Abmoosung und ein Problem...

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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stoefal
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Abmoosung und ein Problem...

Beitrag von stoefal » 07.09.2013, 20:22

Hallo zusammen!

Ich habe im zeitigen Frühjahr einen 20 cm dicken Feldahorn abgemoost und heute von der Mutterpflanze getrennt.

Der 50l Plastikcontainer war föllig durchwurzelt und ich war mir sicher das alles gut verlaufen ist, nun so kann man sich irren...
Anscheinend habe ich bei dem 5cm breiten Ring bei einer Stelle das Kambium nicht föllig abgetrennt, und es hat sich eine Brücke gebildet.

Nun zur Problematik, es hat sich ein dicker Kalluswulst über dem Ring gebildet, jedoch kaum Wurzeln...
ca 5 cm über dem Kalluswulst haben sich an 3 Stellen Bleistiftdicke Stelzwurzeln gebildet (daher der gut durchwurzelte Container)

Der Baum ist sozusagen versorgt, aber mit den Wurzeln nicht zu gebrauchen...

Ich belasse natürlich diese hässlichen Stelzwurzeln vorerst, nur stellt sich nun die Frage ob der Baum am Kalluswulst noch neue Wurzeln bilden wird bei den Dicken Stelzwurzeln die eigentlich eher überdimensioniert sind zum derzeitigem Laubwerk...

Den Baum habe ich bereits in eine Holzkiste gesetzt und auf den Boden fest verschraubt, wird in einem Zelt frostfrei Überwintern (Fotos werde ich morgen nachreichen)

Wie sollte ich weiter vorgehen?
Die etwas unbegabte Skizze macht das Problem evtl. leichter verständlich...

Vielen dank!

mfg Christoph
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Niko
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Re: Abmoosung und ein Problem...

Beitrag von Niko » 07.09.2013, 21:28

In der Regel werden sich im Bereich der Wulst auch Wurzeln nächstes Jahr bilden können, soweit die Wulst noch Saft hat und dieser "verletzt" wird.
Andere Spezialisten lassen erst durch "Abwürgen" eine breite Wulst entstehen, bevor dann der Baum im Bereich der Wulst abgemoost wird, dadurch wird ein breiteres Nebari innerhalb kürzester Zeit erreicht.
Du hast, sozusagen, diese Methode für dich selbst entdeckt :) und kannst natürlich im äußeren Bereich der Wulst nächstes Jahr einen neuen Versuch starten.

Viel Erfolg damit.
gruß

Niko

Das Auge findet was es sucht.

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stoefal
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Re: Abmoosung und ein Problem...

Beitrag von stoefal » 07.09.2013, 22:44

Danke für die rasche Antwort, ich hoffe das klappt...

mfg Christoph

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stoefal
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Re: Abmoosung und ein Problem...

Beitrag von stoefal » 08.09.2013, 18:53

So nun das versprochene Bild... etwas miese Quali sorry dafür :oops:

Was mich noch interessieren würde...

Eine Abmoosung funktioniert ja nur weil die Wasserversorgung über das Splintholz läuft (von unten nach oben) bedeutet das nicht zwangsläufig das mein Kalluswulst vertrocknet, da sich die Wurzeln ja deutlich darüber befinden?

Danke
mfg Christoph
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Re: Abmoosung und ein Problem...

Beitrag von Eva Warthemann » 08.09.2013, 21:37

Hallo Christoph!

An Deiner Stelle hätte ich vor dem Eintopfen die Kalluswulst ringsum angeschnitten und mit Wurzelhormon bepudert.
Liebe Grüße Eva Warthemann
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Herbert A
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Re: Abmoosung und ein Problem...

Beitrag von Herbert A » 08.09.2013, 22:50

Eine Abmoosung funktioniert ja nur weil die Wasserversorgung über das Splintholz läuft (von unten nach oben)
Danke
mfg Christoph[/quote]Servus

Christoph, das ist leider falsch.
Über die Leitungsbahnen die sich in den äußeren Jahresringen des Splintholzes bilden wird die Grünmasse von den Wurzeln aus mit Wasser versorgt.
Die Grünmasse verwandelt über die Fotosynthese Sonnenlicht etc. in Glucose. Diese wird im Kambium zu den Wurzeln transportiert. An der Abmoosstelle entsteht sozusagen ein Stau und das bewirkt eine Wurzelbildung.

Der Baum scheint mir jedoch sehr wenig Grünmasse zu haben. Da dürfte das Problem liegen.

lg
Herbert A
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Re: Abmoosung und ein Problem...

