Fichtensterben

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
Trombone
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Fichtensterben

Beitrag von Trombone »

Hallo liebe Bonsaifreunde,
kann mir jemand einen Rat geben, warum meine Fichten schwächeln? Die Fichte von Bild eins habe ich etwa 2005 ausgegraben. Sie ist prima angewachsen. Nach gutem Austrieb dieses Jahr,habe ich die Gestaltung nachgearbeitet. Dann im Sommer ging es plötzlich los, die Nadeln wurden gelb. Inzwischen ist die Spitze ganz abgestorben und auch der unterste Ast dürfte nicht mehr zu retten sein.Beim Notumtopfen (ohne Wurzelschnitt) in ganz grobes Substrat, habe ich festgestellt, das die Wurzeln keine hellen Spitzen mehr hatten. Das bisherige Substrat bestand aus Maxit clay 104 und Bimskies.
Jetzt fängt die nächste Fichte auch an gelbe Nadeln zu bekommen.

Was könnte die Ursache sein? Hat jemand einen Tipp?

Meine anderen Fichten sehen alle noch vollkommen gesund aus.

Ich hoffe die Bilder reichen von der Qualität aus, das man etwas erkennen kann.
Im voraus schon mal Danke für euer Bemühen.
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BILU
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Re: Fichtensterben

Beitrag von BILU »

Hallo,

Substrat scheint eigentlich der Beschreibung nach recht durchlässig zu sein?
Wie oft hast Du gegossen?
Wann hast Du umgetopft?
Wenn aber keine hellen Spitzen an den Wurzeln sind heißt das auch keine Versorgung der Nadeln - ergo die werden gelb.
Wenn noch nicht zu weit fortgeschritten, hilft nur Feuchtigkeit für die Nadeln über die Luft dh übersprühen und Wurzeln abdecken - mach ich zZ auch mit frischen Yamadoris im Gweächshaus mit Zeitschaltuhr und Verneblerdüsen von Gxxxa.
Was ich im Laufe meiner nun 4-5 Jahre Yamadori Erfahrung mit Fichten rausgefunden habe ist -
Staunässe vermeiden
direkte Sonne die erste Zeit vermeiden (erste Zeit kann bei Yamadori schon 1-3 Jahre heißen)

ein zuviel an Dünger könnte natürlich auch Schuld sein, dass die Wurzeln nicht mehr weiss sind?

Gruß

Uli

PS ich habe schon einiges an Lehrgeld mit Yamadori bezahlen müssen :-(
Trombone
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Re: Fichtensterben

Beitrag von Trombone »

Das Substrat ist durchlässig, Abzuglöcher waren frei,ergo schließe ich Staunässe aus.Gedüngt wird einmal wöchentlich mit Flüssigdünger. Gegossen wird an heissen Tagen morgens und abends. Gegebenfalls auch noch mal am Nachmittag.
Umgetopft habe ich dieses Jahr nicht.
Ich giesse auch häufig über die Nadeln, da Nadelbäume ja auch Wasser über die Nadeln aufnehmen. Der Baum hat bis zum Sommer ja auch gut ausgetrieben, aber dann...?
Ich habe auch nach Ungeziefer gesucht, aber nix gefunden. Vorsorglich hab ich auch gesprüht.Aber leider hat nichts geholfen.
Bei Fichten habe ich mal gehört, das sie bei einem Standortwechsel öfter mal Zicken machen.Ich weiß nicht ob da was dran ist, da ich dieses Jahr umgezogen bin, wäre es ja eine Möglichkeit.
Oder vielleicht ein Pilz?
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Heike_vG
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Re: Fichtensterben

