Rohmaterial - brauchbar?

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
Mizu_
Beiträge: 36
Registriert: 22.04.2008, 22:57

Rohmaterial - brauchbar?

Beitrag von Mizu_ »

Hallo,

Ich möchte euch nach eurer Meinung zum angehängten Rohmaterial bitten. Ein Baum steht schon mehrere Jahre im Garten meiner Eltern - die Buche steht im Wald nahe meinem Zuhause.
Ich habe bisher noch keine konkrete Erfahrung mit Bonsai mit Ausnahme von einem Bauhaus Ficus vor mehreren Jahren.

In der Zwischenzeit hat mich das Bonsai Thema nie wirklich losgelassen und jetzt möchte ich noch einmal von vorne beginnen. Diesmal möchte ich aber einen Outdoor Bonsai gestalten (oder in einiger Zeit gestalten).
Bevor ich einen Baum der Natur entnehme oder einen Baum meiner Eltern verunstalte möchte ich eure Meinung dazu, ob es sich denn überhaupt auszahlt es mit diesem Bäumen zu versuchen, oder ob diese ohnehin zu schwierig für Anfänger sind - möglicherweise wird daraus auch nie ein Bonsai weil das Ausgangsmaterial nicht geeignet ist. Die Fotos konnte ich leider nur mit dem Handy machen, die Qualität ist trotzdem nicht all zu schlecht.

Danke schonmal,
Stefan
Dateianhänge
Foto1.JPG
Foto2.JPG
Foto3.JPG
Foto4.JPG
Foto5.JPG
Benutzeravatar
Bergi
Beiträge: 1460
Registriert: 21.07.2007, 12:36
Wohnort: westlich von München

Re: Rohmaterial - brauchbar?

Beitrag von Bergi »

Hallo Namensvetter,

beides sind wohl keine Bäume, die einen zu spontanen Begeisterungsstürmen hinreißen, aber andererseits wird wohl auch keiner sagen können, dass sie unbrauchbar sind.

Bei dem Bäumchen im Topf (der Profi sieht's sicher sofort - das ist ein Ahorn, oder :oops: ?) würde ichs auf jeden Fall versuchen, sogar der Wurzelansatz sieht ganz gut aus, so viel man zwischen den Steinen erkennt. Und dann ist da auch ein ganz netter Schwung im Stamm. Andererseits wird der Baum auch nach der Grundgestaltung im ersten Jahr schon viiiiel kleiner werden, hoffentlich rasten deine Eltern nicht aus.

Bei der Buche wird es nicht zuletzt drauf ankommen, wie der Baum nach unten weitergeht, wie günstig oder ungünstig der Verlauf der Wurzeln ist - eventuell bekommst du ihn gar nicht ohne zu massiven Wurzelverlust raus. Da solltest du unten mal etwas freiräumen und nach Möglichkeit noch ein Foto schicken.

Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
Benutzeravatar
fritze
Beiträge: 1332
Registriert: 19.08.2010, 22:13
Wohnort: bei karlsruhe
Kontaktdaten:

Re: Rohmaterial - brauchbar?

Beitrag von fritze »

hallo,
ich weiß zwar nicht, was das erste für eine pflanze ist, aber mit etwas fantasie könnt da schon was draus werden. nebari ist doch schon gut, wie es aussieht.
so vielleicht.
grüße fritze
Dateianhänge
Unbenannt.jpg
Unbenannt.jpg (63.11 KiB) 2309 mal betrachtet
liebe grüße
christian
Benutzeravatar
Tomsai 92
Beiträge: 878
Registriert: 25.02.2008, 18:59
Wohnort: Heidelberg
Kontaktdaten:

Re: Rohmaterial - brauchbar?

Beitrag von Tomsai 92 »

Hallo,
ein Eschenahorn (Acer negundo), oder eine panaschierte Zuchtform davon, müsste das sein. Die Suchfunktion erklärt den Rest. :wink:

Gruß, Tom
Wer weiß, spricht nicht, wer spricht, weiß nicht.
Mizu_
Beiträge: 36
Registriert: 22.04.2008, 22:57

Re: Rohmaterial - brauchbar?

Beitrag von Mizu_ »

Hallo,

Vielen dank für die bisherigen Reaktionen :)
Von der Buche werden ich unter diesen Umständen erst mal ablassen.
Nach längerem betrachten finde ich diese selbst nicht mehr so toll.

