Hallo
Es passiert jedem von uns, das ein´s Unserer Bäumchen mal schwächelt
und sich nicht in der Verfassung zeigt die wir erwarten.
Um der "Schädigung" schnellstmöglich Herr zu werden
braucht man als erstes eine recht genaue Beschreibung der Symptome.
Unterscheiden können wir 3 mögliche Ursachen
- Pflegefehler
- Pilze
- Insekten (Viren bleiben aussen vor)
Um beim letzten anzufangen haben wir meist eine Schädigung des Blattes
und/oder der Triebe. Es gibt Frassspuren, Insektenkot
und bei genauerer Betrachtung ist auch meist ein Krabbler auszumachen.
Diesen genau zu bestimmen ist kaum möglich, da es einfach zu viele Insekten gibt.
Aber wir können eingrenzen.
Ist der Krabbler noch am Baum, hilft eine Untersuchung der Blätter
auch der Blattunterseiten mit der Lupe.
Ist kein Krabbler zu entdecken und sind hauptsächlich die Knospen betroffen
können es auch Eiablagen sein, die Ihre Kinderstube in den Knospen verbringen.
Es gibt auch Krabbler die nachtaktiv sind und sich tagsüber unter der Schale
oder in der obersten (meist humosen) Substratschicht verstecken.
Sollte am Stamm oder am Wurzelansatz Bohrmehl zu sehen sein
haben wir ein echtes Problem, da es kaum Möglichkeiten gibt
gegen diese vorzugehen.
Pilze sind meist ein grösseres Problem, da erstens kaum eine Bestimmung möglich ist
und die Bekämpfung sich als sehr schwierig erweist.
Unterscheiden wir einfach in Blattpilze und Stammpilze
auch wenn dies keine wissenschaftliche Grundlage hat.
Pilze die nur das Blatt befallen sind recht gut zu bekämpfen
da Sie oft am Trennungsgewebe des Blattes Halt machen.
Pilze die am Stamm oder im Stamm sind fallen wieder in den Bereich echtes Problem.
Pfelegfehler sind allerdings der am häufigsten anzutreffende Grund
für eine suboptimale Verfassung des Bäumchens.
Nehmen wir den Mehltau als Beispiel der jetzt seine Hochzeit hat
und ein vielgesehener Gast in Unseren Gärten ist.
Bei Eichen kommt er sehr häufig vor, bei Äpfeln sollte/dürfte er nicht vorkommen.
Sollte Euer Apfel also betroffen sein, liegt es eher an der Pflege
und auch die Spritzung mit Netzschwefel lindert zwar die Symptome
aber nicht die Ursache.
Hilft das jetzt, eigentlich nicht,
da der Wunsch eher in die Richtung geht
Mittelchen drauf und die Welt ist wieder schön.
mfG Dieter
Baum krank - was nun ?
Baum krank - was nun ?
cogito ergo pups
Re: Baum krank - was nun ?
Hallo Dieter.
So richtig weiß ich jetzt nicht, was Du mit dem Beitrag anfangen willst.... (entschuldige meine Direktheit)
Ich glaube, Du versuchst das Pferd von der falschen Seite aufzuzäumen (obwohl ich eigentlich zu wissen glaube, daß Du etwas anderes bezweckst).
Ja, schwächelnde Bäumchen hat jeder von uns mal.... Ich muss allerdings sagen, seit ich Christians "Tomatenweg "live" gesehen habe und es zumindest in den mir möglichen Maßstäben nachahme, der Befall mit Schädlingen drastisch zurückgegangen ist. Gleiches gilt für Walters "Riesenbuffet", um jetzt nicht den einen oder anderen Weg als Königsweg herauszustellen.
Aber die Lehre, die ich daraus ziehe ist folgende: Wir (und damit meine ich auch die Garten-Fachleute), haben bisher viel zu wenig Wert auf eine "gute" Pflanzenversorgung gelegt. Sie war bisher "ausreichend", "mangelhaft" oder sogar "ungenügend". Stattdessen haben wir uns in der Sicherheit gewiegt, es schon richtig zu machen und im Zweifelsfalle eben Feuer mit Wasser zu bekämpfen. Es kristallisiert sich aber heraus, daß es viel wichtiger und effizienter ist, Feuerschutz präventiv zu betreiben.
Deshalb steht für mich an oberster Stelle des Pflanzenschutzes die "gute" Pflanzenversorgung, sie ist Grundvorraussetzung für gutes Wachstum und kräftige, widerstandsfähige Pflanzen. Der Schilly würd jetzt noch sagen: Das hab ich nich nur gelesen, sondern auch ausprobiert.
Somit sind schonmal sämtliche Schwächeparasiten größtenteils aussen vor. Und das sind die meisten. Gesunde Pflanzen werden einfach nicht, oder nur bedingt von Schädlingen befallen.
