Neuling stellt sich vor und bittet um Tipps

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ElBambihno
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Neuling stellt sich vor und bittet um Tipps

Beitrag von ElBambihno »

Hi Leute,
ich bin neu hier und wollte mich erstmal kurz vorstellen. Mein Name ist Patrick, ich bin 24 und wohne im schönen Oberbayern.
Über das Bonsai-Hobby bin ich letztes Jahr eher zufällig gestolpert und war -wie wahrscheinlich alle hier- sofort Feuer und Flamme.

Ich hab also letztes Jahr alles an Infos in mich aufgesaugt, was ich in den verschiedenen Foren und meinen mittlerweile zwei Bonsai-Büchern gefunden hab. Hab also zumindest schon mal die Grundregeln verstanden :lol:

Hab mir letztes Jahr wie jeder Anfänger allerhand Pflänzchen zugelegt, die zwar von einem Bonsai noch weit entfernt sind, aber vielleicht irgendwann mal anschaulich werden.
Hab neben zahlreichen Freiland-Jungpflanzen (die derzeit noch im Komposthaufen meiner Eltern überwintern) auch noch eine sehr junge Olive, die den Winter im unbeheizten Keller scheinbar recht gut überstanden hat.

Nachdem alle meine Pflanzen noch recht jung und dementsprechend dünn sind, hab ich mir überlegt, ich leg erstmal ein kollektives TPK-Jahr für alle Kandidaten ein. Achja. Ich hab selbst keinen Garten und der meiner Eltern is mir auf Dauer zu weit weg um immer hin- und herzufahren. Also fällt " erstmal ein paar Jahre in den Garten pflanzen" bei mir leider flach.

Also hab ich heute meine junge Olea in den TPK gesetzt.
Als Substrat hab ich:
3 T Blähton (8-16mm), 3 T Anzuchterde (90% Hochmoortorf), 1 T Seramis und Aquarium-Lebendboden mit etwa der gleichen Körnung gemischt, eine Handvoll Hornspäne, eine Hand voll Myko-Aktiv (und ja, die zahlreichen kontroversen Diskussionen über Mykorrhiza habe ich zur Kenntnis genommen), und eine Hand voll Sand genommen.
Ich hoffe, dass das Substrat nicht zu fein gewoden ist. Es liegt zumindest schön grob und locker, luftig in der Hand...

Ich häng euch noch ein Bild der Olea mit an, damit ihr wisst, von was ich rede.
Wollt nur mal von den Pro´s hören, ob ich mir irgendwelche groben Schnitzer geleistet hab, oder ob das im großen und ganzen was werden könnte.
Ach ja. i.S. Gestaltung bin ich mir noch nicht ganz schlüssig, was daraus mal werden soll. Bin ja ein Fan von der freien aufrechten Form. Oder ist es da eh noch viel zu früh dafür, sich über solche feinheiten Gedanken zu machen? Erstmal den Wurzelansatz und den Stammverlauf aufbauen?

Vielen Dank schonmal für die Antworten.
lG Patrick
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Olea
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Substrat
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klausagb
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Registriert: 30.05.2011, 07:46

Re: Neuling stellt sich vor und bittet um Tipps

Beitrag von klausagb »

Hallo Patrick,
ich bin auch noch Neuling und habe die gleichen Anfangsfehler gemacht in Baumärkten und Baumschulen "kleine" Bonsais oder Baumschulware zu kaufen. Ganz stolz hab ich die mitgenommen zu meinem ersten Bonsai-Gestaltungskurs zu einem Profi. Ich hab mir einiges anhören müssen. Nachdem ich nun weiss wie es geht, war gerade auf dem 2. Kurs, habe ich das meiste wieder entsorgt. Da ich auch schon älter bin (67) macht auch eine Jungpflanze keinen Sinn. Statt vieler kleiner die dann auch Geld kosten lieber einen vernünftigen kaufen, oder Yamadori - Rohmaterial. Da lässt sich sehr gut gestalten und das Ergebnis macht Freude.
Wo in Oberbayern bist du denn?
Der Profi den ich kenne ist im Raum Landshut.
Gruss
Klaus
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Frank80
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Re: Neuling stellt sich vor und bittet um Tipps

