Handwerk

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
Andreas Ludwig
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Re: Handwerk

Beitrag von Andreas Ludwig »

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It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
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MerschelMarco
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Re: Handwerk

Beitrag von MerschelMarco »

Andreas Ludwig hat geschrieben: Sorry - jetzt nehme ich das nicht mehr ernst.

chris - danke für dein Statement. Einer, der begriffen hat, dass man Handwerk nicht mit dem Kopf macht. Der Rest soll halt weiterdiskutieren.
Aber dein Statement ist dann schon ernst zu nehmen oder??

Zusammenfassend gibt es dann zwei Leute die das Thema begriffen haben, die anderen sind dafür zu blöd.
Andreas Ludwig
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Re: Handwerk

Beitrag von Andreas Ludwig »

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schmieda
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Re: Handwerk

Beitrag von schmieda »

Stop! Kommt wieder runter und zum Thema! OK? :wink:
Gruß
Frank :)

++++ Gießen: Hessischer Botaniker findet heraus, wie Pflanzen länger leben ++++
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camaju +
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Re: Handwerk

Beitrag von camaju + »

Das Handwerk

Soweit ich das mitbekommen habe, leitet sich das aus werken/arbeiten mit der Hand ab. Im realen Leben heisst das, ich lerne z.B. einen Handwerlichen Beruf. Schreiner. Metzger, Dachdecker usw.

Dabei habe ich eine Lehrzeit, in der Regel 3 Jahre. Wenn ich mich reinknie, kann ich meinen Gesellenbrief - Praxis / Theorie - mit optimal jeweils 100 Punkten machen (so wars zumindest in meiner Zeit). Wenn ich jetzt die Theorie (Arbeitsvorbereitung) und/oder die Praxis (fliesen der Badezimmerwand) verhaue, bin ich vermutlich durchgefallen.

Wenn ich das auf unser Hobby (wie es ja die meisten betreiben) umsetze, liegt es an dem einzelnen, in wieweit er sich da selbst einbringt. Ich kann AK's, Workshops besuchen, erfahrene Bonaiianer im Dunstkreis "nerven". Dann kann ich in beiden Bereichen was lernen - Theorie z.B. Potentialerkannung - Praxis z.B drahten. Ich kann Neuzeitlich das I-Net nutzen, hat allerdings nur theoretischen nutzen. Wenn ich was lernen will, such ich mir jemand, der es mir zeigen / erklären kann.

Ob dann letztendlich jemand seinen Meisterbrief machen will ...
Thierry hat geschrieben:Ist es denn niemandem auf der Noelanders aufgefallen, daß sich viele gedrahtete Zweige kreuzen ?
Das war u.a. auch 2008 in Mannheim zu sehen
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
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Karl T.
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Re: Handwerk

Beitrag von Karl T. »

Andreas Ludwig hat geschrieben:Textänderung:

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.
(Immanuel Kant)
Entschuldige Andreas, aber was stört dich an dem Thema das du immer wieder mit deinen Sprüchen (die keinem helfen) dazwischen funkst. :roll: Ich halte dich für einen intelligenten Menschen, bitte enttäusche mich nicht. :(
Herzliche Grüße aus Wien!
Ihr seit gerne eingeladen in meine http://www.bonsaiwerkstatt.at/
Karl Thier
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Köhler Rudolf
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Re: Handwerk

Beitrag von Köhler Rudolf »

Hallo,

man sollte sein Handwerk beherrschen.

Gutes Drahten ist eine der Grundvoraussetzungen für eine gute Gestaltung.

Man sollte insbesondere bei stärkeren Biegungen bereits im voraus wissen in welche Richtung der Ast später gebogen werden soll.

Das streben nach einer guten Arbeit ist eine Charaktereigenschaft. Wenn man gute Arbeit abliefern will, kann man nicht schlampig drahten und gut gestalten.

Es gibt jedoch unterschiedliche Anforderungen. Erstgestaltung oder Verfeinerung. Trotzdem muss es in beiden Fällen handwerklich gut gemacht werden.

Drahten kann man nur durch ständiges üben lernen. Das gelingt einem mal besser mal schlechter. Es gibt auch unterschiedliche Schwierigkeitsgrade je nach Baum und Baumart.

Die höchste Stufe ist für mich „Showdrahten“. So habe ich das mal genannt, wenn man wirklich keine Dopplungen sieht. Und jede Drahtstärke optimal eingesetzt wird. Eine gleichmäßige Drahtung mit immer gleichen Abständen. Dies habe ich aber noch nicht so oft gesehen. Auch nicht von angeblichen „Profis“.

