Handwerk
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Andreas Ludwig
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Re: Handwerk
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Zuletzt geändert von Andreas Ludwig am 07.02.2011, 18:07, insgesamt 2-mal geändert.
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)
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MerschelMarco
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Re: Handwerk
... soll also heißen, das Profis überhaupt nicht in der Lage sind Pfusch zu produzieren.
Sehe ich aus den alltäglichen Erfahrungen heraus aber komplett anders.
Routine alleine ist Routine und notwendig um gute handwerkliche Qualität zu liefern, aber deswegen noch lange kein Garant dafür. Neben Talent ist zwingend auch die konsequente Umsetzung des eigenen Anspruchs nötig, Qualität zu liefern.
Ein Anfänger kann keine hohe Qualität erreichen, weil ihm die Voraussetzungen fehlen
Ein ambitionierter Amateur kann es evtl. schon, braucht halt lange
Ein Profi kann es evtl, wenn er denn will, und das dann effizient.
Grüße,
Marco
Sehe ich aus den alltäglichen Erfahrungen heraus aber komplett anders.
Routine alleine ist Routine und notwendig um gute handwerkliche Qualität zu liefern, aber deswegen noch lange kein Garant dafür. Neben Talent ist zwingend auch die konsequente Umsetzung des eigenen Anspruchs nötig, Qualität zu liefern.
Ein Anfänger kann keine hohe Qualität erreichen, weil ihm die Voraussetzungen fehlen
Ein ambitionierter Amateur kann es evtl. schon, braucht halt lange
Ein Profi kann es evtl, wenn er denn will, und das dann effizient.
Grüße,
Marco
Re: Handwerk
Ist es denn niemandem auf der Noelanders aufgefallen, daß sich viele gedrahtete Zweige kreuzen ?
Viele Grüße,
Thierry
"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
Thierry
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Re: Handwerk
Das ist mir sehr positiv aufgefallen. Endlich haben es einige begriffen, dass man es mit der Verfeinerung deutlich übertreiben kann, solange, bis alles wie aus Plastik ausssieht. So wie der eingangs gezeigte Baum übrigens.
Genau der gezeigte Baum beweist ja, dass man mit ganz sauberem Handwerk noch lange kein Kunstwerk erzielt. Der hatte dort nichts verloren.
Genau der gezeigte Baum beweist ja, dass man mit ganz sauberem Handwerk noch lange kein Kunstwerk erzielt. Der hatte dort nichts verloren.
Re: Handwerk
Genauste Drahtungen sehe ich auch eher relativ. Man muß sich doch die Frage stellen, wieso drahte ich überhaupt ? Um den Ast in eine gewisse Position zu stellen, der Draht seine Wirkung und seine Kraft übertragen kann und den Ast nicht unmässig behindert. Wie ich das erreiche, ob mit zum Teil größeren Winkeln als 45 Grad bei Verwendung dickeren Drahtes( mit Drehungen eines Astes in der Längsachse gerade in diesen großen Winkellücken ...) oder Überkreuzungen bei nachträglich zu bindenden , kleineren Ästen mit folgenden Überschneidungen etc. ist doch schnurz ! Ich kann sogar effektiver manchmal Äste einfach in Position ziehen ohne sie zu Drahten oder Gewichte an Äste hängen etc.
... auch wenns beschmiert ausschauen mag. Wenn das Ziel, einen Ast in Position zu ziehen erreicht wird, ist die Güte letztlich egal.
Ich hab einmal gehört, dass Bonsaischüler in Japan zwei Jahre lang nichts anderes tun als Drahten, so wie Fuguschüler ( die mit dem giftigen Fisch ...) zwei Jahre lang nur Messerschleifen dürfen bis sie an den ersten Fisch kommen. Halte ich in unserer europäischen Ausbildungsphilosophie für recht abgefahren.
Also Draht ist zum Biegen da und soll Äste in Position bringen, fertig, alles andere ist Fierlefanz ... Meine Meinung.
saludos
avicenna
... auch wenns beschmiert ausschauen mag. Wenn das Ziel, einen Ast in Position zu ziehen erreicht wird, ist die Güte letztlich egal.
Ich hab einmal gehört, dass Bonsaischüler in Japan zwei Jahre lang nichts anderes tun als Drahten, so wie Fuguschüler ( die mit dem giftigen Fisch ...) zwei Jahre lang nur Messerschleifen dürfen bis sie an den ersten Fisch kommen. Halte ich in unserer europäischen Ausbildungsphilosophie für recht abgefahren.
