japanisch sprechendes Pfaffenhütchen : Doku

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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mohan
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japanisch sprechendes Pfaffenhütchen : Doku

Beitrag von mohan »

Hallo,
hier möchte ich den Werdegang eines jap. Pfaffenhütchens dokumentieren, welches vor ca 5 Jahren den Weg aus dem Pallschen Garten zu mir fand.

Damals war es nur ein Stumpen, an dessen Stamm 5 neue Knospen austrieben. Ganz früher muss es wohl einmal ein beeindruckender Baum/ Bonsai gewesen sein, bis etwas mit ihm passierte. Was, das kann ich leider nicht mehr sagen, da müsste ich einmal nachfragen.

Nun ja, damals hatte ich mir erlaubt ihn aus München per Flieger mit nach Paderborn zu nehmen und musste beim einchecken erleben wie zwei Beamte kamen, den Baum und mich begutachteten und ihn dann für diverse "Tests" mitnahmen.
Ich musste solange in einem Nebenzimmer warten :roll: :roll: .

Die ganze Zeit dachte ich darüber nach, wie ich mit so einem Baum wohl einen terroristischen Angriff hätte ausüben können... na ja, was soll man davon halten... ich habe leider auch nicht erfahren welche Test mit dem Baum gemacht wurden... immerhin habe ich meinen Flieger, mit Baum noch bekommen.

Wie auch immer, in den ersten drei Jahren hat das Pfaffenhütchen mir durchaus Sorge bereitet. 2 Jahre ließ ich den ersten Austrieb durchtreiben aber insgesamt war das Wachstum am Stocken. Nicht nur das, die neuen Blätter sahen sofort angegriffen, chloristisch und nach Pilz oder Mangel an Spurenelementen aus. Nicht nur einmal starben die dünnen Neuaustriebsstengel an diversen Stellen ab. An "Gestaltung" war nicht im Entferntesten zu denken, höchstens daran wie dieser "Krüppel" überleben kann.
Zusätzliche Düngung im 2 bzw. 3 Jahr mit Spurenelemeten brachte kein Erfolg. Der Austrieb blieb schwach und kümmerlich.

Irgendwann las ich dann über die Zusammenhänge vom PH Wert des Gieswasser und das Unvermögen zur Aufnahme diverser Elemente. Das war scheinbar der Durchbruch, absofort goß ich den Baum nur noch mit deutlich saurem Gießwasser und verabreichte die Spurenelemente nocheinmal und siehe da, die Blätter begannen "normal" auszusehen.
Die neu angewendete Allgemeindüngemethode hat heuer noch ihr Übriges getan!
Der Austrieb ist kräftig und üppig wie noch nie!
Ok, ein bisschen Mehltau hat er noch, aber das kriegen wir auch noch in Griff 8) .

Ich denke, ich kann anfangen mir Gedanken über seine Zukunft zu machen..
Das Totholz ist zum Teil nach und nach weich geworden, besonders in Bodennähe, weshalb ich es bereits stark reduziert habe.
Dateianhänge
Vor 5 Jahren
Vor 5 Jahren
f240438920.jpg
Gestern beim "großen OWL-Treffen" fotografiert.
Gestern beim "großen OWL-Treffen" fotografiert.
IMG_5735.jpg
Viele Grüße
monika
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Walter Pall
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Re: japanisch sprechendes Pfaffenhütchen : Doku

Beitrag von Walter Pall »

Gut gemacht. Jetzt kann der Baum wieder an mich zurück gehen.

Oder so.
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mohan
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Re: japanisch sprechendes Pfaffenhütchen : Doku

Beitrag von mohan »

Gerne doch Walter!
Ich schreib dir per PN welche der Hainbuchen du dann an die Seite stellen kannst :) .

Noch ein Bildnachtrag:
Dateianhänge
IMG_5736.jpg
Viele Grüße
monika
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achim73
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Re: japanisch sprechendes Pfaffenhütchen : Doku

Beitrag von achim73 »

das nennt man dann wohl outsourcing... :-D

schickes teilchen !
Gruss, Achim
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Martin_S
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Re: japanisch sprechendes Pfaffenhütchen : Doku

Beitrag von Martin_S »

Jau!
Sehr chic. Shohinmaß, oder?
How ever. Du sagts das die Blätter jetzt weider normal aussehen. Für mich wirken die sehr wellig und wenig straff (wenn man die ersten Bilder mit den letzten vergleicht erscheint mir das zumindest so). Ist das normal?
M
Beste Grüße
Martin

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Norbert_S
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Re: japanisch sprechendes Pfaffenhütchen : Doku

Beitrag von Norbert_S »

Moin Monika

Dass du gestalten kannst, weißt du ja selbst.
Es macht Spaß den kleinen Pfaffenhut anzusehen. Er ist auf einem guten Weg ein typischer Mohan zu werden und besseres kann ihm ja nicht passieren.

