Hat diese Eiche das Zeug für die Schale?

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Heike_vG
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Re: Hat diese Eiche das Zeug für die Schale?

Beitrag von Heike_vG »

Die roten Linien würde ich aus dem Gedächtnis streichen, die machen m.E. überhaupt keinen Sinn. Da würde der borkigere und dickere unterste Stammteil wegfallen und die Verjüngung und erste formbare Äste weiter oben. Den Substamm / aufwärts weisenden dicken Ast würde man dagegen wohl eher ganz wegnehmen.
Aber das ist ja alles noch Zukunftsmusik. :wink:

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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bl.86
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Re: Hat diese Eiche das Zeug für die Schale?

Beitrag von bl.86 »

...eben. Es hat noch Zeit....
Aber überlegen darf man schon mal, oder???

Deswegen hab ich hier das Bild eiche (5) mal bearbeitet was ich nächsten April stehen lassen würde. Unter Umständen würde ich auch ohne Wimpernzucken das oberhalb der gelben Striche noch wegnehmen
eiche.jpg
Für weiteres muss mich ein Profi erst überzeugen.

Heike, wenn ich's richtig verstanden habe meinst du es in etwa so (zumindest mit dem unterem rotem Strich)
eiche2.jpg
Ich persönlich würde den Substamm (rechts) zumindest im Ansatz erhalten wollen, da ich denke, dass diese Große Verzweigung schon die Hauptverzweigung der zukünftigen Krone mit formen kann.

Wär es eine Alternative den Hauptstamm wegzunehmen und den Substamm als neue Spitze zu nehmen? So wie hier:
eiche3.jpg
Oder wäre die Verjüngung dann zu extrem?

...So jetzt denken gleich wieder alle, dass ich einer dieser total ungeduldigen Anfänger bin.... Bin ich nicht.
Fast. *ironie*
Zumindest weiß ich dass es schon mal paar Jahre dauern kann bis das Ding erst mal mit Überlebenschancen aus der Hecke genommen werden kann. Und selbst dann ist es noch ein langer Weg bis da mal ansatzweise was G'scheit's draus wird. Wie gesagt: Mein großes Ziel wäre es meiner Tochter zu ihrer Hochzeit einen schönen selbstgemachten Bonsai zu übereichen ob nun Yamadori oder selbst gezogen. Hauptsache es war vor meinem Eingreifen definitiv noch kein fertiger Bonsai oder Rohling vom Fachhandel oder dergleichen. Deswegen bin ich am Sammeln was das Zeug hält... damit wenigstens einer am Ende ordentlich wird.
BTW: Meine Tochter ist gerade mal ein Jahr.


Deswegen versuche ich mit eurer Hilfe, bevor ich irgend tätig werde das idealste Vorgehen herauszufinden, damit vielleicht aus dem zugegebenermaßen primär als Übungsmaterial zu bezeichnenden Bäumchen, vll doch was wird.

mfg
Zuletzt geändert von bl.86 am 03.07.2011, 02:43, insgesamt 1-mal geändert.
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bl.86
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Re: Hat diese Eiche das Zeug für die Schale?

Beitrag von bl.86 »

marius hat geschrieben:(man müßte die pflanze ja schon deutich reduzieren.)
das habe ich vor
marius hat geschrieben:also, alles in allen wäre mir das viel zu viel stress bei dem wetter. wie auch immer, verbieten in dem sinne kann es dir ohnehin keiner. aber es würde schon viele jahre des aufbaus brauchen, bis man überhaupt ein ergebnis sieht.

gruß marius
ich habe mir vorgenommen viele Jahre zu nutzen!!!
Und ich denke im April ist das Wetter schon wieder anders ;-)
MarionS hat geschrieben: Die Entscheidung hat ohnehin Zeit, vor dem nächsten April ist da nichts zu wollen. Zeit, den Baum aufzuräumen, ein wenig auszulichten, zuzuschneiden und zu versuchen, das Nebari auszuloten. Im Herbst ohne Laub kann man sicher mehr von der Aststruktur sehen.
Im Herbst werde ich sie definitiv noch mal genauer anschauen und denke auch neue Bilder einstellen. Derzeit ist die Eiche 2 Stunden Fahrtzeit weg und ich denke vor 2013 will ich sie noch gar nicht aus der Erde holen. Alleine schon wegen Platzmangel im Hinterhof dieses Studenten-Hauses... Bis dahin kann ich da noch viel ausloten und auslichten.
Meinst du damit, dass ich dieses Jahr noch mal die Schere anlegen soll/kann??? Oder meinst du dann im April "aufräumen"?
Ich habe mir vorgestellt eher erst nächsten April die Eiche oberirdisch stark zu reduzieren und mich danach gleich an die Pfahlwurzel zu machen. (Und vorher nichts weiter zu unternehmen) Ich hoffe die "Reduktion" wird noch anhand der oben eingestellten Bilder weiter ausdiskutiert.
MarionS hat geschrieben: Wenn die Eiche auf "sicherem Gebiet" steht, braucht man sie eigentlich erst mal überhaupt nicht zu bergen. In der freien Natur kann sie weit besser zulegen und in den Händen eines Bonsaianers weit schneller fehlende Partien zulegen oder Schnitte überwallen als in der Schale.
Sie steht sicher. *daumen_new*
MarionS hat geschrieben: PS: Sollte die Eiche bei nassem Wetter vor Mehltau nur so erblühen, dann besorg im Herbst mal einen frischen Steinpilz oder Fliegenpilz und buddel den zwischen den Wurzeln ein. Wenn der angeht und sich an den Wurzeln festsetzt, stärkt das den Baum. Der wird auch beim wiederanwachsen helfen, wenn du die Eiche schließlich (ein paar Jahre später) erntest.
Danke für den Tip mit der Symbiose!

mfg
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Re: Hat diese Eiche das Zeug für die Schale?

