Birkenshohin geneigt...

Kleine Bäume ganz groß. Für alle Winzlinge, die schon Baum sind und nicht Sämling, also einen gewissen Entwicklungsgrad haben. Treu dem Motto "der kleinst mögliche Baum".
Antworten
Benutzeravatar
Bergi
Beiträge: 1460
Registriert: 21.07.2007, 12:36
Wohnort: westlich von München

Birkenshohin geneigt...

Beitrag von Bergi »

Hallo Gemeinde,

hier eine kleine Birke, die ich seit 2008 in meiner Obhut habe, gesammelt von einer Art Abraumhalte auf sehr magerem und durchlässigem Boden, daher trotz geringer Größe wahrscheinlich recht alt und schon mit ziemlich weißer Borke.
Aufgrund der Ausrichtung des Nebaris bin ich dieses Frühjahr auf die Idee gekommen, sie in eine geneigte (wenn das der Begriff ist) Position zu bringen (gestern erstmalig gedrahtet, davor nur Abspannen)... was meint ihr, soll ich in diese Richtung weiterarbeiten? "Geht so was" überhaupt bei Birken?

Zweites Jahr in Pflege (2009)
Bild

Detail Borke
Bild

2011
Bild

In geneigter Position (2012)
Bild

Detail Nebari
Bild

Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
jupp

Re: Birkenshohin geneigt...

Beitrag von jupp »

Mal im Ernst Stefan, die Birke zeigt auf dem ersten Bild, was sie mal werden will. Das was danach kommt wollte sie sicher nicht. Auch wenn Birken in den manigfaltigsen Formen wachsen, aber so eine habe ich noch nicht gesehen. Stell sie wieder auf und lass sie sein was ist, eine Birke.
Nicht böse gemeint nur meine persönliche Meinung.
Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 24206
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Re: Birkenshohin geneigt...

Beitrag von Heike_vG »

Ich finde auch, dass die kleine Birke jetzt zu stark heruntergebogen ist. Ein bisschen weiter wieder aufgerichtet und etwas weniger runtergebogen würde netter aussehen.

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
Benutzeravatar
Anja M.
Beiträge: 5821
Registriert: 05.01.2004, 17:52
Wohnort: Hamburg NW

Re: Birkenshohin geneigt...

Beitrag von Anja M. »

Wenn du ein nettest Bäumchen möchtest, ist es sicher ein wenig zuviel des Guten, aber wenn du vor deinem inneren Auge eine Idee hast, windgepeitscht, Sturmgebürstet oder so und du damit leben kannst, daß die Birke vielleicht zu dem Schluß kommt an wichtigen Ästen die Zusammenarbeit einzustellen, dann bleib dabei. Vielleicht solltest du dann aber deine Idee besser vorstellen. Mit ein wenig mehr Worten oder noch besser mit einer Skizze.
73 Anja
Benutzeravatar
Bergi
Beiträge: 1460
Registriert: 21.07.2007, 12:36
Wohnort: westlich von München

Re: Birkenshohin geneigt...

Beitrag von Bergi »

Vielen Dank für die Rückmeldungen!

