Guten Morgen,
bin neu hier, hab jetzt schon ein paar Tage gelesen und nun tauchen die ersten Fragen auf. Angefangen hat alles weil ich meiner Freundin einen Bonsai schenken wollte. Dann kam die Recherche und dieses Forum. und die Bilder der schönen Pflanzen. Da ich sowieso gern Sachen selbst mach und wir nen botanisch sehr interessanten Berg vor der Haustür haben dacht ich mir gestern ich schau einfach mal. Haben dann auch gleich was gefunden. Denk es ist ne Buche. Die Frage ist in erster Linie ob der Baum noch Chancen hat und sich daraus was entwickeln kann? In 2. Linie geht es darum wie man ihn aus dem Wald bekommt. Ausgraben oder Abmoosen? Der Stamm ist an der einen Seite bis runter aufgerissen und da bilden sich bereits schon wieder Feinwurzeln wie ich gestern beim Rumscharren bemerkt hab. Kann man da Überhaupt Abmoosen? Würde das eh erst im Frühjahr machen und auch vorher abklären ob ich es darf aber in 2 Wochen findet eine große Entbuschungsaktion auf dem Berg statt der wohl auch sehr viel Wacholder zum Opfer fallen. Bei denen was ordentliches zu finden ist jedoch nicht so leicht bei dem versprengten Wachstum das es da gibt. Bin um jeden Rat, Tip, Bewertung des Baumes dankbar. Und wer hier virtuell was machen möchte kann sich gern austoben. Ist für nen Anfänger nicht leicht in nem Gestrüpp nen Bonsai zu erkennen.
Gruß und Dank im Voraus
Andreas
Potenzial ??
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- Josef Knieke
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Re: Potenzial ??
Hallo Andreas
dein Bäumchen, es handelt sich um eine Robuche, hat durchaus Potential. Ich würde sie, möglichst bald, mit einem Spaten großzügig umstechen und im Frühjahr ausgraben.
Du kannst die Pflanze im Herbst noch etwas in der Höhe reduzieren. Dabei solltest du wissen, dass an jedem Ast den du kürzt noch Triebspitzen (zimtfarbene Spitzen an den Ästen) verbleiben müssen. Aus diesen Triebspitzen schiebt die Rotbuche im nächsten Jahr ihren Neuaustrieb. Sind die Spitzen abgeschnitten, bilden sie sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr neu und der Neuaustrieb bleibt nächstes Jahr aus.
Abmoosen halte ich für "ungünstig!" Es ist offensichtlich ein anschauliches Nebari (Wurzelansatz) vorhanden. Du selbst nennst dich Anfänger, da können beim Abmoosen Fehler auftreten, die dem Bäumchen schaden können bzw. nicht zum erwünschten Erfolg führen.
Viel Glück damit
Josef
dein Bäumchen, es handelt sich um eine Robuche, hat durchaus Potential. Ich würde sie, möglichst bald, mit einem Spaten großzügig umstechen und im Frühjahr ausgraben.
Du kannst die Pflanze im Herbst noch etwas in der Höhe reduzieren. Dabei solltest du wissen, dass an jedem Ast den du kürzt noch Triebspitzen (zimtfarbene Spitzen an den Ästen) verbleiben müssen. Aus diesen Triebspitzen schiebt die Rotbuche im nächsten Jahr ihren Neuaustrieb. Sind die Spitzen abgeschnitten, bilden sie sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr neu und der Neuaustrieb bleibt nächstes Jahr aus.
Abmoosen halte ich für "ungünstig!" Es ist offensichtlich ein anschauliches Nebari (Wurzelansatz) vorhanden. Du selbst nennst dich Anfänger, da können beim Abmoosen Fehler auftreten, die dem Bäumchen schaden können bzw. nicht zum erwünschten Erfolg führen.
Viel Glück damit
Josef
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Re: Potenzial ??
Hallo Josef
Danke für deine Antwort und die Positive Einschätzung. Also noch vor dem Winter Abstechen? Weil du sagst großzügig, doch nur so groß wie es auch Später mal in der Schale sein soll oder? Ansonsten müsste ich dann in 1-2 Jahren die Großen Wurzeln nochmals abschneiden!
Andreas
Danke für deine Antwort und die Positive Einschätzung. Also noch vor dem Winter Abstechen? Weil du sagst großzügig, doch nur so groß wie es auch Später mal in der Schale sein soll oder? Ansonsten müsste ich dann in 1-2 Jahren die Großen Wurzeln nochmals abschneiden!
Andreas
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Re: Potenzial ??
