Acer Palmatum Deshojo Abmoosung

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BonsaiMu
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Acer Palmatum Deshojo Abmoosung

Beitrag von BonsaiMu »

Hallo Bonsai Freunde,

habe heute meinen Fächerahorn abgemoost.
Zuerst mit einem Messer die Schnittstellen gekennzeichnet, danach Rinde und Bast abgetragen.
Danach habe ich den Baum die Nacht ruhen lassen und am nächsten morgen das Kambium abgeschabt.
Es gibt die Möglichkeit den Baum dann in eine größere Schale zu geben, ich habe mich aber entschieden um den Stamm einen "Zaun" zu machen und dort Substrat hineinzufüllen.
Walter Pall hat in einem Video auch einen Fächerahorn abgemoost und gesagt dass er ihn 2 Jahre in einer großen Schale gelassen hat, ordentlich gewässert und gedüngt hat.

Meine Fragen an euch:
Wie lange braucht der Baum um neue Wurzeln zu bilden ?
Sollte ich den Baum mehr oder weniger düngen und wässern als normal ?

P.S. Der Baum ist sehr gesund und seit 2 Jahren in diesem Topf, habe ihn das letzte mal im Frühjahr geschnitten.

Mit freundlichen Grüßen
Massimo
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Stamm vor dem abmoosen
Stamm vor dem abmoosen
Schnittstellen gekennzeichnet
Schnittstellen gekennzeichnet
Rinde und Bast abgetragen
Rinde und Bast abgetragen
Kambium abgeschabt
Kambium abgeschabt
"Zaun" installiert
"Zaun" installiert
Mit Luftigem Substrat aufgefüllt und gewässert
Mit Luftigem Substrat aufgefüllt und gewässert
Mit freundlichen Grüßen
Massimo
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bonsaiheiner
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Re: Acer Palmatum Deshojo Abmoosung

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo Massimo,
die Entscheidung zur Abmoosung ist ja bereits gefallen, da sind Fragen, ob das denn unbedingt nötig war, müssig und überflüssig.

Bei Abmoosung im Juni kannst Du nicht vor Ende September mit ersten weissen Wurzelspitzen seitlich am grünen Plastikgitter rechnen, sodass eine Abtrennung der abgemoosten Pflanze von der Unterlage vielleicht März/April 16 avisiert werden kann.

Jetzt im Sommer möglichst viel Zuwachs erlauben und keinen Blattschnitt mehr machen: Fördert die Wurzelbildung.
Bitte weiter updaten.
Gruss,
Heiner
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BonsaiMu
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Re: Acer Palmatum Deshojo Abmoosung

Beitrag von BonsaiMu »

Hallo Heiner,

ich möchte nicht den Baum von der Unterlage trennen, wie abmoosen bekannt ist, sondern nur den Baum zwingen einen neuen Wurzelansatz zu bilden (http://youtu.be/n1CF4rK9g_o bei 6:10).

Und das war unbedingt nötig, da praktisch kein Nebari vorhanden war.

Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden.

Mit freundlichen Grüßen
Massimo
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Massimo
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achim73
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Re: Acer Palmatum Deshojo Abmoosung

Beitrag von achim73 »

:?: :?: :?:
wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe:
wie willst du den baum dann jemals in eine flache schale bekommen ? und warum soll der untere teil belassen werden ?
Gruss, Achim
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BonsaiMu
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Re: Acer Palmatum Deshojo Abmoosung

Beitrag von BonsaiMu »

In 1 1/2 oder 2 Jahren, wenn ich den Baum erneut umtopfen werde brauche ich nur auf der Unterseite einen stärkeren Wurzelschnitt machen und ich habe das Problem mit der Schale gelöst.

Aber warum sollte ich denn den Baum komplett abmosen (abschneiden) ?
Das ist in meinen Augen sinnlos, wie gesagt ich nutze nur das aus was der Baum beim normalen abmosen machen würde.
Mit freundlichen Grüßen
Massimo
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achim73
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Re: Acer Palmatum Deshojo Abmoosung

Beitrag von achim73 »

ja, dann mach das so.
Gruss, Achim
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BonsaiMu
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Re: Acer Palmatum Deshojo Abmoosung

Beitrag von BonsaiMu »

Bin schon dabei ;)
Mit freundlichen Grüßen
Massimo
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ChristianB
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Re: Acer Palmatum Deshojo Abmoosung

Beitrag von ChristianB »

BonsaiMu hat geschrieben: Aber warum sollte ich denn den Baum komplett abmosen (abschneiden) ?
Das ist in meinen Augen sinnlos, wie gesagt ich nutze nur das aus was der Baum beim normalen abmosen machen würde.
Im Gegenteil, es ist sogar sehr sinnvoll, den Baum so früh wie möglich von der Unterlage zu trennen.

Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, ist es von Vorteil, so früh wie möglich auf die Entwicklung des Nebaris Einfluss nehmen zu können.

Wenn Du erst nach 2 Jahren nachschaust wie sich die Wurzeln entwickelt haben, kann es durchaus schon zu spät sein Fehlentwicklungen entgegenzuwirken. Vor allem da du, soweit ich das erkennen konnte, keine Vorkehrungen dagegen getroffen hast, dass die neuen Wurzeln in das alte Substrat wachsen können. Du könntest also nach zwei Jahren schon Probleme haben die neuen Wurzeln flach und radial auszurichten.