Diese Perfektion werde ich leider nicht mehr erreichen.
Grüße
Rudi K.
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zopf
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Re: Handwerk

Beitrag von zopf »

Hallo Dietmar
Dich als intensivsten Befürworter des "passt schon Prinzips"
konkret ansprechend, muss ich Dir leider schreiben
das Deine Meinung zwar Deine Meinung ist
Sie aber unerheblich, da einfach falsch ist.
Philipp als Vertreter der jungen Generation hat es auf den Punkt gebracht.
Das ist Handwerk, man sollte es vernünftig erlernen
vervollkomnen und danach keinen Gedanken mehr
an eine einfache manuelle Tätigkeit verschwenden.
mfG Dieter
cogito ergo pups
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avicenna
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Re: Handwerk

Beitrag von avicenna »

zopf hat geschrieben: muss ich Dir leider schreiben
das Deine Meinung zwar Deine Meinung ist
Sie aber unerheblich, da einfach falsch ist.
Hallo Dieter,
wie kannst Du meine Meinung, wenn ich bewußt sage MEINE MEINUNG, als falsch bezeichnen ? Sie mag für dich unerheblich sein in deiner Einschätzung, ok, aber werten lässt sie sich nicht. Iss zwar schade , iss aber so :)
zopf hat geschrieben:Dich als intensivsten Befürworter des "passt schon Prinzips"
Bin ich das ? In meinen Äußerungen zu deinem Thema habe ich versucht, lediglich den Standpunkt zu vertreten, dass das Ziel, einen Ast möglichst schadensfrei in eine Position zu bringen das Wichtigste ist und erst nachrangig ästhetische Kriterien eine Rolle spielen, solange der gedrahtete Baum nicht zur Ausstellung kommt.
Ich will einfach aus diesem Drahten keine Philosophie machen, sondern es soll einfach Mittel zum Zweck sein.

Also Jungs , nichts für Ungut ...
saludos
avicenna
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holgerb
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Re: Handwerk

Beitrag von holgerb »

Ich sehe das so:

Das Handwerk soll schon venünftig gelernt sein.

Aber ich sehe es auch so, daß man ruhig die Kirche im dorf lassen kann.

Draht ist nichts anderes als eine Hilfskonstruktion, die solange verbleibt (oder erneuert wird), bis sie ihre Funktion erfüllt hat (der Ast also so bleibt, wie er sein soll)

Wichtig dafür ist es so zu drahten, daß der Ast nicht verletzt wird und der Draht seinen Dienst tun kann.
Ästhetik ist nebensächlich, solange ich nicht geprüft werde (Ausstellung), weil da ja nun die Optik entscheidet.

Um den Vergleich zum Handwerker aufrecht zu erhalten:

Ob ich beim Anstreichen darauf achte, daß Stiel, Pinsel und ich selber keine Kleckse abbekomme, ist unerheblich, solange die Wand weiß wird (klaro, der Rest ist abzukleben).

Es ist wichtig zu wissen, wie man den Draht möglichst angenehm führt, damit einem nach einer Stunde nicht die Flossen und Schultern wehtun und es ist wichtig, daß der Draht seinen Zweck erfüllt.
Ästethik ist dann schon höhere Drahtkunst....
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -
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zopf
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Re: Handwerk

Beitrag von zopf »

Hallo Dietmar
Es gibt Jogger und Läufer,
die sich nicht unbedingt durch Ihre Leistungsfähigkeit
wohl aber durch Ihre Intention/Zielsetzung unterscheiden.
Der Jogger läuft seine Strecke und hat keine Ambitionen
schneller, weiter oder bergiger zu laufen.
Der Läufer ordnet jeden Lauf einem Trainingsziel unter
und ist stets bemüht seine Leistungsgrenzen zu erweitern.
So gibt es auch den Bonsaijogger und Bonsailäufer,
jedem wie es Ihm am Besten gefällt.
Selbst auf niedrigem Niveau laufend
versuche ich konkret diejenigen anzusprechen
die auch laufen wollen,
auch wenn mir bewusst ist das viele Jogger schneller sind.

Argumente wie die Ästhetik des angelegten Drahtes
sind wohl ursprünglich nicht von mir genannt worden.
Wenn man sauber drahtet ergibt sich die "Ästhetik" von selbst.
Wenn man etwas erlernt gibt es wenige Arten es richtig zu erlernen,
aber eine Vielfalt des Unkorrekten.
Warum sollten engagierte Anfänger nicht direkt den richtigen Weg beschreiten
sondern den Weg Ihre mangelnden Fähigkeiten
mit dem "passt schon Prinzip" zu rechtfertigen.
mfG Dieter
cogito ergo pups
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Bodo.P.
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Re: Handwerk

Beitrag von Bodo.P. »