Hallo Andreas,
der Baum hat durchaus Potential!
Wie lange kann er noch am jetzigen Standort verbleiben? Du schreibst was von einer Entbuschungsaktion in 2 Wochen.
Wenn er dann gerodet werden sollte, bleibt Dir nur übrig, ihn jetzt sehr großzügig zu umstechen und ihn am besten in einen großen Maurerkübel umzusetzen (der unten aureichend Löcher haben muss) und zu hoffen... Wenn er während des kommenden Winters am Standort bleiben kann, würde ich mich zunächst um das vorhandene Wurzelwerk kümmern. Je mehr Feinwurzeln in Stämmnähe vorhanden sind, umso besser; realistisch muß man aber von mindestens einer dickeren Pfahlwurzel ausgehen. Ist nur eine dicke Pfahlwurzel vorhanden, abwarten bis die harten Fröste vorbei sind. Ende Februar würde ich die dickste freigelegte Pfahlwurzel stammnah rundherum abschälen unter Mitnahme des Kambiums, Du kannst dann zusätzlich einen Draht stramm verdillen an der abgeschälten Stelle. Je mehr dicke Pfahlwurzeln, umso geringer die Aussicht, ihn erfolgreich zu bergen. Wenn das Bäumchen an seinem Platz bleiben kann, würde ich es frühestens erst im übernächsten Jahr ausgraben.
Noch ein anderer Punkt: Ganz offensichtlich verdankt die Buche ihr jetziges Aussehen starkem Wildverbiß. Kannst Du die Rehe daran hindern, weiter an der Buche zu knabbern? Zum Beispiel mit einer Einzäunung aus Karnickeldraht? Oder wäre das zu auffällig?-- Viele Fragen und Bedenken, die vorab zu klären mir aber wichtig erscheinen.
Beste Grüsse,
Heiner
der Baum hat durchaus Potential!
Wie lange kann er noch am jetzigen Standort verbleiben? Du schreibst was von einer Entbuschungsaktion in 2 Wochen.
Wenn er dann gerodet werden sollte, bleibt Dir nur übrig, ihn jetzt sehr großzügig zu umstechen und ihn am besten in einen großen Maurerkübel umzusetzen (der unten aureichend Löcher haben muss) und zu hoffen... Wenn er während des kommenden Winters am Standort bleiben kann, würde ich mich zunächst um das vorhandene Wurzelwerk kümmern. Je mehr Feinwurzeln in Stämmnähe vorhanden sind, umso besser; realistisch muß man aber von mindestens einer dickeren Pfahlwurzel ausgehen. Ist nur eine dicke Pfahlwurzel vorhanden, abwarten bis die harten Fröste vorbei sind. Ende Februar würde ich die dickste freigelegte Pfahlwurzel stammnah rundherum abschälen unter Mitnahme des Kambiums, Du kannst dann zusätzlich einen Draht stramm verdillen an der abgeschälten Stelle. Je mehr dicke Pfahlwurzeln, umso geringer die Aussicht, ihn erfolgreich zu bergen. Wenn das Bäumchen an seinem Platz bleiben kann, würde ich es frühestens erst im übernächsten Jahr ausgraben.
Noch ein anderer Punkt: Ganz offensichtlich verdankt die Buche ihr jetziges Aussehen starkem Wildverbiß. Kannst Du die Rehe daran hindern, weiter an der Buche zu knabbern? Zum Beispiel mit einer Einzäunung aus Karnickeldraht? Oder wäre das zu auffällig?-- Viele Fragen und Bedenken, die vorab zu klären mir aber wichtig erscheinen.
Beste Grüsse,
Heiner
Ein Tag ohne Beschäftigung mit Bonsai ist ein verlorener Tag!
Re: Potenzial ??
Um die Buche zu schützen vor Wildverbiss würde es genügen reißigäste außenrum in den Boden zu stecken. Am besten eignen sich dürre Fichtenäste die du wie ein Zelt um die Buche herum in den Boden steckst.
Grüße Markus
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- Josef Knieke
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Re: Potenzial ??
Hallo ihr Lieben
warum vor Wildverbiss schützen?? Die Pflanze lebt seit zig Jahren mit dem Wildverbiss. Da würde ich mir keine Gedanken machen.
@Heiner: Andreas hat angedeutet Anfänger zu sein. - Deine Ideen mit dem Abschälen der Pfahlwurzel und dem Verdrillen von Draht halte ich für einen Anfänger als zu schwierig und aufwändig.
