Celtis-Zwerg

Kleine Bäume ganz groß. Für alle Winzlinge, die schon Baum sind und nicht Sämling, also einen gewissen Entwicklungsgrad haben. Treu dem Motto "der kleinst mögliche Baum".
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bonsaiheiner
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Celtis-Zwerg

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo,

im Frühjahr 2012 fand ich bei Günter Beck, dem Händler meines Vertrauens, der gleichzeitig auch unser AK-Chef ist, einen kleinen Celtis, der zum Verkauf stand, weil ein Kunde von ihm ihn abgeben wollte. Der Vorbesitzer hat gute Vorarbeit geleistet.
Vorzüge: so gut wie keine Schnittstelle, mit 19 cm über Schalenrand noch im Shohin-Gardemaß
Nachteil: Elefantenfuss
Celtis-Shohin vor Abmoosung I 16.6.12.jpg
Wir wurden uns schnell einig und am 16.6.2012 entschloss ich mich zur Abmoosung. Problem hierbei: die beengten Verhältnisse am Fuss. Bewährtes Vorgehen: Abmooskorb, Akadama, vermischt mit Moos.
Celtis-Shohin Vorbereitung Abmoosung 16.6.2012. I.jpg
Celtis-Shohin nach Abmoosung 16.6.2012. I.jpg
Kontrolle im Herbst zeigte wenig Wachstum von neuen Wurzeln, eigentlich überhaupt keine.
Im Frühjahr 2013 wurde alles wieder ausgebuddelt, weil sich nichts tat, massiv nachgeschnitten, zusätzlich ein Draht verdrillt und gehofft...
Im September 2013 etwas mehr Wurzelwachstum, in diesem Frühjahr, seit 14 Tagen massive Neubewurzelung, die teilweise durch den Korb drängt.
Also werde ich ihn in den nächsten Tagen um- und eintopfen.
Jetzt stellt sich also die Schalenfrage, habe da zwei zur Auswahl und erhoffe mir von Euch, dass wenigstens eine Euer Gefallen findet.
1. Schale, alt, ehrwürdig, grünblaue Glasur, Patina, Töpfer: Ino Shukuhou
Schale Shukuhou, Glasur ist realiter etwas dunkler
Schale Shukuhou, Glasur ist realiter etwas dunkler
Siegel Shukuhou
Siegel Shukuhou
2. Schale, frisch getöpfert von Tom Benda, Glasur braun-ocker
Schale Benda
Schale Benda
Siegel Benda
Siegel Benda
Was haltet ihr von diesem Projekt?

Beste Grüsse,
Heiner
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Heike_vG
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Re: Celtis-Zwerg

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Heiner,

das ist ja wunderbar, dass die Abmoosung jetzt richtig geklappt hat! Ich drücke die Daumen, dass die Wurzeln auch perfekt rundum verteilt sind. *daumen_new*
In Sachen Schale würde ich für diesen Baum unbedingt die wunderschöne japanische, die passt super zu diesem Baum.
Die Schale von Tom Benda ist natürlich auch ein sehr schönes Stück, dafür findet sich bestimmt auch noch ein chices Bäumchen.

Liebe Grüße,

Heike
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Martin_S
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Re: Celtis-Zwerg

Beitrag von Martin_S »

Sehr gut Heiner!
Nicht viele hätten sich das getraut.
In jedem Fall die erste Schale aus meiner Sicht.
M
Beste Grüße
Martin

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Bonsai-Fips
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Re: Celtis-Zwerg

Beitrag von Bonsai-Fips »

Martin_S hat geschrieben: Nicht viele hätten sich das getraut.
Mir hätte der Mut dazu gefehlt. Aber: Wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Ich drück fest die Daumen, dass die Wurzeln gut verteilt sind, Heiner! Das wird dann sicherlich ein toller Zwerg *daumen_new* !

Die japanische Schale (1A!) finde ich auch mehr als sehr gut passend. Uebrigens, sehr interessant, diese Töpfersiegel.

