Hallo,
damit es in den kalten Monaten nicht zu langweilig wird zeige ich heute mal eine meiner koreanischen Hainbuchen.
Die Besonderheit daran, es ist ein Yamadori-Baum.
Zu mir gekommen ist sie im Herbst 2009. Solange sie im Laub stand sah sie ja schon mal gar nicht so schlecht aus.
Daß darunter noch kaum Verzweigung war fiel ja so nicht auf.
2010 durfte sie einfach mal durchtreiben im Herbst wurden die langen Triebe dann wieder zurückgeschnitten.
Im April 2011 sah sie dann so aus:
Bis Frühjahr 2013 das selbe Spiel.
Nachdem inzwischen im Winter bei starkem Frost ein Schalenfuß abgeplatzt war, ja, die stand 2 Winter ungeschützt im Freien, und das koreanische Kiessubstrat langsam durch die Wurzeln auch recht verdichtet war, war jetzt umtopfen angesagt.
Dafür kam sie dann in eine minimal größere Anzuchtschale.
Bis September 2013 durfte sie dann an manchen Trieben wieder durchtreiben, andere wurden in der Zwischenzeit schon zurückgeschnitten. Im September schnitt ich dann alle Triebe zurück um noch einen schönen Knospenansatz im inneren Bereich zu bekommen.
Man kann deutlich sehen, daß auch bei langen Trieben der Dickenzuwachs bei weitem nicht so gut ist wie bei unseren einheimischen Hainbuchen. Ausserdem neigen die Koreanerinnen extrem dazu, am Triebende schöne fette Blätter zu machen und dafür im hinteren Bereich zu kümmern.
Dafür kann man durch mehrmaligen Rückschnitt schöne Feinverzweigung erreichen. Die Aststärken müssen dann über die Jahre durch die immer zahlreichere Grünmasse durch Feinverzweigung zunehmen, denn nur mit Durchtreiben lassen würde man wohl ewig brauchen bis man einen vorzeigbaren Baum besitzt.
Moment, geht gleich weiter...........
Yamadori-Koreanerin
Yamadori-Koreanerin
Zuletzt geändert von Carmen_G. am 13.12.2013, 00:09, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße
Carmen
Carmen
Re: Yamadori-Koreanerin
Jetzt im Dezember nach dem Blattfall zeigt sich der Baum so:
Nun wurden die bisherigen Schnittstellen an den Ästen verfeinert und noch einiges an überflüssigen Ästen und Trieben entfernt. Fällt auf den Bildern aber gar nicht auf.
Überhaupt sieht man an der Verzweigungsdichte zu den Vorjahren nicht viel Unterschied auf den Bildern?
Wieso nicht?
Weil ich jedes Jahr den Baum ausgeputzt habe und viele ungünstig entspringende Äste die teils zu 3. und zu 4. aus den selben Ansätzen kamen, oder an falscher Stelle wuchsen, abgeschnitten habe.
Die inzwischen dazugewachsene weitere Verzweigung übernahm jeweils deren Stelle, so daß das Ergebnis auf die Ferne nicht viel anders aussieht als vor 2-3 Jahren. Allerdings ist der Baum genauer betrachtet, dadurch um Klassen besser geworden.
Der Baum darf jetzt geschützt überwintern und vor dem Austrieb wird dann gedrahtet und die Äste in Stellung gebracht.
Ziel ist, ein schönes natürliches Erscheinungsbild hinzubekommen.
Auf Dauer gehört dann noch die grobe Schnittstelle am Stamm verfeinert und weiter bearbeitet.
Im Detail kann man auch gut sehen, wie am Stamm entlang unter der Rinde die Saftbahn abgestorben ist, als der ursprüngliche Stamm an dem groben Schnitt gekappt wurde. Mit der Zeit verliert der Baum da die abgestorbene Rinde und der Kallus an den Rändern, welcher sich unterirdisch schon gebildet hat, kommt zum Vorschein. Das gibt mal ein schönes knorriges Aussehen...leider auf der Rückseite, aber ich schau meine Bäume ja ringsherum an. *schmunzel*
Der Stein ist übrigens fest eingewachsen und eine weitere Besonderheit.
Noch eine kleine Baustelle gibt es am Wurzelansatz. Seit Frühjahr treiben dort am Ansatz 3 Triebe.
Die setzen so weit unten, also schon am Substrat an, daß ich geplant habe aus ihnen weitere Wurzeln zu ziehen indem ich sie absenke und noch etwas verdicken lasse und später wenn ich dort Wurzeln an der Biegung provoziert habe, dann die Triebe wieder abschneide. Mal sehen, ob ich den Saftfluß dann zur Umkehr bewegen kann.
