Forsythie #1 mohan

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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mohan
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Forsythie #1 mohan

Beitrag von mohan »

Hallo,

ich habe ein neues Projekt *banana* !

Auf dem Flohmarkt des BFF-Sommerfestes fand ich diese Forsythie von bonsaigreen.
Die musste es einfach sein 8) !
Vor lauter Grün sah man zwar nicht genau wie und ob sich die Forsy verzweigt, aber das war eigentlich auch sekundär. Ich lass mich da ganz gerne mal überraschen wenn der Rest stimmt.
Sie ist etwa 50-60 cm hoch und das wird auch in etwa die Endgröße werden.

Gestern und vorgestern habe ich sie mir genüßlich vorgenommen und zunächst erstmal den Austrieb selektiert.
Dannach habe ich mich in einem esten Schritt an die verbleibenen Stümpfe gemacht und eine Grundidee zur Gestaltungsrichtung herausgearbeitet.

Als nächstes soll sie natürlich ordentlich wachsen, damit die Triebe etwas fetter werden und dann muss ich mich wohl nochmal bei dir, Dieter, einladen damit ich mit Hilfe deines genialen Equipments ( Maschinenpark :P ) das Totholz und die bleibenen Stümpfe bearbeiten kann!
Darauf freue ich mich schon :-D !
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So stand sie auf dem Flohmarkt, man sieht den Baum vor lauter Austrieb nicht.
So stand sie auf dem Flohmarkt, man sieht den Baum vor lauter Austrieb nicht.
Ansicht nach dem ersten Herausarbeiten einer Form und meine favorisierte Vorderseite.
Ansicht nach dem ersten Herausarbeiten einer Form und meine favorisierte Vorderseite.
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Norbert_S
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Re: Forsythie #1 mohan

Beitrag von Norbert_S »

Hallo Monika

Es war das versteckt, was zu vermuten war. Das ist Rohmaterial, das auf einen guten Schliff wartet um stark zu glänzen.
Der Baum macht einen sehr vitalen Eindruck und hat auch wirklich stark auf dem Flohmarkttisch gewunken.

Der Baum ist rundherum sehr gut anzusehen und es sind ausreichend Triebe für einen Neuaufbau an der richtigen Stelle vorhanden.
Auch für die Wahl der Vorderseite lohnt sich der ein oder andere Dreh auf dem Teller.

Es wird Spaß machen die Entwicklung zu verfolgen, naturalistisch nehme ich an.
Norbert

So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
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mohan
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Re: Forsythie #1 mohan

Beitrag von mohan »

Klassisch wird doch etwas schwer werden *schwitz* :P .

Nein, der Baum wird was er wird und wie man das nennt ist doch auch nicht wichtig :wink: .
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Martin_S
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Re: Forsythie #1 mohan

Beitrag von Martin_S »

Ha!
Als ich den gesehen habe (er stand da schon auf dem Boden hinter dem Tisch am Eingang) und neugierigst darauf schielte, rief sofort jemand "Finger weg Schilly, der gehört bereits jemandem!"
Nun denn! Das was du da freigelegt hast, schaut genau danach aus, was mich faszinierte als ich in die Hocke ging ;)
Viel Spaß damit!
M
Beste Grüße
Martin

Lieber Querlüften als Querdenken!
hendrik
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Re: Forsythie #1 mohan

Beitrag von hendrik »

Hallo Monika,

der Martin hat alles geschrieben was man schreiben kann. Toller Baum
klassisch wird nicht gehen, bzw. auch nicht wirken aber
wenn Sie etwas geformt wird, wird das eine tolle Forsythie werden. Allein der
Stamm wirkt richtig gut, und der sollte sichtbar bleiben, zumindest etwas.

bis dann Hendrik
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Heike_vG
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Re: Forsythie #1 mohan

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Monika,

dieser Baum wird in Deinen Händen bestimmt etwas besonderes. Du hast ein Händchen für sowas.
Ich freue mich schon auf die Entwicklung! *daumen_new*

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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zopf
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Re: Forsythie #1 mohan

Beitrag von zopf »

Hallo Monika
Beim Totholz gäbe es 2 Punkte zu beachten
"Natürliches" Totholz könnte man grob in 2 Kategorien teilen
Die Arbeit nur mit Reiß- und Zugtechniken die dem entsprechen soll wie Totholz in der Natur entsteht
wobei dann weniger gestalterische Aspekte überwiegen
oder die Arbeit (mit Allem was nützt) um hauptsächlich den gestalterischen Aspekt zu berücksichtigen
und die "Natürlichkeit" aus dem Verwischen jeglicher Bearbeitungsspuren besteht.
Der andere Punkt wäre der schnelle Verfall des Holzes.
Eigentlich müsst man das Totholz in einem Rutsch bearbeiten
Bearbeiten, trocknen, färben, Holzhärter
mfG Dieter

ps Natürlich wird beim ersten Punkt ein Kompromiss gesucht,
aber eine perfekte Kombination wird man wohl kaum finden.
cogito ergo pups
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mohan
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Re: Forsythie #1 mohan

Beitrag von mohan »

