Lebensbaumschnitt

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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Hinhan
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Lebensbaumschnitt

Beitrag von Hinhan »

Aloha liebe Bonsai-/Minibaumfans!
Hier auf diesen Fotos seht ihr einen ca. 14 Jahre alten Lebensbaum.
Was es genau ist kann ich schlecht sagen. Hat jedenfalls sehr gepiegt beim schneiden.
Trägt aber keine Beeren also schließe ich Wacholder schon mal aus...
Kurz mal zur Geschichte: Der Lebensbaum hat sich mit den Jahren immer weiter ausgebreitet.
Irgendwann hat er gut einen Meter über den Weg geragt und meine Mutter ist regelrecht
verrückt geworden weil sie sich immer dran vorbeischlängeln musste.
Weil das Bäumchen sich ja mit pieken wehrt wollte sie ihn nicht schneiden also
wurde die Pflanze von meinem Vater einfach mal radika(h)l abgeschnitten.
Wir wissen, Nadelbäume lassen die Stellen absterben, wo kein Licht rankommt.
Also war der Baum recht braun (Bild 1 und 2). Das gefiel meiner Mutter wiederum nicht
und sie sagte "Sven, du machst doch sowas mit Bäumen. Kannst du da nicht mal
was draus machen?" ... Wer lässt sich das denn zweimal sagen. :wink:
Da ich mit großen Erstgestaltungen und allgemein mit großen Schnitten noch nicht so
viel Erfahrung hatte, dachte ich mir, dass es eine gute Übung sei.
Nu das Ergebnis seht ihr ja :oops:
Einen mittleren Ast habe ich herumgezogen und nach hinten gespannt um etwas Struktur reinzubekommen. Und ich bin am überlegen die Krone links etwas aufzulockern und ein paar Äste davon nach untenr zu ziehen um wieder etwas Struktur reinzubekommen.
Jetzt steh ich noch in einer Zwickmühle. Der Baum hat unten die ganzen Äste. Wenn ich die aber
wegschneide habe ich
1. einen total zerhackten Stamm (Sieht doof aus, große Wunde)
2. das Problem dass alle oberen auf einer Höhe sind.

Gut der treibt noch aus und vieleicht kann man in 3 bis 4 Jahren nochmal gestalten.
Was mich am meisten stört sind die drei Äste auf Bild Lebensbaum 7 die genau
nebeneinander stehen. Wenn ich da jetzt zwei wegnehme siehts aber auch doof aus.
Und ja ich weiß: Ich habe wieder meinen Cheerleader-Stiel durchgezogen :wink:
Aber bei DIESEM hier treibt wenigstens noch etwas neu aus.
Und ich sage euch das ganze braune Zeug abzumachen war eine Mörderarbeit...
Gut ihr dürft mich jetzt zerhackstückeln *crazy* :wink:
Liebe Grüße an alle
Der Sven
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Honey
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Re: Lebensbaumschnitt

Beitrag von Honey »

Das ist keine Thuja sondern ein Wacholder.

Deine Fragen sollte jemand beantworten, der mehr Ahnung von solchen hat als ich :wink:
Du musst den Asphalt deiner Annehmlichkeiten verlassen
und dich in die Wildnis deiner Intuition begeben...
Was es dort für dich zu entdecken gibt,
ist etwas Wunderbares - nämlich dich selbst.
zwanziger
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Re: Lebensbaumschnitt

Beitrag von zwanziger »

Hallo,
die Pieksigen Nadeln sind Streßlaub, da die überall sind scheint es als hätte dein Bäumchen streß.
Steht er im Schatten- Halbschatten?

Wenn du ihn nächstes Frühjahr im Mai? (nach den Nachtfrösten) ausgräbst,
dürfte das doch gelingen.
Aber mal hören,
was die Erfahreneren meinen.
MfG André

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Hinhan
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Re: Lebensbaumschnitt

Beitrag von Hinhan »