Gruss, Fips
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manuu29
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Re: Celtis-Zwerg

Beitrag von manuu29 »

Ach das ist der zuergelbaum von dem du letztens erzaehlt hast


super baum und ich find auch die erste schale passender


wir sehen uns in 2 wochen


gruss manuu
wenn die die reinwollen die die rauswollen nicht rauslassen,können die die rauswollen die die reinwollen nicht reinlassen (ganz logisch oder)
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fritze
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Re: Celtis-Zwerg

Beitrag von fritze »

heiner, ich bitte darum, dass du das umtopfen fotografisch festhälst. ich bin doch auch sehr gespannt auf die neuen wurzeln.
liebe grüße
christian
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bonsaiheiner
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Re: Celtis-Zwerg

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo,
wenn sich knapp 2 Jahre nach der Abmoosung eine Fülle von feinen Wurzeln am Gitter und auch überall im Substrat zeigt, dann darf man davon ausgehen, dass die Sache langsam in Fahrt kommt. Hat ja auch lange genug gedauert.
Celtis Wurzelspitzen oben.jpg
Also, alles bereit legen, ein schattiges Plätzchen aufsuchen und dann mal los!
Celtis keine Wurzeln.jpg
Celtis massiv nachgeschnitten 5 14.jpg
Es läuft nicht immer so wie man es sich erhofft und wie die Anzeichen verheissen. Das komplette Wurzelwerk hatt sich unter der Abmoosstelle gebildet. Dort wo es eigentlich hingehörte, fand sich kein einziges Würzelchen. Enttäuschung!
Es nützt ja alles nichts. Weiter gehts! Massiv nachgecarvt, reichlich Wurzelhormon eingestrichen, zurück in den alten Topf, Spagnum-Moos in die jetzt beängstigend breite Kerbe und mit feinem Akadama 80% und Bims 20% aufgefüllt.
Celtis massiv nachgeschnitten I 5 14.jpg

Vielleicht zeigt sich im September ein positiveres Bild.
Egal wie´s ausgeht, ich werde es posten.
Gruss,
Heiner
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Martin_S
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Re: Celtis-Zwerg

Beitrag von Martin_S »

Tja Heiner..... Schade.
Aber wenn es klappt, wird's richtig gut!
M
Beste Grüße
Martin

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Stephan mit ph
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Re: Celtis-Zwerg

Beitrag von Stephan mit ph »

Hallo Heiner
Schade und jetzt erst mal nicht schön. Bei Deiner Einstellung aber nur eine zeitliche Verschiebung.
Viel Glück dabei.
Bei mir wirft es Fragen auf. Vielleicht kannst Du mir helfen: Bisher war ich der Meinung, dass Bäume, sollte die Abmoosung im zweiten Jahr nicht vollzogen sein, absterben? Mangelnde Versorgung über die Wurzeln? Hier ist das ja anders. Kannst Du Dir/uns bitte das erklären?
Bei mir schiebt eine Hainbuche mit Abmoosversuch aus dem vergangenem Jahr, jetzt zu diesem Zeitpunkt, nur zaghaft Blätter; hat einige Äste absterben lassen; riesigen Kallus und keine Wurzeln????
Viele Grüße
Stephan
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bonsaiheiner
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Re: Celtis-Zwerg

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo Stephan,
die Geschichte mit dem Absterben, da will ich mal hoffen, dass Du unrecht hast und die andere Sache mit dem Riesenkallus und der nur spärlichen oder ausbleibenden Bewurzelung, da könnte ich ein Buch drüber schreiben. Das habe ich nicht bei Capinus, aber bei fagus und ulmus minor erlebt. Davon erzähle ich heute mal nicht.
Ein Tiefschlag pro Tag von dieser Härte reicht mir. Martin, danke für das Mitfühlen.
Gruss,
Heiner
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Norbert_S
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Re: Celtis-Zwerg

Beitrag von Norbert_S »

Hallo Heiner,
das Gefühl bein Anblick der mislungenen Aktion kenne ich von eine Kurillenkirsche.
Die Vorfreude ist so groß und der Anblick der nackten Abmoosstelle ist bis in den Magen zu spüren.
Du hast jetzt sehr tief ins Holz geschnitten, ich wünsche viel Erfolg beim nächsten Anlauf.