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Trombone,

zwar bin ich vermutlich als letzte berufen, etwas zu Fichten zu schreiben, weil ich schon lange keine mehr habe, :oops: aber meine unrühmlichen Erfahrungen passen ziemlich gut zu Deinem Bericht.
Bei mir gab es jedes Mal dasselbe Bild wie hier bei Dir. Meine Fichten kamen üblicher Weise aus der Baumschule oder Gartencenter, verschiedene Sorten. Ich hatte sie alle einige wenige Jahre und nach den ersten guten ein bis zwei Jahren fing es genauso an, dass die Nadeln fahl wurden und hier und da ein Ast wegstarb, bis der Baum ganz aufgab. :cry:
Bis heute weiß ich nicht wirklich, woran es gelegen hat. Leute in meinem AK haben seit Jahren die prächtigsten Fichten, aber wir haben nicht recht herausfinden können, warum es bei denen problemlos klappt und bei mir z.B. nicht. *kopfkratz*
Die Sache mit den Standortwechseln habe ich auch gehört, meine Fichten habe ich tatsächlich damals öfter umgestellt. Aber ob das wirklich der einzige Grund sein kann?
Weil ich keinen echten Anhaltspunkt habe, was ich mit den Fichten falsch gemacht habe, habe ich mir schon seit Jahren keine mehr angeschafft und auch um die verlockendsten Rohlinge einen Bogen gemacht. Kiefern, Lärchen, Wacholder und Eiben gedeihen bei mir problemlos, also habe ich mich auf diese Nadelbäume beschränkt. :?
Ich bin wirklich gespannt, ob es hier noch plausible Hinweise auf mögliche weitere Ursachen geben wird. Mich interessiert das brennend! *konfus*

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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bem_0
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Re: Fichtensterben

Beitrag von bem_0 »

Hallo,
seit letztem Jahr zeigten einige meiner Fichten vergleichbare Fehlerbilder / Nadeln wurden gelb, ganze Äste starben/. Ich habe die Ursache im Spinnmilbenbefall vermutet und meinen ganzen Baumbestand im Frühjahr mehrmals dagegen gesprüht. Die Fichten sind jetzt wieder dunkelgrün, mit sehr gutem Knospenbesatz.
Allerdings möglich ist auch ein Pilzbefall. Den habe zeitgleich mit einem Universal-Pilzmittel ( gegen echten/falschen Mehltau, Rost, Schorf usw.) bekämpft.
Welche von beiden Maßnahmen oder ob beide zusammen geholfen haben, kann ich nicht sagen. Das Ergebnis zählt.
übrigens geile Fichten hast du, wäre schade wenn sie eingingen.

Grüße aus dem Westerwald
Dietmar
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Trombone
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Re: Fichtensterben

Beitrag von Trombone »

An Spinnmilben hab ich auch schon gedacht. Müsste man dann aber nicht so ein paar ganz dünne Fäden sehen? Ich habe auch schon ein Blatt Papier unter einen Ast gehalten und dann am Ast geklopft, um zu sehen, ob was runterfällt. Nichts.

Dietmar, was hast du für Mittel benutzt?
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BILU
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Re: Fichtensterben

Beitrag von BILU »

Hallo,

ich glaube das Problem kommt aus den Wurzeln.
Keine weisse Wurzeln - keine Versorgung der Nadeln.
Dabei kann das Problem mit den Wuzeln schon längere Zeit zurückliegen - die Auswirkung aber erst jetzt zu sehen ist.

Gruß

Uli
Trombone
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Re: Fichtensterben

Beitrag von Trombone »

Klar, keine Versorgung des Baumes durch die Wurzeln, Baum stirbt. Letztendlich heisst das dann wohl: Pflegefehler.

Ich hatte gehofft,es ist vielleicht was anderes.

Bei der kleinen Fichte von Bild drei,kann ich über die Wurzeln noch nichts sagen, wollte das Bäumchen nicht noch zusätzlich stressen.

Uli, was meinst du mit: der Fehler kann länger zurückliegen?
Bisher waren beim Umtopfen die Wurzeln immer in Ordnung. Der Baum trieb auch kräftig aus.Keine Anzeichen von Schwäche. Die Nadeln tief grün und schöne Knospen. Erst ab Sommer diesen Jahres fing er an zu Zicken.Ich hab die Spitze nochmals zurückgeschnitten, um den Baum etwas kompakter zu gestalten. Ob das die Ursache sein könnte?