Was die Erkennung von Schädlingen angeht (und das gilt für Tierchen genauso wie für Pilze, Viren lassen wir tatsächlich aussen vor, bleiben wir mal bei den Lebewesen):
Die meisten Schädlinge, mit denen wir es zu tun haben sind sehr gut voneinander zu unterscheiden (ich weiß, ich sehe das aus der Sicht des Fachmanns, aber wie soll ich sauch sonst sehen). Symptome der einzelnen Schädlinge sind im großen und ganzen gut differenzierbar, allerdings braucht es dazu ein bißchen was:
(und jetzt muss ich wieder etwas hochtrabend schreiben, sieh es mir nach):
1. Kompetenz
Schädlinge zu erkennen bedarf einiger Übung... ich kenne auch nicht alle auswendig, weiß nicht alle Schadbilder im Kopf
aber ich weiß, wo ich nachzuschauen habe, wenn ich auf dem Schlauch stehe
2. "Einen Blick fürs Detail"
Schadbilder unterscheiden sich oft nur im Detail und das ist wichtig, um differenzieren zu können
Ich kann mich noch gut an Heikes Rose erinnern, die offensichtlich einen Fraßschaden hatte (ich bleibe auch mal bei dem Beispiel), erste Vermutungen gingen zu Dickmaulrüssler. Es stellte sich dann heraus, daß es eine Blattsägewespe war... der Unterschied zwischen den beiden: Dickmaulrüssler frisst nur am Blattrand, die Wespe schabt aber eben auch in der Blattfläche, was eindeutig zu sehen war...
3. Logik
Dennoch, es gibt schwierige Fälle, wo nicht nur der Blick hilft, sondern, wo die Logik dazukommen muss. Die Frage lautet dann: "Kann es überhaupt dieser oder jener Schädling sein?" Passen die Symptome und das Auftreten zu den Bedürfnissen und Verhaltensweisen des Schädlings? Befällt er überhaupt diese Art?
4. Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
Welches MIttel hilft gegen was? Darf ich es einsetzen? Wann? Warum? Wie?
Das Pflanzenschutzgesetz ist eng gestrickt, Strafen sind empfindlich hoch (was die meisten nicht kratzen wird, da kein Richter zur Hand), dennoch finde ich 10000 bzw. 50000€ ne Ansage und für mich, der immer belangt werden kann (ich weiß ja was ich da tue, dafür muss ich sogar unterschreiben) ein Grund, genau zu überlegen
Ausserdem sind ganz viele Schädlinge nicht bekämpfbar oder ganz einfach durch Prävention zu vermeiden (wie z.B. die Rosenblattsägewespe von Heike, die nämlich ihre Eier in die stehengelassenen Stummel beim Schnitt legt, ergo: keine Stummel stehenlassen, dann klappt's auch mit dem Nachbarn)
UNd jetzt, lieber Dieter, nachdem ich wieder viel zu viel geschrieben habe, weiß ich, daß wir im selben Boot sitzen und wohl auch in die glewiche Richtung rudern wollen.
Liebe Grüße
Holger
So richtig weiß ich jetzt nicht, was Du mit dem Beitrag anfangen willst.... (entschuldige meine Direktheit)
Ich glaube, Du versuchst das Pferd von der falschen Seite aufzuzäumen (obwohl ich eigentlich zu wissen glaube, daß Du etwas anderes bezweckst).
Ja, schwächelnde Bäumchen hat jeder von uns mal.... Ich muss allerdings sagen, seit ich Christians "Tomatenweg "live" gesehen habe und es zumindest in den mir möglichen Maßstäben nachahme, der Befall mit Schädlingen drastisch zurückgegangen ist. Gleiches gilt für Walters "Riesenbuffet", um jetzt nicht den einen oder anderen Weg als Königsweg herauszustellen.
Aber die Lehre, die ich daraus ziehe ist folgende: Wir (und damit meine ich auch die Garten-Fachleute), haben bisher viel zu wenig Wert auf eine "gute" Pflanzenversorgung gelegt. Sie war bisher "ausreichend", "mangelhaft" oder sogar "ungenügend". Stattdessen haben wir uns in der Sicherheit gewiegt, es schon richtig zu machen und im Zweifelsfalle eben Feuer mit Wasser zu bekämpfen. Es kristallisiert sich aber heraus, daß es viel wichtiger und effizienter ist, Feuerschutz präventiv zu betreiben.
Deshalb steht für mich an oberster Stelle des Pflanzenschutzes die "gute" Pflanzenversorgung, sie ist Grundvorraussetzung für gutes Wachstum und kräftige, widerstandsfähige Pflanzen. Der Schilly würd jetzt noch sagen: Das hab ich nich nur gelesen, sondern auch ausprobiert.
