Ihr Lieben,
dieser Wacholder soll im kommenden Jahr eine neue Schale erhalten.
Ich weiß nur nicht so recht in welche Schale die passenste für den Itoigawa wäre.
Über Anregungen wäre ich sehr dankbar!
Zusätzlich zur neuen Schale plane ich den Pflanzwinkel ein wenig zu verändern.
Der Wacholder soll im Uhrzeigersinn um einige Grad aufgerichtet werden, damit die Krone
weiter über dem Stammverlauf steht.
Was denkt Ihr?
Falls jemand ein Virtual für die neue Schale anfertigen möchte,
habe ich den Baum grob freigestellt. Ich hoffe, das spart ein wenig Arbeit :-)
Liebe Grüße
Marcel
Wacholder sucht eine neue Schale
- peter krebs
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Re: Wacholder sucht eine neue Schale
Hallo Marcel,
zu Deinem virtuellen Schalenwusch kann ich nur sagen, dass dies keine leichte Aufgabe ist.
Wenn man eine optimale Schale auswählen möchte muss man sich den Baum, der in die Schale soll, vorher sehr genau ansehen, bevor man eine Entscheidung fällt.
Du hast die Fließrichtung des Baumes, in dem Du ihn in die rechte Seite des Bildes geschoben hast, ja bereits eindeutig nach links vorgegeben..
Betrachtet man jetzt den Stamm des Baumes von unten bis zu den ersten Stammansätzen ist das Bild noch sehr stimmig. Geht man mit dem Blick jetzt weiter nach oben, zeigt es sich unweigerlich, dass der Baum in seiner Dominanz zwei gleich starke Seiten aufweist.
Geht der Blick jetzt zur obersten Etage, also der Krone, weist die Fließrichtung jetzt aber eindeutig und dominant nach rechts, und hier liegt für mich der „Hase im Pfeffer“
Die Baumwindungen, in der Medizin würde man sagen die „Lordose und die Kyphose oder die Wirbelsäule des Baumes, ist fast im Gleichgewicht, und die „Linea alba“, also die Mittellinie von Krone zum Stamm Fuß macht den Baum optisch stabil. (wenn Du, wie Du es vorhast, den Baum jetzt noch im Uhrzeigersinn aufrichtest, dann wird alles noch komplizierter)
Für mich haben Bonsai „Geschichten“, jeder einzeln. Dein Baum erzählt mir folgende Geschichte. (…die Du jetzt ergänzen könntest) Auf der Sturm zugewandten Seite sind alle unteren Äste schon abgestorben, der Stamm aufgerissen, und zur Krone hin haben sich nur noch wenige Äste behaupten können.
Zur linken, geschützteren Seite hin haben sich die Äste behaupten und entwickeln können.. Dadurch hat der Stamm auf der linken Seite Gewicht und Zug bekommen, und sich letztendlich geneigt. Um diesem Druck etwas entgegenzusetzen versucht der Baum im oberen Bereich wieder nach rechts zu kommen, damit er wieder seine Mitte finden kann.
Um es noch einmal bildlich zu zeigen, habe ich noch ein Virtual erstellt, von dem ich denke, dass der Hase jetzt wieder frei laufen kann.
Es geht mir nicht so genau um einzelne Aststellungen, denn der Baum sieht auf dem Virtual jetzt eher wie ein Tannenbaum aus. Die Astausrichtungen kann man nur vor Ort ausführen. Mir geht es nur um das Prinzip der Fließrichtungen, die ganz wesentlich sind zur Auswahl einer perfekten Schale.
Viele Grüße
Peter
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Die Welt der Schale http://www.peter-krebs.de
zu Deinem virtuellen Schalenwusch kann ich nur sagen, dass dies keine leichte Aufgabe ist.
Wenn man eine optimale Schale auswählen möchte muss man sich den Baum, der in die Schale soll, vorher sehr genau ansehen, bevor man eine Entscheidung fällt.
Du hast die Fließrichtung des Baumes, in dem Du ihn in die rechte Seite des Bildes geschoben hast, ja bereits eindeutig nach links vorgegeben..
Betrachtet man jetzt den Stamm des Baumes von unten bis zu den ersten Stammansätzen ist das Bild noch sehr stimmig. Geht man mit dem Blick jetzt weiter nach oben, zeigt es sich unweigerlich, dass der Baum in seiner Dominanz zwei gleich starke Seiten aufweist.
