Kultur von Waldkiefern

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
Totoro

Re: Kultur von Waldkiefern

Beitrag von Totoro »

Hallo zusammen,

@Heinz: Du machts ja exakt das Gleiche wie ich. Nur hast du (das Glück oder das Händchen :) ) einen zweiten Austrieb erzeugt. Das habe ich ( vielleicht weil ich zu spät Ende Juli schneide?) nur ganz selten und auch nie gleichmäßig und überall am Baum geschafft. Meine durch das mekiri erzeugten Knospen treiben immer erst im nächsten Frühjahr aus. Und dann mit LÄNGEREN Trieben als 4cm , so daß ich wieder einkürzen muss.

@Klauso: Das mit Polmans ist ja super interessant *daumen_new* Er macht also ein typisches japanisches mekiri mit P. sylvestris. Er schneidet auch einen ganzen Monat oder mehr früher als ich.
Wenn meine Kiefern annähernd Endstammdicke muss ich, wenn es denn wirklich klappt, das auch so machen.

@Herbert: Vielleicht hast du doch Recht mit den "zu vielen Baustellen" :lol: . Eine optimale Reaktion kann man wahrscheinlich nur bei komplettem Rückschnitt (incl. Opferäste) erwarten.

Ich danke euch für diesen tollen Erfahrungsaustausch.


Grüße
Dirk
MrBigWednesday
Beiträge: 335
Registriert: 23.09.2008, 17:24

Re: Kultur von Waldkiefern

Beitrag von MrBigWednesday »

einige meiner pinus thunbergii sprösslinge haben dieses jahr einen zweiten austrieb gemacht, bzw. sie sind nun am nadeln schieben.
liegt das daran,

- dass sie erst 2 jährig sind?
- weil dies bei thunbergii nromal ist?

grüsse
gérald
Totoro

Re: Kultur von Waldkiefern

Beitrag von Totoro »

Hallo Gerald,

das liegt am warmen Spätsommer.
Ich glaube das ein zweiter Austrieb bei Pinus thunbergii auch "unnormal" ist. Wegen der langen Vegetationsphase in Japan und ihrer genetisch so veranlagten eigenen Wuchsstärke können sie aber in Japan IMMER einen zweiten Austrieb machen.

Wenn sie vorher"entkerzt" wurden !!!

Wenn sie nicht entkerzt wurden bilden sie einfach einen mordslangen ersten Austrieb bis in den jap. November.
Deine zweijährigen hatten ihren für Deutschland normalen Austrieb praktisch abgeschlossen . Zum Glück wurde es jetzt doch noch mal richtig warm. Deshalb treiben sie jetzt nocheinmal. Das gelingt bei Waldkiefern auch manchmal aber nie gleichmäßig und zuverlässig am ganzen Baum. Zumindestens bei mir nicht :oops: :( :cry:

Ein bißchen kann auch ihre Jugend mit beitragen, nämlich aus folgendem Grund:
Am kleinen Sämling sind nur wenige Knospen.
In diesen wenigen Knospen staut sich die ganze Lebenskraft des Sämlings.
Ein reich verzweigter , älterer Baum mit schwächeren , kleinern Knospen in Vielzahl wird sich schwerer mit einem zweiten Austrieb tun.

Gruß
Dirk
MrBigWednesday
Beiträge: 335
Registriert: 23.09.2008, 17:24

Re: Kultur von Waldkiefern

Beitrag von MrBigWednesday »

also, entkerzt habe ich sie noch nie:
sie haben im frühling ganz normal die kerzen gestreckt und anschliessend die nadeln geschoben. im verlaufe juli bis jetzt haben sie dasselbe nochmals getan. ich habe also nadeln vom letzten jahr, vom frühling dieses jahres und neue nadeln von jetzt an den bäumchen...
Benutzeravatar
Klaus K.
Beiträge: 97
Registriert: 04.05.2011, 09:46

Re: Kultur von Waldkiefern

Beitrag von Klaus K. »

Hallo,
nachdem ich eure Kieferndiskussion verfolgt habe, will ich euch meine Vorgehensweise schildern, mit der ich die letzten Jahre gute Erfahrungen gemacht habe. Wenn die Kerzen ausgetrieben haben und die neuen Nadeln ca 1 cm lang sind, schneide ich diese zurück. Daraufhin bilden sich innen neue Knospen. Im Mai/Juni schneide ich alle Nadeln des Vorjahres ab. Im Spätherbst zupfe ich Triebe mit starken Knospen auf 4 Nadelpaare zurück, schwache weniger. Am Endtrieb lasse ich immer 2 Knospen stehen. Kiefern wollen Wurzeldruck in kleiner Schale, dann stehen sie auch trockener. Die Nadeln werden kürzer, wenn die Bäume beim Austrieb relativ trocken gehalten werden. Meine sind z. Zeit ca 5-6 cm lang. Lieber einen vitalen gesunden Baum mit etwas längeren Nadeln als einen schwachen mit kurzen Nadeln. Gedüngt wird bei jedem Gießen und alle 4 Wochen organisch.