Aloha!
Ok also von stresspiekern habe ich na noch nie was gehört... Man lernt nie aus, gell?
Aber der piekt eigentlich schon immer und wurde dieses Jahr zum ersten Mal geschnitten.
Er steht Momentan halbschattig aber im Sommer bekommt er die volle Ladung ab.
In einen Topf pflanzen wird wohl eher nix. Solch große Töpfe kann ich mir nicht leisten
(schulische Ausbildung -> kein Geld) Selbst die aus Plastik kosten ja 30 eu...
obwohl wenn ich 3 Wochen spare... :mrgreen:
Leider hat noch kein in dieser Richtung erfahrenen Bonsaianer diesen Beitrag gefunden.
Aber ist wohl auch besser so, sonst bekommen sie noch nen Anfall wegen
meinem "Cheerleader-Stiel" (ich liebe dieses Wort). :mrgreen:
Na ja ´n Versuch war es wert. Werde ihn einfach weiter gestalten wie mir lustig ist.
Danke an euch zwei.
Liebe Grüße
der Sven
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Gary
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Re: Lebensbaumschnitt

Beitrag von Gary »

Hallo Sven,
dass Du uns da einen Wacholder zeigst und keinen Lebensbaum ist ja wohl schon geklärt.

Für eine endgültige Gestaltung wird es bei den vorhandenen Verhältnissen wohl kaum ohne Totholzgestaltung gehen, doch bis dahin hast Du noch einige Zeit.

Im Moment hat der Wacholder soviel Grün verloren das ein Ausgraben im nächsten Frühjahr unterbleiben sollte.
Langfristig bekommst Du aber ohne Ausgraben und Einkübeln keine vernünftige Gestaltung zustande.
Erholt sich der Wacholder nächstes Jahr gut, kannst Du im Frühjahr 2012 dann ans Ausgraben denken. Und in Unkenntnis Deiner finanziellen Situation zu diesem Zeitpunkt kann ich Dich heute schon beruhigen, dass es am Anfang durchaus eine selbst zusammengezimmerte Holzkiste tut oder auch ein 60-Liter-Mörtelkübel aus dem Baumarkt für 4.95 €.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Hinhan
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Re: Lebensbaumschnitt

Beitrag von Hinhan »

Hi Gary,
Danke für die Tipps. Ich hätte ihn sowieso nicht ausgegraben und werde mir nächstes Jahr auch das Schneiden (weitestgehend) verkneifen. Auf Todholz bin ich nur kurzzeitig gekommen, aber da du es noch einmal ansprichst, wird mir der Gedanke langsam gefällig...
Und das mit dem Zusammenzimmern lasse ich mal lieber. Was ich mache ist alles andere als ansprechend :mrgreen:
Aber den Mörtelkübel merke ich mir mal.
Vielen lieben Dank nochmal.

PS: Wenn mir noch einer einen Tipp zu den drei Ästen geben möchte, nur zu :wink:
Grüße
der Sven
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Honey
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Re: Lebensbaumschnitt

Beitrag von Honey »

zwanziger hat geschrieben:die Pieksigen Nadeln sind Streßlaub, da die überall sind scheint es als hätte dein Bäumchen streß.
Ich würde das keinesfalls für Stresslaub halten. Ich habe selbst solch einen Wacholder im Garten, der definitiv ganz "entspannt" ist und genauso aussieht.
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Hinhan
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Re: Lebensbaumschnitt

Beitrag von Hinhan »

Ich habe mal meinen quasi Schwager gefragt, der is Botaniker und on sowas hat er noch nie was gehört. Jedenfalls hat er mich komisch angeschaut als ich ihm davon erzählt habe. :wink:
Grüße,
der Sven
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Re: Lebensbaumschnitt

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Sven,

das ist aber schon eine Tatsache, dass Wacholder mit schuppigem Laub (Chinawacholder z.B.) unter Stress (starker Laubverlust, Umtopfen, starkes Drahten o.ä.) nadeliges Laub produzieren, auch "Juvenillaub" genannt, weil diese Wacholder in der Jugend auch zunächst nadeliges Laub haben.
Wenn sie sich wieder erholen und wieder vital werden, wächst wieder schuppiges Laub.

Andere Wacholderarten, die ohnehin immer nadeliges Laub haben (J. communis, J. rigida, J. squamata zum Beispiel), bekommen allerdings kein Juvenil- oder Stresslaub und auch bei anderen Nadelbaumarten gibt es dies nicht.

Viele Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Hinhan
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Re: Lebensbaumschnitt

Beitrag von Hinhan »

Hallo Heike,
Wie gesagt, man lernt nie aus...
Derjenige, der zum erstenmal an Stelle eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation.

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