2009 wurde bei mir um die Ecke ein junger Laubholzforst verdünnt. Da konnte ich ein paar Stümpfe ausgraben, nämlich 3 Rotbuchen und eine Linde. Die waren alle nichts besonderes, da eine Stammverjüngung schlichtweg nicht existent war. Also ging es nur um ein brauchbares Nebari. Der Zeitpunkt September war auch nicht gerade optimal, aber die von mir ausgesuchten Kandidaten sind gerade solche, die eh umgeschnitten worden wären (Zwillingsstämme, krummer Stammverlauf) also konnte ich da nichts verkehrt machen, mal abgesehen vom dem belustigten Kopfschütteln des Waldarbeiters, welches ich über mich ergehen lassen mußte.
Die geborgenen Stümpfe kamen ins freie Feld. Alle 4 Stümpfe überlebten übrigens erst mal, eine Rotbuche ist mir leider beim Umschulen 2 Jahre später durch einen strengen Spätfrost hopps gegangen.
Vor 2 Jahren kam die Linde dann in eine Schale und wurde eigentlich immer nur einmal im Jahr zurückgeschnitten. Mittlerweile ist der Baum zwar immer noch eine Großbaustelle, aber verglichen mit 2009 zumindest keine ganz hoffnungslose mehr.
Der Baum ist derzeit 50 cm hoch.
Grüße,
Marco
Linde -Langzeitprojekt-
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MerschelMarco
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Linde -Langzeitprojekt-
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Re: Linde -Langzeitprojekt-
Das sieht doch sehr vielversprechend aus, Marco.
In deinen Händen wird sich das Bürschen schnell etwickeln.
In deinen Händen wird sich das Bürschen schnell etwickeln.
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
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Re: Linde -Langzeitprojekt-
Tolles Projekt und super Entwicklung!
In ein paar Jahren wird der wie eine sehr alte kräftige Dorflinde aussehen...macht sicher Spaß daran zu arbeiten.
In ein paar Jahren wird der wie eine sehr alte kräftige Dorflinde aussehen...macht sicher Spaß daran zu arbeiten.
Viele Grüße,
Falko
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Re: Linde -Langzeitprojekt-
Hallo Marco,
alles was stimmen sollte, stimmt: Der Kleine ist dünner, der Winkel, in dem die Beiden zueinander stehen ist auch nicht schlecht.
Bleibt die Frage nach dem Schicksal der grossen (unvermeidlichen) Schnittstellen im Top. Hoffen, dass die zuwachsen wäre wohl vermessen. Also wird´s da oben bald anfangen, morsch zu werden, wenn´s das nicht schon ist. So what!
Die Natur macht das immer wieder vor. Von vielen mehrhundertjährigen Linden steht nur noch ein Aussenkranz und die sind alle zum Naturdenkmal befördert worden und die Bewunderer stehen ehrfürchtig davor.
Ganz soweit ist dieser Doppelstamm noch nicht, aber er und sein Gestalter arbeiten dran.
Beste Grüsse,
Heiner
alles was stimmen sollte, stimmt: Der Kleine ist dünner, der Winkel, in dem die Beiden zueinander stehen ist auch nicht schlecht.
Bleibt die Frage nach dem Schicksal der grossen (unvermeidlichen) Schnittstellen im Top. Hoffen, dass die zuwachsen wäre wohl vermessen. Also wird´s da oben bald anfangen, morsch zu werden, wenn´s das nicht schon ist. So what!
Die Natur macht das immer wieder vor. Von vielen mehrhundertjährigen Linden steht nur noch ein Aussenkranz und die sind alle zum Naturdenkmal befördert worden und die Bewunderer stehen ehrfürchtig davor.
Ganz soweit ist dieser Doppelstamm noch nicht, aber er und sein Gestalter arbeiten dran.
Beste Grüsse,
Heiner
Ein Tag ohne Beschäftigung mit Bonsai ist ein verlorener Tag!
Re: Linde -Langzeitprojekt-
Hallo marco,
Ist das auf den letzten beiden Bildern deine favorisierte Ansichtsseite? Von der anderen Seite sah mir das Nebari vielversprechender aus. Natürlich sieht man die Schnittstellen bei der Ansicht der letzten Bilder kaum. Das dürfte auf der Rückseite etwas schlechter sein. Aber du musst dich ja noch nicht festlegen. Meiner Erfahrung nach überwallen Linden sehr gut, haben aber sehr weiches holz.
Auf jeden Fall ist das ein mustergültiger Anfang, und für die weitere Gestaltung ist die Linde in den besten Händen!!