Es gibt also in Zukunft noch genug zu tun, aber schon der Weg macht Spaß.
liebe Grüße
Carmen
Nun wurden die bisherigen Schnittstellen an den Ästen verfeinert und noch einiges an überflüssigen Ästen und Trieben entfernt. Fällt auf den Bildern aber gar nicht auf.
Überhaupt sieht man an der Verzweigungsdichte zu den Vorjahren nicht viel Unterschied auf den Bildern?
Wieso nicht?
Weil ich jedes Jahr den Baum ausgeputzt habe und viele ungünstig entspringende Äste die teils zu 3. und zu 4. aus den selben Ansätzen kamen, oder an falscher Stelle wuchsen, abgeschnitten habe.
Die inzwischen dazugewachsene weitere Verzweigung übernahm jeweils deren Stelle, so daß das Ergebnis auf die Ferne nicht viel anders aussieht als vor 2-3 Jahren. Allerdings ist der Baum genauer betrachtet, dadurch um Klassen besser geworden.
Der Baum darf jetzt geschützt überwintern und vor dem Austrieb wird dann gedrahtet und die Äste in Stellung gebracht.
Ziel ist, ein schönes natürliches Erscheinungsbild hinzubekommen.
Auf Dauer gehört dann noch die grobe Schnittstelle am Stamm verfeinert und weiter bearbeitet.
Im Detail kann man auch gut sehen, wie am Stamm entlang unter der Rinde die Saftbahn abgestorben ist, als der ursprüngliche Stamm an dem groben Schnitt gekappt wurde. Mit der Zeit verliert der Baum da die abgestorbene Rinde und der Kallus an den Rändern, welcher sich unterirdisch schon gebildet hat, kommt zum Vorschein. Das gibt mal ein schönes knorriges Aussehen...leider auf der Rückseite, aber ich schau meine Bäume ja ringsherum an. *schmunzel*
Der Stein ist übrigens fest eingewachsen und eine weitere Besonderheit.
Noch eine kleine Baustelle gibt es am Wurzelansatz. Seit Frühjahr treiben dort am Ansatz 3 Triebe.
Die setzen so weit unten, also schon am Substrat an, daß ich geplant habe aus ihnen weitere Wurzeln zu ziehen indem ich sie absenke und noch etwas verdicken lasse und später wenn ich dort Wurzeln an der Biegung provoziert habe, dann die Triebe wieder abschneide. Mal sehen, ob ich den Saftfluß dann zur Umkehr bewegen kann.
Es gibt also in Zukunft noch genug zu tun, aber schon der Weg macht Spaß.
liebe Grüße
Carmen
Liebe Grüße
Carmen
Carmen
Re: Yamadori-Koreanerin
Hallo Carmen,
eine schöne Koreanerin zeigst du hier in einer gut dargelegten Dokumentation. Sehr interessant finde ich deine zukünftigen Maßnahmen am Wurzelansatz. Da bin ich mal wirklich gespannt, wie das so funktioniert. Wenn das klappt, und davon gehe ich bei deiner Erfahrung aus, könnte man ja auf eine Ablaktierung verzichten. Man braucht halt solche tiefansetzenden Triebe. Also werde ich die Entwicklung deines Baumes weiterverfolgen.
eine schöne Koreanerin zeigst du hier in einer gut dargelegten Dokumentation. Sehr interessant finde ich deine zukünftigen Maßnahmen am Wurzelansatz. Da bin ich mal wirklich gespannt, wie das so funktioniert. Wenn das klappt, und davon gehe ich bei deiner Erfahrung aus, könnte man ja auf eine Ablaktierung verzichten. Man braucht halt solche tiefansetzenden Triebe. Also werde ich die Entwicklung deines Baumes weiterverfolgen.
Grüsse von Mario
- Schwarzenbacher
- Beiträge: 256
- Registriert: 27.09.2010, 10:17
- Wohnort: Schwarzenbach i.d. Oberpfalz
Re: Yamadori-Koreanerin
Hallo Carmen
Mensch,du haust hier einen "Hammerbaum" nach dem Anderen hier ins Forum.
Echt super
Von mir aus kanns so weitergehn.
Macht Spaß solche Bäume anzusehen und die Entwicklung zu verfolgen!
Gruß
Markus
Mensch,du haust hier einen "Hammerbaum" nach dem Anderen hier ins Forum.