Beitrag von Heike_vG » 09.09.2013, 08:11

Hallo Christoph,

was die Grünmasse betrifft hat Herbert einen ganz wichtigen Punkt angesprochen! Für die Abmoosung muss ein Baum sehr kräftig und wüchsig sein und während der Abmoosungsphase sollte er nicht beschnitten werden.

Vor dem Abtrennen einer Abmoosung sollte man sehr genau prüfen, wie viele Wurzeln sich wo gebildet haben.
Besser wäre sicherlich gewesen, diesen Baum noch nicht abzutrennen, die schlecht platzierten Wurzeln zu entfernen und die eigentliche Abmoosung nachzuarbeiten.
Im nächsten Jahr hätte der Baum mit kräftigerem Grünwachstum vielleicht eine gute Chance gehabt, diesmal wie gewünscht zu wurzeln.
Ich drücke die Daumen, dass das jetzt trotzdem auch so klappt, mit Kallus anschneiden und Wurzelhormon.

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Re: Abmoosung und ein Problem...

Beitrag von stoefal » 09.09.2013, 09:10

Danke für die Antworten...

Ja es wird nicht einfach für den Ahorn, wie gesagt ich hätte ihn nicht getrennt wenn nicht so derartig viele Wurzeln in dem Container gesehen hätte...
Und das vermeitlich wenige Grün liegt an der Größe und der damit verbundenen Transportschwierigkeiten...

Den Kalluswulst konnte ich erst zuhause mit einem Wasserstrahl freilegen, da sich sehr dichtes Wurzelgeflecht rings herum befindet (allerdings von den Stelzwurzeln -.-) und ich wollte keinenfalls die neuen Wurzeln beschädigen.

Würde ich dem Baum entgegen kommen wenn ich die Vegitationsphase etwas verlängere, indem ich den Kerl in ein unbeheiztes Gewächshaus stelle?

Danke
Christoph

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Re: Abmoosung und ein Problem...

Beitrag von stoefal » 09.09.2013, 09:27

Herbert A hat geschrieben:
Über die Leitungsbahnen die sich in den äußeren Jahresringen des Splintholzes bilden wird die Grünmasse von den Wurzeln aus mit Wasser versorgt.
Die Grünmasse verwandelt über die Fotosynthese Sonnenlicht etc. in Glucose. Diese wird im Kambium zu den Wurzeln transportiert. An der Abmoosstelle entsteht sozusagen ein Stau und das bewirkt eine Wurzelbildung.

Der Baum scheint mir jedoch sehr wenig Grünmasse zu haben. Da dürfte das Problem liegen.

lg
Herbert A
Allso besteht die Möglichkeit das mir der Kallus vertrocknet? Das sich im heurigem Jahr keine Wurzeln mehr bilden werden ist mir klar dei der sperrlichen Belaubung (wenig Energie=wenig Wachstum)
Allerdings werden die Stelzwurzeln ausreichen um die Versorgung sicher zu stellen, mir gehts wiegesagt nur um die Wasserversorgung im Kallusbereich ob die auch in dem speziellen Fall von oben nach unten stattfinden kann?

mfg

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Herbert A
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Re: Abmoosung und ein Problem...

Beitrag von Herbert A » 09.09.2013, 19:28

Hi Christoph,

nein, der Kallus vertrocknet nicht.
Nach meinen Erfahrungen ist der Feldahorn beim abmoosen etwas zickig wenn er älter ist. Er macht im ersten Jahr zwar jede Menge Kallus, aber nur schwer Wurzeln. Das ist an und für sich kein Problem wenn der Baum im 2. jedoch spätestens im 3. Jahr Wurzeln macht.
Ab dem 3. Jahr wird der Baum erfahrungsgemäß immer schwächer und es kann sein dass der Baum das Grün nicht mehr versorgen kann, da von innen her langsam die alten Leitungsbahnen verholzen.

Bei deinem Baum kommt jedoch erschwerend dazu dass er wenig Grün hat. Da er jedoch durch die Stelzwurzeln versorgt wird, wird er nicht absterben und ich könnte ich mir vorstellen dass Du den Baum in einigen Jahren, wenn er wieder entsprechende Laubmasse gebildet hat, auf der Höhe der Stelzwurzen nochmal abmoosen musst.

Auf alle Fälle den Baum mit ausreichend Dünger auf Zug halten.

lg
Herbert Aigner
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Re: Abmoosung und ein Problem...

Beitrag von stoefal » 10.09.2013, 17:33

Danke für die tolle Info.

Ich werd auf alle fälle im Frühling den Wurzelballen auswaschen und schneiden und den Kallus nochmal nachschneiden, mal sehen was kommt...

mfg
Christoph

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