Ein Neuling und sein Bäumchen

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
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*Marco*
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Ein Neuling und sein Bäumchen

Beitrag von *Marco* »

Hallo zusammen

Ich heiße Marco bin 27 Jahre alt und am Anfang meiner Bonsaikarriere! Neben den Bonsai´s angel ich noch leidenschaftlich!! :-D
Ich habe mich hier und da ein weing als Gast umgesehen und mich dann für dieses Forum entschieden, da mir dieses am besten gefällt! *daumen_new*

Als Neuling hab ich natürlich viele Fragen und hoffe das ihr mir helfen könnt.
Nun hab ich auch schon eine Frage ich habe einen Acer palm Sangokaku. Leider hat dieser 2 Hauptstämme bei dem einer schön ausgeprägt gewachsen und der andere eher kahl! Ich habe ihn schon mal etwas in Form gedrahtet ( Ich weiß das ich das Drahten noch etwas üben muss!!! ) Jetzt weiß ich nicht ob das mit den beiden Stämmen überhaupt Sinn macht! Was würdet ihr mit diesem Baum anfangen??
P1050347 kl.jpg
P1050347 kl.jpg (35.28 KiB) 552 mal betrachtet
Mittlerweile dachte ich an einen Moyogi. Den linken Hauptstamm würde ich dann zur Mitte biegen. Was haltet ihr davon?
P1050347 bea fertig.jpg
Könnte ich den Baum jetzt noch umgestalten oder sollte ich lieber bis nächstes Frühjahr warten? Umtopfen werd ich ihn jetzt auf keinen Fall.

Danke schon aml für eure Antworten!!! Ich bin für jede andere Meinung offen!!!

Viele grüße

Marco
Viele Grüße

Marco
Eva Warthemann
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Re: Ein Neuling und sein Bäumchen

Beitrag von Eva Warthemann »

Hallo Marco!
Leider erkenne ich nicht wie lang der Stamm noch unterhalb der Gabelung ist und ob sich da eine Pfropfstelle befindet.
Für eine Vater-Sohngestaltung wäre der Ahorn ab der Gabelung gut geeignet. Dazu müßte man eventuell ein Abmoosen im nächsten Jahr unterhalb der Gabelung einplanen.
Könntest Du bitte noch ein deutliches Foto vom Stammansatz bis zur Gabelung machen und einstellen?
Liebe Grüße Eva Warthemann
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*Marco*
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Re: Ein Neuling und sein Bäumchen

Beitrag von *Marco* »

Hier das Bild von dem Stamm.
P1050350 bea.jpg
P1050350 bea.jpg (203.24 KiB) 508 mal betrachtet
Viele Grüße

Marco
Eva Warthemann
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Re: Ein Neuling und sein Bäumchen

Beitrag von Eva Warthemann »

Hallo Marco!
Also, ganz deutlich erkennbar, eine Pfropfstelle. Dazu noch, das die Unterlage grüne Rinde hat und die Pfropfreißer eine rötliche Rindenfärbung haben.
Hier wäre, meiner Meinung nach, das Abmoosen unumgänglich.
Vorsichtshalber würde ich das in dem blau eingezeichneten Bereich machen. Schöner würde es aussehen, wenn man das genau eine Etage höher machen würde. Da bin ich mir aber nicht sicher, ob dort eine Wurzelbildung erfolgen wird.
Den grün umrandeten Bereich würde ich an Deiner Stelle beobachten. Es sieht mir so aus, als ob dort die Rinde eine Schädigung hat, zumal sie recht schwarz ist- es könnte eine Pilzinfektion sein.
Deine Unterlage treibt scheinbar aus. Da könnte man noch einen weiteren Baum heranziehen.
(So habe ich es gemacht. Und die Unterlage hat mir durch Abmoosen drei zusätzliche Bäume geliefert. Es werden im kommenden Jahr noch mehr)
Über das Abmoosen kannst Du Dich hier im Forum bis nächstes Jahr noch gut informieren. Jetzt ist es zu spät dafür.
Liebe Grüße Eva Warthemann
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ahorn bearb..JPG (67.51 KiB) 494 mal betrachtet
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*Marco*
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Re: Ein Neuling und sein Bäumchen

