Ein immer wieder aufkommendes Thema,
daher nur ein paar Gedanken,
die Euch vielleicht behilflich sein können.
Bei der Substratwahl unterliegen wir 2 Sachzwängen
(Das sind Gegebenheiten an denen wir so nichts änderen können).
Der erste Punkt ist die Niederschlagsmenge
die Ihr in Eurem Garten habt (Balkongärten sind meist geschützter).
Trockenschäden sind ein kleineres Problem,
da Schäden meist begrenzt und reversibel (umkehrbar) sind.
Die Schäden die durch Dauerregen entstehen können
haben allerdings weitaus schlimmere Folgen,
da die Wurzeln anfangen können zu faulen
oder die benötigte Mycorhizza absterben kann.
(Eine Pinus sylvestris kann das wegstecken,
eine wurzelechte Pinus parviflora (Mädchenkiefer)
könnte "absaufen" )
Der zweite Punkt sind Eure Giessmöglichkeiten
Im Normalfall sollte selbst bei hochsommerlichen Temperaturen
2 maliges Giessen ausreichen um den Baum bei guter Gesundheit
zu halten. Falls nicht wäre eine Pflegeoptimierung angeraten
aber für die Übergangszeit kann man auch das Substrat anpassen.
Obwohl ich 2 Punkte angesprochen habe
ist der erste Punkt eigentlich ausschlaggebend,
da Ihr Eure Bäume kaum vor zu viel Niederschlag schützen könnt.
mfG Dieter
Substratwahl
Substratwahl
cogito ergo pups
Re: Substratwahl
Hallo Dieter,
was ich, als Anfänger, noch immer sehr schwer finde, sind die Konsequenzen, die man aus der Substratwahl ziehen muss.
In älteren Bonsaibüchern findet man ja oftmals noch Substrate, die sich z.B. aus Blumenerde, Sand und Split (usw.) zusammen setzen. Dagegen steht die hier sehr populäre Methode das Substrat so durchlässig wie möglich zu gestalten.
Ich für meinen Teil kann es aber, auch bei meinen wenigen Pflanzen, nicht mit meiner Arbeit vereinbaren, dreimal täglich zu gießen. Einmal, im Hochsommer zweimal, muss geügen. Derzeit gestalte ich mein Substrat so, dass ich von dem hier oft vertretenen Ansatz (locker plus etwas Torf o.Ä.) ausgehe, aber eben mehr biologische Anteile verwende, um die Wasserspeichereigenschaft zu erhöhen. Das führt dann aber dazu, dass ich natürlich nicht so düngen kann, wie wenn ich ein superdurchlässiges Substrat verwenden würde. Andererseits ist eine Düngung, wie sie in vielen Bonsaibüchern empfohlen wird, dann ggf. nicht mehr ausreichend (in der Konsequenz dünge ich vorsichtshalber aber lieber zu wenig).
Hinzu kommen dann natürlich noch die Frage, ob man bei bestimmten Pflanzen, etwa Azaleen (Was nehme ich dann? Wie wirkt sich das auf die Düngergabe und das Gießen aus?), jeweils das verwendete Standartsubstrat anpasst (wie und mit welchen Konsequenzen) oder gleich ein ganz anderes Gemisch verwendet (mit der Folge, dass man ganz anders dügen und gießen muss?). Manchmal merkt man es auch erst durch ausprobieren, dass eine At oder vielleicht nur eine konkrete Pflanze das Substrat, dass bei anderen Pflanzen(arten) super funktioniert, gar nicht mag. So mag etwa meine Eiche mein Lavastrat/Torfgemisch gar nicht und hatte im letzten Jahr keinerlei Zuwachs, stattdessen Mehltau. Andere, etwa Lärchen oder Oliven stehen aber drauf.
Lange Rede kurzer Sinn: ich finde, dass die richtige Substratwahl für einen Anfänger zu den schwierigsten Fragen überhaupt gehört; gleichzeitig ist es aber auch eine der ganz grundlegenden, denn sie beeinflusst ja das Gießen, das Düngen und natürlich auch das Wachstumsverhalten des Baumes. Als Anfänger sieht mein Bonsaiprogramm daher derzeit so aus: das Beherrschen des Substrats zu Erlernen ist die Pflicht (das schließt für mich nach dem oben Gesagten das Gießen und Düngen mit ein), das Sammeln von Rohmaterial und das Üben der Gestaltungstechniken erstmal nur Kür.
Gruß Daniel
was ich, als Anfänger, noch immer sehr schwer finde, sind die Konsequenzen, die man aus der Substratwahl ziehen muss.
In älteren Bonsaibüchern findet man ja oftmals noch Substrate, die sich z.B. aus Blumenerde, Sand und Split (usw.) zusammen setzen. Dagegen steht die hier sehr populäre Methode das Substrat so durchlässig wie möglich zu gestalten.
