Salvatore hat geschrieben:soll ich sie jetzt die nächsten paar jahre einfach mal drauf los wachsen lassen oder soll ich in der nahen zukunft schon anfangen ein wenig zugestalten?
Hallo Salvatore,
darf ich ehrlich sein? Der Baum besitzt wenig Charakter. Ein dünnes, sich nach oben kaum verjüngendes Stämmchen.
Ich finde es immer ein wenig schade, wenn man Einsteigern anmerkt, daß sie sich die wesentlichen Beiträge hier im Forum (Fachwissens-Abteilung) (noch) nicht durchgelesen haben.
Egal, fangen wir von vorne an. Nachdem der Stamm wahrscheinlich keine markante Ansichtsseite hat, solltest Du (sollte man eigentlich immer) Dir das Nebari angucken. Das ist der Bereich wo (optimalerweise) Wurzeln sternförmig vom Stamm nach allen Seiten abgehen. Nachdem dies i.d.R. nicht der Fall ist, entfernt man das Substrat ein wenig und guckt wo die ersten Wurzeln den Stamm verlassen und wählt eine Seite auf der keine markante Wurzel direkt auf den Betrachter zuläuft.
Wenn Du so die Ansichtsseite definiert hast, guck Dir Deine Fichte an. Welche Baumform in der Naturn läßt sich mit dem gegebenen "Material" realisieren? Oder, bringt es etwas den Baum zu päppel und die Gestaltung auf ein paar Jahre in die Zukunft zu verlegen. Aus meiner Sicht (und das ist nur meine Sicht) würde ich bei diesem Baum nicht viele Jahre das Mästens investieren, sondern versuchen etwas glaubhaftes mit der aktuellem Material anzustellen.
In Deinem Fall käme eine Fichte in Betracht die so ca. 20 - 30 Jahre alt ist, hochgewachsen, aus irgend einem Grund ihrer unteren Äste verlustig gegangen.
Guck Dir in der Natur (oder im Internet) solche Fichten an, und versuche die Aststellung so nachzuahmen wie es in der Natur zu beobachten ist.
Die obersten Triebe nach oben. Je weiter man nach unten kommt um so stärker sind die Äste nach unten geneigt.

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Bedenke bei Deinen Gestaltungsarbeiten immer, daß der Baum dies überleben soll.
Entferne beim ersten Schritt maximal 20-30% des Laubs. Wenn Du Äste und Zweige drahtest, achte darauf daß die Nadeln nicht an die Äste / Zweige mitgedrahtet werden. Biege Äste nicht oft hin oder her. Überleg Dir vorher wohin ein Ast soll und biege ihn dann. Damit das funktioniert, sollest Du Dir sicher in der Auswahl der richtigen Drahtstärke sein.
Das war jetzt wirklich nur ein essentieller Schnelldurchgang, bei dem ich vieles verkürzt geschrieben und sicherlich auch einiges unbewußt unterschlagen habe.
Gehs langsam und überlegt an.
Servus,
Robert