Guten Abend,
weil ich dieses Jahr ziemlich viele Jungpflanzen (Laubbäume) am Start habe, die nächstes Jahr umgetopft werden bzw. einen Wurzelschnitt erhalten sollen, im Moment aber in recht großen Gefäßen stehen, kam mir die Idee, ob man die nicht platzsparend wurzelnackt überwintern könnte.
Ich stelle mir das so vor, dass man das Substrat im Spätherbst ausschüttelt, die Bäumchen ohne Wurzelschnitt leicht "bündelt" und z.B. mit Bast umwickelt und fixiert, das Ganze in einen Kunstofftopf stellt und z.B. mit feuchtem Torf auffüllt.
Als Vorteil erhoffe ich mir vor allem die Platzersparnis, und ein übersichtlicheres Gießen in der frostfreien (Lichtschacht-) Überwinterung. Wurzelschnitt käme dann, wenn die Pflanzen zu treiben beginnen.
Bei Shohin-Kandidaten kommt hinzu, dass die Lichtschächte dank gut isolierter Fenster nicht extrem "warm" sind, nur so knapp über Null. Bei flachen Schalen habe ich daher im letzten Winter eine dicke Laubschicht draufgepackt, aber solche "vergrabenen" Pflanzen sind noch schwerer in der Feuchte zu kontrollieren. Besonders frostempfindliche Shohins könnte man so wurzelnackt z.B. auch im Kühlschrank überwintern.
Hat das schon mal jemand probiert, auf was ist zu achten? Ist Torf ein gutes Substrat dafür?
Gruß,
Stefan
Wurzelnackt überwintern?
Wurzelnackt überwintern?
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
Re: Wurzelnackt überwintern?
Hallo,
der Fachbegriff dafür ist Einschlag. In Baumschulen ist es ein übliches verfahren so Wurzelnackte Pflanzen längere Zeit aufzubewahren. Es wird also wohl auch für Bonsai funktionieren.
Ich würde als Substart eher Sand nehmen.
Aber Pflanzen sie schon in Töpfen eingewurzelt sind, würde ich nicht ohne Not austopfenn um sie Wurzelnackt zu überwintern.
Gruß Olaf
der Fachbegriff dafür ist Einschlag. In Baumschulen ist es ein übliches verfahren so Wurzelnackte Pflanzen längere Zeit aufzubewahren. Es wird also wohl auch für Bonsai funktionieren.
Ich würde als Substart eher Sand nehmen.
Aber Pflanzen sie schon in Töpfen eingewurzelt sind, würde ich nicht ohne Not austopfenn um sie Wurzelnackt zu überwintern.
Gruß Olaf
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Joseph Conrad
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- Registriert: 25.05.2013, 19:16
Re: Wurzelnackt überwintern?
Olaf hat da völlig Recht.
Außer Immergrüne kann man die meisten jungen Bäume in reinem Sand einschlagen und überwintern.
Torf würde ich wegen seiner zu großen Wasserhaltefähigkeit nicht nehmen.
Mit 90 % aller Rosen, Obstbäumen , Blüten und Beerensträuchern wird so verfahren.
LG Joseph
Außer Immergrüne kann man die meisten jungen Bäume in reinem Sand einschlagen und überwintern.
Torf würde ich wegen seiner zu großen Wasserhaltefähigkeit nicht nehmen.
Mit 90 % aller Rosen, Obstbäumen , Blüten und Beerensträuchern wird so verfahren.
LG Joseph
Jeder Grashalm hat seinen Fleck Erde, aus dem er sein Leben und seine Kraft zieht; ...
Re: Wurzelnackt überwintern?
Vielen Dank für die Rückmeldung!
Was ich mich frage, warum man das nicht öfter macht... gerade auch für Kübelfpflanzen wäre das doch viel einfacher, anstatt immer die superschweren Pötte ins Winterquartier zu pferchen... werde auf jeden Fall mal etwas herumprobieren.
Eine weitere Frage beträfe den Schnitt... wahrscheinlich schneiden Baumschulen doch sowohl ober- als auch unterirdisch zurück, bevors in die Miete oder den Keller geht, oder?
Gruß,
Stefan
Was ich mich frage, warum man das nicht öfter macht... gerade auch für Kübelfpflanzen wäre das doch viel einfacher, anstatt immer die superschweren Pötte ins Winterquartier zu pferchen... werde auf jeden Fall mal etwas herumprobieren.
Eine weitere Frage beträfe den Schnitt... wahrscheinlich schneiden Baumschulen doch sowohl ober- als auch unterirdisch zurück, bevors in die Miete oder den Keller geht, oder?
Gruß,
Stefan
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Joseph Conrad
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Re: Wurzelnackt überwintern?
Also bei einer alten Kübelpflanze mit großem, feinverzweigtem Wurzelapparat ist das keine Lösung.
Das Einschlagen in Sand geschieht ja nur mit einem Grundgerüst von Wurzeln bzw bei Jungpflanzen . Die Obstbäume etc. werden mit einem Rüttelpflug wurzelnackt vom Feld gerodet. Man beschneidet dann das verbliebene Grundgerüst (es sind nur wenig Feinwurzeln mehr vorhanden ) der Wurzeln um glatte Schnittflächen zu erzielen.
Aus dem Sandeinschlag können sie dann vom Herbst bis in das nächste Frühjahr entnommen werden.
LG Joseph
Das Einschlagen in Sand geschieht ja nur mit einem Grundgerüst von Wurzeln bzw bei Jungpflanzen . Die Obstbäume etc. werden mit einem Rüttelpflug wurzelnackt vom Feld gerodet. Man beschneidet dann das verbliebene Grundgerüst (es sind nur wenig Feinwurzeln mehr vorhanden ) der Wurzeln um glatte Schnittflächen zu erzielen.
Aus dem Sandeinschlag können sie dann vom Herbst bis in das nächste Frühjahr entnommen werden.
LG Joseph
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Re: Wurzelnackt überwintern?
Hallo Joseph,
danke für deine fundierte Rückmeldung!
Noch mal nachgefragt: Wenn man im Frühjahr sowieso vorhat, die Wurzeln zu beschneiden, könnte man das Einschlagen theoretisch auch bei einer alten Pflanze machen bzw. den Rückschnitt gleich im Herbst vornehmen, oder? Tendenziell gehen die Feinwurzeln (also die ganz feinen) über den Winter sowieso verloren bzw. müssen sich im Frühjahr neu aufbauen...?
Gruß,
Stefan
danke für deine fundierte Rückmeldung!
Noch mal nachgefragt: Wenn man im Frühjahr sowieso vorhat, die Wurzeln zu beschneiden, könnte man das Einschlagen theoretisch auch bei einer alten Pflanze machen bzw. den Rückschnitt gleich im Herbst vornehmen, oder? Tendenziell gehen die Feinwurzeln (also die ganz feinen) über den Winter sowieso verloren bzw. müssen sich im Frühjahr neu aufbauen...?
Gruß,
Stefan
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Joseph Conrad
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Re: Wurzelnackt überwintern?
Bei einem wirklich wertvollen alten Bonsai würde ich es nicht machen. Aber sonst müsste es schon so funktionieren wie du es im Sinn hast.
LG Joseph
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