Wirksamkeit von Mehltauschreck

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Ist Mehltauschreck wirksam

Umfrage endete am 01.07.2010, 12:25

1. Ja, absolut. Eine Anwendung je Saison reicht
1
5%
2. Ich bin zufrieden
9
43%
3. Hat bei mir nur eingeschränkt funktioniert
2
10%
4. Hat bei mir nicht funktioniert
2
10%
5. Ich habe Milchtauschreck mit einem anderen Mittel verglichen. Mehltauschreck besser
2
10%
6. Ich habe Milchtauschreck mit einem anderen Mittel verglichen. Alternative besser
2
10%
7. Ich bin mit meinem Alternativprodukt zufrieden und will gar nicht wechseln (ausprobieren)
3
14%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 21

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Thorschti
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Wirksamkeit von Mehltauschreck

Beitrag von Thorschti »

Die Diskussion um Mehltauschreck (Rapsöl, Milch, Backpulver, Wasser) schreckt mich jedes Mal. Mir scheint die Erfahrungslage ist nicht ganz klar, darum diese Abstimmung
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Martin_S
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Re: Wirksamkeit von Mehltauschreck

Beitrag von Martin_S »

Ja, nun paß auf Leute!
Da habe ich mir auch mal Gedanken dazu gemacht und meine das man da ganz schnell auf etwas hereinfallen kann:

wenn du etwas öliges (aus der Milch, das Rapsöl...) über einen weißen, pelzigen Belag kippst, dann sieht das aus als wenn da nix mehr wäre. Das kann dann natürlich leicht zu einer falschen Interpretation führen.

DH ABER NICHT, DASS DAS NICHT GEHT!!!! Das will ich damit nicht sagen. Aber wenn einer Mehltau an der...beispielsweise Eiche hat und macht da mal "schön Milch" drüber, dann sieht der Belag nicht mehr aus wie Mehltau. Und dann kann man natürlich sagen "Jau! Funzt astrein, die Milch!" hat sie aber faktisch nicht.

Gecheckt?
M
Beste Grüße
Martin

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avicenna
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Re: Wirksamkeit von Mehltauschreck

Beitrag von avicenna »

Also ich hab's mit dem "Mehltauschreckrezept" letztes Jahr probiert und war mäßig zufrieden. Das Mittel hinterläßt einen weißen Belag, stinkt wenn man es nicht ausspült in der Sprizflasche und echter Mehltau sitzt meines Wissens auch unter dem Blatt, wo man aber tunlichst nicht spritzen sollte, weil sonst die ganzen Spaltöffnungen verkleben.
Ich hab im Frühjahr mit Jinlösung 1:30 die Knospen und den Ganzen Baum eingesprüht und hoffe so viele Sporen in den Blattknospenmanschetten abgetötet zu haben, Dann beim Austrieb der Eichen hab ich oft nachgesehen wo sich kleine weiße Felder auf der Blattoberseite zeigten und dann sofort mit Blattglanzspray fein eingesprüht. Ich kam auf Blattglanzspray, weil als Inhaltsstoff "Mineralöle" angegeben sind und ich denke, es ist ähnlich wie Weißöl, was ja auch als Winterspritzung verwendet wird.
Bislang hat sich noch kein Blatt des ersten Eichenaustriebes deformiert ,keines hat weitere Verfärbungen gezeigt und bislang siehts gut aus. Ich hoffe, das dies 'ne Alternitve zum Mehltauschreck werden kann.

saludos
avicenna
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MarionS
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Re: Wirksamkeit von Mehltauschreck

Beitrag von MarionS »

Auf Wikipedia findet man zu diversen Ingredenzien aber noch weitere Infos: so wird Natron, ein Bestandteil von Backpulver, als Mittel gegen Mehltau bezeichnet, und auch eine Mischung von Wasser mit Milch 9:1 wird empfohlen - Bestandteile der Milch kommen auch der Pflanze zu Gute.