Im Übrigen ergibt sich kein Vorteil, wenn Du mit dem Trennen ein Jahr länger wartest. Wenn Du es richtig gemacht hast, sterben die alten Wurzeln sowieso ab, da sie ja nicht mehr versorgt werden (die Leitungsbahnen sind ja durchtrennt)

Ich hab mal ein Bild angefügt von einem meiner Ahorne (auch ein deshojo). Die Abmoosung habe ich im Frühjahr 2014 vorgenommen und in diesem März getrennt. Der Baum ist problemlos weiter gewachsen und wird nun jedes Jahr umgetopft um das Nebari nach meinen Wünschen formen zu können.
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Desho.jpg
Viele Grüße

Christian
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bonsaiheiner
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Re: Acer Palmatum Deshojo Abmoosung

Beitrag von bonsaiheiner »

Massimo,
BonsaiMu hat geschrieben:Hallo Heiner,

ich möchte nicht den Baum von der Unterlage trennen, wie abmoosen bekannt ist, sondern nur den Baum zwingen einen neuen Wurzelansatz zu bilden ...
Du sprichst zu mir in Rätseln.

Christian,
hervorragende Abmoosung, dieses Ergebnis ist auch bei einem Fächerahorn nicht selbstverständlich.
Bei diesem Luxusproblem kannst Du Dir beim nächsten Umtopfen vielleicht erlauben, die allzu waagrecht Wurzeln zugunsten der im natürlicheren Winkel abgehenden zu ersetzen.
Gruss,
Heiner
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Georg
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Re: Acer Palmatum Deshojo Abmoosung

Beitrag von Georg »

Ich denke, Dir ist garnicht bewußt, wo der Baum die neuen Wurzeln bei Erfolg bildet.
Das Ende der Rinde oben ist der Ort, wo die neuen Wurzeln gebildet werden. Nicht am abgeschabten Teil!
Daher macht es keinen Sinn, den unteren Teil stehen zu lassen.Du hättest 2 Ebenen von Wurzeln.

Aber jeder wie er will.
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Berndbonsai
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Re: Acer Palmatum Deshojo Abmoosung

Beitrag von Berndbonsai »

bonsaiheiner hat geschrieben:Hallo Massimo,
die Entscheidung zur Abmoosung ist ja bereits gefallen, da sind Fragen, ob das denn unbedingt nötig war, müssig und überflüssig.
Hallo Massimo, Heiner und Alle
Ganz im Gegenteil finde ich es wichtig diese Frage schon zu stellen, Denn erstens werden vielleicht Anfänger dazu verleitet es ähnlich, aus meiner Sicht unnötig, zu machen. Andererseits frage ich mich und damit auch Dich, Massimo, was Du mit der Abmoosung erreichen möchtest, zumal ein abtrennen von der Unterlage bei ausreichender Wurzelbildung unumgänglich ist. Denn erstens stirbt wie schon geschrieben der Ballen weiter unten ja eh ab und ist damit ein Fäulnisherd, der weg muß und zweitens ist ja für eine Nebaribildung unbedingt der Saftfluß nötig, der sich nicht bilden würde, wenn Deine Idee stimmen würde.
Aber davon ab ist der Baum aus meiner Sicht noch so jung, dass sich bei einem Fächerahorn mit dem Nebari das vorhanden war gut hätte in den nächsten Jahren eine glaubwürdiges Nebari hätte aufbauen lassen. Heiner und andere haben da ja schon gute Beispiele gezeigt.
Der einzige akzeptable Grund für die Abmoosung wäre für mich gewesen das Abmoosen zu üben. Ob das aber an so einem Baum hätte sein müssen stelle ich auch mal in Frage.
Für mich sieht das nach Aktionismus aus den man bei gerne jungen Bonsaianern findet und ich habe da auch so meine Leichen im Keller. Das wäre dann Schade für den Baum, ich möchte aber trotzdem deutlich machen, dass diese Maßnahme nicht die bestmöglich war um ein gutes Ziel zu erreichen.
Gruß Bernd
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abardo
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Re: Acer Palmatum Deshojo Abmoosung

Beitrag von abardo »

Hi,

mal ganz abgesehen von der Trennung wundert mich, dass du keinen Draht am oberen Ende der Abschabung angebracht hast (der ja meines Wissen dazu dient, dass sich die neuen Wurzeln vom Stamm abspreizend entwickeln sollen) und dass das Gitter recht grobmaschig ist (was dir über die Zeit dann das Substrat rauskrümeln lässt) ...
Zuletzt geändert von abardo am 22.06.2015, 14:40, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße, Frank
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Re: Acer Palmatum Deshojo Abmoosung

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Frank,

das ist nicht ganz richtig. Es gibt zwei Methoden des Abmoosens, nämlich die Entfernung eines Rindenrings und alternativ dass Anbringen einer Drahtschlinge, die so fest zugezogen wird, dass dadurch das Kambium so stark eingeschnürt wird, dass eine Unterbrechung des Transports von oben nach unten erreicht wird.
Bei Baumarten, die sich schwer abmoosen lassen, werden beide Methoden manchmal kombiniert.
Fächerahorne sind jedoch extrem einfach abzumoosen, so dass es nicht notwendig ist, zusätzlich Draht anzulegen. Mit der Wuchsrichtung der neuen Wurzeln hat das nichts zu tun.
Wenn man diese gleich in die richtige Richtung lenken will (und außerdem vermeiden möchte, dass vom alten Wurzelballen Wurzeln nach oben in den Bereich der Abmoosung wachsen!!), sollte man unterhalb der Abmoosungsstelle eine Kunststoffscheibe einsetzen oder - noch einfacher - gleich einen Kunststofftopf oder TPK verwenden, der einen Abstand zur alten Erdoberfläche hat.

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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abardo
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Re: Acer Palmatum Deshojo Abmoosung

Beitrag von abardo »

Hallo Heike,

danke für die Klärung. Hatte das oft anders gelesen (aber bisher nur sehr selten selber gemacht).
Grüße, Frank
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