Bonsai abmoosen

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Günter Maier
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Bonsai abmoosen

Beitrag von Günter Maier »

Hallo zusammen,

ich habe dieses Jahr versucht einen Kotohimeahorn, einen Feldahorn und eine Hainbuche (alle direkt über dem Wurzelansatz) abzumoosen.

Ich habe nach dem Erwachen der Knospen im April jeweils die Rinde bis aufs Holz entfernt, am oberen Ende mit Bewurzelungshormon versehen und mit einer ca. 2-3 cm dicken Sphagnummoosschicht ummantelt. Über dem Wurzelfuss stellte ich ein Netz das ca. 5 cm höher war als der obere Ringschnitt. Den Rest füllte ich mit einem Bims/Blähtongemisch auf. Die besagten Bäume wurden nicht beschnitten und konnten frei wachsen und haben sich gut entwickelt. Dabei wurden sie sonnig aufgestellt und regelmässig gedreht.

In dieser Woche habe ich vorsichtig nachgeschaut was da aus meinem Vorhaben wurde. Den Kotohime konnte ich abtrennen, der hatte ringsum Wurzeln die alle sehr fein waren.

Der Feldahorn hatte an der Abmoosstelle einen Durchmesser von ca. 20 cm und einen starken Kalluswuchs und nur eine handvoll ca. 4mm starke Wurzeln die direkt am Stamm senkrecht nach unten in den alten Wurzel wuchsen.
Die neuen Wurzeln waren schon recht steif und mit keiner Verzweigung ich bin mal gespannt wie man den Baum nächstes Jahr abtrennen kann?

Bei der Hainbuche waren nur an zwei Seiten ein paar dicke Wurzeln ebenfalls direkt am Stamm nach unten in den alten Wurzelbereich gewachsen, also genau so blöd wie beim Feldahorn und auch mit gutem Kallus.

Was ich denke ist, dass Spahgnummoos trotz weniger Giessen, viel zu lange die Feuchtigkeit im Abmoosbereich hält, was die Wurzeln nicht so gut vertragen und nicht so gesund wie sonst aussehen lässt als normal.
Von einem Bekannten habe ich jetzt gehört dass er mit grossem Erfolg nur Akadama und Wurzelhormon für seine Abmoosungen benutzt.
Um zu verhindern, dass die Wurzel senkrecht nach unten wachsen, nimmt er immer eine billige Pflanzschale die er unten so ausschneidet, dass diese ziemlich genau an der Abmoosstelle anliegt, was eigentlich einleuchtet.

Mal sehn wie es weitergeht. Alles nicht so einfach wie gedacht.
liebe Grüße
Günter
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Heike_vG
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Re: Bonsai abmoosen

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Günter,

tut mir leid, dass Du nicht ganz den gewünschten Erfolg beim Abmoosen hattest. Aber es ist ja noch nicht alles verloren, nächstes Jahr klappt es bestimmt besser, außerdem hast Du lehrreiche Erfahrungen gemacht.

Beim Abmoosen mache ich es gewöhnlich so, dass ich nach dem Auftragen von Wurzelhormon ein wenig Spaghnummoos direkt um die Abmoosstelle lege und mit etwas Raffiabast leicht festbinde. Dann schneide ich einen Plastikblumentopf in passender Größe zurecht und auf, so dass ich ihn um den Stamm legen und mit Klebeband wieder zukleben kann.Den fülle ich nach dem sicheren Befestigen dann mit Akadama. Von oben kann ich gießen und die Feuchtigkeit kontrollieren.
Grundsätzlich trenne ich das Substrat des abzumoosenden Bereichs vom alten Wurzelballen. Der Boden des Blumentopfs leistet da schon gute Dienste. Wenn man mit Netzen / Gittern arbeitet, würde ich immer eine Plastikscheibe zur Trennung verwenden.
Bei mir ist nämlich schon mal der gegenteilige Effekt aufgetreten wie bei Dir. Ich dachte, eine Abmoosung wäre geglückt, weil oben so viele neue Wurzeln erschienen. Die waren aber alle aus dem alten Wurzelbereich nach oben gewachsen.

Liebe Grüße und nächstes Mal mehr Erfolg,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
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Norbert_S
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Re: Bonsai abmoosen

Beitrag von Norbert_S »

Hallo Günter

In einem anderen Thread hatte ich ja schon geschrieben, dass in diesem Jahr auch bei mir und nicht nur bei mir die Abmoosungen weniger gut gelaufen sind als in anderen Jahren.
Grundsätzlich mache ich es auch wie Heike.
Ich verwende allerdings kein Akadama und auch das umbinden mit Spaghnum mache ich nicht immer. Bewurzelungshormon benutze ich die letzten Jahre nicht mehr, das hat bisher auch immer ohne funktioniert . Ich verwende mein ganz normales Pflanzsubstrat. Die Plastiktöpfe oder TPK stelle ich auf kleine Holzstücke, damit etwas Luft zwischen Topf und dem Substrat in der Schale vorhanden ist um das hochwachsen der Wurzeln aus der Schale zu verhindern. Durch die Verwendung des normalen Substrats verhindere ich zu viel Nässe an der Abmoosstelle und beziehe die Töpfe einfach in den täglichen Gießrhythmus ein.
Heute habe ich mir meine drei diesjährigen Abmoosungen angesehen, zwei konnte ich trennen, die Wurzelentwicklung war allerdings schwächer als sonst und auch nicht gleichmäßis um den Stamm verteilt. Einmal habe ich keine Wurzeln nur Kallus vorgefunden. Hier habe ich den Kallus nachgeschnitten, den Topf wieder angebracht und versuche es erneut. Der Kandidat wird in der Garage überwintern und somit weitgehend ( bis -3°C wird es auch dort) frostfrei gehalten.
Norbert

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Günter Maier
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Re: Bonsai abmoosen

Beitrag von Günter Maier »

Hallo Heike,
hallo Norbert,

vielen Dank für eure Tipps, ich werde versuchen die Abmoosstellen nochmal freizulegen
und mit ein wenig Abstand zum Topf eine Plastikscheibe oder einen passenden TPK-Topf einzupassen.

Ich denke man muss es nur versuchen und aus den Erfahrungen lernen
nochmals vielen Dank!
liebe Grüße
Günter
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