Ich für meinen Teil kann es aber, auch bei meinen wenigen Pflanzen, nicht mit meiner Arbeit vereinbaren, dreimal täglich zu gießen. Einmal, im Hochsommer zweimal, muss geügen. Derzeit gestalte ich mein Substrat so, dass ich von dem hier oft vertretenen Ansatz (locker plus etwas Torf o.Ä.) ausgehe, aber eben mehr biologische Anteile verwende, um die Wasserspeichereigenschaft zu erhöhen. Das führt dann aber dazu, dass ich natürlich nicht so düngen kann, wie wenn ich ein superdurchlässiges Substrat verwenden würde. Andererseits ist eine Düngung, wie sie in vielen Bonsaibüchern empfohlen wird, dann ggf. nicht mehr ausreichend (in der Konsequenz dünge ich vorsichtshalber aber lieber zu wenig).
Hinzu kommen dann natürlich noch die Frage, ob man bei bestimmten Pflanzen, etwa Azaleen (Was nehme ich dann? Wie wirkt sich das auf die Düngergabe und das Gießen aus?), jeweils das verwendete Standartsubstrat anpasst (wie und mit welchen Konsequenzen) oder gleich ein ganz anderes Gemisch verwendet (mit der Folge, dass man ganz anders dügen und gießen muss?). Manchmal merkt man es auch erst durch ausprobieren, dass eine At oder vielleicht nur eine konkrete Pflanze das Substrat, dass bei anderen Pflanzen(arten) super funktioniert, gar nicht mag. So mag etwa meine Eiche mein Lavastrat/Torfgemisch gar nicht und hatte im letzten Jahr keinerlei Zuwachs, stattdessen Mehltau. Andere, etwa Lärchen oder Oliven stehen aber drauf.
Lange Rede kurzer Sinn: ich finde, dass die richtige Substratwahl für einen Anfänger zu den schwierigsten Fragen überhaupt gehört; gleichzeitig ist es aber auch eine der ganz grundlegenden, denn sie beeinflusst ja das Gießen, das Düngen und natürlich auch das Wachstumsverhalten des Baumes. Als Anfänger sieht mein Bonsaiprogramm daher derzeit so aus: das Beherrschen des Substrats zu Erlernen ist die Pflicht (das schließt für mich nach dem oben Gesagten das Gießen und Düngen mit ein), das Sammeln von Rohmaterial und das Üben der Gestaltungstechniken erstmal nur Kür.
Gruß Daniel
Re: Substratwahl
Hallo Daniel, der Widerspruch ist nicht so groß wie Du denkst. In den 80er Jahren, als diese Bücher geschrieben wurden, kannte hierzulande keiner Akadama etc. Wenn in den Büchern steht, Lehm, Sand oder Splitt und Kompost mischen, so kann man aus heutiger Sicht Lehm getrost mit Akadama, Sand oder Splitt mit Bimskies gleichsetzen und Kompost mit Torf oder Blumenerde.danielh hat geschrieben:In älteren Bonsaibüchern findet man ja oftmals noch Substrate, die sich z.B. aus Blumenerde, Sand und Split (usw.) zusammen setzen. Dagegen steht die hier sehr populäre Methode das Substrat so durchlässig wie möglich zu gestalten.
Genügt das denn immer? Und was ist in den langen Jahreszeiten Frühling und Herbst oder in den verregneten Sommern? Gedeihen Deine Bäume dann auch gut genug, wenn Du ein stark wasserspeicherndes Substrat verwendest? Wenn ja, ist es gut. Wenn nicht so wirklich, gibt es aber auch ziemlich einfache Möglichkeiten, automatische Bewässerungsanlagen zu verwenden, die gerade bei wenigen Bäumen kein Vermögen kosten. Dann kann man mit durchlässigeren Substraten und sonnigerem Standort besseres Gedeihen fördern.danielh hat geschrieben:Ich für meinen Teil kann es aber, auch bei meinen wenigen Pflanzen, nicht mit meiner Arbeit vereinbaren, dreimal täglich zu gießen. Einmal, im Hochsommer zweimal, muss geügen.
Zu wenig düngen bringt die Bäume auch nicht voran. Bei stärkerer mineralischer Düngung ist jedoch besonders darauf zu achten, dass die Bäume hinterher nicht sehr trocken werden. Aber man tastet sich anhand seiner Erfahrungen an das Optimum heran.danielh hat geschrieben:Derzeit gestalte ich mein Substrat so, dass ich von dem hier oft vertretenen Ansatz (locker plus etwas Torf o.Ä.) ausgehe, aber eben mehr biologische Anteile verwende, um die Wasserspeichereigenschaft zu erhöhen. Das führt dann aber dazu, dass ich natürlich nicht so düngen kann, wie wenn ich ein superdurchlässiges Substrat verwenden würde. Andererseits ist eine Düngung, wie sie in vielen Bonsaibüchern empfohlen wird, dann ggf. nicht mehr ausreichend (in der Konsequenz dünge ich vorsichtshalber aber lieber zu wenig).
