Rodung eines alten Buxus!

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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Josef Knieke
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Rodung eines alten Buxus!

Beitrag von Josef Knieke »

Hallo ihr Lieben

wollte euch mal aufzeigen, was alte Pflanzen für Probleme mit sich bringen können. Habe mich am gestrigen Tage mit meinem Freund Reinhard getroffen. Eine alte Kleingartenanlage von 1912 (der Gartenverein hätte diese Jahrs seinen hundertsten gehabt) soll gerodet werden. Nachdem die örtliche Presse aufgrund der Verwahrlosung auf das Problem aufmerksam gemacht hat, rollten innerhalb kürzester Zeit die Bagger an. Die Anlage sollte bis zum November diesen Jahres einem Hotelneubau weichen. Nun war aber Eile geboten.

Nun haben 3 Tage gereicht, die fast hundert Jahre alte Anlage dem Erdboden gleich zu machen.

Glücklicherweise sind Reinhard und ich noch auf eine geschätz genauso alte Buchsbaumhecke gestoßen. Hab ein Exemplar endeckt, das aufgrund verschiedener "Vorteile" meine Sammlung bereichern sollte.

Da dies nun nicht der erste Buxus ist, der von mir gerodet wurde, hatte ich keine Angst davor auch ein etwa 90 Jahre altes Exemplar aus der Hecke zu entnehemen.

Nach etwa eineinhalb Stunden haben wir trotz bester Ausrüstung aufgeben müssen. Eintretende Dunkelheit und eine einzige dicke Wurzel haben uns scheitern lassen. (das allererste Mal, dass wir kapitulierten mussten :oops: )

So habe ich mich heute auf den Weg gemacht und die städtischen Arbeiter gebeten mit schwerem Räumgerät anzurücken. Ein kleiner Obulus in die Kaffeekasse und der Einsatz eines Baggers haben mich zum Erfolg gebracht! Tja eigentlich hätte man da eher drauf kommen können!! :roll:

Aber seht selbst. Mal schauen was im Laufe der Zeit draus wird. Über Ratschläge und Kritik wäre ich sehr dankbar!

Weitere Bilder folgen!!!!



Gruß

Josef
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Das Einkürzen mit einer Säge - unproblematisch
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gute Gartenerde, gut für den Spaten
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nach der Bergung
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ein klassischer Mehrfachstamm???
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einer der Übeltäter, das Beil hat Narben hinterlassen, mehr aber auch nicht
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die große Astschere war zu klein
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mit einer Säge ging es dann
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zum Reinigen in den Kübel (der Mörtelkübel ist 75 mal 50cm)
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Hans Peter
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Re: Rodung eines alten Buxus!

Beitrag von Hans Peter »

genial Josef,

mal sehen was Du daraus machst.

Gruß

Hans Peter
MarcoW

-

Beitrag von MarcoW »

-
Zuletzt geändert von MarcoW am 06.01.2014, 13:41, insgesamt 1-mal geändert.
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joseph
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Re: Rodung eines alten Buxus!

Beitrag von joseph »

Hallo Josef, schöne Basis. In was für einer Erde steht er denn?

MfG Joseph
MfG Joseph / Tilo
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Josef Knieke
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Re: Rodung eines alten Buxus!

Beitrag von Josef Knieke »

Hallo Marco, hallo Hans Peter

schön, dass euch mein Urualt Buxus gefällt. Mals was draus wird! :roll:


@Joseph

der bekommt eine Mischung aus grobkörnigem Akadama, Bims und Lavagranulat.

In der Hoffnung, dass er im Frühjahr kräftig loslegen wird.




LG

Josef
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Josef Knieke
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Re: Rodung eines alten Buxus!

Beitrag von Josef Knieke »

....hab mich heute mal an den Wurzelballen getraut.

Leider ist mein größtes Pflanzgefäß nicht groß genug! .....und im Beet ist auch kein Platz mehr!:roll:

Werde von den dicken Stumpen unterhalb der Faserwurzeln noch was abnehmen.






LG

Josef
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die Schale misst 68x50x13cm
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Re: Rodung eines alten Buxus!

Beitrag von Eva Warthemann »

Hallo Josef!
Wenn ich die Schnittstelle unterhalb Deines Buchsbaumes sehe, frage ich mich ob dieser genügend Faserwurzeln hat, um neu auszutreiben. Mir erscheint auch die Schale, die Du gewählt hast für den Anfang zu klein.
Aber es kann ja sein, das Du mehr Erfahrungen in Sachen Buchsbaum hast als ich.
Mich interessiert, wie Du die große Schnittstelle behandelt hast, bevor sie in das Pflanzsubstrat kam. Behandelst Du diese mit Holzkohlepulver, oder Baumwachs?
Mir sind schon recht schöne Exemplare eingegangen. Als ich dann Nachforschungen betrieben habe, was der Grund dafür sein könnte, wurde mir gesagt, das der Buchsbaum viel Platz für die Faserwurzeln braucht, zumindest für Zeit des Anwachsens.
Ich habe mir aus Stecklingen eine Buchsbaumhecke gezogen, die bald reif zum Ernten wird. :P Deshalb möchte ich nun genügend Erfahrungsberichte lesen, und viel lernen, damit diesmal alles gut geht.
Ich würde mich freuen, wenn Du mir meine Fragen beantwortest.
Liebe Grüße Eva Warthemann
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Josef Knieke
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Re: Rodung eines alten Buxus!