Beitrag von *Marco* »

Danke für die schnelle Antwort! Die Vater und Sohn Idee find ich eigentlich ganz gut! Nur wo würdest du dann den rechten Stamm kürzen?
Viele Grüße

Marco
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camaju +
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Re: Ein Neuling und sein Bäumchen

Beitrag von camaju + »

*Marco* hat geschrieben:D Nur wo würdest du dann den rechten Stamm kürzen?
Gar nicht. Wenn du wirklich im nächsten Frühjahr abmossen willst, kannst du (der Baum) jedes Blatt brauchen. Meine Meinung.

Verdräng einfach mal diese "Anfängerkrankheit" unbedingt was schneiden zu wollen.;-)
Gruß Jürgen *wink*

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Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
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Frank80
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Re: Ein Neuling und sein Bäumchen

Beitrag von Frank80 »

Ich frage mich, ob Abmoosen für einen Anfänger die richtige Technik ist. Kommt das nicht ein bisschen zu früh (also nicht für den Baum, sondern für den Menschen, der diese Technik erstmal richtig anwenden muss)? Ich würde mich nicht ohne direkte Hilfe eines erfahrenen Bonsaianers an ein solches Projekt wagen. Und selbst richtig ausgeführt ist das ja noch keine Garantie, dass es auch wirklich funktioniert.

Man kann aus dem Baum auch ne prima frei-aufrechte Form machen, wenn man den rechten Stamm entfernt, ggf. kann man den stark einkürzen und als ersten Ast oder als Opferast zur Stammverdickung nutzen. Im weiteren Stammverlauf des linken Stammes gibts ja schon ne schöne Bewegung und jeweils an den Biegungen sitzen außen Äste, das sind doch gute Voraussetzungen. Wie es mit Rückseitenästen aussieht, kann ich anhand der Fotos schlecht beurteilen.

Also Marco, brich nichts übers Knie, setz dich in Ruhe mit deinem Baum auseinander, du hast ja eh noch bis ins Frühjahr Zeit, vorher würde ich keine großen Aktionen mehr starten.

MfG
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achim73
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Re: Ein Neuling und sein Bäumchen

Beitrag von achim73 »

ist die unterlage für das abmoosen überhaupt dick genug ?

noch eine anmerkung: nach meiner erfahrung wachsen aus narben alter schnittstellen (in diesem fall die veredelung) keine wurzeln.
also lieber etwas weiter unten als von eva eingezeichnet.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
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*Marco*
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Re: Ein Neuling und sein Bäumchen

Beitrag von *Marco* »

Frank80 hat geschrieben:Man kann aus dem Baum auch ne prima frei-aufrechte Form machen, wenn man den rechten Stamm entfernt, ggf. kann man den stark einkürzen und als ersten Ast oder als Opferast zur Stammverdickung nutzen.
MfG
Hallo Frank, das war eigentlich auch mein erster Gedanke wie ich es in meinem Virtuell versucht habe! BIn aber für alle anderen Gedanken offen, für was ich mich schlussendlich entscheide weiß ich noch nicht! Danke schön
Viele Grüße

Marco
Eva Warthemann
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Re: Ein Neuling und sein Bäumchen

Beitrag von Eva Warthemann »

Hallo Marco!
Auf Deinem zweiten Foto hast Du doch ein Dreieck eingezeichnet.
Zufälligerweise umfasst es genau den Bereich, indem ich die Vater -Sohn-Gestaltung, verwirklichen würde.
Ein Ahorn treibt nach einem Schnitt reichlich am Stamm und den Ästen aus, da wird es kaum Lücken im Kronenbereich geben.
Liebe Grüße Eva Warthemann
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Re: Ein Neuling und sein Bäumchen

Beitrag von Heike_vG »