Hallo zusammen

Wenn ich 2 gedrahtete Bäume vergleiche, der eine ist sauber gedrahtet und bei dem anderen kann ich vor Drahtknäuel keinen Ast mehr sehen,
wem soll ich nacheifern?
Bei der Schalenwahl, Farbe, Größe, Form und bei der Neigung oder Stellung des Baumes wird über Nuancen diskutiert und da soll beim drahten
"passt schon oder hauptsache ich kannn den Ast stellen" gültigkeit haben?
ICH suche mir ein GUTES Vorbild als Ziel auch wenn ich weiß das ich es nie ganz erreiche.
Das finde ich besser als wenn ich die Meßlatte ganz nach unten lege damit ich das auch schaffe.

mfg
Bodo.P.
jupp

Re: Handwerk

Beitrag von jupp »

Bei einer Gesellenprüfung im Kfz_ Handwerk z.B. wurde vor vielen Jahren verlangt, Toleranzen im Bereich +/- 0,1mm zu beachten. Das bei der Herstellung mit Handwerkzeug, also keine Maschinen.
Bei der Meisterprüfung wurde die Massangabe bei +/- 0mm angesetzt, also keine Toleranz. Es sollte so nahe wie möglich an das angegebene Mass herangearbeitet werden. So konnte man Präzision erlernen.
Danach wie genau ein Werkstück gearbeitet war, richtete sich die Benotung.
Umgesetzt auf das handwerkliche können bei Bonsai heisst das: nicht jeder muss/soll ein Meister werden, aber seinen Fähigkeiten entsprechend so genau wie möglich arbeiten, damit wie eingangs von Norbert S schon gesagt, der Respekt dem Baum aber auch sich selbst gegenüber gewahrt bleibt/ist.
Ob beim Schneiden, Fräsen, Drahten oder Gestalten, je genauer und gewissenhafter gearbeitet wird um so zufriedenstellender ist das Ergebnis.
Einer kocht sich mittags ne Pampe und ein Anderer ein 3 Gängemenü. Satt werden Beide!!!!! Mitessen würde ich lieber bei dem 3 Gängemenü.
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ChristianB
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Re: Handwerk

Beitrag von ChristianB »

Im Moment bin gerade wieder in intensivem Kontakt mit dem Draht. :mrgreen:
In den Stunden, die ich zur Zeit im Keller (meinem Studio, :wink: ) beim Drahten verbringe, mache ich mir u. a. intensiv Gedanken zu dem, was Ryan auf den beiden Demos so von sich gegeben hat oder was ich von Mario Komsta auf den workshops zu hören bekomme. Ich glaube wir vergessen oft, dass die Kollegen, die in Japan gelernt haben , dort vor allem hochwertige, reife Bonsai für Kunden überarbeiten oder auf Ausstellungen vorbereiten. Da ist korrektes Drahten ein absolutes Muss.
An solch einem Material arbeiten aber wohl die wenigsten von uns.

Ich bin für mich zu folgendem Ergebnis gekommen:

Für mich spielt auch in erster Linie die Funktion des Drahte die Hauptrolle. .......Bei der Erstgestaltung!!!

Wenn eine Rohpflanze aber langsam zum Bonsai wird, ist der ästhetische Aspekt immer wichtiger. Da kommt es dann auch darauf an, dass der Draht richtig liegt.

Meine Bäume sind noch nicht so reif, dass eine gute Drahtung ein Muss ist. Aber da ich meine Bäume gerne in diese Richtung entwickeln möchte, bemühe ich mich auch jetzt schon, korrekt zu drahten.
Leider hat das Drahten bei mir auch noch nichts meditatives an sich. Ich muss wirklich noch genau darüber nachdenken wie ich einen Ast bis in die letzten Spitzen der Zweige ohne Kreuzen drahten kann. Das gelingt mir nicht immer und ich nehme den Draht auch manchmal noch mal ab und drahte neu.

Ich arbeite gerade daran mein Handwerk zu erlernen!

Ob man ein Handwerk erlernen kann, indem man es als Hobby betreibt, sei dahingestellt.
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Bergi
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Re: Handwerk

Beitrag von Bergi »

Guten Abend,

mir scheint, dass Diskussionen über "Glaubensdinge", die man "einfach so und nicht anders macht", für die man aber keinen 100% klaren Grund angeben kann, und die auch nicht wirklich schaden, wenn man sie nicht einhält, in vielen ähnlichen Foren recht hartnäckig ausgefochten werden.
Bei den Bonsais wäre es z.B. "Du sollst ordentlich drahten", bei der Aquaristik z.B. "Du sollst keine Malawis und Tanganjikas zusammenhalten" oder "Du sollst Lebendfutter füttern".

Ist da ein menschlicher Urinstinkt :P am Werk? So ein "Wir-gründen-eine-Schule-und-ein-Dogma-muss-her"-Trieb?

Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
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