Fatpub Yamadori 2011 ( Betula pubescens)

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avicenna
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Fatpub Yamadori 2011 ( Betula pubescens)

Beitrag von avicenna »

Ich mach jetzt mal nen eigenen threat auf mit ihr. Ich komm schon ganz durcheinander mit den ganzen Birken :) . Ich hab sie "Fatpub" genannt, dann kann ich sie auch im threat wiederfinden.
Ich hab sie also im Mai bei Beginn der Knospenöffnung aus dem Moor gepflückt. Sie stand in einem Gebiet, in dem nach ca. 20-30 cm Wasser anstand und es sich fast um eine schwimmende Wiese mitten im Moor gehandelt hat. Dadurch zeigte sie ein völlig bonsaiverträgliches Nebaribild. Der Standort war offensichtlich nicht allzu wachstumsfreudig ... sie scheint schon etwas älter zu sein, weil die Moorbirken erst in höherem Alter eine weißliche Betulineinlagerung der Borke zeigen. Ich hab sie dort bis aufs Grundgerüst zurückgeschnitten, in Lavagranulat mit ein wenig Torf gesetzt und bis vor ca. 2 Wochen völlig durchwachsen lassen. Dies, um die neuen Astpartien in ihrem Dickenwachstum ein wenig anzugleichen mit den Gerüstschnittstellen.
Dann konnte ich es einfach nicht mehr aushalten :) , sah die ellenlangen Neuzuwächse und in den inneren Bereichen schälten sich die Blätter schon ab, weil deren Leitungsbündel durch das Dickenwachstum abrissen und die Internodien wurden auch ellenlang. Sie schoß geradezu ins Kraut.
Also zurückgeschnitten und die einzelne Astpartien gedrahtet um Licht ins Innere zu lassen und eine zweite Verzweigung in diesem Jahr zu erhalten.
Dann den Baum heraus aus seinem Trainingspot ( ein Deckel einer Pipelineröhre ), das Abzugsloch nochmals vergrößert , ein Metallnetz eingelegt und das Nebari ganz vorsichtig korrigiert. Dabei das Substrat wo es ging ausgetauscht gegen pures Lavagranulat. Dies deshalb, weil bei Umpflanzaktionen, Nebarikorrekturen etc. das Lavagraulat oder Maxit etc. sich hervorragend, ohne Wurzelschaden zu machen, löst. Torfgemische, auch wenn sie besser in der Wasserspeicherkapazität sind, neigen eher zu spinstigen Verwachsungen und zuviele Haarwurzeln nehmen beim Auseinanderbröseln Schaden .
So, nu steht sie wieder mit frischem Substrat in der prallen Sonne ( soweit sie scheint :) ) und wartet auf eure Gestaltungstipps :) und virtuals oder so ...

saludos
avicenna
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Hier werde ich sie zu Beginn des nächsten Frühjahres zurücknehmen ...
Hier werde ich sie zu Beginn des nächsten Frühjahres zurücknehmen ...
jupp

Re: Fatpub Yamadori 2011 ( Betula pubescens)

Beitrag von jupp »

Hallo Dietmar
Ausgehend von Bild 2 würde ich, wäre es mein Baum, die starken Äste rechts und links noch etwas einkürzen (wie weit kann ich auf den Bildern schlecht sehen). Ebenso die Spitze würde ich bis zu dem aufsteigenden, jungen Ast, der schon eine Verzweigung aufweist, absetzen. So würde auf den Substämmen und auf dem Hauptstamm jeweils eine "Einheit" entstehen, die dann eine harmonische, typische Birkenkrone bilden könnten.
Eine schnelle Skizze zeigt in etwa wie ich das meine....
Deine Birken sind sehr schönes "Rohmaterial" und in einigen stekt sehr gutes Potetial.
Freut mich zu hören wie Du das siehst.
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Skizze Birke avicenna
Skizze Birke avicenna
DSC_1431 (2).JPG (105.24 KiB) 905 mal betrachtet
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avicenna
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Re: Fatpub Yamadori 2011 ( Betula pubescens)

Beitrag von avicenna »

Hallo Jupp,
vielen Dank für die tolle Skizze. So kann ich mir diese Birke sehr gut vorstellen. Der Aspekt mit den einzelnen Schwerpunkten gefällt mir sehr gut. Ich habe immer ein wenig Probleme damit, gleich so stark einzukürzen ... aber es zahlt sich, wie man auf deiner Skizze sehr schön sehen kann, wohl letztlich aus.
Es ist wirklich eine Bereicherung, wenn Komentare und Vorschläge von außen kommen. Oftmals läuft man ständig an den Teilen vorbei und sieht einfach das Bild nicht was ihnen stecken kann, insbesondere bei Bäumen, an denen man schon seit Jahrzehnten vorbeiläuft :) .
saludos
avicenna
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avicenna
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Re: Fatpub Yamadori 2011 ( Betula pubescens)