Vielleicht konnte ich dem einen oder anderen weiterhelfen. Schönes heißes Wochenende.

Klaus Klemmer
Dateianhänge
comp_2012_07_10.jpg
comp_2012_07_10.jpg (92.01 KiB) 1030 mal betrachtet
Totoro

Re: Kultur von Waldkiefern

Beitrag von Totoro »

Hallo Klaus,

ich danke dir für deine ausführliche Beschreibung deiner Technik. *daumen_new*
Das ist mal eine hochinterssante Info !
Wenn ich mir deinen Waldkieferbonsai anschaue glaube ich, das du einen mir ganz ähnlichen Kieferngeschmack.
hast. ( Die Hogharth`sche "line of beauty", S-Linie, Moyogi *lieb* )
Der Baum ist Klasse ! Da sitzen alle Äste am rechten Fleck. Nebari, Stamm, Verjüngung, Etagen, erster Ast alles sehr schön !
Die obere jüngere gewundene Krone , ohne den unteren schon recht dicken *daumen_new* Stamm könnte glatt eine von meinen Kiefernsämlingen sein.


Du schreibst: "Wenn die Kerzen ausgetrieben haben und die neuen Nadeln ca. 1cm lang sind, schneide ich diese zurück"

Meine Frage: Wie weit schneidest du die Kerzen zurück ?

PS: Ich glaube das ich stets dazu neige zu große Schalen zu wählen. Mit dem von der Waldkiefer gewünschten Wurzeldruck hast du bestimmt auch Recht. Bei dem von mir früher kritisch gesehenen "Nadelzupfen" der vorjährigen Nadeln habe ich auch umgedacht. Nur mit viel Licht im Baum kann man wohl innere Verzweigung erhalten und neu erzeugen.


Grüße
Dirk
Benutzeravatar
fritze
Beiträge: 1332
Registriert: 19.08.2010, 22:13
Wohnort: bei karlsruhe
Kontaktdaten:

Re: Kultur von Waldkiefern

Beitrag von fritze »

hallo ihr kiefernchefs,

gilt das, was ihr da schreibt irgendwie auch für mugos?
liebe grüße
christian
Benutzeravatar
Klaus K.
Beiträge: 97
Registriert: 04.05.2011, 09:46

Re: Kultur von Waldkiefern

Beitrag von Klaus K. »

Hallo Dirk,
schön, dass dir meine Kiefer gefällt. Ich schneide die starken Triebe auf ca. 1 cm und die schwachen auf ca. 2 cm zurück. Die ganz kleinen schneide ich gar nicht. Ich füge noch 2 Bilder bei, das erste ist aus 2006 im Rohzustand, das 2. ist aus 2009 unmittelbar nach der Gestaltung, die ich bei Othmar Auer gemacht habe. Dass die Methode wirkt, sieht man am Zuwachs innerhalb von 3 Jahren.

Fritze: Leider habe ich keine Mugos, do dass ich dir nicht weiterhelfen kann.

Klaus
Dateianhänge
comp_2006_04_08_4.jpg
comp_2006_04_08_4.jpg (94.36 KiB) 886 mal betrachtet
comp_2009_11_20.jpg
comp_2009_11_20.jpg (91.88 KiB) 886 mal betrachtet
Totoro

Re: Kultur von Waldkiefern

Beitrag von Totoro »

Hallo Klaus,

ich schneide ganz genau so wie du. *huch*
Das ist dann so ein "mekiri light" :lol: wie ich es hier früher beschrieb.
(Im Buch NIWAKI, z.B erhältlich über Bonsai art , wird an der unserer Waldkiefer sehr ähnlichen japanischen Rotkiefer P. densiflora exakt dieser Schnitt im Landschaftsgartenbau in Japan praktiziert)

Mit dem einzigen Unterschied, das ich dies erst Mitte /Ende Juli mache.

Offensichtlich ( deine Photos beweisen ja eine erstaunliche Entwicklung in nur wenigen Jahren *daumen_new* ) ist dein Schnittzeitpunkt ebenso gut wie der meine oder gar besser. *daumen_new*

Ganz kurz etwas zu Opferästen:
Deine Kiefer besaß ja lange Jahre untere Opferäste welche ihr erst diesen schönen dicken Stamm verschafften. Ohne diese wäre dein Baum eine dieser typischen dünnen, Palmenstamm- Literaten ohne Verjüngung geworden.
Klasse das du weitgehend auf jins verzichtet hast *daumen_new*


Jetzt werde ich mir lange Monate den Kopf zerbrechen ob ich auf deinen Schnittzeitpunkt umsattle. *kopfkratz*

@ Fritze: Ich hab auch keine Mugho. Sorry.

Grüße
Dirk
Antworten