Hallo Freunde,
ich bin mir nicht sicher, ob ich diesen Baum hier schon einmal vorgestellt habe. Mein 15 monatigen Aufenthalt in Ecuador habe ich bonsai-technisch natuerlich nicht ungenutzt verstreichen lassen. Im Dezember 03 habe ich mir so ein verwahrlosten Ficus benjamina, wie sie bei uns in jedem Buero stehen, vorgenommen, radikal runtergeschnitten und eine neue Krone aufgebaut.
Mein verkorkst klassizistischer Bonsai-Geschmack hat mich auf Teufel komm raus versuchen lassen Astetagen in den Baum hineinzuarbeiten. Natuerlich konnte ich den Baum nicht mit nach Deutschland nehmen, so dass ich ihm Shanta, einem ambitionierten, ecuadorianischen Bonsai-Enthusiasten ueberliess.
Shanta ist Anfaenger und gestaltet Baeume ganz ohne irgend welche Vorkenntnisse. Er hat weder Internetanschluss noch besitzt er irgendwelche Fachbuecher. Er arbeitet ganz nach Gefuehl. Seine Baeume sind durchweg noch sehr jung, da Yamadoris hier nur schwer zu bergen sind. Er wohnt in Vilcabamba, dem legendaeren Tal der Hundertjaehrigen. Das Klima ist hier sehr trocken und der Boden die meiste Zeit des Jahres steinhart, was sowohl ausgedehntes Wurzelwachstum der Baeume als auch erhebliche Schwierigkeiten bei deren Bergung mit sich bringt. Nach dem Xten Versuch hat er es dann sein gelassen und konzentreiert sich auf Jungpflanzen oder Saemlinge. Sehr interessante, fuer uns mehr oder weniger exotische Arten, fuer Ecuadorianer natuerlich heimische Gehoelze, nennt er sein Eigen. Darunter Ceiba, diverse Akazien, Casuarina, Mimosa pudica, Podocarpus, aber auch Arten, deren Name ich noch nicht einmal kenne.
Als ich ihn nun kuerzlich besuchen war um unter anderem meinen geschenkten Ficus vom Vorjahr in Augenschein zu nehmen, da staunte ich nicht schlecht und musste bei seinem Anblick unweigerlich an Walters naturalistischen Ansatz denken (letztes Bild). Meine Spanndraehte hat er allesamt entfernt. Er haelt den Baum nun nur noch durch Schnittmassnahmen in Form. Ich war sehr positive ueberrascht und werde meine offensichtlich immer wieder refelxhafte Bonsaigestaltung nun doch mal ernsthaft ueberdenken.
Ficus benjamina in Ecuador
Ficus benjamina in Ecuador
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Zuletzt geändert von flu am 09.05.2005, 20:07, insgesamt 2-mal geändert.



HI Martin,
ich neige eher dazu, den linken einzukuerzen um den rechten groesser wirken zu lassen.
Wie auch immer - das liegt nun nicht mehr in meiner Hand. Das ueberlasse ich mal ganz dem Shanta, das ist nun sein Baum.
Ich lasse mich dann lieber in ein paar Jahren aufs Neue ueber die Fortschritte ueberraschen.
ich neige eher dazu, den linken einzukuerzen um den rechten groesser wirken zu lassen.
Wie auch immer - das liegt nun nicht mehr in meiner Hand. Das ueberlasse ich mal ganz dem Shanta, das ist nun sein Baum.
Ich lasse mich dann lieber in ein paar Jahren aufs Neue ueber die Fortschritte ueberraschen.



- Martin_S
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- Registriert: 05.01.2004, 20:26
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flu hat geschrieben:HI Martin,
ich neige eher dazu, den linken einzukuerzen um den rechten groesser wirken zu lassen.
Wie auch immer - das liegt nun nicht mehr in meiner Hand. Das ueberlasse ich mal ganz dem Shanta, das ist nun sein Baum.
Ich lasse mich dann lieber in ein paar Jahren aufs Neue ueber die Fortschritte ueberraschen.
Uhhhh Schilly!
Wo bitte ist rechts und wo links????
Ich meinte das natürlich genau so rum wie du es sagst!
Ja glaubs et?
M