Somit sind schonmal sämtliche Schwächeparasiten größtenteils aussen vor. Und das sind die meisten. Gesunde Pflanzen werden einfach nicht, oder nur bedingt von Schädlingen befallen.
Was die Erkennung von Schädlingen angeht (und das gilt für Tierchen genauso wie für Pilze, Viren lassen wir tatsächlich aussen vor, bleiben wir mal bei den Lebewesen):
Die meisten Schädlinge, mit denen wir es zu tun haben sind sehr gut voneinander zu unterscheiden (ich weiß, ich sehe das aus der Sicht des Fachmanns, aber wie soll ich sauch sonst sehen). Symptome der einzelnen Schädlinge sind im großen und ganzen gut differenzierbar, allerdings braucht es dazu ein bißchen was:
(und jetzt muss ich wieder etwas hochtrabend schreiben, sieh es mir nach):
1. Kompetenz
Schädlinge zu erkennen bedarf einiger Übung... ich kenne auch nicht alle auswendig, weiß nicht alle Schadbilder im Kopf
aber ich weiß, wo ich nachzuschauen habe, wenn ich auf dem Schlauch stehe
2. "Einen Blick fürs Detail"
Schadbilder unterscheiden sich oft nur im Detail und das ist wichtig, um differenzieren zu können
Ich kann mich noch gut an Heikes Rose erinnern, die offensichtlich einen Fraßschaden hatte (ich bleibe auch mal bei dem Beispiel), erste Vermutungen gingen zu Dickmaulrüssler. Es stellte sich dann heraus, daß es eine Blattsägewespe war... der Unterschied zwischen den beiden: Dickmaulrüssler frisst nur am Blattrand, die Wespe schabt aber eben auch in der Blattfläche, was eindeutig zu sehen war...
3. Logik
Dennoch, es gibt schwierige Fälle, wo nicht nur der Blick hilft, sondern, wo die Logik dazukommen muss. Die Frage lautet dann: "Kann es überhaupt dieser oder jener Schädling sein?" Passen die Symptome und das Auftreten zu den Bedürfnissen und Verhaltensweisen des Schädlings? Befällt er überhaupt diese Art?
4. Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
Welches MIttel hilft gegen was? Darf ich es einsetzen? Wann? Warum? Wie?
Das Pflanzenschutzgesetz ist eng gestrickt, Strafen sind empfindlich hoch (was die meisten nicht kratzen wird, da kein Richter zur Hand), dennoch finde ich 10000 bzw. 50000€ ne Ansage und für mich, der immer belangt werden kann (ich weiß ja was ich da tue, dafür muss ich sogar unterschreiben) ein Grund, genau zu überlegen
Ausserdem sind ganz viele Schädlinge nicht bekämpfbar oder ganz einfach durch Prävention zu vermeiden (wie z.B. die Rosenblattsägewespe von Heike, die nämlich ihre Eier in die stehengelassenen Stummel beim Schnitt legt, ergo: keine Stummel stehenlassen, dann klappt's auch mit dem Nachbarn)
UNd jetzt, lieber Dieter, nachdem ich wieder viel zu viel geschrieben habe, weiß ich, daß wir im selben Boot sitzen und wohl auch in die glewiche Richtung rudern wollen.
Leider ist das so, ja. Aber ich werde nicht müde, gegen diesen Wunsch anzugehen und den Blick zu schärfen.Dieter.Z hat geschrieben:Hilft das jetzt, eigentlich nicht,
da der Wunsch eher in die Richtung geht
Mittelchen drauf und die Welt ist wieder schön.
Liebe Grüße
Holger
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -
- Frank Zappa -
Re: Baum krank - was nun ?
Hallo, Ihr Lieben,
da kann ich Dieter und Holger sehr unterstützen. Ich gehe zwar bei meinen Bäumen weder den "Tomatenweg", noch decke ich in Reinkultur das "Riesenbuffet", aber ich habe im Laufe der Jahre (und nicht zuletzt durch vieles, was ich hier im BFF gelernt habe) Standort, Pflege, Abstimmung von Substratmischungen und Düngung etc. für meine Verhältnisse immer mehr optimieren können.
Das Resultat ist das von Holger beschriebene: immer weniger Kummer mit Schädlingen.
Wenn man dieses lernt, wird vielleicht mancher im Umgang mit seinem eigenen Körper sorgsamer und nachdenklicher: da ist es eben auch nicht der tollste Weg, wenn man krank wird, sich einfach nur ein Medikament reinzuhauen und sich über die Ursachen der Krankheit keine Gedanken zu machen. Auch hier gilt ja, ein optimal versorgter und trainierter Organismus wird selten krank.