Lieber Dieter,

bei diesem Baum strebe ich keine Reiß- oder Zugtechnik an.
Die anstehende Arbeit sehe ich darin, die Stümpfe nach innen auszuarbeiten um, wie du schon erwähnst, lediglich die Schnittspuren zu verwischen.
Das Holz wird danach auch nicht getrocknet, gefärbt oder mit Holzhärter behandelt. Letzteres würden bei Auftrag den Verfall nach innen um einiges beschleunigen,da die relative Restfeuchte des Holzes mit Sicherheit über 30% liegt.
MerschelMarco
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Re: Forsythie #1 mohan

Beitrag von MerschelMarco »

Meiner bisherigen und damit bescheidenen Erfahrung nach verwittert Forsythienholz von Natur zu eher rundlichen Formen, allein schon von daher bietet sich brechen (reissen im Sinne von Fasern ziehen tuts eh nicht) eher nicht an. Wenn man Forsythienholz für etwa zwei Jahre unbehandelt läßt, bildet sich eine korkige Oberfläche, die man dann abbürsten kann und feine Bearbeitungsspuren beseitigt. Danach folgt dann der Holzhärter. Der verhindert zwar die weitere Verwitterung, aber nicht eine für mich durchaus erwünschte Rissbildung im Holz. Ein Sonderfall ist natürlich Totholz mit Substratkontakt.

Grüße,
Marco
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mohan
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Re: Forsythie #1 mohan

Beitrag von mohan »

MerschelMarco hat geschrieben:Danach folgt dann der Holzhärter. Der verhindert zwar die weitere Verwitterung, aber nicht eine für mich durchaus erwünschte Rissbildung im Holz. Ein Sonderfall ist natürlich Totholz mit Substratkontakt.

Hallo,

ich möchte hier nicht einen Rundumschlag gegen Holzhärter führen, denke aber dass die Verwendung nur eine weitere Verwitterung nach außen verhindert.

Da es sich vermutlich nicht um eine diffusionsoffene Beschichtung handelt, dass heißt ein Auftrag der das Holz "atmen" läßt und einen Feuchtigkeitsaustausch ermöglicht, wird die Rest-Feuchtigkeit im Holz eingeschlossen. Tatsächlich hat man dann nach einiger Zeit den gegenteiligen Effekt wie gewünscht. Die Feuchtigkeit mockert im inneren fröhlich weiter und zwar stärker als ohne Holzhärter, weil sie ja nicht weg kann und eingeschlossen ist, nur sieht man es dem Totholz von aussen nicht mehr weil die ersten Millimeter optisch konserviert sind.

Soweit meine Theorie. Sollte ich dem Holzhärter Unrecht tun und es handelt sich doch um eine offenporige Beschichtung dann möchte ich mich entschuldigen :) , weise aber darauf hin, dass es trotzdem verstärkt weitermockert, wenn die Restfeuchte des bearbeiteten Totholz zu hoch ist.
MerschelMarco
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Re: Forsythie #1 mohan

Beitrag von MerschelMarco »

Die Frage ist halt auch immer die der verbleibenden Alternativen. Vermutlich hast du schon recht, andererseits, wenn das Holz innen weggammelt und etwa 1cm (soweit könnte der Holzhärter schon ins Holz rein) bleibt, dann ist doch der Sinn erfüllt. Auch bei verwitterungsresistenten Hölzern, Lärche, Kiefer etwa wird der Baum wegen der Restfeuchte immer von innen her hohl und das zum Teil mit den bekannten sehr reizvollen Effekten. Wenn du allerdings bei der Forsythie nichts machst, wird sich das Holz abgesehen von Stummelenden relativ bald verabschieden und dann hast du so ein flaches Gebilde.

Grüße,
Marco
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mohan
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Re: Forsythie #1 mohan

Beitrag von mohan »

Natürlich kommt es darauf an was man sich als Ergebnis vorstellt.

Ich persönlich finde mich damit ab, den zu erwartenden Verfall von vorneherein ( bis zum Ende) mit in die Gesaltung einfliessen zu lassen.
Wünschenswert wäre es die Zeit für sich, gegen den Verfall arbeiten zu lassen, in dem man die Kallusbildung stark fördert, die dann auf natürliche Weise Löcher und Höhlungen bis zu einem gewissen Grad verschliesst . Mit der Esche habe ich da gute Erfahrungen gemacht. Ich persönlich finde es weit attraktiver ein lebendes Korsett zu schaffen bzw. anzustreben ( wenn der Baum von innen hohl wird ) als mit Chemie das tote Holz eine kurze Weile schön zu halten was aber dem noch schnelleren Verfaulen zuträglich ist.

Ob man nachher immer nur ein flaches Ding erhält bleibt abzuwarten.

Für mich ist Bonsai nicht eine Kunst für die Ewigkeit sondern eine auf Zeit. Die Spanne kann da länger oder kürzer, wie bei Forsythien, ausfallen. Wenn man das akzeptiert ist es das Wegmorschen auch gar nicht mehr so schlimm.
MerschelMarco
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Re: Forsythie #1 mohan

Beitrag von MerschelMarco »

Diese Sichtweise ist mir sympathisch!

Grüße,
Marco
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Norbert_S
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Re: Forsythie #1 mohan

Beitrag von Norbert_S »

Volle Zustimmung Monika!
Norbert

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Walter Pall
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Re: Forsythie #1 mohan

Beitrag von Walter Pall »

Sehr schönes Material. Das hatte ich mir als einziges Angebot für mich ausgesucht. Dann hatte es Monika vor mir gekauft. Wie schön für sie. Da warte ich gespannt auf die weitere Entwicklung.
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