Zum Eschenahorn:
Hier stecke ich jetzt etwas in der Zwickmühle. Diese Art scheint sich, obwohl es mehrere gute Beispiele gibt ja nicht besonders gut für Bonsai zu eignen.
Da meine Eltern allerdings kein Problem damit haben sollte ich den Baum verschandeln möchte ich es dennoch wagen.

Ich habe gelesen, dass sich Blatter nur sehr widerwillig eine kleinere Form annehmen und man den Bonsai relativ groß gestalten sollte. Kann das jemand bestätigen?
Gibt es alternativen zum Vorschlag von Fritze? (vielen Dank dafür)

Ist der Baum schon für erste Schnitte bereit (im Frühling?)

Schöne Grüße,
Stefan
Benutzeravatar
Bergi
Beiträge: 1460
Registriert: 21.07.2007, 12:36
Wohnort: westlich von München

Re: Rohmaterial - brauchbar?

Beitrag von Bergi »

Hallo Stefan,
Fritze hat den Schnitt empfohlen, der sich wohl am besten anbietet, dem ist nicht viel hinzuzufügen. Weiter oben zu schneiden würde dem Stamm nur ein unnötiges gerades Stammstück zusätzlich lassen, die Verjüngung weniger harmonisch machen... und weiter unten nimmt dem Baum seinen größten Vorteil, diese Bewegung an der untersten Verzweigung (die wirklich nicht schlecht ist).

Ach naja, das mit den großen Blättern - sooo viel Erfahrung gibt es wohl mit dem Eschenanhorn auch wieder nicht. Versuch macht kluch.

Den Baum kannst du sicher im Frühling ohne Risiko wie gezeigt zurückschneiden (beim Umtopfen; du solltest ein kleineres Gefäß wählen und auch die Wurzeln entsprechend in Form schneiden).

Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
Mizu_
Beiträge: 36
Registriert: 22.04.2008, 22:57

Re: Rohmaterial - brauchbar?

Beitrag von Mizu_ »

Hallo Stefan,

Danke für deine Antwort.
Ich habe vorhin noch einmal Fotos mit der Digicam geschossen an denen man alles etwas besser erkennen sollte.

Wie erkenne ich den richtigen Zeitpunkt um mit den Schnitten zu beginnen? Womit sollen die Wunden verschlossen werden?
Wie groß soll der neue Topf in etwa sein? Es reicht doch noch ein normaler Topf mit Löchern unten, richtig?
Dateianhänge
baustelle_bismaerz 198.JPG
baustelle_bismaerz 199.JPG
baustelle_bismaerz 200.JPG
baustelle_bismaerz 201.JPG
baustelle_bismaerz 202.JPG
baustelle_bismaerz 203.JPG
Benutzeravatar
Bergi
Beiträge: 1460
Registriert: 21.07.2007, 12:36
Wohnort: westlich von München

Re: Rohmaterial - brauchbar?

Beitrag von Bergi »

Hallo Stefan,
ich empfehle dringend, dich erst mal im Forum ein bisschen umzusehen- hier findest du wirklich alles, was es über Umtopfen und Wurzelschnitt zu sagen gibt.
Wundverschluss ist - auch das wirst du hier herausfinden - eine Glaubenssache. Ich selbst würde bei einem solchen starken Schnitt (nicht bei den Wurzeln - nur beim Stamm, allerdings schadet es wohl auch bei den Wurzeln nicht wirklich) japanische Wundknete verwenden.
Der richtige Zeitpunkt ist, wenn die Knospen beginnen, sich zu öffnen, allerdings kommt es nicht so drauf an, ob man ein bisschen später loslegt. Besser etwas später als zu früh.
Du kannst einen normalen Topf mit Loch verwenden, der hier ist aber zu groß. Mit etwa dem doppelten Durchmesser des Wurzeltellers (nach dem Schnitt) liegst du wohl richtig.

Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
Mizu_
Beiträge: 36
Registriert: 22.04.2008, 22:57

Re: Rohmaterial - brauchbar?

Beitrag von Mizu_ »

Hallo Stefan,

Mittlerweile sind auch meine Bücher von Amazon angekommen :) Langsam lichtet sich der Nebel :)

Bis es wirklich ans eingemachte geht vergeht ja noch etwas Zeit in der ich mich noch weiter einlesen kann. Ich möchte die ganze Aktion hier möglich dokumentieren. Vielleicht profitiert ja irgendwann noch jemand davon.