Beitrag von Josef Knieke »

Hallo Eva

ich glaube, an den Faserwurzeln sollte es nicht liegen.
IMG_7606b.JPG
Ich habe schon ettliche Buxus gerodet, ausgegraben oder im Garten umgesetzt. Ob Jung oder alt, inwiefern einer davon eingegangen ist, ist mir nicht bewusst. Die feinen Wurzeln bilden sich eher am Stammansatz. Nach unten in der Erde sind m.E. immer weniger. Mich hat hier gewundert, dass der eine derartige Pfahlwurzel hatte. War mir bis daher beim Buxus nicht bekannt. Vllt. liegt es am Alter??? Ich weiß es nicht.

Die großen Schnittstellen behandele ich mit LacBalsam. Das kommt nur auf die richtig großen Stellen. Ansonsten behandele ich die Wurzeln nicht, auch bei meinen anderen Bäumen nicht.
LacBalsam dichtet die Schnittstelle richtig ab. Wundknete hingegen ist luftdurchlässig.

Als Substrat verwende ich sehr grobe, körnige Bestandteile, aus Bims, Lava, Splitt und Akadama.

Ja mit der Schale, das ist so eine Sache. Es ist meine Größte, die ich habe. Naja vllt. kann ich sie mal später verwenden. Dann bleiben nur noch Kunststoffkübel als geeignete Gefäße. Mal schauen, was ich da noch so habe.



Gruß

Josef
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Norbert_S
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Re: Rodung eines alten Buxus!

Beitrag von Norbert_S »

Josef
Ein paar Bretter, eine Handvoll Nägel, damit gibt es die besten Trainingschalen für jede Größe passend.
Norbert

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Josef Knieke
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Re: Rodung eines alten Buxus!

Beitrag von Josef Knieke »

...ja Norbert

da wird es drauf hinaus laufen!! *daumen_new*





Josef
Zuletzt geändert von Josef Knieke am 20.01.2012, 08:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rodung eines alten Buxus!

Beitrag von Eva Warthemann »

Hallo Josef!
Vielen Dank für Deine Antwort.
Ich benutze auch Lacbalsam bei größeren Schnittwunden im Wurzelbereich.
Meine Substratmischungen habe ich bisher ohne Akadama und Split gemischt. Ich verwende die Dachschüttungen wie Perlite und mische noch ein drittel Weißtorf unter. Damit bin ich bisher bei meinen anderen Bäumen recht gut klar gekommen.
Das müßte doch für den Buchs auch gehen. Oder was denkt Ihr dazu?
Liebe Grüße Eva Warthemann
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Re: Rodung eines alten Buxus!

Beitrag von Josef Knieke »

Hallo Eva

über Erfahrungen mit Weißtorf kann ich nicht berichten. :oops:

Soweit ich weiß, mögen Buxus kein zu sehr verdichtetes Substrat. Die bevorzugen eine eher luftige Mischung. Dann ist die Verwendung von Maxit oder ähnlichen Zusatzstoffen bestens geeignet.
Andere schwören auf hochwertige Pflanzerde oder Blumenkübelerde, versetzt mit eben diesen Zusätzen!



Gruß

Josef
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Re: Rodung eines alten Buxus!

Beitrag von bering »

Hallo zusammen,
ist das denn jetzt die richtige Zeit zum Roden und für einen so gewaltigen "Zuschnitt"? Ich hab da auch so etliche Bux-Altertümer im Garten, die ich zuletzt vor 25 Jahren umgesetzt habe. Da gab es aber auch schon sehr dicke, lange Pfahlwurzeln. Die "Hecke" hat inzwischen an die 1,20 m Höhe.
Ratschläge wären mir sehr willkommen.
Gruß bering
Landleben und anderes http://markhoff.me
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Josef Knieke
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Re: Rodung eines alten Buxus!

Beitrag von Josef Knieke »

Hi bering

wenn du für eine weitere frostfreie Überwinterung sorgen kannst, ist es jetzt die richtige Zeit. Solltest du das nicht gewährleisten können, würde ich noch ein paar Wochen warten.

Der größte Wurzelzuwachs ist beim Buchs im Winter. Aufgrund der Witterung findet jedoch so gut wie keine Verdunstung statt. Nach der "Ernte" würden sie sich für eine Herberge im Gewächshaus z.B. bei dir bedanken.




Gruß

Josef
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Re: Rodung eines alten Buxus!

Beitrag von bering »

Josef Knieke hat geschrieben:wenn du für eine weitere frostfreie Überwinterung sorgen kannst, ist es jetzt die richtige Zeit. Solltest du das nicht gewährleisten können, würde ich noch ein paar Wochen warten.
Nee, da warten wir dann doch lieber noch etwas ab, wie sich der Winter entwickelt. Im Moment wäre das ohnehin eine einzige Schlammschlacht.
Danke Josef!
Gruß bering
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