Beitrag von Frank80 »

klausagb hat geschrieben:Statt vieler kleiner die dann auch Geld kosten lieber einen vernünftigen kaufen, oder Yamadori - Rohmaterial. Da lässt sich sehr gut gestalten und das Ergebnis macht Freude.
So pauschal möchte ich das jetzt nicht stehen lassen. Klar, je mehr Geld man investiert, desto mehr "Bonsai" bekommt man dann. Im Grunde substituiert das Geld also Entwicklungszeit. Mit 67 würde ich dann wohl auch eher zu fertigem Material greifen, da Patrick aber erst 24 ist, hat er durchaus die Zeit, den Baum lange zu begleiten. Zumal in dem Alter vielleicht noch nicht so viel Geld vorhanden ist, dass man mehrere hundert Euro investieren kann und es ja bei nem Anfänger durchaus sein kann, dass die erste Pflanze eingeht. Da würde ich mich dann durchaus ärgern, wenn ich xxx € zum Kompost tragen muss... Ich persönlich denke, dass man erste Erfahrungen gut mit sehr jungem Material sammeln kann, wenn dann schon etwas gärtnerisches Wissen vorhanden ist, geht man Schritt für Schritt an hochwertigeres Material ran. Aber im Grunde muss das natürlich jeder für sich selbst entscheiden, in Abhängigkeit vom Alter und Geldbeutel.

@Patrick: Über Gestaltungsmaßnahmen brauchst du dir erstmal noch keinen Kopf zu machen. Dein Baum muss in erster Linie gesund bleiben (Stichworte Wässern, Düngen, etc.) und dann wachsen und an Dicke zulegen. Das wird Jahre dauern, aber du bist ja jung. Viel Spaß mit deinem neuen Hobby!

MfG Frank
ElBambihno
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Re: Neuling stellt sich vor und bittet um Tipps

Beitrag von ElBambihno »

Hi Leute,
ja so wie Frank geschrieben hat, war das auch gedacht. Erstmal schauen, ob ich die Pflanzen über den Winter bringen kann, ob ich das mit dem regelmäßig gießen klappt und gerade wollte ich erstmal ein Gefühl für das richtige Maß an Dünger bekommen. Jetzt kann ich noch ein bisschen rumprobieren und schauen, wie sich die Pflänzchen nach einem Schnitt verhalten... Da ist es auch nur halb so wild, wenn mal ein Bäumchen wenig eines groben Pflegefehlers über den Jordan geht. Hatte z.B. neben der Olea auch noch ein ebenso junges Granatapfelbäumchen in meinem Kalthaus-Repertoire. Ist mir leider über den Winter (bei gleichem Standort und gleicher Pflege wie die Olea) vertrocknet. Da hätt ich mir bei einem schon entwickelten Baum ordentlich in den A.... gebissen. In dieser Hinsicht war es gut, erstmal mit so jungen Pflanzen anzufangen.

Gerade das, was in den meisten Bonsai-Schulen als Rohmaterial, bzw. Ware vom Feld angeboten wird, ist m.E. entweder voll auf die Besenform, oder auf ein extrem gebogenes "S" vorbereitet...
Ich kann mir da als Vollanfänger irgendwie noch nicht richtig vorstellen, wie ich aus diesen Bäumchen eine frei aufrechte Form machen soll. ...Sieht bei den Pro´s vmtl. auch anders aus. Mir fehlt da noch das "Auge" dafür.

Aber wie gesagt, erstmal wollt ich ein Gefühl für die Basics bekommen. Wenn das aus dem FF funktioniert, wag ich mich dann schon noch an etwas hochwertigeres Material heran. Bis dahin werden bestimmt auch einige Jährchen ins Land gehen. Und dann sind dann auch meine verbliebenen Anfängerversuche soweit, in irgendeiner Form gestaltet zu werden.

Gruß Patrick

Achja: Der Schritt mit dem TPK ist aber vom Prinzip her (Wurzelballen und Stammverlauf aufbauen) schon richtig oder?
Ist das Substrat in der Form für ein Jahr im TPK geeignet, oder sollte das eher noch gröber sein? Hab da natürlich auch noch kein Gefühl dafür.

Vielen Dank schonmal
kramer_t
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Registriert: 29.03.2010, 19:13

Re: Neuling stellt sich vor und bittet um Tipps

Beitrag von kramer_t »

ElBambihno hat geschrieben:Hi Leute,

Achja: Der Schritt mit dem TPK ist aber vom Prinzip her (Wurzelballen und Stammverlauf aufbauen) schon richtig oder?
Ist das Substrat in der Form für ein Jahr im TPK geeignet, oder sollte das eher noch gröber sein? Hab da natürlich auch noch kein Gefühl dafür.

