Ginkgo abmoosen?

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n-taucher
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Ginkgo abmoosen?

Beitrag von n-taucher »

Hallo zusammen,

ich habe gestern beim ersten Umtopfen einer meiner Ginkgo-Jungpflanzen bemerkt, dass er eine unschöne U-förmige Wurzel hat: an dem einem Schenkel sitzt der Stamm und am Ende des anderen Schenkels alle Feinwurzeln. :shock:

Daher überlege ich, ob ich den Ginkgo abmossen sollte bzw. ob es überhaupt funktioniert. :?:

Mit Hilfe der Suchfunktion habe ich leider keine hilfreichen Informationen gefunden. :-(

Habt ihr Erfahrungen mit dem Abmoosen eines Ginkgos?
Gibt etwas Besonderes zu beachten?

Der Stamm ist übrigens ca. 1cm dick.

Beste Grüße, 8)
Nils
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camaju +
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Re: Ginkgo abmoosen?

Beitrag von camaju + »

Zum Ginkgo kann ich dir nur soviel sagen, dass er einen kräftigen Rückschnitt verträgt und auch aus altem Holz wieder austreibt. Wäre eigentlich eine gute Prognose für's abmoosen. Ein Steckling legt recht langsam zu. Ob das eine gute Prognose fürs abmoosen wäre und ob das bei einem 1cm-Stift sinnvoll wäre *schulter zuck*
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

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n-taucher
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Re: Ginkgo abmoosen?

Beitrag von n-taucher »

Hallo Jürgen,

danke für deine Meinungen! *daumen_new*

Wenn ich mich für das Abmoosen entscheiden würde, sollte ich dann jetzt nach dem Umtopfen trotzdem den Rückschnitt (Langtriebe aus dem letzten Jahr) vornehmen, oder lieber alles dran lassen? :?:

Beste Grüße,
Nils
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camaju +
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Re: Ginkgo abmoosen?

Beitrag von camaju + »

Wenn du ans abmoosen denkst, braucht der Ginkgo jedes Blatt. Stell doch mal ein Bild ein.

Du hast jetzt umgetopft und dabei doch einiges an Wurzeln verloren. Lass den Baum zumindest dieses Jahr ungestört treiben und Kraft tanken
Gruß Jürgen *wink*

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Peter L
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Re: Ginkgo abmoosen?

Beitrag von Peter L »

Moin moin Nils,

meine Erfahrungen mit dem Abmoosen bei Ginkgo's ist nicht sehr vielversprechend. Entweder habe ich etwas falsch gemacht oder es geht nur ganz schlecht, wie bei einigen anderen Sorten auch.

Damals hatte ich bei dem Ginkgo auf dem Bild versucht die Spitze abzumoosen. Den Rindensteifen gut 5cm dick abgetragen, meiner Meinung auch bis ins Holz und auch ein wenig antrocknen lassen. Das ganze habe ich 2 Jahre mit zeitweiligen Kontrollen versucht und keine einzige Wurzel hat sich gezeigt.

Als dieser Ginkgo noch frei im Garten wachsen durfte, hatte ich von ein paar Jahren schon mal versucht einen Teil abzumoosen, auch ohne Erfolg.

Aber es gibt ein anderes Mittel den Ginkgo zum Wurzel machen zu überreden. Der Ginkgo ist ein Baum mit einem enormen Überlebenswillen und zeigt dies indem er mit Vermehrung durch Stecklinge überhaupt kein Problem hat. Während den Jahren habe ich immer wieder mal Äste/Zweige abgeschnitten und mit Wurzelhormon in Erde gesteckt und es ist soweit ich mich erinnern kann jeder mit Wurzelbildung angewachsen.

