Taxus baccata und cuspidata

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Paul S.
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Taxus baccata und cuspidata

Beitrag von Paul S. »

Hallöle,

ich wollt' mal was fragen.

Ich habe mir evtl. überlegt, mir eine Eibe zuzulegen (nächstes Jahr, aber ich wollte schonmal vorsorgen)
In 'nem Gartencenter in meiner Nähe gibt's ein paar ganz gut aussehende Taxus baccata für relativ wenig Geld.
Jetzt zu den Fragen:

1. Welche Sorte ist besser? baccata oder cuspidata?

2. Welches Substrat brauche ich für eine Eibe?

3. Wie überwintere ich sie am besten?

4. Wie unterscheide ich Männlein und Weiblein, wenn gerade keine Früchte dransind?

5. Wie unterscheide ich baccata und cuspidata? Bisher weiß ich, dass cuspidata kugeligere Früchte hat und "eingerollte" Blätter. Außerdem habe ich herausgefunden, das cuspidata-Samenmäntel süßer schmecken. Kennt ihr noch unterscheidungsmerkmale?

6. Wie erkenne ich die Gesundheit einer Eibe? Sollten die Blätter lieber hell- oder dunkelgrün sein?

7. Ist die Eibe überhaupt anfängergeeignet?

Über witere Pflegetipps würde ich mich auch freuen.

tschö. :)

P.S.: Suchfunktion hab' ich schon benutzt, aber nicht sonderlich viel gefunden.
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achim73
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Re: Taxus baccata und cuspidata

Beitrag von achim73 »

Außerdem habe ich herausgefunden, das cuspidata-Samenmäntel süßer schmecken.
jetzt sag nicht, dass du irgendein teil der eibe gegessen hast... :shock:
die samenmäntel sind zwar nicht giftig, der rest aber schon .
Gruss, Achim
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Heike_vG
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Re: Taxus baccata und cuspidata

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Paulchen,

Taxus cuspidata ist die japanische Eibe, T. baccata die europäische. Beide sind ausgezeichnet für Bonsai geeignet. Hierzulande in den Baumschulen und Gartencentern ist in der Regel die T. baccata zu bekommen. Importierte Bonsai dagegen sind dann meist die japanischen Eiben.
Mir persönlich ist es ziemlich egal, welche Eibenart ich habe.
Es gibt auch noch andere, sehr kurznadelige Sorten oder auch z.B. Taxus media "Hicksii", eine Hybride aus europäischer und japanischer Eibe. Ich habe eine solche und sie macht sich ebenfalls gut als Bonsai.
Da die roten Früchte ein dekoratives Merkmal sind, werden Eiben sortenrein meist von den weiblichen Bäumen als Stecklinge vermehrt. Ich wüsste aber nicht, dass man die Geschlechter sonst optisch auseinanderhalten könnte.

Die Eibe ist als Bonsai recht pflegeleicht, wenn man die grundlegenden Pflegemaßnahmen beherrscht und ihr im Winter ein bisschen Schutz vor zuviel Nässe, Sonne und Wind bieten kann. Da sie auch aus dem alten Holz wieder austreiben kann und sich gut verzweigt, ist sie eigentlich auch für relative Anfänger leichter zu gestalten als die meisten anderen Nadelbäume. Das Holz ist sehr hart und daher nicht ganz einfach zu bearbeiten, aber hat den Vorteil, dass es sehr haltbar ist.

Es gibt allerdings eine Menge zusätzlicher Informationen und Tricks bei den Eiben, die Urikawa hier im BFF ja auch schon behandelt hat, die die Pflege und Gestaltung optimieren helfen und die Sache etwas komplexer erscheinen lassen.

Was das Substrat betrifft, werden wieder so viele Meinungen wie Leute vorhanden sein, aber ich habe auch den Eindruck, dass die Eibe da nicht übermäßig anspruchsvoll ist. Bei mir klappt es gut mit Akadama, Bims und etwas Qualitätsblumenerde.

Viele Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Paul S.
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Re: Taxus baccata und cuspidata

Beitrag von Paul S. »

Okay vielen vielen Dank!

Ich glaub dann kauf ich mir nächsten Frühling eine.
achim73 hat geschrieben:
jetzt sag nicht, dass du irgendein teil der eibe gegessen hast... :shock:
die samenmäntel sind zwar nicht giftig, der rest aber schon .
Ja also ;D. Schmeckt ziemlich eigen, und sehr sehr süß. Nicht für jeden das Richtige :D.
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Ricardo
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Re: Taxus baccata und cuspidata

Beitrag von Ricardo »

Paulchen hat geschrieben:
achim73 hat geschrieben:jetzt sag nicht, dass du irgendein teil der eibe gegessen hast... :shock:
die samenmäntel sind zwar nicht giftig, der rest aber schon .
Ja also ;D. Schmeckt ziemlich eigen, und sehr sehr süß. Nicht für jeden das Richtige :D.
Giftig? Es kommt immer auf die Menge an. 2g bei 70000g Körpergewicht entspricht 1:35000 (~D4,35). Vielleicht hat Paulchen das gerade gebraucht. :mrgreen: In der Homöopathie wird EIbe gegen/für Gicht, Hautausschlägen, Herzkrankheiten, Leberkrankheiten, Nieren- und Blasenleiden und Rheuma eingesetzt (http://www.blue-moon-coven.org/pflanzen/eibe.htm). Entweder er hat eine der Beschwerden oder bekommt sie jetzt. :mrgreen:
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Paul S.
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Re: Taxus baccata und cuspidata

Beitrag von Paul S. »

Noch kurz zu dem off-Topic:

Zum Gift der Eibe gibt es verschiedene Aussagen aus verschiedenen Quellen. Alle sagen, dass man die "Beeren" (eigentlich sind's ja Samenmäntel) essen kann. Nadlen sind immer giftig, Holz manchmal ja und manchmal nein. Nadeln wollte ich ja auch garnicht essen :D . Die Samenmäntel hab ich probiert, und ich hab schon mindestens 20 Stück oder so gegessen. Und bis jetzt bin ich noch nicht tot :) . Glaub ich zumindest ;D.

Es muss jeder für sich entscheiden ob er die Mäntel essen will oder nicht. Also ich hab sie gegessen.


Aber jetzt mal wieder zum Thema, bitte :).
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achim73
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Re: Taxus baccata und cuspidata

Beitrag von achim73 »

schon gut, schon gut. wusste ja nicht, wie informiert du so bist. :wink:
wenn du nicht mehr schreibst, wissen wir dann, was passiert ist... *undwech*
ansonsten hat die liebe heike das wesentliche schon geschrieben, denke ich.
die beiträge von urikawa sind immer lesenswert, wenn es um eiben geht.
es gibt da sogar eine eige rubrik
http://www.bonsai-fachforum.de/viewforum.php?f=98
Gruss, Achim
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