Also Draht ist zum Biegen da und soll Äste in Position bringen, fertig, alles andere ist Fierlefanz ... Meine Meinung.
saludos
avicenna
Zuletzt geändert von avicenna am 07.02.2011, 21:47, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Handwerk
Genau das Gleiche hat mir Davy (mein Lehrer/"Meister") bei der gemeinsamen Baumbesprechung der ausgestellten Bäume auch gesagt : "Der sieht wie Plastik aus.".Walter Pall hat geschrieben:(...) bis alles wie aus Plastik ausssieht. So wie der eingangs gezeigte Baum übrigens.
Genau der gezeigte Baum beweist ja, dass man mit ganz sauberem Handwerk noch lange kein Kunstwerk erzielt. Der hatte dort nichts verloren.
Und wir haben uns auch gefragt, was dieser Baum auf der Noelanders verloren hatte...
Viele Grüße,
Thierry
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Thierry
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Re: Handwerk
sorry, andreas, dein vergleich hinkt.
der draht tut das nicht.
es gibt einen grossen unterschied : die kacheln sind das endprodukt, sie bleiben an der wand.Sind es mehr, macht man das mit derselben Routine, mit der ein Plattenleger z.B. eine Badezimmerwand wunderbar eben hinkriegt.
der draht tut das nicht.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
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- Walter Pall
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Re: Handwerk
Guck mal an! Das hätte ich jetzt nicht gedacht.
Ich meine, das könnte so sein: Kevin Willson ist in der ganzen Welt bekannt als der möglicherweise beste Erzeuger von richtig gut aussehendem künstlichem Totholz. Er ist eher überhaupt nicht bekannt für seine tollen Kronen. Vielleicht hat er deshalb dieses gerade erst gedrahtet Ding, das völlig ohne Totholz auskommen muss, da hin gestellt.
Es ist IN ORDUNG, bei einer Erstgesstaltung die Äste wie aus Plastik zu stellen. Das verwächst sich im Laufe der Jahre und kann irgendwann richtig gut und natürlich ausehen. Aber die Erstgestaltung gleich auszustellen ist meiner Einschätzung nach ein Fehler. Wie auch immer, Kevin ist ein Urgestein, ein einmaliger Mensch und mein Freund. Das wird uns jetzt nicht trennen.
Zurück zum Thread: Handwerk ist schon sehr wichtig. Meiner Mienung nach wird aber die Bedeutung von RICHTIGEM Drahten sehr überschätzt. Der Draht muss eine Funktion erfüllen - und die ist nicht, schön auszusehen. Dass gilt für Amateure. Für Profis, die das gedrahtetet Ding ausstellen oder verkaufen wollen, gilt das nicht. Da muss der Draht auch noch möglichst schön saussehen. Weil alle, die eine ehrliche Bonsailehre mitgemahct haben, darauf gedrillt wurden, zuerst makellos drahten zu lernen, meinen sie dann, dass sie ihren Schülern dasselbe antun müssen. Tatsächlich ist es für den Amatuer eher unwichtig , wie der Drath aussieht, solange er seinen Dienst tut.
Das heisst jetzt nicht, dass ich dafür bin, schlampig zu drahten. ich sage nur, dass die Ästhetik der Drahterei ziemlich überschätzt wird. In der westlichen Kultur ist nicht der Weg das Ziel, sondern das Ziel zählt und es ist eher egal, wie es erreicht wird.
Ich meine, das könnte so sein: Kevin Willson ist in der ganzen Welt bekannt als der möglicherweise beste Erzeuger von richtig gut aussehendem künstlichem Totholz. Er ist eher überhaupt nicht bekannt für seine tollen Kronen. Vielleicht hat er deshalb dieses gerade erst gedrahtet Ding, das völlig ohne Totholz auskommen muss, da hin gestellt.
Es ist IN ORDUNG, bei einer Erstgesstaltung die Äste wie aus Plastik zu stellen. Das verwächst sich im Laufe der Jahre und kann irgendwann richtig gut und natürlich ausehen. Aber die Erstgestaltung gleich auszustellen ist meiner Einschätzung nach ein Fehler. Wie auch immer, Kevin ist ein Urgestein, ein einmaliger Mensch und mein Freund. Das wird uns jetzt nicht trennen.