Ist das auf den letzten beiden Bildern deine favorisierte Ansichtsseite? Von der anderen Seite sah mir das Nebari vielversprechender aus. Natürlich sieht man die Schnittstellen bei der Ansicht der letzten Bilder kaum. Das dürfte auf der Rückseite etwas schlechter sein. Aber du musst dich ja noch nicht festlegen. Meiner Erfahrung nach überwallen Linden sehr gut, haben aber sehr weiches holz.
Auf jeden Fall ist das ein mustergültiger Anfang, und für die weitere Gestaltung ist die Linde in den besten Händen!!
Liebe Grüße
Klaus
Naddel-san
http://www.bonsairebellen.de
http://www.bonsai-buchen.de
http://bonsaishigoto.de/
Klaus
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Re: Linde -Langzeitprojekt-
Hallo Marco,
der Rettungsversuch hat sich ja auf jeden Fall gelohnt.
Hast Du evtl. schon mal überlegt, die Stämme so richtig zu öffnen - also so, wie man es zB auch bei alten Weiden kennt? Dann gäbe es keine Schnittstellen mehr.
der Rettungsversuch hat sich ja auf jeden Fall gelohnt.
Hast Du evtl. schon mal überlegt, die Stämme so richtig zu öffnen - also so, wie man es zB auch bei alten Weiden kennt? Dann gäbe es keine Schnittstellen mehr.
Tschüüss, Michael
Schützt unsere Wälder, eßt mehr Biber!
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MerschelMarco
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Re: Linde -Langzeitprojekt-
Klaus auf eine Vorderseite habe ich mich noch nicht festgelegt, es wird aber wahrscheinlich ein Baum ohne definierte Vorderseite werden, so Besen bieten sich dafür ja an. Das Photo zeigt den aktuell von mir bevorzugten Blickwinkel, der kann sich aber sicher verändern, v.a. weil auch das Nebari noch eine Großbaustelle ist. Mein Problem bei solchen Stümpfen ist, das man nicht umhin kommt dicke Wurzeln einkürzen zu müssen. Die bilden dann, wie beim Abmoosen einen ringförmigen Wurzelkranz oft auch mit dickem Kallus aus, was natürlich nicht schön aussieht. Von diesen Wurzeln gibts einige und ich weiß noch nicht was ich damit tun werde.klauso hat geschrieben:Hallo marco,
Ist das auf den letzten beiden Bildern deine favorisierte Ansichtsseite? Von der anderen Seite sah mir das Nebari vielversprechender aus. Natürlich sieht man die Schnittstellen bei der Ansicht der letzten Bilder kaum. Das dürfte auf der Rückseite etwas schlechter sein. Aber du musst dich ja noch nicht festlegen. Meiner Erfahrung nach überwallen Linden sehr gut, haben aber sehr weiches holz.
Auf jeden Fall ist das ein mustergültiger Anfang, und für die weitere Gestaltung ist die Linde in den besten Händen!!
Alte Linden haben halt einen verwachsenen knubbeligen Stamm mit einer rauhe Borke. Da schaut ein hohler Stamm glaubwürdig aus. Bonsailinden bilden diese rauhe Borke scheinbar nur sehr schwer bis überhaupt nicht. Und da tue ich mich mit ausgehöhlten Stammen immer schwer, weil das fast immer gemacht und wenig überzeugend aussieht. Allerdings scheint der Stamm tatsächlich etwas rissig zu werden und die vielen austreibenden Adventivknospen machen den Stamm auch zunehmend knubbeliger (sieht man gut auf den Photos), sodass ein hohler Stamm vielleicht doch eine Option werden könnte.migo hat geschrieben:Hallo Marco,
der Rettungsversuch hat sich ja auf jeden Fall gelohnt.
Hast Du evtl. schon mal überlegt, die Stämme so richtig zu öffnen - also so, wie man es zB auch bei alten Weiden kennt? Dann gäbe es keine Schnittstellen mehr.
Viele Grüße,
Marco
Re: Linde -Langzeitprojekt-
Marco,
schneide doch die Wurzeln unten schräg zurück, dass vorne nur Platz für zwei weiterfühende Wurzeln ist. Lindenwurzeln spielen da mit.
Überwallen ist bei Linden ja kein Problem.
schneide doch die Wurzeln unten schräg zurück, dass vorne nur Platz für zwei weiterfühende Wurzeln ist. Lindenwurzeln spielen da mit.
Überwallen ist bei Linden ja kein Problem.
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
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