ich hab' 'ne junge Lärche (Container). Natürlich gerade wie ein Besenstil .
Die Äste sind aber ziemlich alle auf einer Seite. Da fände ich Fukinagashi eigentlich angebracht.
Schön wäre es, der Stamm (Durchmesser knapp 20mm, Höhe 30cm) böge sich ein wenig. Im Handel finde ich so dreifingerige Schraubzwingen, die das besorgen könnten.
Hat da jemand Erfahrung mit?
Gibt's gesündere/bessere/hübschere Methoden den Stamm "in Bewegung zu setzen"?
eine nicht mal 2 cm starke junge Lärche kannst Du auch mit genügend dickem Draht problemlos in die gewünschte Form biegen, das ist überhaupt kein Problem.
Vor Jahren habe ich mal mit diesen dreifingrigen Schraubzwingen gearbeitet und die haben fürchterliche Druckstellen hinterlassen. Damit arbeite ich nicht mehr.
Aber mal was anderes, die windgepeitschte Form ist eine der schwierigsten, vielleicht sogar die schwierigste Bonsaiform überhaupt. Man sieht meistens nur sehr unglaubwürdige Versuche, es sei denn von besonderen Meistern wie Robert Steven (Jakarta), die erstaunliche Werke zustande gebracht haben.
Meinst Du nicht, man könnte aus Deiner Lärche auch etwas anderes machen? Magst Du sie vielleicht mal zeigen?
Liebe Grüße,
Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...
Heike_vG hat geschrieben:...Aber mal was anderes, die windgepeitschte Form ist eine der schwierigsten, vielleicht sogar die schwierigste Bonsaiform überhaupt. ... Meinst Du nicht, man könnte aus Deiner Lärche auch etwas anderes machen? ...
Freilich gäb' die auch Chokkan her - ich bilde mir halt grad windgepeitscht ein .
Aber das mit dem Draht. Bislang hab' ich immer nur (ziemlich bescheidene) Äste gedrahtet. Zur Hand hab ich nur 3mm Draht und der reicht nicht.
Muss ich mir halt was dickeres besorgen. Danke jedenfalls.
Das Prinzip der Zwingen die Du angesprochen hast kann man auch selber nachbauen. Die Skizze erklärt das denke ich.
Kann man alles aus Resten von Holz machen. Oben und unten spannst Du einen Draht drum und verdrillst ihn dann um den Stamm dann zu biegen.
Man muss hier halt auf die Berührungspunkte am Stamm achten. Über den Draht kann man am besten ein Stück Schlauch stecken, dann wächst das ganze nicht so schnell ein.
Den Druckpunkt am besten mit etwas Kunststoff oder Gummi unterfüttern.
ich finde die Klammern/Zwingen gar nicht schlecht, hab in verschiedenen Grössen welche.
Sind ideal, wenn man Äste oder Stämme eine gezielte Krümmung verpassen will und bei Bäumen mit recht weicher Rinde, die auch leicht reisst, nicht auf einmal die ganze Biegung hinbekommt, sondern erstmal spannt, dann ein paar Wochen in Ruhe lässt und dann jede Woche eine Umdrehung mehr macht. Bei Apfel, Hainbuche oder Esche passt das recht gut und hinterher hat man auch keine Druckstellen oder Narben.
Vorher umwickel ich die Stelle natürlich mit Bast, die Klammern sind ja zumeist nochmal mit Gummi gepolstert.
Macht natürlich keinen Sinn mehr, wenn der ganze Baum "gestellt" werden muss.
Eine Lärche kannst du aber wirklich mit Draht gut biegen ...
Anja M. hat geschrieben:...Das Gefäß ist nicht ausschlaggebend, die Pflanze sollte an den Wurzeln nicht gestört werden. Und das kann geschehen, wenn drann gerüttelt wird.
Schon klar. Aber wie gesagt, in der Richtung erwarte ich kein Problem. Der Ballen ist vergleichsweise riesig - selbst wenn da Schäden auftreten würden, wäre sicher umfänglich ungestörte Substanz da, um den Baum voll zu versorgen.
Natürlich werd' ich darauf achten nicht allzu "hemdsärmelig" vorzugehen .