ein Umtopfen mit Wurzelschnitt oder ein komplettes Gestalten) dem Baum eine "Verschnaufpause". Dies ermöglicht dem Baum sich zu erholen und wieder zu Kräften zu kommen um für die nächste Etappe bereit zu sein. Deshalb geschieht es öfters daß wir dem einen o. anderem Baum ein Jahr mehr göhnen bevor wir weitermachen. Ist es für dich so verständlicher?

Viele Grüße,

Thierry

P.S.: Ich möchte noch hinzufügen, daß diese Ungeduld nix schlimmes ist, wir waren alle mal ungeduldig als wir mit Bonsai anfingen. Man muss sich halt nur an etwas andere Vorgehensweisen gewöhnen, u.a. daß wir weniger entscheiden, wann etwas an einem Baum gemacht werden kann als eher daß der Baum uns das "mitteilt"/zeigt (d.h. wie er auf unsere Arbeiten reagiert).
Viele Grüße,
Thierry

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Timbo
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Re: neuling mit einer ulme

Beitrag von Timbo »

Hallo Thierry,

ja das ich das nicht immer auf Bonsai übertragen kann was ich auf der Arbeit mache habe ich schon Laufe der Zeit gelernt. Teilweise auf unangenehme Art und Weise :?
Jetzt kommt aber das aber :wink: : Was wurde denn an diesem Baum bisher gemacht? In meinen Augen nichts. Er wurde nur aus einem kleinen Gefäß in ein größeres gepflanzt, was ihm eher gut tut als ihn schwächt.
Also warum nicht jetzt den ersten Schritt/Schnitt in richtung Bonsai machen?
Ich weiß ich weiß die jungen Wilden wiedersprechen schon wieder :mrgreen: aber es leuchtet mir einfach (noch) nicht ein warum nicht jetzt geschnitten werden soll.
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Thierry
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Re: neuling mit einer ulme

Beitrag von Thierry »

Tim, theoretisch kannst du alles machen worin du dich sicher fühlst und auch viel experimentieren (wie die meisten von uns es auch gemacht haben oder noch machen, um aus gelungenem wie aus fehlgeschlagem experimentieren zu lernen). Der eine erfahrene Bonsaianer würde direkt mehr machen, weil er sich darin sicher fühlt. Der andere würde weniger machen weil er was anderes aus Erfahrung gelernt hat. Jeder muss für sich entscheiden.
Aber wie der einzelne Baum darauf reagieren wird kann dir kein Mensch mit Sicherheit vorrausagen weil so viele Elemente eine Rolle spielen.
Diese Elemente sind u.a. : die Gesundheit des Baumes vor der Arbeit, wo der Baum jetzt steht, wie das Mikroklima dort ist, wieviel Ahnung der neue Besitzer hat (ob er ein "grüner Daumen" hat oder nicht, ob er ein bisschen Erfahrung in den Bereich hat oder nicht), und vieles vieles mehr.
Und all diese Elemente sind immer noch keine Garantie, daß der einzelne Baum (nicht die Sorte, und auch nicht die Arbeit die dran gemacht wurde, sondern jeder einzelne individuelle Baum) so reagiert wie man es erwartet.
Bäume sind komplexe Lebenwesen, nicht Maschinen wo man auf einen Knopf drückt und die Reaktion immer die gleiche ist.
Viele Grüße,
Thierry

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Timbo
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Re: neuling mit einer ulme

Beitrag von Timbo »

Ok was du schreibst sehe ich natürlich ein und verstehe was du meinst. Ich würde es trotzdem wagen und ihn einkürzen. Letztendlich muss es natürlich Helmut selbst wissen ob er es jetzt macht oder in ein/zwei Jahren. Ich denke es wird so oder so bestimmt ein schöner Baum werden und würde mich über updates freuen

viele Grüße aus dem viiiieeeelll zu kalten verregneten Göttingen
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Re: neuling mit einer ulme

Beitrag von Eva Warthemann »

Hallo Timbo!
Ich war früher ebenso ungeduldig wie Du und habe Lehrgeld bezahlen müssen.
Aber das ist eine andere Sache.
In diesem Fall bin ich überzeugt, das es besser ist, erst nächstes Jahr (frühestens im Herbst dieses Jahr)zu schneiden.
Weil: der Baum erst vor kurzem umgetopft worden ist. Selbst wenn kein Wurzelschnitt gemacht wurde, sind dennoch einige Wurzeln oder Würzelchen geringfügig verletzt worden.
Deshalb bin ich der Meinung, das der Baum sich erst mal wieder fest im Substrat verankern muß. Außerdem, egal ob man die Krone mit einer Astschere oder mit der Säge kappt, der Baum wird dabei hin und her gerüttelt. Erste feine Faserwurzeln, die sich nach dem Umtopfen gebildet haben, sind noch sehr empfindlich und werden durch das Rütteln wieder verletzt.
Dies würde ich vermeiden wollen.
Die Krone könnte man auch im Herbst schneiden. Über den Winter bilden sich am Stamm genügend neue Knospen, die nächstes Jahr dann austreiben. Das geht auch noch, denn bis zum Herbst ist der Baum gut eingewachsen und dies könnte den Vorteil haben, das die Schnittfläche bis zum Frühjahr schon zurückgetrocknet ist.
Aber letztendlich entscheidet Helmut wie er weiter verfahren möchte.
Euch allen einen schönen Tag noch, heute kann man endlich mal wieder was draußen machen.
Der gestrige Tag war ja häßlich.
Liebe Grüße Eva Warthemann
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Re: neuling mit einer ulme