Geht der Blick jetzt zur obersten Etage, also der Krone, weist die Fließrichtung jetzt aber eindeutig und dominant nach rechts, und hier liegt für mich der „Hase im Pfeffer“
Die Baumwindungen, in der Medizin würde man sagen die „Lordose und die Kyphose oder die Wirbelsäule des Baumes, ist fast im Gleichgewicht, und die „Linea alba“, also die Mittellinie von Krone zum Stamm Fuß macht den Baum optisch stabil. (wenn Du, wie Du es vorhast, den Baum jetzt noch im Uhrzeigersinn aufrichtest, dann wird alles noch komplizierter)
Für mich haben Bonsai „Geschichten“, jeder einzeln. Dein Baum erzählt mir folgende Geschichte. (…die Du jetzt ergänzen könntest) Auf der Sturm zugewandten Seite sind alle unteren Äste schon abgestorben, der Stamm aufgerissen, und zur Krone hin haben sich nur noch wenige Äste behaupten können.
Zur linken, geschützteren Seite hin haben sich die Äste behaupten und entwickeln können.. Dadurch hat der Stamm auf der linken Seite Gewicht und Zug bekommen, und sich letztendlich geneigt. Um diesem Druck etwas entgegenzusetzen versucht der Baum im oberen Bereich wieder nach rechts zu kommen, damit er wieder seine Mitte finden kann.
Um es noch einmal bildlich zu zeigen, habe ich noch ein Virtual erstellt, von dem ich denke, dass der Hase jetzt wieder frei laufen kann.
Es geht mir nicht so genau um einzelne Aststellungen, denn der Baum sieht auf dem Virtual jetzt eher wie ein Tannenbaum aus. Die Astausrichtungen kann man nur vor Ort ausführen. Mir geht es nur um das Prinzip der Fließrichtungen, die ganz wesentlich sind zur Auswahl einer perfekten Schale.
Viele Grüße
Peter
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Re: Wacholder sucht eine neue Schale
Hallo,
ich liebe diese Beiträge von Peter!
Zeigen sie doch, dass wir über die richtige Schalenwahl noch viel lernen müssen.
Vielen Dank Peter,
Beste Grüsse,
Heiner
ich liebe diese Beiträge von Peter!
Zeigen sie doch, dass wir über die richtige Schalenwahl noch viel lernen müssen.
Vielen Dank Peter,
Beste Grüsse,
Heiner
Ein Tag ohne Beschäftigung mit Bonsai ist ein verlorener Tag!
- heinz leitner
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Re: Wacholder sucht eine neue Schale
Hallo Marcel
Sehr schöner Baum.
Ich würde , wie es Peter am letzten Virtual zeigt ,am Astaufbau arbeiten.
Besonders im oberen Bereich könnten die Etagen klarer herausgearbeitet sein.
Der Pflanzwinkel ist gut, den würde ich nicht ändern.
Auch die jetztige Schale gefällt mir.
Aber über Geschack lässt sich ja streiten.
Gruss Heinz
Sehr schöner Baum.
Ich würde , wie es Peter am letzten Virtual zeigt ,am Astaufbau arbeiten.
Besonders im oberen Bereich könnten die Etagen klarer herausgearbeitet sein.
Der Pflanzwinkel ist gut, den würde ich nicht ändern.
Auch die jetztige Schale gefällt mir.
Aber über Geschack lässt sich ja streiten.
Gruss Heinz
Re: Wacholder sucht eine neue Schale
Die Trommelschale im letzten Bild, in Peters Virtual, gefällt mir sehr gut!
Wichtig fände ich auch, dass die Unterlinien der unteren beiden Äste nicht auf gleicher Höhe bleiben.
Das nimmt dem Baum die Dynamik, die im Stamm ja eigentlich schön vorhanden ist.
LG, Heike
Wichtig fände ich auch, dass die Unterlinien der unteren beiden Äste nicht auf gleicher Höhe bleiben.
Das nimmt dem Baum die Dynamik, die im Stamm ja eigentlich schön vorhanden ist.
LG, Heike
Re: Wacholder sucht eine neue Schale
Lieber Peter,
vielen herzlichen Dank für Deine Mühe!
Ich finde die Schalenwahl für den Wacholder ebenso schwierig
und ich mache mir schon so lang Gedanken und bin auf kein befriedigendes Ergebnis gekommen.
Über Deinen Ansatz, dem Baum eine definiertere Geschichte zu verleihen,
habe ich mich sehr gefreut und denke, ich konnte Deine Gedanken zum Baum gut nach vollziehen.
Den Einfluss des Windes habe ich bislang vernachlässigt, das gebe ich ehrlich zu.
In deiner Begründung bin ich dacore und werde die Gedanken in die weitere Gestaltung mit einfließen lassen.
Zur Schale:
Deinem Vorschlag einer Trommelschale kann ich absolut zustimmen,
wobei ich zwischen Variante 1 und der vom Virtual schwanke.
Trommelschale 1 passt mit den 2 Ringen sehr schön zu den 2 kräftigen Saftbahnen am Stamm.
Die Trommelschale im Virtual besticht durch ihre Klarheit und die glatte Oberfläche passt wiederum gut zur Rinde.
