Guten Abend,
weil hier recht wenig zu Pfropftechniken und -erfahrungen geschrieben wird, hätte ich mal zwei Fragen - vielleicht hat der/die eine oder andere schon mal so was ausprobiert.
Das erste Bild bezieht sich auf eine kleine Anzahl von Gingko-Jungpflanzen, die z.T. recht schöne, aber einseitige Nebaris haben. Anstatt sie "anzuplatten" (wobei ich Bedenken hätte, dass sie einfach nicht zusammenwachsen) könnte man sie eventuell auch "ganzkörperbohrpfropfen"...?
Das zweite Bild bezieht sich auf ein Pfaffenhütchen, das sich widerspenstig allen Abmoosversuchen entzieht... kann man eine ganze Krone "tieferlegen"?
Gruß,
Stefan
P.S. ich weiß, es ist noch ein bisschen hin , aber ich spiele halt schon den Frühling schon mal in Gedanken durch (und da reicht die Zeit dann erfahrungsgemäß nicht hinten noch vorn...).
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
in der Tat ist das Thema Pfropfen sehr unterrepräsentiert. Ich les schon seit Jahren rum, stell fest, daß es ganz einfach klingt, wenn ich es aber versuche erlebe ich nur Rückschläge (ausser beim Bohrpfropfen bei Ahornen). Mein Lehrer sagte mir, daß es meistens dann schief geht, weil man zu zaghaft vorgeht. Beim Workshop im nächsten Frühling werd ich ihn dahingehend quälen und dann werden Ahore ablacktiert und Wacholder gepfropft.
Zu Deiner Frage. Was die Ganzkörperbohrpfropfung beim Ginko angeht. Ich denke dass es klappen kann, aber sehr lange dauern wird bis die beiden Äste so fusioniert sind, daß man den Eingriff nicht mehr feststellt.
Was das tieferlegen der Krone angeht. Lustig, genau darüber hab ich dieses Wochenende nachgedacht. Theoretisch könnte es klappen, wenn die beiden Gegenstücke exakt (wirklich exakt) aufeinander aufliegen. Praktisch halte ich dies allerdings nicht für machbar.
klaus s. hat geschrieben:wirklich gute Zeichnungen LG: klaus
Hi Klaus, danke - haben mich auch geschlagene 0,2 mm Kulimine gekostet !
Danke auch an Robert - ja, quetsch deinen Lehrer mal kräftig aus. Das mit dem zu zaghaften Ansatz kommt bei mir wohl auch hin. Irgendwie glaube ich normalerweise schon gar nicht richtig dran, dass es klappen wird - und das ist erfahrungsgemäß das Aus für solche Sachen...
Mal sehen, ob ich die beiden Ideen wirklich angehe (eher das mit der Ablaktion als das mit dem Tieferlegen, erst mal müssen die Kandidaten auch den Winter gut überstehen, es ist schon wieder so f***** kalt ). Ich werde dann drüber berichten.
Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
Robert S. hat geschrieben:Hallo Stefan,
Zu Deiner Frage. Was die Ganzkörperbohrpfropfung beim Ginko angeht. Ich denke dass es klappen kann, aber sehr lange dauern wird bis die beiden Äste so fusioniert sind, daß man den Eingriff nicht mehr feststellt.
Glaub' ich leider nicht! Ginkgo kann so widerspenstig sein! Und Gallusbildung bleibt eher so gut wie ganz aus..
Wenn die Beiden nun ineinanderstecken wird das schwer. Vielleicht könntest du den Prozess durch Ackerkultur weniger riskant werden lassen (dann könnten sie eher/schneller verwachsen), doch ich würde es nur versuchen, wenn du keine andere Möglichkeit mehr siehst!