Wenn man sich das 2012er Bild anschaut, wird das Problem ein bisschen deutlicher, dass ein starkes Aufrichten, zusammen mit dem deutlichen Bogen, der sich über die letzten Jahre ergeben hat (und nicht mehr zurückgedrahtet werden kann), zu einem sehr einseitigen Kronen"ansatz" führen würde.
@Heike: Irgendwie tendiere ich bei solchen sehr kleinen, filigranen ("bleistiftstark", 20 cm hoch) Bäumchen zu einer etwas "krasseren" Formgebung, die bei größeren Formaten eher übertrieben aussehen würde, und der Winkel lehnt sich dem Nebari an, mit dem ich bisher gedanklich etwas zu kämpfen hatte. Jetzt gefällt mir ganz gut, wie die weiße Borke in die oberflächennahen Wurzeln zieht. Aber wieder ein wenig weiter aufrichten ist sicher drin, mal sehen (2013 wollte ich sie eigentlich nicht umtopfen).
@Anja: das ist die Frage, warum ich mir mit "geneigt" nicht so sicher bin. Bei "windgebeugt" müsste die Krone wohl in die andere Richtung zeigen(?), also die, in welche der Wind mit den Jahren den Stamm gedrückt hat. Hier suchte ich eigentlich diese geschlossenere Form, bei der sich die Krone wieder über den Wurzelansatz beugt.
Diese Äste sind erstmal nur einjährige Triebe, die ich wahrscheinlich weiter absetzen werde; das ist ja keine endgültige Zielvorstellung, dass ein Trieb ganz bis in die Spitze zieht.
@Jupp - ja, ich bin mir bei dieser gebeugten(?) Form auch nicht sicher, ob das nicht immer recht artifiziell ist, so eine Art idealisierte "Trauerbirke"... und doch, es scheint das auch in der Natur zu geben (hier ein anonymes Bild aus den Weiten des www, das meiner Vorstellung etwas näher kommt:http://www.meine-photos.de/data/thumbna ... 70_723.jpg).
Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
Benutzeravatar
Martin_S
Beiträge: 11766
Registriert: 05.01.2004, 20:26
Wohnort: Linker Niederrhein, da wo et geil is'

Re: Birkenshohin geneigt...

Beitrag von Martin_S »

Bergi hat geschrieben:....Irgendwie tendiere ich bei solchen sehr kleinen, filigranen ("bleistiftstark", 20 cm hoch) Bäumchen zu einer etwas "krasseren" Formgebung, die bei größeren Formaten eher übertrieben aussehen würde, ....

Hi Stefan,

warum tendierst du? Dürfen die kleinen, filigranen.... nicht auch aussehen, wie große Bäume in der Natur? Bonsai ist ja an sich schon Stilisierung genug.
M
Beste Grüße
Martin

Lieber Querlüften als Querdenken!
Benutzeravatar
Bergi
Beiträge: 1460
Registriert: 21.07.2007, 12:36
Wohnort: westlich von München

Re: Birkenshohin geneigt...

Beitrag von Bergi »

Hi Martin,
hab' ich mich etwas ungeschickt ausgedrückt. Ich denke, man hat eher ein Kontinuum über die Bonsai-Größen, das mit den Gesetzen der Optik bzw. unserer "Sehweise" zusammenhängt. Eine Regelmäßigkeit könnte man vielleicht so formulieren: "Damit bei einem Shohin eine Gesaltung überhaupt wirkt, müssen die betreffenden Partien proportional stärker stilisiert werden als bei einem "Walter-Brummer"", oder? (du bist doch der Shohin-Experte :P !)

Speziell diese Birke ist dafür aber eher kein gutes Beispiel --- die entspricht in den Proportionen ja ziemlich den Verhältnissen in der Natur, auch die Neigung als solche ist wohl bei exponierten Exemplaren so zu finden. Meine Zweifel beziehen sich nicht auf die "Natürlichkeit", sondern eher auf die Ästhetik einer Übertragung auf Shohin-Birkenformat und, wie gesagt, etwas auf die Ausrichtung von Krone und Wurzeln...am liebsten hätte ich wohl einige Beispiele für geneigte Formen bei Shohins gesehen (Birke oder nicht, ist eigentlich auch eher wurst, Laub sollte es wohl sein).
Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
Benutzeravatar
Bergi
Beiträge: 1460
Registriert: 21.07.2007, 12:36
Wohnort: westlich von München

Re: Birkenshohin geneigt...

Beitrag von Bergi »

Hier mal testhalber etwas aufgerichtet, von beiden Seiten (erstaunlich, wie unterschiedlich weiß sie sind). Die untere ist zumindest deshalb mein Favorit...

Bild

Bild

Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
Antworten