Anbei habe ich noch einmal ein Bild angefügt in dem ich die Schnitte eingefügt habe. Schräge Schnitte sollen ja gut für den Saftfluss sein!? Aus dem Stückchen Ast das an der Spitze bleibt soll später wenn alles gut geht einmal die Krone werden. Für die angedachten Schnitte ist keine Konkavzange von Nöten, oder? Diese wird zwar irgendwann ohnehin unumgänglich sein, aber wenn ich das richtig Verstanden habe braucht man diese nur, wenn man einen Ast direkt am Stamm abtrennt?
Dateianhänge
schnitte.jpg
schnitte.jpg (88.48 KiB) 1907 mal betrachtet
Benutzeravatar
Bergi
Beiträge: 1460
Registriert: 21.07.2007, 12:36
Wohnort: westlich von München

Re: Rohmaterial - brauchbar?

Beitrag von Bergi »

Hallo Stefan,
(vielleicht schreibt mal noch jemand anderes was, bin schließlich auch kein Profi...)
Ziemlich genau so würde ich die Schnitte setzen. Den Stamm mit der Säge, pass auf, dass die Rinde nicht einreißt, erst vorsichtig ansägen oder -cuttern.
Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
Mizu_
Beiträge: 36
Registriert: 22.04.2008, 22:57

Re: Rohmaterial - brauchbar?

Beitrag von Mizu_ »

Hallo Stefan und natürlich auch ein Hallo an alle Mitleser,

Danke nochmals für deine Tipps. Ich beobachte schon die Knospen und warte geduldig auf den Frühling.

Bei heutige Mountainbike Tour habe ich noch eine Kiefer gesichtet die ich euch nicht vorenhalten möchte:
Dateianhänge
035.JPG
037.JPG
Benutzeravatar
avicenna
Beiträge: 2306
Registriert: 04.08.2009, 22:29
Wohnort: niedersachsen ... emsland

Re: Rohmaterial - brauchbar?

Beitrag von avicenna »

Na aber halloooo ... :-D . Ein wunderbares Teil !!! Gemäß deiner Überschrift für den threat ... auf jeden Fall ;-)
Lass dir Zeit mit dem Herausnehmen und warte bis die Knospen schwellen und die Kerzen beginnen aus zu wachsen. Es scheint ja so, dass du hier die norwegische Methode anwenden kannst :-D .
saludos
avicenna
Mizu_
Beiträge: 36
Registriert: 22.04.2008, 22:57

Re: Rohmaterial - brauchbar?

Beitrag von Mizu_ »

Hallo Avicenna,

Ja, ich denke schon das diese Methode anwendbar ist. Der Baum dürfte keinerlei "feste" Verankerung haben.
Ich hoffe, dass sich das Grün am Baum noch vermehren kann, das is ja momentan etwas dürftig.
Benutzeravatar
SteSt
Beiträge: 996
Registriert: 12.09.2010, 22:14
Wohnort: Niederösterreich

Re: Rohmaterial - brauchbar?

Beitrag von SteSt »

Hallo Mizu_,

da ich schon öfter solche Bäume ausgegraben habe, kann ich dir ein paar Tipps geben!
Und zwar: versuche den Baum zu kräftigen, in dem du ca. Monatlich von April bis September eine kleine Hand voll organischen Dünger draufschmeisst. Nach zwei Jahren hat sich eine schöne Humusschicht gebildet, die im Idealfall voll Wurzeln ist.
Nach zwei bis drei Jahren versuchst du mit einer Spitzharke, wie sie am Bau verwendet wird, den Felsen zu spalten! Ja, richtig gehört! Da wo die Kiefer rauswächst bilden sich normalerweise tiefe risse im Fels, also in so einen Riss reingehauen, und durch die Hebelwirkung sollte es kein Problem sein, den Fels in zwei Teile zu spalten! Hatte einmal eine Nigra geborgen, die hatte einen Wurzelballen von 2m², ca 1cm dick! den musste ich etwas falten wie einen Karton, um ihn in eine Schale zu bekommen!

Gutes gelingen!



lg Stefan
Stillstand ist Rückschritt
Mizu_
Beiträge: 36
Registriert: 22.04.2008, 22:57

Re: Rohmaterial - brauchbar?

Beitrag von Mizu_ »

Hallo Stefan,

Vielen dank für deine Tipps!

Du meinst also, den Baum dann erst in 3 Jahren "ausgraben" und vorerst am aktuellen Standort "pflegen"?
Den Felsen spalten? Ich denke nicht das dies möglich sein wird, auch konnte ich keine Risse erkennen! Ich hatte eher den Eindruck, dass ich den Baum einfach abheben kann.

Lg,
Stefan
Antworten