Echt super
Von mir aus kanns so weitergehn.
Macht Spaß solche Bäume anzusehen und die Entwicklung zu verfolgen!
Gruß
Markus
Re: Yamadori-Koreanerin
Da kann ich mich dem Markus nur anschließen! Jetzt bis Februar einmal in der Woche einen krassen Bericht von Dir und die saure Gurken Bonsaizeit ist halb so schwerSchwarzenbacher hat geschrieben:Hallo Carmen
Mensch,du haust hier einen "Hammerbaum" nach dem Anderen hier ins Forum.
Echt super![]()
Von mir aus kanns so weitergehn.
Macht Spaß solche Bäume anzusehen und die Entwicklung zu verfolgen!
Gruß
Markus
Liebe Grüße
Klaus
Naddel-san
http://www.bonsairebellen.de
http://www.bonsai-buchen.de
http://bonsaishigoto.de/
Klaus
Naddel-san
http://www.bonsairebellen.de
http://www.bonsai-buchen.de
http://bonsaishigoto.de/
Re: Yamadori-Koreanerin
Hallo ihr Lieben,
freut mich wenn es Euch Spaß macht, dann stellt man gerne auch was ein.
@ Mario: Bei unseren Hainbuchen hat die Methode mit den abgesenkten Trieben schon 2 mal gut funktioniert. Könnte mir gut vorstellen, daß das dann bei den Koreanischen auch geht. Wir werden sehen.
@ Markus und Klaus: Wenn ihr wollte kann ich gerne noch bis Februar jede Woche so weitermachen. Das wären.....7 Wochen.
Hmmmm, aber was mach ich dann mit den restlichen Bäumen?
liebe Grüße
Carmen
freut mich wenn es Euch Spaß macht, dann stellt man gerne auch was ein.
@ Mario: Bei unseren Hainbuchen hat die Methode mit den abgesenkten Trieben schon 2 mal gut funktioniert. Könnte mir gut vorstellen, daß das dann bei den Koreanischen auch geht. Wir werden sehen.
@ Markus und Klaus: Wenn ihr wollte kann ich gerne noch bis Februar jede Woche so weitermachen. Das wären.....7 Wochen.
Hmmmm, aber was mach ich dann mit den restlichen Bäumen?
liebe Grüße
Carmen
Liebe Grüße
Carmen
Carmen
- Bonsai-Fips
- Freundeskreis
- Beiträge: 2508
- Registriert: 09.11.2012, 17:13
Re: Yamadori-Koreanerin
Hallo Carmen
1 x für den tollen Baum
1 x für Deine tolle 'Arbeit'
1 x für den tollen Bericht, Danke!
Eine würdevolle Koreanerin. Bin gespannt, wie sie gedrahtet und gestellt wirkt, besonders neugierig bin ich auf die ersten Aeste links und rechts. Mit dem linken Ast könnte man die 'würdevoll sitzende' Bewegung des Baumes erheblich unterstreichen, den rechten Ast finde ich noch schwierig, da hätte ich noch keine Idee.
Gruss, Fips
P.S. Wenn Du vielleicht täglich statt wöchentlich einen Baum einstellen würdest, wärst Du bis Weihnachten durch (2014
) !
1 x für den tollen Baum
1 x für Deine tolle 'Arbeit'
1 x für den tollen Bericht, Danke!
Eine würdevolle Koreanerin. Bin gespannt, wie sie gedrahtet und gestellt wirkt, besonders neugierig bin ich auf die ersten Aeste links und rechts. Mit dem linken Ast könnte man die 'würdevoll sitzende' Bewegung des Baumes erheblich unterstreichen, den rechten Ast finde ich noch schwierig, da hätte ich noch keine Idee.
Gruss, Fips
P.S. Wenn Du vielleicht täglich statt wöchentlich einen Baum einstellen würdest, wärst Du bis Weihnachten durch (2014
Re: Yamadori-Koreanerin
Danke Fips,
naja, dann müßte ich Euch aber wirklich jeden Steckling einzeln zeigen, dann käme es ungefähr hin.
Aber das wäre dann weniger interessant für Euch, das lasse ich besser.
liebe Grüße
Carmen
naja, dann müßte ich Euch aber wirklich jeden Steckling einzeln zeigen, dann käme es ungefähr hin.
Aber das wäre dann weniger interessant für Euch, das lasse ich besser.
liebe Grüße
Carmen
Liebe Grüße
Carmen
Carmen


