Hallo zusammen,
nachdem ich die Zeit seit Herbst größtenteils mit Lesen und Sammelei verbracht habe, wollte ich Euch nach Eurem Rat zu meinem Arakawa-Pflänzchen fragen.
Ganz kurz zu meinem Bonsai-Hintergrund: ich habe das Thea vor ca. 20 Jahren mit meinem Vater aufgegriffen. In der Jugend wurden dann aber andere Themen wichtig, so dass er sich ein paar Jahrzehnte um unsere bescheidene Sammlung kümmern musste. Letztes Jahr haben meine Frau und ich angefangen uns wieder massiv für die Bonsairei zu begeistern. An die Grundlagen konnte ich mich noch erinnern, aber natürlich habe ich bei der ausführlichen Lektüre von Büchern, Zeitschriften und dieses Forums (Daumen hoch, wirklich ein ganzer Haufen Knowledge hier) schon wieder eine ganze Menge gelernt. Für dieses Jahr stehen erstmal die NT und der Besuch von Workshops auf dem Programm. Schade eigentlich, dass ich vor 20 Jahren nicht mehr angesammelt habe...
Nun zu dem Arakawa. Hat mich eine Weile gekostet, bis ich ein Exemplar in gewünschtem Entwicklungsstadium gefunden habe und ich finde die Rinde von Arakawas ziemlich edel. Ich fürchte, die Fotos sind nicht optimal, aber man sieht, worum es sich handelt.
Meine Ideen hierzu sind folgende:
a) ich werde den Baum im März/April (aber vor Austrieb) umpflanzen. Die Schale ist hin und wer weiß, wie lange der Baum schon in dem Substrat steht. Werde eine leicht größere Schale (grünlich glasiert und oval, nicht optimal aber vorrätig) nehmen und das Ganze in Fibotherm/Torf stellen. Bei der Gelegenheit werde ich mal schauen, wie die Wurzeln aussehen und diese vermutlich ein wenig einkürzen. Das Thema Wurzelablaktion finde ich auch sehr interessant, aber erst einmal schauen. Sonst noch Möglichkeiten, das Nebari aufzubauen?
b) ich würde den Baum gerne wie rot angedeutet kürzen und die neue Krone mit einem jüngeren Trieb aufbauen. Ansichtsseite entsprechend der Skizze. Da Arakawas relativ rar sind hatte ich überlegt, ob ich den oberen Teil nicht abmoose. Nach kurzer Erholung Mitte/Ende April, um im Herbst noch abtrennen zu können. Die Astetagen habe ich mir erstmal so vorgestellt wie indiziert und würde ich gerne mit den jüngeren Trieb aufbauen. Zusätzlich noch Front- und Rücktriebe. Alternativ den zweiten Ast als ersten nehmen und das Ganze ein wenig größer gestalten. Hier auch die Frage: wie stressig ist eine Ablaktion für den Baum? Mit eigenem Trieb, bspw. von oben. Fürchte, dass die Äste nicht immer ganz so wachsen wie für die Etagen nötig wäre.
c) was kann ich gegen die inverse Verjüngung machen? Erste Etage durchtreiben lassen und oben regelmäßig zurücknehmen? Hier noch eine allgemeine Frage zum zurückschneiden des Ahorns. Mich machen die gleichständigen Blätter wahnsinnig = ). Ich nehme die Triebe bei 7-8 Blattpaaren auf 1-2 zurück. Anschließend pinziere ich immer den mittleren der drei Austriebe bis in den Herbst. Ist das mal so grob korrekt?
Kann ich generell so vorgehen oder ist das zu stressig für den Ara? Bezüglich Wurzelschnitt und Abmoosen und ggfs. Ablaktion. Der Rückschnitt im Laub wird sich ja in Grenzen halten.
Sind meine Ideen plausibel? Habt Ihr noch weitere Tipps für die Gestaltungsmaßnahmen oder den Ara? Ich würde mich über Eure Gedanken hierzu freuen!
Beste Grüße,
Steffen
Arakawa Rohmaterial
Re: Arakawa Rohmaterial
Hallo Steffen,
wenn ich jetzt versuche, alle Deine Punkte zu beantworten, dann ist der Abend um.
Daher gehe ich jetzt erst einmal auf zwei Dinge ein und hoffe, dass sich noch weitere Leute äußern werden.
Als erstes möchte ich Dir den Tipp geben, dass der Arakawa zum Saftrückzug neigt und deswegen z.B. beim Kappen der Stammfortführung oder dem Entfernen großer Äste immer zunächst ein Stumpf stehen bleiben sollte, den man erst nach längerer Zeit entfernt.
