verluste frühjahr 2012 :(

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Hildwine
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Re: verluste frühjahr 2012 :(

Beitrag von Hildwine »

Auch ich muss mich hier einreihen - deses Frühjahr hat auch mir einige herbe Verluste beschert.
Mir hat es IM Gewächshaus, was eigentlich durch nen Frostwächter frostfrei gehalten werden sollte eine Azalee, menen Shishigashira und wohl meine Steineiche gehimmelt.
Die Azalee und der Ahorn sind komplett tot, die Steineiche überlegt noch ganz unten am Nebari - der Rest ist tot.

Draussen hat es mir meine grosse schöne Fichte zu 90% gehimmelt - sie stand gut eingegraben wind- und lichtgeschützt unter der Bonsaibank.
Sie treibt ganz oben noch ein paar arme Wedel neu raus, aber der größte Teil der Äste ist tot. *nee*
Und eine Buche überlegt auch noch.

Dieser Winter war für die Pflanzen eine absolute Katastrophe - zu warm, so dass sie nicht in die volle Winterruhe gingen und dann im Februar dieser überfallartige übelste Frost.
Grüße,
Hildwine
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Thierry
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Re: verluste frühjahr 2012 :(

Beitrag von Thierry »

Ich muss (leider) meine Aussage vom 12. Mai korrigieren, denn...
Thierry hat geschrieben:die drei Yamadori-Hainbuchen, die scheinbar doch überlebt haben, obwohl sie den ganzen Winter ungeschützt draussen standen
... haben anfangs an ein paar Stellen getrieben, aber seit 3 Wochen tut sich überhaupt nichts mehr...
Viele Grüße,
Thierry

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Dirk K. aus L.
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Re: verluste frühjahr 2012 :(

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Hallo!

Nach allem, was ich bisher mitbekommen habe, scheint es 2012 ja ein regelrechtes Hainbuchen-Sterben gegeben zu haben.

Als Einsteiger hatte ich mir diverse Exemplare angeschafft, in dem Glauben, auf eine besonders robuste Spezies zu setzen. Mittlerweile bin ich schlauer.

Gruß, Dirk
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
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Thierry
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Re: verluste frühjahr 2012 :(

Beitrag von Thierry »

Mir ist übrigens auch aufgefallen,
dass sich nicht nur bei den drei oben erwähnten Hainbuchen (die einzigen, die bei uns den Winter draussen verbracht haben) seit einiger Zeit nichts mehr tut. Sondern auch bei andere Bäume, die den Winter im GH verbracht haben!

Erstaustrieb nach der Überwinterung: völlig normal (nur etwas verfrüht, wie üblich mit dem GH)
Und seit ca. 2 1/2 Wochen (geschätzt!) tut sich nichts mehr...

Scheinbar sind es eher die Laubbäume, die von dieser "Starre" betroffen sind.
Denn alle Wacholder z.B. wachsen normal weiter, haben schöne helle Triebspitzen.

Anfangs dachte ich, ich habe irgendetwas falsch gemacht. Aber gestern Abend sagte mir Davy am Telefon, dass es bei ihm genauso ist: bei manchen Laubbäume tut sich nichts mehr (auch eine Lärche hat bei ihm die Triebe dieses Jahres abgeworfen, und treibt jetzt wieder komplett durch, als käme sie gerade aus der Winterruhe!), während die Wacholder fröhlich weiterwachsen (helle, frische Triebspitzen).

Seltsam...
Viele Grüße,
Thierry

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uwex
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Re: verluste frühjahr 2012 :(

Beitrag von uwex »

Hallo,

haarsträubende Erfahrungsberichte bewegen mich, hier auch etwas dazu zu schreiben. Zunächstmal kann ich glücklicherweise sagen, dass ich nicht mehr Verluste hatte, als andere Jahre. Ca. 5% der frisch getopften Rohlinge hat Probleme und bei den jahrelang in Schalen kultivierten Pflanzen gibts nur Teilschäden (Zweige, Äste, Kronenspitzen ...), aber keine Totalausfälle. Bis auf kleine Dreispitzahorn. Die bekamen bis -10°C im Wurzelbereich ab. Das war zu kalt. Bin ich selbst schuld.

Es wurde sehr viel richtiges schon geschrieben. Eine Thematik kommt mir hier aber viel zu kurz: Die perfekte Überwinterung beginnt schon Anfang August!!!! Zutreffend vor allem für Laubabwerfende: Wer im August stickstoffbetonten Dünger draufschmeißt, muß mit verminderter Frosthärte rechnen! Da hilft dann auch kein Herbstdünger im September mehr. Noch schlimmer ist ein starker Rückschnitt im August / Anfang September. Der folgende Neuaustrieb reift nicht aus und die Pflanze sammelt nicht genug Reservestoffe.
Der Segen der gezielten und hoch dosierten Düngung bringt super Zuwächse. Das hat sich die letzten Jahre ja herumgesprochen. Die Kehrseite der Medaille bei Übertreibung des ganzen, ist bisher den wenigsten bewußt.

