Larix kaempferi ... soll mal 'n Literat werden

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avicenna
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Re: Larix kaempferi ... soll mal 'n Literat werden

Beitrag von avicenna »

Hallo Norbert,
Deine Optik täuscht dich nicht, die Verdickung ist, wenn man den Baum dreidimensional sieht, nur marginal aber dennoch vorhanden. Sie resultiert noch aus der Zeit, als der Baum in der Hecke stand und ich letztlich nur einen Ast erhalten habe.
Deinen Vorschlag zur Verdickung werde ich sicher im Frühjahr durch Verletzungen ( Längsschnitte durchs Kambium) anwenden. Das sagt mir eher zu als ein Ablaktieren und der Neuaufbau einer neuen Krone. Die Windungen im Apixbereich sind "natürlich-geschichtlich" :) und sind recht angenehm bei der Betrachtung finde ich ( das Auge kann dort schön wandern).
Zu den großen sharibereichen bin ich gekommen, weil der untere Stammteil ( eben auch aus der gleichen Standort-und dortigen "Schnittgeschichte" heraus), dicker und abrupter war als die Fortführung zum Kronenbereich. Meiner Ansicht nach wird nun das Augenmerk verstärkt auf die Totholzbereiche gelenkt und nicht so sehr auf den für mich eher langweilig und wenig spectakulär wirkenden unteren Stammteil.
Ich gebe dir und auch Heike Recht, dass ein Literat eigentlich keine so dominierenden Totholzlinien braucht, dies aber doch auch nur dann, wenn die Linieführung leicht konisch, sich zur Spitze hin langsam im Schwüngen verjüngend und elegant verläuft. Dies war nach meinem Empfinden hier nicht der Fall.
Also, meiner Vorliebe für Totholz folgend, so viel Totholz wie vom Baum toleriert, angelegt ... :). Ich hoffe sehr, dass sich im Laufe der Jahre durch die Versorgung des Grüns zunehmend die Stammlinien doch mehr und mehr zu fließenden Bahnen entwickeln werden und das Ganze ein harmonischeres Bild abgibt. Dazu kommt dann sicherlich auch eine Reduktion auf ausgesuchte Astpartien im Apixbereich ... er ist auf dem Weg ...

saludos
avicenna
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avicenna
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Re: Larix kaempferi ... soll mal 'n Literat werden

Beitrag von avicenna »

Norbert_S hat geschrieben:In den Bildern habe ich einen Bereich gekennzeichnet in dem sich der Stamm verjüngt um dann nach oben hin wieder stärker zu werden. Daraus ergeben sich für mich ... Alternativen
Hallo Norbert, ich habe mir das Ganze nochmal eingehend durch den Kopf gehen lassen und bin zu folgender, für mich passablen, Lösung gekommen. In den Abschnitten in denen der Verlauf eher ein wenig konisch scheint, habe ich kleine Sharipassagen eingebaut und sozusagen optisch ein wenig versucht zu tricksen. Zusätzlich habe ich einen Ast über eine Verdickungsstelle gedrahtet, sodass sie bei Laub eher verdeckt ist und bei Laublosigkeit vielleicht eine Feinverzweigung das Überdecken erledigt. Chris P. würde jetzt wohl sagen "...voll gelogen ..." aber was solls. Besser als ein Anlaktieren von Ästen und den Neuaufbau einer Krone isses allemal.

saludos
avicenna
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Norbert_S
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Re: Larix kaempferi ... soll mal 'n Literat werden

Beitrag von Norbert_S »

Hi Dietmar

Mit dem Schlitzen bist etwas zu hoch geraten, wenn du lediglich die inverse Verjüngung ausgleichen willst.

Der von hinten unten durch geschobene Ast gefällt mir (jetzt erster rechter Ast).
Rinde am Stamm anheben, Ast unterschieben, fixieren und gut ist. Dann hättest du eine Ausgangspunkt für eine Gestaltung.

Alles was oberhalb ist, wird sich bei weiterer Verdickung immer grausliger ansehen lassen, da ist einfach von allem zuviel.
Norbert

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Re: Larix kaempferi ... soll mal 'n Literat werden

Beitrag von Eva Warthemann »

Hallo Dietmar!
Mir gefiel die Gestaltung vom letzten Jahr ganz gut, aber die jetzigen Verenkungen wirken wirklich gruselig.
Einen guten Literaten zeichnen vorallem die wenigen gut gewählten Äste und Verzweigungen aus. Da ist nun mal das "Wenige" sehr wichtig.
Liebe Grüße Eva Warthemann
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avicenna
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Re: Larix kaempferi ... soll mal 'n Literat werden

Beitrag von avicenna »

Norbert_S hat geschrieben:Mit dem Schlitzen bist etwas zu hoch geraten, wenn du lediglich die inverse Verjüngung ausgleichen willst.
Hallo Norbert, es sollte kein Schlitzen sein ( aufreißen der Kambiumbahnen zur Kallusbildung etc.) sondern eine optische Variante zur Verringerung der "inversen Geschichte".
Norbert_S hat geschrieben: ... Ast unterschieben, fixieren und gut ist. Dann hättest du einen Ausgangspunkt für eine Gestaltung.
Darüber hab ich noch garnicht nachgedacht :roll: , gute Idee , aber dann würde ich lieber den zweiten Ast vorziehen ( der sich über den Stamm legt ) ... das könnte eine schöne Alternative sein *daumen_new*
Norbert_S hat geschrieben:Alles was oberhalb ist, wird sich bei weiterer Verdickung immer grausliger ansehen lassen, da ist einfach von allem zuviel.
und da sind wir schon wieder beim Thema :) , vielleicht sollte ich den Baum dann nicht Literat nennen wollen, viel wegnehmen ist ja nicht soo mein Ding, ich lass lieber mehr dran, damit alles gut verwurschtelt, knorzelig wachsen kann und gute, vitale Wundränder an den Shariflächen entstehen ... Wegnehmen kann man irgendwann, wenns mir zu grauselig wird, immer noch ...
Eva Warthemann hat geschrieben: ... aber die jetzigen Verenkungen wirken wirklich gruselig
Hallo Eva, was Verrenkungen sind die gruselig ausschauen,liegt immer im Auge des Betrachters :) , gib einen Rohling in die Hand von 10 Gestaltern und jeder bastelt nen anderen Baum ...( alter japanisches Sprichwort :P ) Ich find den Weg den er vielleicht machen wird gut, sollte doch so sein, odser ? :) saludos avicenna
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avicenna
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Re: Larix kaempferi ... soll mal 'n Literat werden

Beitrag von avicenna »

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