Beitrag von avicenna »

Hier mal ein update nach dem Drahten. Die apikalen Stammreste sind abgesägt und die Astpartien in Form gebracht. Wie gesagt, es ist ein Yamadori aus dem letzten Jahr und dafür macht er sich doch prächtig, oder ?
( clickt auf pic und es kann größer betrachtet werden)

saludos
avicenna
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joseph
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Re: Fatpub Yamadori 2011 ( Betula pubescens)

Beitrag von joseph »

Hallo Avicenna, deine Rückseite wäre meine Vorderseite , bessere Wurzeln. Die Äste sind mir auch noch nicht richtig geordnet ( zu viele Kreuzungen) und zu lang.
Eine Birke lässt sich doch da schön feine Aufbauen, auch wen der Baum wie denke nicht zu geschleckt werden soll.

MfG Joseph
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avicenna
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Re: Fatpub Yamadori 2011 ( Betula pubescens)

Beitrag von avicenna »

joseph hat geschrieben:Die Äste sind mir auch noch nicht richtig geordnet ( zu viele Kreuzungen) und zu lang.
Eine Birke lässt sich doch da schön feine Aufbauen, auch wen der Baum wie denke nicht zu geschleckt werden soll.
Hallo Josef,

die "Kreuzungen" erscheinen nur so in der 2-dimensionalen Darstellung ... wenn das Teil vor die steht, siehts ganz anders aus, glaub mir :) . Das Gleiche ist bei Betrachtung der sogen. Vorderseite zu sehen, der Baum neigt sich dem Betrachter ein wenig zu ... auf dem pic ist das nicht zu sehen ...
Der Punkt mit dem Aufbau einer Birke kann m.E. nur schnell verlaufen, wenn der Baum genügend Vitalität hat und vor Allem viele Knospen ( sichere Austriebe). Ich hab bei dem Rückschnitt darauf Rücksicht genommen, dass ich diese sicheren Knospen auf der einen Seite habe, damit sicherstellen kann, dass der Baum auch über sein Grün seine Wüchsigkeit voll ausschöpfen kann und Zuwachs machen kann und zum Anderen will ich durch das Verbleiben von vielen Astpartien eine deutlichere Dickenzunahme der Äste forcieren. Viel Versorgung - dickere Äste ( einfacher Grundsatz). Eine solche Angleichung der Aststärken erhälst du nur über das Verbleiben von viel Wachstumsmasse. Nicht von ungefähr sieht die Birke im ersten Jahr nach yamadori eben so aus wie sie ausschaut. Da nutzt ein gewaltiges Reduzieren wenig.

saludos
avicenna
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joseph
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Re: Fatpub Yamadori 2011 ( Betula pubescens)

Beitrag von joseph »

OK, das waren ja nur mal so meine Gedanken, wobei auch die Großen der Szene teilweise mit der Heckenschere ran gehen um Erfolg zu haben. Und da kann ich nicht widersprechen. Und Äste verdicken mit der Zeit von alleine und stellen uns von Neuem auf die Probe , wenn du weißt was ich meine?
MfG Joseph / Tilo
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avicenna
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Re: Fatpub Yamadori 2011 ( Betula pubescens)

Beitrag von avicenna »

joseph hat geschrieben:Und Äste verdicken mit der Zeit von alleine und stellen uns von Neuem auf die Probe , wenn du weißt was ich meine?
Äste verdicken sich nicht mit der Zeit alleine ! Das ist abhängig von der zu versorgenden Blatt- und Triebmasse. Je mehr ein Ast zu versorgen hat desto mehr wird auch sein Zuwachs in der Wachstumsperiode sein, hat er weniger zu ver-oder zu entsorgen , ist der Zuwachs geringer. Daher lasse ich ja auch so viel wie möglich beim Aufbau der Birke dran und versuche nicht schon im ersten oder zweiten Jahr möglichst stammnah eine feine Astverzweigung zu erreichen. Mein erstes Ziel ist es beim Aufbau eine Astdickenangleichen oder Symetrie ( wie auch immer du es nennen willst) zu erhalten und den Astverlauf in seiner Ausrichtung zu stellen um dann möglichst wenig nachdrahten zu müssen.

Man kann sicher auch den anderen Weg gehen und schnell immer wieder die Triebe einkürzen ... das dauert aber dann mit Sicherheit umn ein vielfaches länger.

saludos
avicenna
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