Stammnahes Absenken von Ästen
Stammnahes Absenken von Ästen
Hier gibt es sicher die vielfältigsten Techniken dazu und es wäre sicher interessant sie einmal hier vorzustellen in Wort und Bild.
Ich möchte den Anfang machen und über meine Vorgehensweise durch das
Einstemmen und Abhebeln von oben bei einer Lärche
zu berichten.
Lärchen überwallen durch Ersatzgewebe Wundstellen recht schnell und problemlos. Das hat mich dann auch dazu motiviert, bei stärkeren Ästen ... im gezeigten Beispiel bei einem Baum an 7 Stellen gleichzeitig... den Eingriff zu wagen. Der Baum ist recht vital und wüchsig ...
Als erstes habe ich mir ein Hebelwerkzeug selbst zurechtgeschliffen ... aus einem größeren Schraubendreher an einer automatischen Schleifapparatur.
Mit diesem Stemmwerkzeug wurde an den Stellen, an denen ein Abhebeln vollzogen werden sollte, ganz gezielt von oben mit einem Hammer als Schlagwerkzeug eine "Spaltlinie in die Borke und das Holz getrieben. Diese fungieren als Orientierungen der späteren Reißzonen und diese geben die späteren Sollbruchzonen vor. Dann wurde nach und nach, schlagweise, der Linienführung folgend immer tiefer durch das scharfe Spaltwerkzeug ins Holz geschlagen ... bis letztlich der rundliche Anteil ( recht stabil bei Hebelkrafteinwirkungen) ins Holz eintauchte. Dabei war dann nach einigen Schlägen schon eine Bewegung im Ast zu sehen. Diese Bewegung wurde dann durch sachtes Abhebeln unterstützt und der Ast bewegte sich in die gewünschte Richtung. Durch das Fassen und Biegen des zu biegenden Astes an einem dem Stamm entfernten Teil war nochmals eine gezielte Positionierung und ein Fixieren mittels Spanndraht möglich.
Danach folgte ein Einschmieren mit Melkfett zum "Versiegeln" der entstandenen Wundflächen.
Die Aststärke bei dieser Aktion beläuft sich wie gesagt an 7 Stellen zwischen 2-4 cm.
saludos
avicenna
Ich möchte den Anfang machen und über meine Vorgehensweise durch das
Einstemmen und Abhebeln von oben bei einer Lärche
zu berichten.
Lärchen überwallen durch Ersatzgewebe Wundstellen recht schnell und problemlos. Das hat mich dann auch dazu motiviert, bei stärkeren Ästen ... im gezeigten Beispiel bei einem Baum an 7 Stellen gleichzeitig... den Eingriff zu wagen. Der Baum ist recht vital und wüchsig ...
Als erstes habe ich mir ein Hebelwerkzeug selbst zurechtgeschliffen ... aus einem größeren Schraubendreher an einer automatischen Schleifapparatur.
Mit diesem Stemmwerkzeug wurde an den Stellen, an denen ein Abhebeln vollzogen werden sollte, ganz gezielt von oben mit einem Hammer als Schlagwerkzeug eine "Spaltlinie in die Borke und das Holz getrieben. Diese fungieren als Orientierungen der späteren Reißzonen und diese geben die späteren Sollbruchzonen vor. Dann wurde nach und nach, schlagweise, der Linienführung folgend immer tiefer durch das scharfe Spaltwerkzeug ins Holz geschlagen ... bis letztlich der rundliche Anteil ( recht stabil bei Hebelkrafteinwirkungen) ins Holz eintauchte. Dabei war dann nach einigen Schlägen schon eine Bewegung im Ast zu sehen. Diese Bewegung wurde dann durch sachtes Abhebeln unterstützt und der Ast bewegte sich in die gewünschte Richtung. Durch das Fassen und Biegen des zu biegenden Astes an einem dem Stamm entfernten Teil war nochmals eine gezielte Positionierung und ein Fixieren mittels Spanndraht möglich.
Danach folgte ein Einschmieren mit Melkfett zum "Versiegeln" der entstandenen Wundflächen.
Die Aststärke bei dieser Aktion beläuft sich wie gesagt an 7 Stellen zwischen 2-4 cm.
saludos
avicenna
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Zuletzt geändert von avicenna am 10.01.2012, 22:00, insgesamt 1-mal geändert.
- Karl-Heinz G.
- Beiträge: 956
- Registriert: 21.01.2004, 19:11
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Re: Absenken von stammnahen Ästen
Hallo Dietmar,
nun hast du diesem Thema ja einen eigenen Thread gegeben. Deine Erläuterungen und die Aufnahmen sind sehr aufschlussreich. Die Überschrift finde ich etwas irritierend, denn Äste sind doch immer stammnah - "stammnahes Absenken von Ästen" würde es m.E. besser treffen.
nun hast du diesem Thema ja einen eigenen Thread gegeben. Deine Erläuterungen und die Aufnahmen sind sehr aufschlussreich. Die Überschrift finde ich etwas irritierend, denn Äste sind doch immer stammnah - "stammnahes Absenken von Ästen" würde es m.E. besser treffen.
Viele Grüße
Karl-Heinz
Karl-Heinz
Re: Absenken von stammnahen Ästen
Hallo Dietmar,
danke für den anschaulichen Beitrag. Das könnte ein Kandidat für's Fachwissen sein als Ergänzung von Karl Thier's Beitrag.
Servus,
Robert
PS: Der Titel sollte wohl besser "Stammnahes absenken von Ästen lauten"
danke für den anschaulichen Beitrag. Das könnte ein Kandidat für's Fachwissen sein als Ergänzung von Karl Thier's Beitrag.