Verschiedene Pflanzenarten haben zum Teil SEHR verschiedene Bedürfnisse, mit denen man sich befassen und ihnen Beachtung schenken muss. Das ist aber auch das faszinierende daran. Bei Azaleen z.B. empfiehlt es sich, generell Spezialprodukte zu benutzen (Kanuma und Azaleendünger), dann ist man auf der sicheren Seite. Aber vom Gießen her muss man sich dem auch wieder anpassen.danielh hat geschrieben:Hinzu kommen dann natürlich noch die Frage, ob man bei bestimmten Pflanzen, etwa Azaleen (Was nehme ich dann? Wie wirkt sich das auf die Düngergabe und das Gießen aus?), jeweils das verwendete Standartsubstrat anpasst (wie und mit welchen Konsequenzen) oder gleich ein ganz anderes Gemisch verwendet (mit der Folge, dass man ganz anders dügen und gießen muss?). Manchmal merkt man es auch erst durch ausprobieren, dass eine At oder vielleicht nur eine konkrete Pflanze das Substrat, dass bei anderen Pflanzen(arten) super funktioniert, gar nicht mag. So mag etwa meine Eiche mein Lavastrat/Torfgemisch gar nicht und hatte im letzten Jahr keinerlei Zuwachs, stattdessen Mehltau. Andere, etwa Lärchen oder Oliven stehen aber drauf.
Das vertrackte ist, dass jeder Bonsaianer unter Umständen so verschiedene Bedingungen hat, vom Klima, Kleinklima, verfügbare Zeit u.v.m., dass sehr schwer der eine dem anderen einen sicheren Rat geben kann. Am besten ist es, wenn man in unmittelbarer Nähe gleichgesinnte Kameraden hat, die ähnliche Bedingungen haben.danielh hat geschrieben:Lange Rede kurzer Sinn: ich finde, dass die richtige Substratwahl für einen Anfänger zu den schwierigsten Fragen überhaupt gehört; gleichzeitig ist es aber auch eine der ganz grundlegenden, denn sie beeinflusst ja das Gießen, das Düngen und natürlich auch das Wachstumsverhalten des Baumes. Als Anfänger sieht mein Bonsaiprogramm daher derzeit so aus: das Beherrschen des Substrats zu Erlernen ist die Pflicht (das schließt für mich nach dem oben Gesagten das Gießen und Düngen mit ein), das Sammeln von Rohmaterial und das Üben der Gestaltungstechniken erstmal nur Kür.
Jedoch sollte man sich auch nicht wegen Substratfragen verrückt machen. Meiner Meinung nach gibt es viele Möglichkeiten, die funktionieren und wenn man mit einer Standardmischung beginnt und sie von Jahr zu Jahr nach den gemachten Beobachtungen den jeweiligen Bäumen weiter anpasst, kommt man immer mehr voran.
Das ist bei mir auch nach fast 30 Jahren Bonsai noch so, dass ich z.B. bei einem Baum im letzten Jahr beobachtet habe, dass er mir zu langsam getrocknet ist, dann reduziere ich beim nächsten Umtopfen den Humusanteil. Ein anderer war hingegen immer zu schnell trocken, dann kriegt er vielleicht eine etwas größere Schale und etwas mehr Humus.
Sehr gut finde ich jedenfalls Deine Erkenntnis, dass die grundlegenden Dinge der Pflege und Erhaltung das A und O der Bonsaikunst sind. Die tollste Gestaltung nützt am Ende nichts, wenn man die Bäume nicht zu gesundem Gedeihen bringen kann.
Liebe Grüße,
Heike
Re: Substratwahl
viel. dazu noch als anmerkung. wenn in büchern von sand oder scharfem sand die rede ist, ist nicht das zeugs aus dem sandkasten gemeint. die autoren bezeichnen damit kies o.ä. grob ab 1mm aufwärts.
Gruß Jürgen 
Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.
Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
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Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
Re: Substratwahl
Hallo Daniel
Wenn Du schreibst das die Konsequenzen der Substratwahl
schwierig zu beurteilen sind, bist Du auf einem Weg
den ich für sehr sinnvoll halte.
Bei diesem Punkt kann ich gerne versuchen zu helfen.
mfG Dieter
Wenn Du schreibst das die Konsequenzen der Substratwahl
schwierig zu beurteilen sind, bist Du auf einem Weg
den ich für sehr sinnvoll halte.
Bei diesem Punkt kann ich gerne versuchen zu helfen.
mfG Dieter
cogito ergo pups