Die Rose ist übrigens dieses Jahr weitestgehend frei von Rosensägewespen, sie sieht so gut aus wie nie und beginnt gerade zu blühen. Foto gibt es in Kürze.
Liebe Grüße,
Heike
da kann ich Dieter und Holger sehr unterstützen. Ich gehe zwar bei meinen Bäumen weder den "Tomatenweg", noch decke ich in Reinkultur das "Riesenbuffet", aber ich habe im Laufe der Jahre (und nicht zuletzt durch vieles, was ich hier im BFF gelernt habe) Standort, Pflege, Abstimmung von Substratmischungen und Düngung etc. für meine Verhältnisse immer mehr optimieren können.
Das Resultat ist das von Holger beschriebene: immer weniger Kummer mit Schädlingen.
Wenn man dieses lernt, wird vielleicht mancher im Umgang mit seinem eigenen Körper sorgsamer und nachdenklicher: da ist es eben auch nicht der tollste Weg, wenn man krank wird, sich einfach nur ein Medikament reinzuhauen und sich über die Ursachen der Krankheit keine Gedanken zu machen. Auch hier gilt ja, ein optimal versorgter und trainierter Organismus wird selten krank.
Die Rose ist übrigens dieses Jahr weitestgehend frei von Rosensägewespen, sie sieht so gut aus wie nie und beginnt gerade zu blühen. Foto gibt es in Kürze.
Liebe Grüße,
Heike
Re: Baum krank - was nun ?
Hallo Holger
Bei diesem Beispiel
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... =8&t=28920
kamen (von den üblichen Verdächtigen) Antworten.
Hätte sich etwas entwickelt, wäre die Fragestellung entstanden
Wie erkenne ich die unterschiedliche Wuchskraft erkennen ?
Die eher pauschale Antwort nach den unterschiedlichen Wuchszonen
reicht aber nicht ganz aus, um einen individuellen Baum zu beschreiben
und dann dementsprechend zu behandeln.
Bei diesem Thema wäre es weiter gegangen
mit dem sich überlagernden Schadbild einer Fichte,
deren Niedergang man wöchentlich sehen kann.
Die Wandlung eines ehemals kraftstrotzenden Baumes zu einer Baumruine
durch die Verkettung unglücklicher (Das Unglück heisst Zopf) Umstände.
Anhand dieses Beispiels hätte man versuchen können zu erläutern
was zu einer Schadbildbeschreibung gehört.
mfG Dieter
Bei diesem Beispiel
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... =8&t=28920
kamen (von den üblichen Verdächtigen) Antworten.
Hätte sich etwas entwickelt, wäre die Fragestellung entstanden
Wie erkenne ich die unterschiedliche Wuchskraft erkennen ?
Die eher pauschale Antwort nach den unterschiedlichen Wuchszonen
reicht aber nicht ganz aus, um einen individuellen Baum zu beschreiben
und dann dementsprechend zu behandeln.
Bei diesem Thema wäre es weiter gegangen
mit dem sich überlagernden Schadbild einer Fichte,
deren Niedergang man wöchentlich sehen kann.
Die Wandlung eines ehemals kraftstrotzenden Baumes zu einer Baumruine
durch die Verkettung unglücklicher (Das Unglück heisst Zopf) Umstände.
Anhand dieses Beispiels hätte man versuchen können zu erläutern
was zu einer Schadbildbeschreibung gehört.
mfG Dieter
cogito ergo pups
-
Totoro
Re: Baum krank - was nun ?
Hallo zusammen,
manchmal ist aber auch der bestversorgte Baum ein Magnet für Schädlinge. Düngt man etwa betont N-lastig um den Baum für künftigen Rückschnitt zu "mästen", muß man mit erhöhtem Befall von blattsaugenden insekten rechnen. Diese lieben nämlich hohen Stickstoffgehalt im Pflanzensaft.
Die Medaille hat halt immer zwei Seiten.
gruß
Dirk
manchmal ist aber auch der bestversorgte Baum ein Magnet für Schädlinge. Düngt man etwa betont N-lastig um den Baum für künftigen Rückschnitt zu "mästen", muß man mit erhöhtem Befall von blattsaugenden insekten rechnen. Diese lieben nämlich hohen Stickstoffgehalt im Pflanzensaft.
Die Medaille hat halt immer zwei Seiten.
gruß
Dirk
Re: Baum krank - was nun ?
Dirk, ein so stark stickstofflastig gedüngter Baum ist dann aber nicht gut versorgt, sondern einseitig ernährt und zu übermäßigem, weichem und schlaffem Wachstum getrieben worden. Das wäre für mich sicherlich kein Beispiel für "bestversorgten Baum".
LG, Heike
LG, Heike