Momentan bin ich einfach ratlos.Es ist natürlich immer schwer, im nachhinein Fehler oder Ursachen zu finden.
Ich würde halt gern für die Zukunft weitere Fehler vermeiden.

Danke für eure Hilfe.
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xistsixt
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Re: Fichtensterben

Beitrag von xistsixt »

Hallo

Ich habe da eine Theorie von meinen Leuten. Laut denen mögen es Fichten gar nicht nur in groben Substrat zu stehen. Wie z.B. 100% Maxit - Bimsgemisch.

Sie haben mir geraten immer etwas Blumenerde unter das Substrat zu mischen.

Ich hatte das gleiche Problem mit meiner kleinen. Ich hab sie in das WP Substrat gesetzt und konnte zusehen das es ihr von Tag zu Tag schlechter ging.

Kurzerhand nochmal ausgetopft und etwas Universalblumenerde unter das Substrat gemischt ohne Wurzelbehandlung wieder eingetopft und die Fichte hat sich zusehends wieder erholt.

Gruss Vali
"Character is like a tree and reputation like a shadow.
The shadow is what we think of it; the tree is the real thing."

- Abraham Lincoln
MerschelMarco
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Re: Fichtensterben

Beitrag von MerschelMarco »

Vom geschilderten zeitlichen Verlauf her, könnte es auch ein Überhitzungsproblem sein. Da Fichten genauso wie die Larix decidua in unseren Breiten Gebirgsbäume sind, reagieren sie empfindlich auf Hitze. Vor allem die Wurzeln. In deinem Fall steht der Baum auch noch in einer relativ kleinen Schale, die auch Temperaturspitzen nicht abpuffern kann.
Vorsicht ist immer dann geboten wenn die Erdoberfläche trotz Hitze nicht mehr so schnell wie sonst üblich abtrocknet. Dann haben die Wurzeln die Aktivität heruntergefahren und es droht akut Wurzelfäule sowie das Vertrocknen der Nadeln.
Also Fichten und Lärchen während heißer Tage am besten halbschattig stellen oder versuchen zumindest den Wurzelballen zu beschatten.

Bei Koniferen mische ich auch immer etwas organisches Material unter (Pufferwirkung, Mykorhiza, Wasserspeicher, usw..), ich glaube das macht WP aber auch.

Viele Grüße,
Marco

PS: Kannst du den Borkenkäfer ausschließen?
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heinz leitner
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Re: Fichtensterben

Beitrag von heinz leitner »

MerschelMarco hat geschrieben:Also Fichten und Lärchen während heißer Tage am besten halbschattig stellen oder versuchen zumindest den Wurzelballen zu beschatten.
Fichten würde ich sowieso immer halbschattig stellen.
In der vollen Sonne fühlen die sich nicht sehr wohl.
Gruss Heinz
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Heike_vG
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Re: Fichtensterben

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Marco und Heinz,

Eure Hinweise lassen mir zumindest schon mal ein Licht aufgehen. :idea: Als ich noch Fichten hatte, habe ich noch woanders gewohnt, wo ich nur einen kleinen, auf allen vier Seiten von Mauern eingeschlossenen Hinterhofgarten hatte, der zum größten Teil auch noch gepflastert war. Dort hat sich immer eine trockene Hitze im Sommer entwickelt, die auch bei den Ahornen leicht braune Blattspitzen verursacht hat.
Vielleicht versuche ich es irgendwann doch mal wieder mit einer Fichte, da ich nun weiß, dass man sie vor Überhitzung schützen muss. Danke Euch! :wink:

Liebe Grüße,

Heike
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Trombone
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Re: Fichtensterben

Beitrag von Trombone »

Das Überhitzungsproblem passt zeitlich mit den Symtomen passen. Bisher hat die Fichte auch immer halbschattig gestanden.
Dieses Jahr war dann der Umzug ins eigene Heim und der Garten ist noch nicht angelegt. Sprich Halbschatten oder gar Schatten: Fehlanzeige.