Beitrag von Eva Warthemann »

Beitragvon Thierry am 20.05.2010, 12:01
Tim, theoretisch kannst du alles machen worin du dich sicher fühlst und auch viel experimentieren (wie die meisten von uns es auch gemacht haben oder noch machen, um aus gelungenem wie aus fehlgeschlagem experimentieren zu lernen). Der eine erfahrene Bonsaianer würde direkt mehr machen, weil er sich darin sicher fühlt. Der andere würde weniger machen weil er was anderes aus Erfahrung gelernt hat. Jeder muss für sich entscheiden.
Aber wie der einzelne Baum darauf reagieren wird kann dir kein Mensch mit Sicherheit vorrausagen weil so viele Elemente eine Rolle spielen.
Diese Elemente sind u.a. : die Gesundheit des Baumes vor der Arbeit, wo der Baum jetzt steht, wie das Mikroklima dort ist, wieviel Ahnung der neue Besitzer hat (ob er ein "grüner Daumen" hat oder nicht, ob er ein bisschen Erfahrung in den Bereich hat oder nicht), und vieles vieles mehr.
Und all diese Elemente sind immer noch keine Garantie, daß der einzelne Baum (nicht die Sorte, und auch nicht die Arbeit die dran gemacht wurde, sondern jeder einzelne individuelle Baum) so reagiert wie man es erwartet.
Bäume sind komplexe Lebenwesen, nicht Maschinen wo man auf einen Knopf drückt und die Reaktion immer die gleiche ist.
Hallo Thierry!
In diesen Worten steckt soviel Weisheit, das man dem nur zustimmen kann. :!:
Wenn ich einem Bonsaineuling einen Rat gebe, beachte ich dies immer, denn wenn ich zu rabiaten Schnitten raten würde und dies ginge schief, würde ich mich sehr verantwortlich fühlen.
Deshalb bin ich bemüht mehrere Möglichkeiten aufzuführen und der Bonsaineuling kann das aussuchen, was er sich zutraut.
Liebe Grüße Eva Warthemann
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Timbo
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Re: neuling mit einer ulme

Beitrag von Timbo »

Hallo Eva,

danke für deine weiteren Erklärungen. Überzeug hab ihr mich dennoch nicht, ich würd schneiden. In meinen Augen ist die Ulme immernoch eine Topfpflanze die einen größeren Topf bekommen hat. Und seit gestern haben sich da mit Sichherheit keine Feinwurzeln gebildet die man beim schneiden abreissen würde. Für mich wäre dieses Jahr dann verschenkte Zeit da sich die Wurzeln die sich dieses Jahr bilden eh ab kommen wenn im Frühjahr der Wurzelballen bearbeitet werden soll. Und momentan hat er mit der relativ großen Wurzelmasse doch ideale Vorraussetzungen um nach dem Schnitt einen kräftigen Austrieb zu machen. Vom Schnitt im Herbst halte ich bei so großen Schnittstellen garnichts. Der Baum hat den Winter über doch mehr oder weniger keine Möglichkeit auf den Schnitt zu reagieren.
Ich wollt nur mal anmerken das ich durchaus Bäume bei mir stehen hab an denen ich nichts mache, nicht das hier ein falscher Eindruck ensteht *nenene*

P.s. ich finde es richtig toll von euch das ihr uns Anfängern mit soviel gedult und hilfbereitschaft begegnet. Soviel wie ich hier im Forum durch Leute wie euch gelernt hab ist echt unbezahlbar.
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Timbo
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Re: neuling mit einer ulme

Beitrag von Timbo »

Ach ja, wieso war bei dir denn nur der gestriege Tag hässlich? Frechheit! Bei uns genau wie gestern 9 Grad und regen. Pfui sach ich da nur
simpleking

Re: neuling mit einer ulme

Beitrag von simpleking »

hi

vielen dank für die vielen antworten, es liest sich alles interessant !

natürlich werd ich dem baum updaten :-)

heute habe ich mal 14 fraxinus der wildnis genommen und einen Euonymus europaeus (Pfarrerkapperl) den ich vor 1,5 jahren mit der "stihl" vorsichtig zurückgeschnitten habe. wusste damals nicht das ich den nochmal gebrauchen könnte. mittlerweile ist er natürlich wie wild ausgetrieben, und heuer habe ich ihm 40cm über dem boden abgeschnitten,/ausgegraben/ eingetopft. leider verging einiges an zeit bis der kerl in die erde kam (ich war unterwegs) hoffe er überlebt das, denke aber schon :-) bilder folgen.

ich hab berufsbeding ein wenig ahnung von pflanzen, kenne die heimische pflanzenwelt und ihre ansprüche ganz gut, hat aber fast alles nix mit baum in schale zu tun, deshalb bin ich anfänger mit grundwissen über pflanzen.

lg
helmut
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Timbo
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Re: neuling mit einer ulme

Beitrag von Timbo »

Wenn es nicht sein muss würde ich jetzt nichts mehr ausgraben. Ist doch schon ein wenig spät...
simpleking hat geschrieben: den ich vor 1,5 jahren mit der "stihl" vorsichtig zurückgeschnitten habe.
Dieses Satz muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. :mrgreen:

Ja Updates wären super!
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