Eva Warthemann hat geschrieben:Also, ganz deutlich erkennbar, eine Pfropfstelle. Dazu noch, das die Unterlage grüne Rinde hat und die Pfropfreißer eine rötliche Rindenfärbung haben. Hier wäre, meiner Meinung nach, das Abmoosen unumgänglich.
Die unterschiedlichen Rindenfarben werden wohl später nicht mehr sichtbar sein, wenn die farbige Jugendrinde unter grau-beiger alter Rinde verschwindet. Aus diesem Grund müsste man m.E. nicht unbedingt abmoosen.
Für einen Doppelstamm (Vater-Sohn-Geschichte) sitzen die beiden Stämme etwas hoch, aber es muss ja nicht immer alles genau lehrbuchkonform sein, auch so kann das später ganz nett aussehen.
Ob ein Anfänger gleich an seinem ersten Bäumchen das Abmoosen probieren sollte weiß ich auch nicht!? Würde ich eher nicht empfehlen.

Den fleckigen, eingefallenen Bereich, den Eva gekennzeichnet hat, würde ich auch im Auge behalten. Dort ist sicherlich die Rinde abgestorben. Ob hier ein Pilz eingedrungen ist kann ich nicht sagen. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Stelle nicht vergrößert und man irgendwann die tote Rinde deutlich abgegrenzt sieht und entfernen kann, damit sich ein sauberer Kallus darüber schließen kann.

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Re: Ein Neuling und sein Bäumchen

Beitrag von *Marco* »

Also der dunkle Bereich lässt sich mit dem Fingernagel leicht abschaben. Es fühlt sich wachsig an! Soll ich alles abschaben?
Gerade bei uns Anfänger ist am Anfang fast nichts " Lehrbuchkonform"! :lol:
Viele Grüße

Marco
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Heike_vG
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Re: Ein Neuling und sein Bäumchen

Beitrag von Heike_vG »

Hast Du Wundknete parat?
Dann kannst Du die tote Rinde abschaben, bis an die Ränder des lebenden Kambiums, das erkennst Du dort, wo etwas Grünes erscheint. Diese grünen Kanten kannst Du mit der Wundknete abdecken. Von hier aus kann der Kallus dann wieder über das tote Holz wachsen und die Stelle wieder schließen, innerhalb von einigen Jahren.

Viele Grüße,

Heike
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Re: Ein Neuling und sein Bäumchen

Beitrag von *Marco* »

Ne hab ich leider noch nicht ist aber schon in arbeit! Dann wart ich bis ich Wundknete habe!
Viele Grüße

Marco
Eva Warthemann
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Re: Ein Neuling und sein Bäumchen

Beitrag von Eva Warthemann »

Hallo Heike!

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Ob ein Anfänger gleich an seinem ersten Bäumchen das Abmoosen probieren sollte weiß ich auch nicht!? Würde ich eher nicht empfehlen.
Vor zwei Jahren hätt ich einem Anfänger dies auch nicht empfohlen.
Jedoch seit vergangenem Jahr habe ich die Erfahrung gemacht, das ein Ahorn innerhalb von zwei Monaten eine Menge Wurzeln beim Abmoosen erzeugt.
Er sollte die Abmoosung genau nach den Erfahrungsberichten und den Anleitungen aus diesem Forum durchführen, ganz wichtig, er sollte keine einzige grüne Faserbrücke an den Schnittstellen vom unteren Stamm zum oberen Stamm lassen.
Wenn dies dem Anfänger noch zu unsicher erscheint, dann sollte er einen Draht ganz fest unterhalb der oberen Schnittstelle verzurren, der sämtliche Faserreste zerquetzscht .
Wenn dies geschehen ist und dies Anfang Mai des jeweiligen Jahres, dann -Moos drum und schwarze Folie rum, dann kann nichts mehr schief gehen und die Abmoosung klappt fast hundertprozentig.
Ich habe mit dieser Technik viel zu lange gewartet und bin nun total davon begeistert.
In diesem Jahr habe ich drei Fächerahörner auf diese Art abgemoost. Es ist erstaunlich wie wuchsfreudig ein Fäcerahorn ist und wie schnell er Wurzeln beim Abmoosen bildet.
Liebe Grüße Eva Warthemnn
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