Itoigawa-tanuki auf Juniperus Oxycederus

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avicenna
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Itoigawa-tanuki auf Juniperus Oxycederus

Beitrag von avicenna »

In diesem Frühjahrhab ich einen dicken Itoigawa ( Import aus Japan) im Bonsaicentrum Münster eingetauscht. Die langen Ruten waren mir zu schade um sie abzuschneiden und aus ihnen Stecklinge zu machen ... also hab ich insgesamt 5 solcher Ruten abgemoost und siehe da, nach 4 Monaten waren alle Plastiktaschen gefüllt mit Wurzeln.
Ich war jetzt 3 Wochen auf der Insel Korsika und dass eben zur falschen Jahreszeit ;-) ... bis auf einige wenige kleine ... konnte ich mich nur auf Totholz konzentrieren und hab den Bulli vollgepackt mit Juniperus oxycedreus Totholzstücken.
Der dickste und älteste stand an einem Flußlauf in ca. 20 m Höhe mitten in den Felsen ... also mit Sandalen hinauf ( bei einem Sturz wäre ich im Wasser gelandet ;-)) und das Totholz geborgen. Meine Zählung der Jahresringe ergab 265 Jahre, wobei das Zentrum der Baumscheibe bereits verwittert ist.
Eine Itoigawa-Rute mit einem schönen Wurzelpaket wurde am Tanuki befestigt und soll ersteinmal ungehindert ihr Wachstum starten. Alle weiteren Schritte werde ich sicher erst in 2 Jahren beginnen.

saludos
avicenna
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Juniperus oxycederus an seinem Felsstandort
Juniperus oxycederus an seinem Felsstandort
gezählte 265 Jahre aber kein Zentrum mehr ....
gezählte 265 Jahre aber kein Zentrum mehr ....
Itoigawa-Rute nach 4 Monaten Abmoosung mit schönem Wurzelpaket
Itoigawa-Rute nach 4 Monaten Abmoosung mit schönem Wurzelpaket
Einfräsung zum Ansetzen
Einfräsung zum Ansetzen
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avicenna
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Re: Itoigawa-tanuki auf Juniperus Oxycederus

Beitrag von avicenna »

ein paar noch ...
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DSCI5172.JPG
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ich denke in ein paar Jahren kann es ein imposantes Teil werden ...
ich denke in ein paar Jahren kann es ein imposantes Teil werden ...
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bonsaiheiner
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Re: Itoigawa-tanuki auf Juniperus Oxycederus

Beitrag von bonsaiheiner »

Genial Dietmar,

bitte den Werdegang weiter festhalten.
Mal so am Rande, stammt das Totholz aus dem Asco-Tal vom Mt. Cinto-Gebiet?

Gruss,
Heiner
Ein Tag ohne Beschäftigung mit Bonsai ist ein verlorener Tag!
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Norbert_S
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Re: Itoigawa-tanuki auf Juniperus Oxycederus

Beitrag von Norbert_S »

Hallo Dietmar

Das sieht sehr vielversprechend aus.
Da kann ich mich Heiners Bitte um fortlaufende Dokumentation nur anschließen.
Norbert

So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
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Urikawa
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Re: Itoigawa-tanuki auf Juniperus Oxycederus

Beitrag von Urikawa »

hallo Dietmar,

Allererst vielen Dank dafür das du uns an deinem Projekt teilnehmen lässt. Ich glaube zu erkennen das du bei deine arbeit einige Äste verwended hasst. Heisst dies das du in jedenfall den Leidtrieb schneiden wirst um so damit einen sehr compacten Baum aufzubauen damit die Apikal Domnianz nicht deine arbeit zerstört?
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.
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avicenna
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Re: Itoigawa-tanuki auf Juniperus Oxycederus

Beitrag von avicenna »

bonsaiheiner hat geschrieben:stammt das Totholz aus dem Asco-Tal vom Mt. Cinto-Gebiet?
Hallo Heiner,
nein ... dort oben war ich natürlich auch ... einfach wunderbar urtümlich. Das Totholz ist von Aiguilles de Bavella Richtung Solenzara , aus einem der Flußtäler dort. Dort sind riesige Granitbadewannen und links und rechts gehen die Felswände hoch bewachsen mit Wacholder, Korkeiche, Steineiche , Erica aborea ... einfach atemberaubend... aber du kennst es ja selbst ;-)).
Urikawa hat geschrieben:Heisst dies das du in jedenfall den Leidtrieb schneiden wirst um so damit einen sehr compacten Baum aufzubauen damit die Apikal Domnianz nicht deine arbeit zerstört?
Hallo Urikawa, die angesetzte Itoigawa-Rute ( Ast mit Seitenverzweigungen)stammt aus einer Abmoosung. Vor 4 Monaten hab ich den Zweig vorbereitet und jetzt "geerntet" ... das geht viel schneller als Stecklinge aus langen Ästen zu machen. Den abgetrennten Ast (Rute) mit seinem kleinen voll bewurzelten Abmoosbeutel hätte ich auch zunächst in einen seperaten Topf setzen können um ihm einen guten Start zu verschaffen. Dies habe ich aus den oben genannten Gründen nicht getan sondern ( in meinem mir eigenen Aktionismus ;-)) habe ich ihn gleich zu einem Tanuki gesetzt. Durch Fräsen einer Höhlung im Totholz und zweier Leitfugen habe ich lediglich den sich in zwei "Stämme" verzweigenden Ast in diese Fugen gesetzt. Beschnitten habe ich noch garnichts, weil ich die Theorie vertrete, dass das Grün von Immergrünen in besonderem Maße zur Wurzelbildung nötig ist und sie unterstützt.
Also Apikaldominanz und Verzweigung steht jetzt als Problem noch garnicht an, sondern lediglich ein gesundes Einwachsen des "Großstecklings".
Mittels dünner Schrauben ( ... mein oben erwähnter Aktionismus ;-)) hab ich die Leitäste am Totholz verschraubt. Wenn vielleicht am Ende des nächsten Jahres der J.Itoigawa gut eingewachsen ist, werde ich im Winter oder zeitigem Frühjahr versuchen, die Rinde der Äste die mit den Totholzfugen verwachsen sollen zu entfernen und mittels Schraubzwingen und weiteren Schrauben einen engen Schluß zu erreichen und ein dichtes anwachsen zu erzielen. Ich wähle dafür das zeitige Frühjahr weil der Saftfluß in der Rinde dann verringert ist und durch ein Biegen die Rinde sich so leicht vom Holz löst.
Aber bis dahin soll er erst einmal sfatig anwachsen und viel Zuwachs machen ...

saludos
avicenna
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Urikawa
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Re: Itoigawa-tanuki auf Juniperus Oxycederus

Beitrag von Urikawa »

Also Apikaldominanz und Verzweigung steht jetzt als Problem noch garnicht an, sondern lediglich ein gesundes Einwachsen des "Großstecklings".
Die Apikaldominanz sorgt bekanntlich dafür das der Baum die versorgung der oberen Äste mehr in den vordergrund stellt. Mit der zeit wurde da ein Eingehen der unteren Äste zu befurgten sein. Aus diesen grund wurde ich solche Äste nicht für einem Tanuki benutzen es den man strebt die gestalltung eines sehr kompakten Baumes nach.
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.
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