Von mir noch mal ein dickes Dankeschön an Dich Peter,
du hast mir sehr geholfen!
Liebe Grüße
Marcel
vielen herzlichen Dank für Deine Mühe!
Ich finde die Schalenwahl für den Wacholder ebenso schwierig
und ich mache mir schon so lang Gedanken und bin auf kein befriedigendes Ergebnis gekommen.
Über Deinen Ansatz, dem Baum eine definiertere Geschichte zu verleihen,
habe ich mich sehr gefreut und denke, ich konnte Deine Gedanken zum Baum gut nach vollziehen.
Den Einfluss des Windes habe ich bislang vernachlässigt, das gebe ich ehrlich zu.
In deiner Begründung bin ich dacore und werde die Gedanken in die weitere Gestaltung mit einfließen lassen.
Zur Schale:
Deinem Vorschlag einer Trommelschale kann ich absolut zustimmen,
wobei ich zwischen Variante 1 und der vom Virtual schwanke.
Trommelschale 1 passt mit den 2 Ringen sehr schön zu den 2 kräftigen Saftbahnen am Stamm.
Die Trommelschale im Virtual besticht durch ihre Klarheit und die glatte Oberfläche passt wiederum gut zur Rinde.
Von mir noch mal ein dickes Dankeschön an Dich Peter,
du hast mir sehr geholfen!
Liebe Grüße
Marcel
Re: Wacholder sucht eine neue Schale
Hallo Marcel,
mein persönlicher Favorit wäre Schale Nr. 2 - sie ist ganz einfach, klar und lässt dem Baum die Hauptrolle spielen. Die Trommelschale drängt sich meines Erachtens ein wenig in den Vordegrund - aber wie gesagt, das mein persönliches Empfinden.
mein persönlicher Favorit wäre Schale Nr. 2 - sie ist ganz einfach, klar und lässt dem Baum die Hauptrolle spielen. Die Trommelschale drängt sich meines Erachtens ein wenig in den Vordegrund - aber wie gesagt, das mein persönliches Empfinden.
Viele Grüße
Holger
Ein kritisches Hinterfragen der eingestellten Bäume ist ausdrücklich erwünscht.
Holger
Ein kritisches Hinterfragen der eingestellten Bäume ist ausdrücklich erwünscht.
Re: Wacholder sucht eine neue Schale
sehe ich genau so! weniger ist mehrAmadeus hat geschrieben:Hallo Marcel,
mein persönlicher Favorit wäre Schale Nr. 2 - sie ist ganz einfach, klar und lässt dem Baum die Hauptrolle spielen. Die Trommelschale drängt sich meines Erachtens ein wenig in den Vordegrund - aber wie gesagt, das mein persönliches Empfinden.
Re: Wacholder sucht eine neue Schale
So unterschiedlich sind die Empfindungen.
Die Konsequenz aus der von Peter durchgeführten Veränderung am Baum ist die Anpassung der Trommelschale auf den veränderten Eindruck.
Sie ist etwas dünner, weil weniger optische Baummasse vorhanden ist aber dafür größer geworden, weil mit der Veränderung einhergehend die Stellung des Baumes in der Schale angepasst werden muss.
Ein Baum mit großer optischer Präsenz verträgt meiner Meinung nach eben auch eine starke Schale.
Hier wird der Blick gefangen, mag verweilen und das auffällige Muskelspiel der Kraftlinien im unteren Stammbereich genießen und dabei die ausgleichende Wirkung der starken Schale gerne in sich aufnehmen.
Da sind in diesem Baum so viele gute Punkte schon bis zum ersten Ast, das es schon hier vor dem PC eine Freude ist die Trommelschale unter dem Baum zu sehen und ihre Ausstrahlung zu spüren.
Für mich keine Frage, Bauch, Auge und Kopf im Einklang.
Die Konsequenz aus der von Peter durchgeführten Veränderung am Baum ist die Anpassung der Trommelschale auf den veränderten Eindruck.
Sie ist etwas dünner, weil weniger optische Baummasse vorhanden ist aber dafür größer geworden, weil mit der Veränderung einhergehend die Stellung des Baumes in der Schale angepasst werden muss.
Ein Baum mit großer optischer Präsenz verträgt meiner Meinung nach eben auch eine starke Schale.
Hier wird der Blick gefangen, mag verweilen und das auffällige Muskelspiel der Kraftlinien im unteren Stammbereich genießen und dabei die ausgleichende Wirkung der starken Schale gerne in sich aufnehmen.
Da sind in diesem Baum so viele gute Punkte schon bis zum ersten Ast, das es schon hier vor dem PC eine Freude ist die Trommelschale unter dem Baum zu sehen und ihre Ausstrahlung zu spüren.
Für mich keine Frage, Bauch, Auge und Kopf im Einklang.
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924