Zurück zum Thread: Handwerk ist schon sehr wichtig. Meiner Mienung nach wird aber die Bedeutung von RICHTIGEM Drahten sehr überschätzt. Der Draht muss eine Funktion erfüllen - und die ist nicht, schön auszusehen. Dass gilt für Amateure. Für Profis, die das gedrahtetet Ding ausstellen oder verkaufen wollen, gilt das nicht. Da muss der Draht auch noch möglichst schön saussehen. Weil alle, die eine ehrliche Bonsailehre mitgemahct haben, darauf gedrillt wurden, zuerst makellos drahten zu lernen, meinen sie dann, dass sie ihren Schülern dasselbe antun müssen. Tatsächlich ist es für den Amatuer eher unwichtig , wie der Drath aussieht, solange er seinen Dienst tut.
Das heisst jetzt nicht, dass ich dafür bin, schlampig zu drahten. ich sage nur, dass die Ästhetik der Drahterei ziemlich überschätzt wird. In der westlichen Kultur ist nicht der Weg das Ziel, sondern das Ziel zählt und es ist eher egal, wie es erreicht wird.
Zuletzt geändert von Walter Pall am 06.02.2011, 16:51, insgesamt 2-mal geändert.
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jupp
Re: Handwerk
Es geht bei diesem Baum doch NUR um die handwerkliche Umsetzung des Drahtens. Das ist hier sehr präzise geschehen. Ob der Baum in eine Ausstellung gehört oder nicht , spielt doch keine Rolle.
Ist ein Handwerk erlernt und die Prinzipien verstanden, so sollte es auch entsprechend angewendet werden. Ausbildung im Handwerk, nach unseren kriterien, ist weltweit hoch anerkannt und geschätzt.
Spätestens bei der Feindrahtung im Zweigwerk eines Baumes ist es ein sehr großer Vorteil wenn man drahten kann und das nicht als lästig ansieht. Klar muss niemand päbstlicher als der Pabst sein und bei jedem Baum ein "gedrahtetes Meisterwerk" abliefern. Jedoch sollte man einen Baum nach der Drahtung noch anschauen können und ihn nicht mit dem Eisenhans vergleichen müssen.
Äste zuerst als Grundgestaltung stellen durch grobes drahten, spannen o.Ä. und dann eins zwei Jahre später fein zu drahten ist, wie jeder hier weiss, schonend für einen Baum. Das Ziel in Etappen zu erreichen und nicht alles auf einmal machen zu wollen ist oft sehr viel sicherer. Dabei kommt es immer darauf an welche Ansrüche jeder an sich selbst stellt. Stellt man öffentlich aus muss man damit rechnen, dass andere Menschen andere Ansprüche haben.
Um es noch einmal mit dem Fliesenleger zu vergleichen, fliese ich mein Bad selbst, dauert es wahrscheinlich viel länger, als wenn das ein Fliegenlegermeister oder Geselle macht. Jedoch gebe ich mir doch größte Mühe es so zu machen, dass ich mir es eine ganze Weile anschauen kann. Nicht perfekt aber selbstgemacht. Dabei bleibt mir nichts anderes übrig, bestimmte Kriterien des Fliesenlegerhandwerks zu berücksichtigen.
Ist ein Handwerk erlernt und die Prinzipien verstanden, so sollte es auch entsprechend angewendet werden. Ausbildung im Handwerk, nach unseren kriterien, ist weltweit hoch anerkannt und geschätzt.
Spätestens bei der Feindrahtung im Zweigwerk eines Baumes ist es ein sehr großer Vorteil wenn man drahten kann und das nicht als lästig ansieht. Klar muss niemand päbstlicher als der Pabst sein und bei jedem Baum ein "gedrahtetes Meisterwerk" abliefern. Jedoch sollte man einen Baum nach der Drahtung noch anschauen können und ihn nicht mit dem Eisenhans vergleichen müssen.
Äste zuerst als Grundgestaltung stellen durch grobes drahten, spannen o.Ä. und dann eins zwei Jahre später fein zu drahten ist, wie jeder hier weiss, schonend für einen Baum. Das Ziel in Etappen zu erreichen und nicht alles auf einmal machen zu wollen ist oft sehr viel sicherer. Dabei kommt es immer darauf an welche Ansrüche jeder an sich selbst stellt. Stellt man öffentlich aus muss man damit rechnen, dass andere Menschen andere Ansprüche haben.