Servus,
Robert
PS: Der Titel sollte wohl besser "Stammnahes absenken von Ästen lauten"
Re: Stammnahes Absenken von Ästen
Vielleicht kann man es eine Variation dieser Technik nennen ... ein
seitliches Abhebeln von Ästen
Dazu wird in Längsrichtung eine Sollbruch-Hebelzone mit dem Stemmwerkzeug markiert und zunehmend durch Stemmen ins Kernholz getrieben. Durch zunehmendes Hebeln nach dem Eintreiben des Stemmwerkzeuges kann man die Fasern nach und nach lösen und den Ast in die gewünschte Richtung bringen und dann letztlich dort fixieren.
Bei diesem Verfahren öffnet man zwar sehr große Kernholzbereiche, schadet aber letztlich nur unwesentlich den Leitungsbahnen. Bei großen Öffnungs-oder Spaltwinkeln sollte man die Sollbruchzone nur auch entsprechend groß wählen um ein Abknicken von Leitungsbahnen möglichst klein zu halten.
saludos
avicenna
seitliches Abhebeln von Ästen
Dazu wird in Längsrichtung eine Sollbruch-Hebelzone mit dem Stemmwerkzeug markiert und zunehmend durch Stemmen ins Kernholz getrieben. Durch zunehmendes Hebeln nach dem Eintreiben des Stemmwerkzeuges kann man die Fasern nach und nach lösen und den Ast in die gewünschte Richtung bringen und dann letztlich dort fixieren.
Bei diesem Verfahren öffnet man zwar sehr große Kernholzbereiche, schadet aber letztlich nur unwesentlich den Leitungsbahnen. Bei großen Öffnungs-oder Spaltwinkeln sollte man die Sollbruchzone nur auch entsprechend groß wählen um ein Abknicken von Leitungsbahnen möglichst klein zu halten.
saludos
avicenna
Re: Stammnahes Absenken von Ästen
Hier noch ein Beispiel bei einer widerum anderen Lärche. Der in seiner Position zu verändernde Ast stand in einer Ebene , von oben betrachtet, mit einem darunterliegenden Ast und vermittelte eher Symetrie. Daher wurde heute der obere Ast zur Seite gehebelt.
Sorry wegen der Bildqualität aber die Lichtverhältnisse sind zur Zeit wirklich mies und mit Blitz bringts auch nichts. Ich hoffe man kann genug erkennen.
saludos
avicenna
Sorry wegen der Bildqualität aber die Lichtverhältnisse sind zur Zeit wirklich mies und mit Blitz bringts auch nichts. Ich hoffe man kann genug erkennen.
saludos
avicenna
- Dateianhänge
Re: Stammnahes Absenken von Ästen
Hallo Anja,
durch ... " lass uns mal drüber reden und unseren Namen summen " ...geht der Ast nicht in eine andere Position
saludos
avicenna
durch ... " lass uns mal drüber reden und unseren Namen summen " ...geht der Ast nicht in eine andere Position
saludos
avicenna
Re: Stammnahes Absenken von Ästen
Das ist ja auch mal eine brauchbare Variante, um einen Ast anders zu positionieren! Bei Lärchen, die so ein starkes Kalluswachstum haben, ist das auf jeden Fall etwas, was man im Kopf behalten sollte.
LG, Heike
LG, Heike
Re: Stammnahes Absenken von Ästen
avicenna hat geschrieben:Hallo Anja,
durch ... " lass uns mal drüber reden und unseren Namen summen " ...geht der Ast nicht in eine andere Position![]()
saludos
avicenna
Re: Stammnahes Absenken von Ästen
was ist dieses schwarze zeugs ? kann es sein, dass sich die großen wundbereiche mit irgendwas infiziert haben ?
wie wüchsig snd die betroffenen äste ? gibt es einen unterschied zu vorher ?
wie wüchsig snd die betroffenen äste ? gibt es einen unterschied zu vorher ?
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
Re: Stammnahes Absenken von Ästen
Nein, die Wüchsigkeit ist unbeeinflusst, zu vorher keine Einschränkung. Ich tippe auf Oxidationsprozesse ... möglicherweise hat das aufgetragene Melkfett irgendeine Grundlage dazu gegeben. Die Wunden selber sind somit abgeschlossen.Es kann auch die Feuchtigkeit des aufgetragenen Fettes sein die in dieser Witterung mit Frost zu diesen Abdunklungen führt.
saludos
avicenna
saludos
avicenna
- Funkadalic
- Beiträge: 53
- Registriert: 04.11.2011, 22:27
Re: Stammnahes Absenken von Ästen
Und was hast du jetzt damit gewonnen, bzw. die Gestaltung?? ISt die jetzt besser?
Re: Stammnahes Absenken von Ästen
Ohne eine Zielvorstellung macht das Ganze doch keinen Sinn ? oder ? Durch diese Aktion sind die Abgänge der Äste nach unten verlagert worden oder in eine entsprechend gewünschte Richtung. Sicher macht das dann auch Sinn ...Funkadalic hat geschrieben:Und was hast du jetzt damit gewonnen
saludos
avicenna
Re: Stammnahes Absenken von Ästen
ja, das mit dem fett könnte sein. hoffentlich geht das wieder weg, sieht ja nicht gerade schön aus.
die methode an sich finde ich interessant, ich habe auch eine lärche, an der einige äste abgesenkt werden müssen, allerdings nur ca. 1 cm. durchmesser.
die methode mit dem umgekehrten ansatz (unten keil raisschneiden) hast du nie getestet, oder ?
die methode an sich finde ich interessant, ich habe auch eine lärche, an der einige äste abgesenkt werden müssen, allerdings nur ca. 1 cm. durchmesser.
die methode mit dem umgekehrten ansatz (unten keil raisschneiden) hast du nie getestet, oder ?
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
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