Stephan,
das Problem mit dem dicken Kallus habe ich auch schon gehabt.
Beim gesunden Baum habe ich den einfach noch einmal abgeschnitten und ein weiteres Jahr versucht.
Bei einem Baum der schon anfing zu schwächeln habe ich dann einfach mittig des Kallus die Abmoosung getrennt und den Baum eingepflanzt.
Einmal hat es geklappt und der Kallus hat nach der Abtrennung Wurzeln gebildet, einmal war kein Erfolg zu verzeichnen und der Baum ist eingegangen.
Norbert

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Georg
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Re: Celtis-Zwerg

Beitrag von Georg »

Hallo Heiner,
ich fühle mit Dir und drück Dir ganz fest die Daumen.
Ich habe für mich die Erfahrung bei Abmoosungen gemacht, daß ich durch eine Folie die Erdschicht immer von der "Abmoosfüllung" trenne, da diese Wurzelspitzen im Abmoossubstrat bei mir schon mehrmals irreführend waren, nämlich von unten hochgewachsen.
Auch ist meine Erfahrung, vielleicht auch nur meine Erfahrung, daß eine Abmoosung besser funktioniert, wenn ich den Start vor dem ersten Austrieb beginne, damit die Wurzelförderung gleich auch bei der Abmoosungsstelle beginnt. D.h. ich beginne schon je nach Temperaturen im Februar/März.
Allerdings habe ich keine Erfahrung mit Celtis.
Wünsche Dir, daß es doch noch gelingt!
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)
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Re: Celtis-Zwerg

Beitrag von Heike_vG »

Ui, wie schade, Heiner! Aber der Kallus ist so schön breit geworden und wenn der jetzt noch wurzelt, dann gibt das eine traumhafte Stammbasis.

Wegen dieser hinterhältigen Effekte, dass die Wurzeln von unterhalb der Abmoosung nach oben wachsen können, trenne ich den Abmoosbereich immer von dem darunter.
Entweder nehme ich ein Plastiktöpfchen oder eine Plastikscheibe o.ä., damit man genau sehen kann, woher die Wurzeln kommen. Bei einer chinesischen Ulme hatte ich das nämlich auch schon mal zu Anfang.

Liebe Grüße und viel Glück für diesen tollen Baum,

Heike
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Stephan mit ph
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Re: Celtis-Zwerg

Beitrag von Stephan mit ph »

Mitfühlen tue ich das auch und kennen tu ich es auch -leider, Erfahrung auf die man gern verzichten würde.
Also ich drück Dir und dem Baum beide Daumen ganz besonders.
Meine Gedanken: Wäre es mein Baum, würde ich ihn in den Garten setzen und tief eingraben. In Gartenerde hat bei mir bis heute jede Abmoosung geklappt.
Auf einer Seite der Firma Rhiz....... Bewurzelungshormon las ich, dass übermäßige Kallusbildung auf zu hohe Feuchtigkeit hindeutet. Für mich sehe ich da Zusammenhänge mit einer Abmoosung in ein paar Metern Höhe und der vor kurzem hier im Forum gezeigten Abmoosung einer Eiche. Auch da schreibt der Abmooser er hat nur einmal angegossen. Das machte ich bei meiner Hochabmoosung auch. (bei meinem Baum waren die Wurzeln lange nicht so ausgeprägt wie an der Eiche)
Viele Grüße
Stephan
Zuletzt geändert von Stephan mit ph am 26.05.2014, 19:13, insgesamt 1-mal geändert.
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raga
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Re: Celtis-Zwerg

Beitrag von raga »

Stephan mit ph hat geschrieben:Bei mir wirft es Fragen auf. Vielleicht kannst Du mir helfen: Bisher war ich der Meinung, dass Bäume, sollte die Abmoosung im zweiten Jahr nicht vollzogen sein, absterben? Mangelnde Versorgung über die Wurzeln? Hier ist das ja anders.
Die Frage wurde noch nicht beantwortet deshalb versuch ich es einmal. Mein Kentnisstand ist hier der folgender:

Der obere Teil des Baumes wird durch das Splintholz mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Diese reicht vom Kernholz bis zum Kambium unter der Rinde. Die Leistungsfähigkeit des Splintholzes nimmt von außen nach innen ab. Kommt der Stofftransport am inneren Teil zum erliegen wird aus dem Splintholz Kernholz. Vom Kambium wird neues Splintholz gebildet. So ist die Versorgung des Baums immer gesichert.
An der Abmoosstelle kommt nun kein neues Splintholz hinzu. Damit wird es, wenn es zu keiner Wurzelbildung kommt, von Jahr zu Jahr weniger denn die Umwandlung von Splint- zu Kernholz geht weiter. Irgendwann reicht die Versorgung nicht mehr aus und der Baum stirbt ab. Wie lange das dauert ist abhängig von der Baumart und -größe.

Gruß Ralf
Mors est quies viatoris
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