Erste Schritte zum Wacholderbonsai

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Carmen_G.
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Erste Schritte zum Wacholderbonsai

Beitrag von Carmen_G. »

Letztes Jahr kam ein richtiger "Schlangenwacholder" in meinen Garten.

Hoch, schmal und einen Stamm in lauter "S"-Kurven.

Ein Wacholder mit Baustellen, sonst wäre es ja langweilig.
Das Nebari ist noch verbesserungswürdig, auf einer Seite gibt's (noch) keine Wurzeln, andere kreuzen sich.

Die Äste waren recht lang, steif, gerade und nach oben gerichtet. Das Laub recht weit aussen.
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kleinSAM_0800.jpg (88.51 KiB) 1038 mal betrachtet
Frühjahr 2012 habe ich erst mal ausgeschnitten was überflüssig war und den Stamm etwas gesäubert. Kleine Jins wurden auch gleich mit gemacht. Im Anschluß die starken Äste schon mal etwas abgespannt und im Laufe des Jahres immer wieder mal nachgespannt.
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kleinSAM_1093.jpg (50.47 KiB) 1038 mal betrachtet
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kleinSAM_1119.jpg (55.99 KiB) 1038 mal betrachtet
Ansonsten durfte sich der Baum 1 Jahr erholen, was er auch schön gemacht hat.
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Jetzt ging es dann mal an die nächsten Schritte.
Waren im Vorjahr schon 1/3 der Grünmassen gefallen, so mußte beim Drahten und Stellen nochmal der ein oder andere Ast weichen.

Am Ende soll der Baum mal recht locker, luftig und leicht aufgebaut werden, nur Alles auf einmal würde ihn zu sehr belasten und Streßlaub provozieren.


Aktuelles Aussehen:
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Theoretisch wäre es eine Option den Baum noch einzukürzen, aber so lange die oberen Etagen nur aus langen steifen Ästen bestehen kommt dann keine vernünftige Spitze zustande. Ausserdem würde der Stamm Verjüngung und Leichtigkeit verlieren.

Wenn, dann ist das erst zu überlegen, wenn der Baum nahe an seinem endgültigen Aussehen ist.

Ein typisches Beispiel, daß die Erstgestaltung noch weit von der Endgestaltung entfernt ist.

Die nächsten Schritte werden sein:
1. Noch weiteres Absenken der Äste.
2. Manche Äste länger wachsen lassen, andere nachdem das Grün näher an den Stamm gekommen ist kürzen um die jetzt noch langweilige Silhouette interessanter zu machen.
3. Umtopfen und die Pflanzstellung etwas ändern.
4. Nachdem sich die Saftbahnen am Stamm stabilisiert haben und abzeichnen noch 2 - 3 Äste entfernen, welche jetzt nur noch vorhanden sind um eine falsche Rücktrocknung der Saftbahnen zu verhindern.
5. Saftbahnen ausarbeiten und am Stamm Sharibereiche anlegen.
6. Auf der einen platten Seite Wurzeln für ein schönes Nebari ringsherum ablaktieren.

Also noch genug zu tun in Zukunft.

Was dann mal die Vorderseite wird, das zeigt sich auch in Zukunft. Noch kann man es sich aussuchen.


Was haltet Ihr davon?

liebe Grüße
Carmen
Liebe Grüße
Carmen
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motorrad-frank
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Re: Erste Schritte zum Wacholderbonsai

Beitrag von motorrad-frank »

Hallo Carmen,
bisher gute Entwicklung .....
Theoretisch wäre es eine Option den Baum noch einzukürzen
= andere Option wäre abmoosen - dadurch evtl. auch ein besseres Nebari..... anbei ein Bild, an welcher Stelle man das versuchen könnte.... viele Grüsse, Frank.
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Carmen_G.
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Re: Erste Schritte zum Wacholderbonsai

Beitrag von Carmen_G. »

Hallo Frank,

stimmt, was oben schlecht zu kürzen geht könnte man auch unten versuchen.
In dem von Dir vorgeschlagenen Beispiel würde dann auf alle Fälle noch der unterste Ast fallen.
Auf alle Fälle sollte man diese Option überlegen bevor man die Sharis am Stamm anlegt, sonst wird es problematisch mit gleichmäßigen Wurzeln rings herum.

Bin mal selbergespannt wo die Reise mal hinführt. :)

Danke für den Vorschlag.

Liebe Grüße
Carmen
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Carmen
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joseph
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Re: Erste Schritte zum Wacholderbonsai

Beitrag von joseph »

Hi Carmen,Bild 7 und 10 sind doch super,was sollte die Abmosung so weit unten bringen?
Aber wie immer tolle Arbeit von dir und ich bin gespant.
MfG Joseph / Tilo
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Carmen_G.
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Re: Erste Schritte zum Wacholderbonsai

Beitrag von Carmen_G. »

Hi Tilo,

Danke für das Kompliment. :)
Was eine Abmoosung bringen könnte?

Z.B. eine Stammverkürzung bei der das ungünstige Längenverhältnis vom Ansatz zur 1. Biegung wegfällt.
Im Vergleich zu dem Abschnitt darüber bis zur nächsten Biegung ist das untere Stück eigentlich zu kurz, denn die Abstände sollen ja unten am größten sein und nach oben immer kleiner werden, ähnlich der Astabstände wo das ja auch so sein sollte.

Ausserdem ist an der 1. Biegung noch eine Stammverdickung, d.h. dicker als unterhalb.

Da aber dort Sharibereiche angelegt werden, welche das optisch wieder ausgleichen finde ich das nicht so schlimm und der untere ansatznahe Knick ist eben eine Eigenheit dieses Baumes was ihn zum Unikat macht.

Bin mal ganz stark dafür, daß also alles so bleibt. ;)

liebe Grüße
Carmen
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Carmen
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