Meine Lärchen und die anderen Fichten hatten mit der Sonne überhaupt keine Probleme. Aber es macht sicher auch die Summe von allem, vielleicht habe ich auch die Vitalität des Baumes etwas überschätzt.
Ergo: ich werde in Zukunft noch vorsichtiger sein.

Borkenkäfer kann ich nicht ausschliessen, da muß ich erst mal googlen, wie ein Befall zu erkennen ist.

LG Reiner
Dhunger
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Re: Fichtensterben

Beitrag von Dhunger »

Hallo :)

Ich hab ähnliches bei einer meiner Fichten beobachtet die ich dieses Frühjahr ausgegraben hab. Viele dortige Fichten hatten braune Nadeln und sahen aus als
ob die Äste mit Erde überkrustet waren. Letzteres dachte ich auch. Also hab ich das Ding mit (ging sehr einfach sie saß nur auf einer Steinplatte)
Ich dachte dass ich keine Krankheit zu befürchten hatte. Wieder zuhause überlegt ich mir, wie soll auf eine 20 Meter hohe Fichte Erde in die Nadeln gespühlt worden sein?
Meine Mutter meinte es könnte doch auch eine Kuh drauf ge****** haben, aber Kühe klettern auch nicht ;)
Also war das ganze da oben doch ein Pilz oder ein Schädling.
Also fix zu meim Bonsaivertrauten, doch leider kannte selbst er das Schadbild nicht. Ich hab dann auch mal im Bonsaifreundeskreis rumgefragt auch die wussten kein Rat.
Ich hab dann im Internet gesucht und auch nichts gefunden. Sprich ich hab keine Ahnung was es ist.
Dann hab ich gegen saugende Insekten gespritz (hat bei mir auch noch irgendwas schwaches was auch gegen Pilz wirkt drinn) und dann wurde es ein bisschen besser, was ich auf das
Pilzmittel da drinn zurückführe.
Also hab ich dann gegen Pilz gespritzt und siehe da es ging Bergauf. Nur ganz weg war es noch nicht also hab ich zusätzlich noch mit Wasser/Jinmittel (20:1) gespritzt.
Das war mir zwar etwas viel rumprobiere und alles aber jetzt ist es weg. Ich bin glücklich und die Fichte auch.
Ich hoff nur dass sie mir meine rumdoktorrei nicht übel nimmt.

Zum Substrat, ich verwende ein Gemisch aus gröberem Akadama, Bims und Humus (1:1:1). Bei älteren Fichten kommt ein bisschen mehr Akadama und Bims rein.
Aber ich hab immer einen Humusanteil drinn, denn wenn man in den Alpen den Boden sich anschaut (meine Fichten sind durchgänig aus den Alpen) is dieser in den Hochwäldern sehr durchlässig und es findet sich eine dünne Humusschicht.
Ich erziele mit der Erdmischung sehr gute Ergebnisse.


ich hoffe ich konnte dir Helfen und hab nicht nur Ramsch erzählt :)
David
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Bergi
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Re: Fichtensterben

Beitrag von Bergi »

xistsixt hat geschrieben: Laut denen mögen es Fichten gar nicht nur in groben Substrat zu stehen. Wie z.B. 100% Maxit - Bimsgemisch. Sie haben mir geraten immer etwas Blumenerde unter das Substrat zu mischen.
Guten Abend,
ich habe bei meinen ganz wenigen Fichten, aber auch z.B. mit der einheimischen Heckenkirsche, ebenfalls den Eindruck, dass sie mit "modernem" Substrat manchmal schlechter klarkommen als mit einer "altmodischen" Mischung in Richtung "Gartenerde mit strukturfestem Zuschlag".
Eventuell summiert sich das ja dann noch mit Wetter- und Temperaturverlauf.
Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
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