Malus Pumila

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Mason
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Malus Pumila

Beitrag von Mason »

Hallo zusammen!

Habe heute einen Malus Pumila geschenkt bekommen. Ist von der Tauglichkeit zum Bonsai her vielleicht nicht gerade das beste Material, aber versuchen würde ich es trotzdem gerne!
Der Stamm ist ziemlich gerade und verjüngt sich auch nicht. Die Krone fängt zu weit oben an, weswegen ich ihn radikal zurückschneiden würde. Ein anständiges Wurzelwerk ist auch nicht zu erkennen, das kann ich jedoch erst im Frühjahr beim Umtopfen richtig beurteilen.. Dann wird er auch von der Erde befreit.

Meine Frage wäre, ob ich den Baum einfach bei ca. der Hälfte kappen könnte und er im Frühjahr aus schlafenden Augen wieder austreiben würde? Oder wäre dieser Schnitt zu radikal?

Hier ein paar Bilder:
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achim73
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Re: Malus Pumila

Beitrag von achim73 »

abmoosen und eine besenform draus machen, würde ich sagen.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
sylvan_spirit
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Re: Malus Pumila

Beitrag von sylvan_spirit »

Hallo Mason,

normalerweise sind die Kultursorten immer gepfropft. Würde zunächst nach einer Propfstelle suchen.

Buddele mal etwas tiefer. Wenn der Baum im Topf erzogen wurde, könnte sich unter der Mulch- Oberfläche etwas brauchbares befinden. Die oberen Wurzeln kann man auch entfernen wenn sich darunter ein gutes Wurzelteller befindet. Wenn das zutrifft, würde ich eher kappen als abmoosen. Dass es neue austreiben wird, bin ich mir sicher, nur die Wurzeln sollten dann nicht zeitgleich bzw. nicht vor Neueaustrieb im Frühjahr gekürzt werden.

Gruß Waldgeist.
Mason
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Re: Malus Pumila

Beitrag von Mason »

Abmoosen wäre wohl kein Option. Dafür sieht der Baum obenrum einfach zu schlecht aus. (s. Fotos)

Ich habe heute ein bisschen mehr Erde abgetragen, um mir ein genaueres Bild von den Wurzeln machen zu können. Ich denke darauf kann man aufbauen.
Würde mich dann eher für das Kappen entscheiden. Diesen Schritt sollte ich aber erst im Frühjahr machen, oder? Und gibt es Empfehlungen, wo ich den Schnitt setzen sollte?
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Anja M.
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Re: Malus Pumila

Beitrag von Anja M. »

Meines Erachtens ist der Ast da oben draufgepfropft. Wenn der Baum gekappt wird, ist das höchstwahrscheinlich kein Malus pumila mehr. Das muß nicht schlecht sein, wenn man keine dahingehende Erwartung hat. Manchmal sind die Unterlagen besser für Bonsai geeignet.

Ich würd vielleicht bei einem drittel den Stamm rauf schneiden und abwarten, wo sich Triebe bilden. Später noch weiter runter auf einen Treib.
73 Anja
Mason
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Re: Malus Pumila

Beitrag von Mason »

So habe ich mir das auch vorgestellt! Zu welchem Zeitpunkt dann am besten? Könnte ich diesen Schnitt schon direkt nach dem Laubabwurf machen? Umtopfen nächstes Frühjahr sollte dann doch auch kein Problem sein, oder?
sylvan_spirit
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Re: Malus Pumila

Beitrag von sylvan_spirit »

Hallo Mason,

hört sich nach einem guten Plan an.

kappen würde ich in der Ruhepause also vom Blattfall bis zum Anschwellen der Knospen. Weil aber in der Ruhezeit die Abschottung nur langsam ist, muss man mit Saftrückzug und Zurücktrocknung am Stamm rechnen. Also etwas höher als die gewünschte Höhe kappen, um nach dem Aushärten des Neuaustriebs die Kappstelle sauber nachschneiden zu können.

Der Neuaustrieb wird in der Regel zuerst und am stärksten an dem obersten Astring kommen, dann an den darunter liegenden Astringen. Danach wird es darauf ankommen die oberen Äste nicht dominant werden zu lassen.

Gruß Waldgeist
Mason
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Re: Malus Pumila

Beitrag von Mason »

Alles klar, vielen Dank für die Hilfe!

Bei einer solchen Maßnahme sollte ich den Baum im Frühjahr lieber nicht umtopfen, soweit ich das verstanden habe, jedoch würde ich den Baum ungerne länger in der Erde stehen lassen..
sylvan_spirit
Beiträge: 243
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Re: Malus Pumila

Beitrag von sylvan_spirit »

hm, also wenn die an die Wurzeln gehst und gleichteitig kappst, schwächt es den Baum erheblich und erhöht das Risiko für einen Totalausfall oder zumindest für Krankheiten. Auch der Neueaustrieb wird nicht so kräftig ausfallen, den ein Teil der in Wuzeln eingelagerten Reserven wäre beim Wurzelschnitt verlohren...

Eigentlich wäre davon abzuraten.

(Muss allerdings zugeben es selbst im letzten Herbst gemacht zu haben. Eine Baumschulpflanze, acer palmatum, hatte ich ein paar Wochen vor dem Blattfall einen Wurzelschnitt verpasst. Dabei stellte ich fest das es insgesamt 3 Bäumchen in Topf waren. Dannach standen sie an einem schattigen, windstillen Platz, am Stamm an einen Regal angebunden für 3-4 Wochen. Ich hatte mir davon versprochen, dass die den Blättern entzogene Nahrstoffe nicht durch späteren Wurzelschnitt verlohren gehen und Wurzelbildung unterstützen. Nach dem Blattfall hatte ich die Stämme gekappt und die Bäume geschutzt, in ungenutzter Garage überwinttert. Es sind auch alle ausgetrieben, allerdings deutlich später als andere Ahorne. Dafür würde ich bei fremden Bäumen aber keine Gewähr übernehmen...

aber ich kann verstehen wenn Du zuerst, noch vor dem Kappen, an die Wurzeln willst. Auch nach den tieferen Buddeln würde ich grösseren Wurzelteller noch tiefer unten vermuten, den zum einen sind die oberen Wurzeln zu fein für die Versorgung der Baumgröße und zum Anderen sind malus arten Tiefwurzler. Entsprechend wäre es vom Vorteil die Wurzelbasis zu haben bevor man ans Kappen geht.)

Hast Du eventuell ein nettes Plätzchen für einen Fruchtbaum im Garten? Bei dem Aufwand würde es näher liegen, sich Material vom Sponsor zu holen. :-D

Gruss Waldgeist.
Mason
Beiträge: 14
Registriert: 09.11.2012, 10:45

Re: Malus Pumila

Beitrag von Mason »

Danke für die ausführliche Antwort!

Habe leider keinen Garten zur Verfügung..
Werde den Baum dann, um ein problemloses Austreiben im Frühjahr zu gewährleisten, vorerst nicht an den Wurzeln bearbeiten. Werde ihn dann im Winter kappen, den Sommer über wachsen lassen und eventuell im Herbst 2014 umtopfen.
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