Über deine Bschreibung der Pflege bin ich allerdings schon etwas erstaunt.
Dass die Paffenhüte dem Pfleger manchmal Schwierigkeiten bereiten und für eine Zeit das gesunde Wachstum einstellen habe ich selbst bei meinen Bäumen, bei Heide und anderen gesehen. In allen Fällen hat eine Entsäuerung, bzw. ein Substratwechsel zu besserem Wachstum geführt, weil durch das Gießen mit weichem leicht saurem Regenwasser über die Jahre das Substrat zu sauer und in einigen Fällen auch zu dicht geworden war.
Zu nasse Füße mag der Pfaffenhut gar nicht, vor allem dann nicht, wenn durch einen hohen Humusanteil und Düngung mit organischem Dünger die Depotwirkung zu einem leichten versalzen des Substrats geführt hat..
Und Wiki schreibt:
"Das Pfaffenhütchen braucht nährstoffreiche, kalkhaltige und salzarme Böden."

Martin, die Blätter sind durch den Mehltau so verändert.
Norbert

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mohan
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Re: japanisch sprechendes Pfaffenhütchen : Doku

Beitrag von mohan »

Ne Martin, keine Chance! Shohinmaß ist das nicht. Baumhöhe ca 30-40 cm.
Also die Blätter wirken jetzt auf mich relativ normal, auch relativ normal hart. Die sahen früher noch viel welliger/ schrumpliger aus.
Allerdings haben die Blätter meiner Meinung nach große Ähnlichkeit mit unserem einheimischen Pfaffenhütchen, aber Walter sagt, der ist japanisch.
Viele Grüße
monika
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mohan
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Re: japanisch sprechendes Pfaffenhütchen : Doku

Beitrag von mohan »

Danke Norbert für dein Statement.
Darf ich noch einmal nachfragen, was dich nun konkret erstaunt hat :) ?
Auf den ersten Blick scheint die Vorgehensweise mit dem sauren Wasser doch dann üblich zu sein.
Viele Grüße
monika
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Martin_S
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Re: japanisch sprechendes Pfaffenhütchen : Doku

Beitrag von Martin_S »

Danke euch für die Antworten.
@Norbert: Mehltau macht aber doch keine Blätter wellig. Zumindest wüsste ich das nicht. Aber du hast in sofern recht, als das da Mehltau erkennbar wäre....
Kein Shohin? Schade! ;)
M
Beste Grüße
Martin

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Norbert_S
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Re: japanisch sprechendes Pfaffenhütchen : Doku

Beitrag von Norbert_S »

Monika, saures Wasser ist für mich ein Kalkräuber, oder liege ich da falsch?

Martin, Bei mir sehen Blätter, die schon im Austrieb vom Mehltau befallen werden, immer so wellig,schrumpelig aus.
Da scheint eine Beeinflussung durch die noch weiche Blattoberfläche zu erfolgen. Bei ausgehärteten Blättern habe ich eine solche Veränderung auch noch nie gesehen.
Norbert

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WolfgangWgn
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Re: japanisch sprechendes Pfaffenhütchen : Doku

Beitrag von WolfgangWgn »

Hallo,
jetzt muss ich doch noch mal nachfragen. Ich habe selbst ein Pfaffenhütchen, das nach dem Rückschnitt in Juni nicht mehr richtig austreiben will.

Soll ich jetzt mit (leicht saurem) Regenwasser gießen oder braucht der Baum Kalk? Kalk neutralisiert die Säure.

Ich persönlich habe eher den Eindruck, dass der Bauch erst schwächelt, seit ich mit Regenwasser gieße.

Viele Grüße
Wolfgang
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mohan
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Re: japanisch sprechendes Pfaffenhütchen : Doku

Beitrag von mohan »

Hallo Wolfgang, ich fürchte, dass ich dir nicht wirklich helfen kann.
Die Ursache der Wachstumsverzögerung bei deinem Pfaffenhütchen kann ganz anderes gelagert sein als bei meinem.

Wie schon erwähnt hatte ich bei diesem Baum den Eindruck ( beweisen werde ich es nicht können ;)), dass die Wirkung einer Spurenelementendüngung erst eingesetzt hat, nachdem ich eine zeitlang mit Regenwasser gegeossen habe.
Möglicherweise kann ich die Gesundheit des Pfaffenhütchens aber weiter verbessern indem ich jetzt wieder Kalk zuführe.
(Nachtrag: Vielleicht hätte es auch genügt die Spurenelemente per Blattdüngung zu verabreichen. :roll: )

Norbert, schrieb ja bereits, dass er eher mit dem umgekehrten Weg, also einer "Entsäuerung" des Substrats, Wachstumserfolge bei dieser Art hatte.

Das soll heißen, ja nachdem wie es mit der Beschaffenheit deines Substrats aussieht ( Verdichtet? Übersäuert?), könnte dir das vielleicht auch helfen, aber sicher ist das mit den knappen Infos nicht ;).
Viele Grüße
monika
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Re: japanisch sprechendes Pfaffenhütchen : Doku

Beitrag von WolfgangWgn »

Hallo Monika,
das Substrat enthält Tongranulat, Sand und Blumenerde und ist durchlässig. Aber es enthält keinen Kalk. Der Baum wurde im Frühjahr umgetopft. Bis Mai habe ich mit Leitungswasser gegossen, das bei uns im Allgäu relativ viel Kalk enthält. Momentan gieße ich mit Regenwasser.
Ich werde also jetzt Kalk unter das Substrat mischen.

Viele Grüße
Wolfgang
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