Ich will nicht sagen, dass alle hier genannten Verluste dem verschuldet sind. Es gibt ja ganz viele verschiedene mögliche Ursachen. Meist sind es mehrere Gründe, die zu Ausfällen führen. Da könnte aber beim ein oder anderen zuviel Stickstoff im Spätsommer eine Rolle spielen.

Viele Grüße von
Uwe
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ashtar
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Re: verluste frühjahr 2012 :(

Beitrag von ashtar »

Hallo Uwe,

dass mit dem Rückschnitt Ende August und dem darauffolgenden Neuaustrieb leuchtet mir ein, dass das schwächend auf die Pflanze auswirkt. Habe jedoch zwei Fragen dazu:

1. Ich glaube Walter Pall hat mal geschrieben, wenn man im Septmber zurückschneidet, der Baum keinen Neuaustribe startet, weil er "weiß", dass er damit eh nicht mehr fertig wird. Er empfahl dann aber auch Überwinterung im GH (ich hoffe, ich habe das richtig in Erinnerung). Ist das richtig so?

2. Wieso kein Dünger im August? Hilft das nicht dem Baum, "Reserven" für den Winter anzulegen?

Danke und Gruß Jörg
Gruß Jörg

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Totoro

Re: verluste frühjahr 2012 :(

Beitrag von Totoro »

Hallo Uwe,

das N-Gaben im August die Frosthärte schwächen ist unbedingt richtig *daumen_new*

Es verleitet z.B Kiefern evtl. zu dem bei mir im letzten Jahr aufgetretenen untypischen "zweiten "Austrieb. (Es bildeten sich um die Ruheknospen Büschel mit kurzen etwa 1cm. langen schwertförmigen Einzelnadeln. Diese Rosettentriebe starben im Frühjahr 2012 dann oft ab oder kümmerten.)

Selbst die schnelle Stickstoffdüngung (schnell wirkendes Aminosol z.B) werde ich ab Anfang Juli einstellen. Die festen langsamen org. Pellets wie Biogold, Saidung etc. geben bei warmen Wetter ja noch im September , Oktober Stickstoff frei, wenn man sie nicht rechtzeitig absammelt.

Da ist es dann naheliegend das es zu Frostschäden kommt.


Gruß

Dirk
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Walter Pall
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Re: verluste frühjahr 2012 :(

Beitrag von Walter Pall »

ashtar hat geschrieben:
1. Ich glaube Walter Pall hat mal geschrieben, wenn man im Septmber zurückschneidet, der Baum keinen Neuaustribe startet, weil er "weiß", dass er damit eh nicht mehr fertig wird. Er empfahl dann aber auch Überwinterung im GH (ich hoffe, ich habe das richtig in Erinnerung). Ist das richtig so?
Ich habe immer eindeutig von Oktober gesprochen. September kann gefährlich sein. Wen, dann nur Ende September. Ich schneide schon wider zu Ende September. Aber das ist ja das Problem, dass man sich an September erinnert, aber das Ende vergisst. Danach bin dann ich schuld.
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ashtar
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Re: verluste frühjahr 2012 :(

Beitrag von ashtar »

Hallo Walter,

Danke für die Richtigstellung.
Gruß Jörg

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zopf
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Re: verluste frühjahr 2012 :(

Beitrag von zopf »

Hallo
Bei den ganzen Maßnahmen die man dem Bäumchen zumutet oder angedeien lässt,
könnte es hilfreich sein sich nicht am Kalender
sondern am jeweiligen Baum und dessen Zustand zu orientieren.
Eine organische Düngung Mitte August die ca 6 Wochen wirkt
hilft dem Baum Reserven einzulagern die er beim Frühjahrsaustrieb nützt.
Man braucht aber nicht mehr zu pushen (kräftig mineralisch)
da die Nährstoffe hauptsächlich der "Speicherung" dienen.
Vielleicht wird mittlerweile allgemein zuviel gepusht
um möglichst schnell einen "schönen" Baum zu haben.
Für diejenigen denen es eher um, einen schönen Baum machen,
denn einen schönen Baum haben, geht sollten im Hinterkopf haben
das Lust nichts mit einem Quicky zu tun hat.
mfG Dieter

ps ´tschuldigung
cogito ergo pups
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Anja M.
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Re: verluste frühjahr 2012 :(

Beitrag von Anja M. »

Walter Pall hat geschrieben:
ashtar hat geschrieben:
1. Ich glaube Walter Pall hat mal geschrieben, wenn man im Septmber zurückschneidet, der Baum keinen Neuaustribe startet, weil er "weiß", dass er damit eh nicht mehr fertig wird. Er empfahl dann aber auch Überwinterung im GH (ich hoffe, ich habe das richtig in Erinnerung). Ist das richtig so?
Ich habe immer eindeutig von Oktober gesprochen. September kann gefährlich sein. Wen, dann nur Ende September. Ich schneide schon wider zu Ende September. Aber das ist ja das Problem, dass man sich an September erinnert, aber das Ende vergisst. Danach bin dann ich schuld.