Ich bin weiterhin der Meinung großzügig umstechen, Andreas d.h. größer umstechen als die zukünftige Schalengröße!!! Mit dem Kappen der Wurzeln regts du das Bäumchen an, jetzt noch feine Wurzeln zu bilden, die du dringend für das Bäumchen zum Überleben benötigst.
Und wenn du ihn stehen lassen kannst, gräbst du ihn nächstes Jahr im Frühjahr aus. Dann stelltst du die Buche entweder wie bereits erwähnt in einen großen Kübel oder ins Beet. Nachdem du das Bäumchen zuvor bis aufs NÖTIGSTE zurück geschnitten hast, stellst du es in den Halbschatten und läßt es wenigsten 2 Jahre in Ruhe. Sollte das Bäumchen im ersten Jahr kräftig austreiben, kannst du die Triebe "pinzieren!"
Gruß
Josef
warum vor Wildverbiss schützen?? Die Pflanze lebt seit zig Jahren mit dem Wildverbiss. Da würde ich mir keine Gedanken machen.
@Heiner: Andreas hat angedeutet Anfänger zu sein. - Deine Ideen mit dem Abschälen der Pfahlwurzel und dem Verdrillen von Draht halte ich für einen Anfänger als zu schwierig und aufwändig.
Ich bin weiterhin der Meinung großzügig umstechen, Andreas d.h. größer umstechen als die zukünftige Schalengröße!!! Mit dem Kappen der Wurzeln regts du das Bäumchen an, jetzt noch feine Wurzeln zu bilden, die du dringend für das Bäumchen zum Überleben benötigst.
Und wenn du ihn stehen lassen kannst, gräbst du ihn nächstes Jahr im Frühjahr aus. Dann stelltst du die Buche entweder wie bereits erwähnt in einen großen Kübel oder ins Beet. Nachdem du das Bäumchen zuvor bis aufs NÖTIGSTE zurück geschnitten hast, stellst du es in den Halbschatten und läßt es wenigsten 2 Jahre in Ruhe. Sollte das Bäumchen im ersten Jahr kräftig austreiben, kannst du die Triebe "pinzieren!"
Gruß
Josef
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Re: Potenzial ??
So werd ich das auch machen Josef. Bring morgen in Erfahrung wer für das Bäumchen zuständig ist und werd mich dann mit nem scharfen Spaten und Säge bewaffnen. Die Wurzeln werden also auf "Kübelgröße" geschnitten oder? Und dann nach 2 Jahren nochmals auf Schalengröße. Das mit dem Pinzieren werd ich noch in Erfahrung bringen.
vielen Dank an ALLE für die hilfreichen Tips
Gruß Andreas
vielen Dank an ALLE für die hilfreichen Tips
Gruß Andreas
- Josef Knieke
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Re: Potenzial ??
Hallo Andreas
grundsätzlich bist so erst einmal auf einem guten Weg. Es läßt sich nicht pauschaliesieren. Wenn das Bäumchen, was ich nicht glaube, Unmengen von Faserwurzeln hat, kannst du es direkt in die Schale pflanzen.
Es ist mir in meiner 20jährigen Bonsaikarriere nur wenige Male passiert, dass ein Bäumchen soviel gesunde Faserwurzeln mitliefern.
Deshalb ein großes Pflanzgefäß, damit sich die Buche vom Ausgraben erholen und in dem "Pflanzgefäß" aklimatisieren kann. Die Buche muss sich, von dem für sie lebensbedrohlichen Eingriff, erholen. Um die Pflanze am Leben zu erhalten solltest du alles nur erdenkliche tun.
Weitere Maßnahmen erfolgen erst, wenn sie diesen Eingriff sichtlich gut überstanden hat.
Gruß
Josef
grundsätzlich bist so erst einmal auf einem guten Weg. Es läßt sich nicht pauschaliesieren. Wenn das Bäumchen, was ich nicht glaube, Unmengen von Faserwurzeln hat, kannst du es direkt in die Schale pflanzen.
Es ist mir in meiner 20jährigen Bonsaikarriere nur wenige Male passiert, dass ein Bäumchen soviel gesunde Faserwurzeln mitliefern.
Deshalb ein großes Pflanzgefäß, damit sich die Buche vom Ausgraben erholen und in dem "Pflanzgefäß" aklimatisieren kann. Die Buche muss sich, von dem für sie lebensbedrohlichen Eingriff, erholen. Um die Pflanze am Leben zu erhalten solltest du alles nur erdenkliche tun.
Weitere Maßnahmen erfolgen erst, wenn sie diesen Eingriff sichtlich gut überstanden hat.
Gruß
Josef
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