Ich interessiere mich seit circa 2 Jahren für Bonsais, beschäftige mich weitgehends mit Outdoor- Bäumen, die ich bis jetzt eigentlich erfolgreich auf meinem Balkon pflege und überwintere. Durch das Lesen eurer Beiträge konnte mir in vielen Situationen schon geholfen werden, aber jetzt steh ich vor einem Problem.... wo guter Ratschlag teuer ist.
Ich habe im September letzten Jahres einen Feuerdorn Bonsai erstanden. Den genauen botanische Name weiß ich nicht, aber aufgrund der orangefarbenen Beeren tippe ich auf Soleil d’Or oder Orange Glow .
Der Baum strotze augenscheinlich vor Gesundheit, war grün und hing über und über voll Beeren, welche auch ebenfalls gesund... fast schon schmackhaft aussahen.
Er stand dann bis Winterbeginn (nächtliche Tiefsttemperaturen bis -5C) auf meinem Südbalkon an einem sonnigen Platz, da ich auch aufgrund der Fülle an Beeren, einen bisher ähnlichen Standort vermutete. Die schale ist recht groß (d= 30cm), der Baum scheint sehr alt zu sein , ist 50cm groß und hat einen Stammdurchmesser von circa 9cm. Ich habe ihn je nach Sonnenlage alle 3- 5 Tage mit Britta-gefiltertem Wasser gegossen, immer so lang bis das Wasser durch Schwenken der Schale abfließen Konnte.
Da mein Balkon durch ein Katzennetz vor Vögeln geschützt ist und ich gelesen habe, dass zu viele Früchte den Baum schwächen, habe ich im Oktober einen beachtlichen Teil Beeren abgenommen, dabei war mir aufgefallen, dass manche Blätter silbrig- olivgrün glänzten, konnte aber keine Schädlinge feststellen und beim Googeln zum Thema Schorf keine vergleichbaren Bilder finden, zumal die orangebeerigen Sorten ja auch zunehmend resistent gegen Feuerbrand und Schorf sind. Weiter gab`s auch keine Auffälligkeiten am Baum, gedüngt habe ich auch nicht mehr.
Mit zunehmenden Winterbeginn kam der Baum in sein Winterquartier : ein unbeheizter Mehrfamilienhausflur an einem Fensterplatz mit Süd- West -Ausrichtung. Ich betone den Standort deshalb so genau, weil ich nach einem Monat feststellen musste, dass mein dort ebenfalls untergebrachter Rosmarin geklaut wurde
So entschloss ich mich ihn zu meiner Mutter zu geben. Diese ist Floristin hat ebenfalls einen unbeheizten, aber sicheren Hausflur, mit einem Fenster in Südausrichtung. Da ihr aufgrund der permanenten Besonnung regelmäßig die Pflanzen im Fensterbrett "verbrennen" hatte sie sich eine kaum sichtbare Verdunklungsfolie angebracht und damit auch gute Erfahrungen gemacht. Den Baum hab ich grün übergeben, wobei er seit der 1. Umquartierung vermehrt Blätter verlor, vor allem aber älterer/ größerer/ trockener Art. Leider konnte ich meine Mutter und den Baum nicht so oft besuchen, zu Weihnachten war der Blattverlust aber schon deutlicher, circa 1/3, die restlichen Beeren waren etwas verschrumpelt aber ohne Flecken. Die schon oben beschriebene olivgrüne Färbung der blätter nahm zu, also noch mal recherchiert und dann gelesen, dass das mit dem "immergrün" so nicht ganz stimmt und der Feuerdorn im winter gern auch mal altes Blattwerk abwirft um, es dann im Frühjahr neu zu bilden. Außerdem steht auf meinem Arbeitsweg auch ein herrlich großer Feuerdorn, der sich im vorletzten Winter auch entlaubte und im folgenden Jahr wieder prächtig und gesund aussah. Habe mit Muttern auch nochmal die Pflegehinweise besprochen, sie goss ihn bis dato immer erst wenn der Boden 2-3 tage oben trocken war, vielleicht auch nen bißchen weniger... Mutti ist da eher vorsichtig, dass er bei ihr vertrocknet ist, glaub ich aber nicht. hab ihr auch gesagt, dass sie das so weiter machen soll, weil ich dachte...
weniger Blattwerk= weniger Wasserbedarf.
Habe probeweise einzelne Zweige angseschnitten, diese waren innen grün und vital.
Ein Foto hab ich aus dieser Zeit leider nicht.
Und nun? habe den Baum im März/April abgeholt... und sämtliches Blattwerk ist vertrocknet. Habe euch mal ein Foto von einem vertrockneten Blatt fotografiert. Seit dem nachts keine Minusgrade mehr sind, steht er auf meinem neuen Balkon mit Ost-Süd- Ausrichtung halbschattig und langsam wird alles drumherum grün... Lärche und Steinweichsel kriegen schon blätter.... aber bei dem Feuerdorn tut sich nix
Beim anschneiden sind die zweige hellgrün, wirken aber nicht mehr so vital... kann aber auch sein dass ich mir das einbilde, da ich mir langsam wirklich Sorgen mache. Beim Anritzen der rinde großer Äste ist auch nichts auffälliges zu beobachten, die Wurzeln konnte ich noch nicht kontrollieren, da ich ihn aufgrund der Schalenform nicht einfach rausheben kann und ihn jetzt nicht zusätzlich belasten wollte.
Langer rede kurzer sinn, meine konkreten Fragen sind:
Hat jemand schonmal so was ähnliches erlebt?
Hab ich vielleicht doch eine ernsthafte Erkrankung des Baumes verkannt?
Fallen euch Pflegefehler, die die Ursache sein könnten auf?
War der häufige Standortwechsel vielleicht doch zu viel?
Gibt`s Tricks um ihn zum Austreiben zu bewegen... vielleicht leicht zurückschneiden? usw.
Ich hoffe ihr könnt mit den gegeben Informationen was anfangen, ich freue mich über jegliche Antwort.