Und hier oben weiß ich, daß ich Walters Angaben zur Jahreszeit gleich in die Tonne tun kann. Hier tickt das Wetter immer ein paar Wochen anders.

Bei mir sind 6 von 7 Phyracanta eingegangen, wobei ich festgestellt hab, daß so ziemlich alle immergünen Laubbäume in den Gärten rundum was abbekommen haben. Und ein paar meiner Kirschsämlinge sind dahin. Die waren mit Kiefern vergesellschaftet und die halten def. mehr aus. Wohingegen Ribes ungeschützt im Kübel am Terrassenaufgang keine Probleme zeigten.
73 Anja
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ThoSchu
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Re: verluste frühjahr 2012 :(

Beitrag von ThoSchu »

Hallo,

hier mal meine bescheidenen Anfängererfahrungen mit dem Winter 2012. Habe Probleme mit einer Hainbuche, die seit 5 Wochen im Austrieb stehengebliegen ist und einer Stieleiche, die bisher gar keinen Austrieb hatte. Da beide jedoch unter der Rinde noch saftig grün sind, gebe ich die Hoffnung noch nicht auf :( Sind aber die einzigen zwei Problemkinder von meinen 15 Balkonüberwinterten.

Beid Bäume waren vom Sponsor und dementsprechend gutes Material. Die Eiche musste ich im März umtopfen und stellte dabei einen leichten Wurzelschaden fest, bei der Hainbuche sind eigentlich ausreichend gesunde Wurzeln zu erkennen. Hab beide im März mit Vitalin vom Sponsor geimpft, vielleicht hilfts ja noch was.

Grund war wohl insgesamt der zu warme Winter, der hier in unserer Gegend (Franken) im Januar/Februar von 2 Wochen mit bis zu Minus 20 Grad abgelöst wurde...

Naja, vielleicht geht ja noch was zum Johannistrieb. Ansonsten muss ich die beiden wohl abschreiben. Gerade auf eine Buche und eine Eiche kann ich schwer verzichten in meiner kleinen Bonsai-Kolonie... :cry:

Grüße
Thomas
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Re: verluste frühjahr 2012 :(

Beitrag von GreenTea »

Bei mir hat es auch eine Stieleiche erwischt, ebenfalls vom Sponsor. Bekommen habe ich den Baum Anfang April.Nach Erhalt sofort umgetopft und nun warte ich darauf das sich die zahlreichen Knospen doch noch öffnen.Aber ich denke das wird nicht passieren.Schade!

Ansonsten hat es von meinen Bäumen nur eine japanische Stechpalme nicht geschafft. Überwintert in einem beheißten Gewächshaus und ausgewintert Mitte März. Zu früh, denn genau wie bei meiner Kirschlorbeerhecke ist der Baum mehr oder weniger, wohl auf Grund von durchgefrorenem Wurzelballen und zu starker Sonneneinstrahlung, regelrecht vertrocknet.Die Hecke habe ich zurückgeschnitten, sieht wieder gut aus.Die Stechpalme auch, hat aber leider nichts gebracht.

Nächstes Jahr bin ich schlauer ......oder auch nicht! Zwei Chinesische Ulmen,die auch immergrün sind und zum selben Zeitpunkt ausgewintert wurden wie die Stechpalme, geht es hervorragend und sie treiben wie wild. Bonsai hat wohl auch immer ein bißchen was mit Glück zu tun.:)

MfG Stefan
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achim73
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Re: verluste frühjahr 2012 :(

Beitrag von achim73 »

Nach Erhalt sofort umgetopft
warum macht man denn sowas... *kopfkratz*
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
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GreenTea
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Re: verluste frühjahr 2012 :(

Beitrag von GreenTea »

achim73 hat geschrieben:
Nach Erhalt sofort umgetopft
warum macht man denn sowas... *kopfkratz*
Hallo Achim,

ich habe den Baum nach Erhalt in mein favorisiertes Substrat (Blähton/Torf) gebracht und bin davon ausgegangen das der beste Zeitpunkt dafür das Frühjahr ist, wenn die Knospen noch geschlossen sind. Korrigiere mich bitte wenn ich da falsch liege.Bin immer bereit zu lernen :) .

Wenn ich einen Baum im Sommer bekomme, warte ich natürlich bis zum nächsten Frühjahr mit dem umtopfen.

MfG Stefan
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