Vielen Dank schonmal
Hallo Patrick.

Prinzipiell ist das schon in Ordnung so. Ich habe vor knapp 3 Jahren ähnlich angefangen. Auch auf häufiges Anraten mir besseres Material zuzulegen, bin ich doch zufrieden damit, es häufig nur mit Baumschulware ausprobiert zu haben, da ich vor 2 Jahren doch ein massives Blattlausproblem hatte.

Dein Substrat soll wohl gehen. Auch für mehr als ein Jahr. Für mich persönlich ist der Anteil an Erde aber wesentlich zu hoch. Aber auch das ist nur relativ, da ich persönlich rein mineralisches Substrat benutze. Da musst du dich aber mit Gießen, Düngen und Standort selber heran tasten.
Das Grundlegende Prinzip des Substrats scheinst du ja verstanden zu haben.
Was mir noch aufgefallen ist, ist die sehr grobe Körnung. Oft wird diese erst für ältere Pflanzen benutzt. Ich möchte eine so grobe Körnung gar nicht haben und verwende keine Bestandteile über 8mm.
Dieses Sind meine bescheidenen Erfahrungswerte, die ich bislang sammeln konnte.
Gruß
Torsten
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camaju +
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Re: Neuling stellt sich vor und bittet um Tipps

Beitrag von camaju + »

Hallo Patrick,

für die "TPK-Pflege" hast du, wenn man richtig hinschaut und meiner Meinung nach zuviel Organisches drin.

In einem TPK sollte es anders aussehen ;-)
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Dein Bild, etwas heller gemacht
Dein Bild, etwas heller gemacht
Das was ich drin habe, grob über den Daumen 3-4 Teile Maxit (3-5mm) und ne Handvoll Kokohum
Das was ich drin habe, grob über den Daumen 3-4 Teile Maxit (3-5mm) und ne Handvoll Kokohum
Und noch ein bisschen grober, bis 8mm
Und noch ein bisschen grober, bis 8mm
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
Eva Warthemann
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Re: Neuling stellt sich vor und bittet um Tipps

Beitrag von Eva Warthemann »

Hatte z.B. neben der Olea auch noch ein ebenso junges Granatapfelbäumchen in meinem Kalthaus-Repertoire. Ist mir leider über den Winter (bei gleichem Standort und gleicher Pflege wie die Olea) vertrocknet.
Hallo Patrick!
Ist Dir bekannt, das der Granatapfelbaum bei kühler Überwinterung das komplette Laub abwirft?
Meine machen das zumindest. Zur Zeit beginnt einer wieder zu treiben.
Ich würde da nicht voreilig das Bäumchen entsorgen.
Liebe Grüße Eva Warthemann

Im Anhang siehst Du eine Olive, die auf der rechten Seite einen dünnen langen Trieb hat. Diesen Trieb hatte ich später abgemoost und die zweite Pflanze zeigt Dir was aus diesem Trieb inzwischen geworden ist. Die Mutterpflanze bekam ich 2002. Also innerhalb von 10Jahren hat sich das alles abgespielt.
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A-1FO (4733).JPG
A-1FO (4733).JPG (30.04 KiB) 621 mal betrachtet
A-1FO (7175) bearb..JPG
A-1FO (7175) bearb..JPG (26.64 KiB) 621 mal betrachtet
An Mitgift ist noch keiner gestorben
ElBambihno
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Re: Neuling stellt sich vor und bittet um Tipps

Beitrag von ElBambihno »

Hi Leute,
ich hab schon mitbekommen, dass die meisten Leute viel oder gar ausschließlich mineralisches Substrat verwenden. Ich habe aber auch schon des Öfteren gelesen, dass ein höherer Anteil an organischem Material für Jungpflanzen besser wäre. Ich dachte, dass ein höherer Anteil an organischem Material ein besserer Puffer für Dünger, Feuchtigkeit, etc. sei.
Ich hab mir im Nachhinein aber schon gedacht, dass mein Substrat doch eher einen etwas größeren mineralischen Anteil haben sollte, um das Substrat noch etwas mehr aufzulockern.

@ Eva
Ja, das ist mir bekannt. Der gibt aber überhaupt kein Lebenszeichen von sich. Der fängt nocht nicht mal an, zumindest Ansätze von Knospen zu bilden... Ich werd ihn aber die nächsten Wochen noch beobachten, ob sich doch noch etwas tut.
Aber danke für den Tip;)
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