Zurück zum Versuchten Abmoosen der Spitze auf dem Bild.
Da meine Erfahrung mit Stecklingen sehr positiv war habe ich hier den Versuch gewagt einen Steckling mit dieser Stammstärke zu machen. Also die Spitze gepappt, die Rinde rundherum wieder ein bisschen eingeschnitten, Wurzelhormon drauf und ab in einen TPK mit durchlässigen Substrat. Diesen Steckling habe ich das Jahr über nicht der direkten Sonne ausgesetzt und er hat, wie ich es von den anderen Stecklingen gewohnt war, ausgetrieben. Das zweite Bild zeigt den derzeitigen Stand und die Knospen beginnen anzuschwellen und zeigen Grün.

LG Peter
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diese Spitze wollte ich abmoosen .... hat nicht funktioniert
diese Spitze wollte ich abmoosen .... hat nicht funktioniert
Ginkgo5 200911_004a.JPG (196.09 KiB) 1694 mal betrachtet
Spitze als Steckling treibt gerade aus
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Wil
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Re: Ginkgo abmoosen?

Beitrag von Wil »

Hallo Nils,

Ginkgo zu vermehren, geht eigentlich immer. Ob du sie nun in den Garten steckst, in Blumenerde, oder ein Gemisch aus Akadama und Blumenerde, ist eigentlich egal. Du kannst Ginkgostecklinge auch einfach in ein Glas Wasser stellen und die bewurzeln dann auch. Und oh "Hit" man kann sogar Blätter bewurzeln (bringt aber nix) (könnte ich eigentlich noch mal machen. Fotos habe ich ja verschludert)

ob man einen Ginkgo abmoosen kann, kann ich dir auch nicht sagen. Ich würde es auch glaube ich, nicht versuchen. Vielleicht gibt es ja noch andere Möglichkeiten.

Vielleicht machst du einfach mal ein Foto von deinem Baum und die Experten schauen sich dein Problem mal an.

LG Wil
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n-taucher
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Re: Ginkgo abmoosen?

Beitrag von n-taucher »

Hallo zusammen,

ich habe es endlich mal geschafft, mich um die Bilder des Gingko zu kümmern.

Das erste Bild zeigt den Wurzelballen mit dem U-förmigen Verlauf der Hauptwurzel (rot), an deren Ende der Großteil der Feinwurzel (grün) ansetzen.
Auch die Wurzeln auf der rechten Seite auf dem Bild entspringen dem Ende der Wurzel.

Das zweite Bild zeigt den Stammansatz. Ein Größenvergleich habe ich jetzt nicht dabei, aber der Stamm müsst so ca. 1cm dick sein.

Ich habe den Gingko mit Wurzelschnitt umgetopft, aber noch keinen Rückschnitt gemacht.

Ich überlege, ob ich jetzt noch den Rückschnitt mache, um eine Verjüngung des Stammes zu erreichen (knapp oberhalb des zweiten Bildausschnitts). Es schauen noch immer nur die Spitzen der ersten Blatter aus den Knospen. Anschließend würde ich ihn durchtrieben lassen.
Im nächsten Jahr würde ich dann vielleicht die Abmoosung ohne vorherigen Wurzelschnitt und Rückschnitt wagen.

Was haltet ihr davon? :?:

Ich freue mich auf eure Anregungen! 8)
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Wurzelballen unbearbeitet.jpg
Stammansatz.jpg
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n-taucher
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Re: Ginkgo abmoosen?

Beitrag von n-taucher »

Huch? Keiner traut sich? :shock:

So empfindlich bin ich nicht! ;-)

Ist hier ein Abmoosversuch im nächsten Jahr sinnvoll? :?:
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Peter L
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Re: Ginkgo abmoosen?

Beitrag von Peter L »

Hi Nils,

nur einmal kurz zurück zum Abmoosen oder Stecklingsversuch.
Heute habe ich den Steckling aus dem TPK geholt und Du kannst die Wurzeln sehen, die in einem Jahr gebildet wurden.
Selbst dieser Steckling von gut 7cm Stammstärke hat rundherum Wurzeln gebildet.

LG Peter
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