Beitrag von MarionS »

Eichen birgt man am bestem im April, wenn die die in der Pfahlwurzel eingelagerten Stoffe nach oben geholt haben und angefangen haben, auszutreiben.
Am Stamm und überall im Weg rum sind ja kleine Äste und Ästchen, die dem Baum ein chaotisches, krautiges Aussehen verleihen. Diesen ganzen unnützen Kleinkram kann man schon mal rausnehmen, desto mehr sieht man auch von dem Baum.
Dann sollten die Triebenden geschnitten werden. Nicht zuviel, bevor du dir über eine Gestaltung im Klaren bist, nur so weit, dass nichts beschädigt wird, was du eventuell noch brauchst. Das wird den Baum auffordern, weiter innen Knospen austreiben zu lassen und weiter zu verzweigen. Es ist ohnehin gerade Johanniszeit, wo wir unsere Bäume beischneiden.
Gruß,
MarionS

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bl.86
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Re: Hat diese Eiche das Zeug für die Schale?

Beitrag von bl.86 »

Ich komme leider erst in frühestens in 3 oder 4 Wochen wieder zu der Eiche. Wird doch dann auch noch gehen, oder???

mfg
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Re: Hat diese Eiche das Zeug für die Schale?

Beitrag von MarionS »

Das sollte kein Drama sein.
Putzen wie beschrieben kann man den Baum eigentlich immer. Nur keine größeren Schnittwunden mehr verursachen. Und ich denke, wenn er dann noch einen Austrieb schiebt, sollte der bis zum Herbst auch noch ausreifen, oder kommt bei euch der Frost früh?
Gruß,
MarionS

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Re: Hat diese Eiche das Zeug für die Schale?

Beitrag von bl.86 »

Der Winter kommt da schon zeitiger als sonstwo in Deutschland. Ist Mittelgebirge. Die Hecke steht aber an einem seichten Südhang, hat aber ansonsten eine sehr exponierte Lage....
Ich kann ja noch kleine Stumpen stehen lassen und Wundschutzknete drauf machen um die dann nächstes Jahr nachzuschneiden.

Klingt das gut?
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Re: Hat diese Eiche das Zeug für die Schale?

Beitrag von MarionS »

Ich rede nur davon, kleine Zweige zu entfernen, keine ganzen Äste. Das ist Frühjahrsarbeit.
Wundschutzknete ist das eine. Die schützt aber nur die Wunde selbst. Wenn die Eiche exponiert ist, also im Wind steht, können beschnittene Äste auch zurückfrieren. Das bedeutet, dass die letzten paar Knospen verloren gehen. Das könnten für die Gestaltung ein paar zuviel sein.
Hier im Hof habe ich eine Eiche so mehr in Strauchform in Pflege, die ich im Herbst ggf. ein wenig zurückschneide, damit schnippelwütige Nachbarn oder Vermieter nicht auf Ideen kommen. Da kürze ich immer nur ein wenig ein, damit die Pflanze weniger sperrig ist. Erst im Frühjahr schneide ich bis auf die Knospen runter, die dann auch austreiben sollen oder entferne Äste bis in den Stamm.

Da bei dir der Winter wahrscheinlich früher kommt als hier im Rheinland und stärker ausfällt, bin ich mit Ratschlägen lieber vorsichtig. Eine Schneedecke wäre ein ausgezeichneter Frostschutz, aber an der Stelle?
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Ich meine diesen ganzen Kraut-und-Rüben-Krempel, der hier das Chaos ins Bild bringt.
Ich meine diesen ganzen Kraut-und-Rüben-Krempel, der hier das Chaos ins Bild bringt.
2010-07-07_Schnitt.jpg (50.36 KiB) 927 mal betrachtet
Gruß,
MarionS

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Re: Hat diese Eiche das Zeug für die Schale?

Beitrag von bl.86 »

Danke für die schöne Veranschaulichung!!!

Ich frag mich halt grad, warum ich überhaupt jetzt die Zweige kappen "muss", wenn die später so und so geopfert werden (spätestens wenn ich mich dann richtig an die Arbeit mache).

Wegen der Neubildung von weiter innen liegenden Knospen, kann ich nur sagen, dass ja die Triebspitzen einen Tag vor Aufnahme der Fotos während des Heckenschnittes mit gefallen sind.....

lg
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Re: Hat diese Eiche das Zeug für die Schale?

Beitrag von MarionS »

Weils dich juckt. :-D
Mit klarer Lage kann man zudem auf Fotos vom Baum mehr sehen und fürs Frühjahr besser "peilen", wo man was machen kann.

Ich mag übrigens den Doppelstamm so, wie ich ihn sehen kann. Man behandelt einen Baum mit eng zusammenstehendem Doppelstamm so, als wenn er nur einen Stamm hätte - der ist halt "gespalten". Die Äste an den Stämmen sollen nach aussen hin gehen und nicht kreuzen.
Gruß,
MarionS

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