Um es noch einmal mit dem Fliesenleger zu vergleichen, fliese ich mein Bad selbst, dauert es wahrscheinlich viel länger, als wenn das ein Fliegenlegermeister oder Geselle macht. Jedoch gebe ich mir doch größte Mühe es so zu machen, dass ich mir es eine ganze Weile anschauen kann. Nicht perfekt aber selbstgemacht. Dabei bleibt mir nichts anderes übrig, bestimmte Kriterien des Fliesenlegerhandwerks zu berücksichtigen.
Re: Handwerk
Hallo
Drahten ist nur ein Beispiel,
da gibt es noch wesentlich mehr Aspekte die in denselben Bereich gehören.
Der Schnitt mit einer scharfen Schere verheilt schneller
und lässt dem Baum mehr "Energie" für das Wachstum.
Wer schleift sein Werkzeug wirklich scharf ?
Wenn man am Totholz fräst kann man Gleichlauf oder Gegenlauffräsen.
Wem sind die Unterschiede bekannt und setzt Sie mit Ihren unterschiedlichen Ergebnissen ein ?
Es geht weniger um die Generation der +/- 50er die autodidaktisch Ihren Weg beschreiten musste,
aber die Generationen danach,
sollten doch auf dem aufbauen können was ich/wir falsch gemacht haben.
mfG Dieter
Drahten ist nur ein Beispiel,
da gibt es noch wesentlich mehr Aspekte die in denselben Bereich gehören.
Der Schnitt mit einer scharfen Schere verheilt schneller
und lässt dem Baum mehr "Energie" für das Wachstum.
Wer schleift sein Werkzeug wirklich scharf ?
Wenn man am Totholz fräst kann man Gleichlauf oder Gegenlauffräsen.
Wem sind die Unterschiede bekannt und setzt Sie mit Ihren unterschiedlichen Ergebnissen ein ?
Es geht weniger um die Generation der +/- 50er die autodidaktisch Ihren Weg beschreiten musste,
aber die Generationen danach,
sollten doch auf dem aufbauen können was ich/wir falsch gemacht haben.
mfG Dieter
cogito ergo pups
Re: Handwerk
Leute ,
ich sag nur BAUHAUS!
Ist und bleibt meine Meinung!
CP
ich sag nur BAUHAUS!
Ist und bleibt meine Meinung!
CP
Re: Handwerk
Ich bin schon mal im Gleichlauf unachtsam Richtung Astende Gefahren,Wenn man am Totholz fräst kann man Gleichlauf oder Gegenlauffräsen.
war nich so angenehm.
Sorry
MfG André
Hummel Hummel, Mors Mors
Hummel Hummel, Mors Mors
Re: Handwerk
Wenn ich den Tenor von Walters Schule aufnehme
haben wir die Pflege - Pflanzenphysiologie und Naturbeobachtung
die manuellen Tätigkeiten - das Handwerk
das Künstlerische - Analyse des vorhandenen, Entwicklung von Optionen und deren Beurteilung
An diesen Kernpunkten orientiert wird jeder seine Stärken und Schwächen haben,
was aber nichts daran ändert, das alles zusammenspielt
und erst in seiner Ergänzung zu den Ergebnissen führen kann,
die wir erzielen möchten.
mfG Dieter
haben wir die Pflege - Pflanzenphysiologie und Naturbeobachtung
die manuellen Tätigkeiten - das Handwerk
das Künstlerische - Analyse des vorhandenen, Entwicklung von Optionen und deren Beurteilung
An diesen Kernpunkten orientiert wird jeder seine Stärken und Schwächen haben,
was aber nichts daran ändert, das alles zusammenspielt
und erst in seiner Ergänzung zu den Ergebnissen führen kann,
die wir erzielen möchten.
mfG Dieter
cogito ergo pups
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Andreas Ludwig
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Re: Handwerk
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Zuletzt geändert von Andreas Ludwig am 07.02.2011, 18:07, insgesamt 2-mal geändert.
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(Thoreau)
(Thoreau)
Re: Handwerk
bei dem blöden fliesenbeispiel wäre das, als wenn du sagst, man muss die kacheln beim arbeiten fein säuberlich in stapeln da liegen haben und die tube mit dem kleber immer schön sauber von hinten aufrollen. ist sicherlich alles nicht verkehrt, aber für das endprodukt vollkommen unerheblich.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
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