Naja, man kann schlecht feststellen, inwiefern der Mehltau wirklich weg ist, wenn er durch das Öl glasig wird.
An Hand der Veränderungen des Blattes kann man aber feststellen, ob sich der Mehltau weiter ausbreitet, auch wenn er als solcher unsichtbar ist.
Nun, dadurch, dass er glasig ist, kommt wieder Licht durch zum Blatt.
Gruß,
MarionS

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Martin_S
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Re: Wirksamkeit von Mehltauschreck

Beitrag von Martin_S »

MarionS hat geschrieben:.....Nun, dadurch, dass er glasig ist, kommt wieder Licht durch zum Blatt.

Durch Mehltau Geschädigte Zellen treiben aber keine bzw. wenn überhaupt nur ein stark eingeschränkte Photosynthese mehr.
M
Beste Grüße
Martin

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Thorschti
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Re: Wirksamkeit von Mehltauschreck

Beitrag von Thorschti »

Martin_S hat geschrieben:Ja, nun paß auf Leute!
Da habe ich mir auch mal Gedanken dazu gemacht und meine das man da ganz schnell auf etwas hereinfallen kann:

wenn du etwas öliges (aus der Milch, das Rapsöl...) über einen weißen, pelzigen Belag kippst, dann sieht das aus als wenn da nix mehr wäre. Das kann dann natürlich leicht zu einer falschen Interpretation führen.

DH ABER NICHT, DASS DAS NICHT GEHT!!!! Das will ich damit nicht sagen. Aber wenn einer Mehltau an der...beispielsweise Eiche hat und macht da mal "schön Milch" drüber, dann sieht der Belag nicht mehr aus wie Mehltau. Und dann kann man natürlich sagen "Jau! Funzt astrein, die Milch!" hat sie aber faktisch nicht.

Gecheckt?
M
Hallo Martin,
Die Wirksamkeit dieser Mischung basiert m.E. nicht auf Kosmetik, man kann direkt am Schäumen des Backpulvers (Natriumhydrogencarbonat und andere Säuerungsmittel) sehen, das sich aktiv etwas am Mehltau tut! Meiner Meinung nach hat das Öl die Aufgabe die wachsartige Oberfläche des Pilzes anzulösen und durch den entstehenden Film das Backpulver länger am Blatt zu halten. Die Milch funktioniert als Emulgator (und hat durch den Fettgehalt und zum Sauren neigenden Eigenschaften ebenfalls schon Erfolg).
Ich habe die Wirkung des Mittels getestet und bin überzeugt. Bestimmt gehen viele konventionellen Pilzmittel mindestens genau so gut aber im Hobbybereich findet sich sicher kaum etwas günstigeres und umweltfreundlicheres.
Ich verkaufe das Zeug nicht, ich benutze es nur :wink:

Gruß

Thorsten
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holgerb
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Re: Wirksamkeit von Mehltauschreck

Beitrag von holgerb »

ich kann's nicht oft genug sagen, seitdem ich genug dünge, habe ich mit Mehltau keine Probleme mehr.

Mehltau ist ein klassischer Schwächeparasit
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- Frank Zappa -
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MarionS
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Re: Wirksamkeit von Mehltauschreck

Beitrag von MarionS »

Wäre einen Versuch wert, aber noch mehr draufzukippen trau ich mich fast schon nicht mehr...
Gruß,
MarionS

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MarionS
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Re: Wirksamkeit von Mehltauschreck

Beitrag von MarionS »

Bislang nur ein Verdacht, aber...

Vier Stieleichen habe ich in Pflege, und zwei davon haben definitiv keinen Symbionten. Genau diese beiden haben Mehltau.

Bei den anderen zweien weiss ichs nicht, ist möglich, ich hatte sie Oktober 2008 geimpft... 2009 keine Schwammerln, aber die Saison war allgemein nicht gut hier, zu trocken. Wer weiß, ob die dieses Jahr endlich angegangen sind und ihre Wirkung entfalten.
Ob Mykorrhiza unmittelbar Mehltaubefall verhindern (können), ist eine Sache, aber mittelbar dann wohl schon: der Baum nimmt mehr Nährstoffe auf, sodass der von dir beschriebene Effekt eintritt.

Besonders auffällig: eine nicht geimpfte und eine geimpfte stehen Korb an Korb und die andere wird nicht angesteckt!
Gruß,
MarionS

Liebhaber des Raumübergreifenden Großgrüns
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