Dann möchte ich noch etwas zu Deiner geplanten und im Bild eingezeichneten Gestaltung bemerken. Die sieht aus wie das Piktogramm eines Nadelbaums. Die Äste wären zu schematisch, zu gerade und waagerecht, zu gleichmäßig verteilt und in zu großen Abständen angeordnet.
Einem Laubbaum und speziell diesem Exemplar würde es meiner Meinung nach eher gemäß werden, eine lang-ovale Krone mit zunächst aufstrebenden Ästen zu gestalten, die im Außenbereich dann in die Waagerechte und im unteren Bereich auch leicht abwärts weisende Verzweigung tragen.
Schau Dir vielleicht mal hier im Forum die wunderbaren Laubbäume von Jürg Stäheli an (findest Du über die Suchfunktion), die hervorragende Vorbilder sind.
Liebe Grüße,
Heike
wenn ich jetzt versuche, alle Deine Punkte zu beantworten, dann ist der Abend um.
Daher gehe ich jetzt erst einmal auf zwei Dinge ein und hoffe, dass sich noch weitere Leute äußern werden.
Als erstes möchte ich Dir den Tipp geben, dass der Arakawa zum Saftrückzug neigt und deswegen z.B. beim Kappen der Stammfortführung oder dem Entfernen großer Äste immer zunächst ein Stumpf stehen bleiben sollte, den man erst nach längerer Zeit entfernt.
Dann möchte ich noch etwas zu Deiner geplanten und im Bild eingezeichneten Gestaltung bemerken. Die sieht aus wie das Piktogramm eines Nadelbaums. Die Äste wären zu schematisch, zu gerade und waagerecht, zu gleichmäßig verteilt und in zu großen Abständen angeordnet.
Einem Laubbaum und speziell diesem Exemplar würde es meiner Meinung nach eher gemäß werden, eine lang-ovale Krone mit zunächst aufstrebenden Ästen zu gestalten, die im Außenbereich dann in die Waagerechte und im unteren Bereich auch leicht abwärts weisende Verzweigung tragen.
Schau Dir vielleicht mal hier im Forum die wunderbaren Laubbäume von Jürg Stäheli an (findest Du über die Suchfunktion), die hervorragende Vorbilder sind.
Liebe Grüße,
Heike
Re: Arakawa Rohmaterial
Hallo Steffen,
wie gross ist er denn?
Wie du die Skizze gemacht hast erinnert mich das sehr an eine Form - oder Garteneibe.
Die Proportionen sind wichtig damit das Gesamtbild passt.
Hier einige Links die dich interessieren könnten:
Laubbaumentwicklung:
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... =9&t=41581
Nebari:
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... =4&t=31810
http://www.bonsai-fachforum.de/viewforum.php?f=9
Verzweigung / pinzieren ( hier scheiden sich wohl die Geister
) :
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... =9&t=41598
Mir gefallen Arakawas auch sehr, da werden sich sicherlich einige melden die sich damit bestens auskennen
Im übrigen bin ich kein Experte, kann "nur " lesen, und hoffe dass ich dir ein wenig helfen konnte.
wie gross ist er denn?
Wie du die Skizze gemacht hast erinnert mich das sehr an eine Form - oder Garteneibe.
Die Proportionen sind wichtig damit das Gesamtbild passt.
Hier einige Links die dich interessieren könnten:
Laubbaumentwicklung:
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... =9&t=41581
Nebari:
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... =4&t=31810
http://www.bonsai-fachforum.de/viewforum.php?f=9
Verzweigung / pinzieren ( hier scheiden sich wohl die Geister
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... =9&t=41598
Mir gefallen Arakawas auch sehr, da werden sich sicherlich einige melden die sich damit bestens auskennen
Im übrigen bin ich kein Experte, kann "nur " lesen, und hoffe dass ich dir ein wenig helfen konnte.
Gruß
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
Re: Arakawa Rohmaterial
Mit der jetzigen Spitze dürfte der Baum so 40 cm groß sein. Ich gebe Euch recht: es sollte wesentlich mehr Astetagen geben, damit das ganze buschiger wird und eher nach Laubbaum aussieht. Meine Fähigkeiten mit Grafikprogrammen ist leider auch noch recht eingeschränkt. Danke Heike! Dass der Ara zu Saftrückzug neigt meine ich auch schon einmal wo gelesen zu haben. Werde dann entsprechend beim Abmoosen ein Stumpf stehen lassen. Daneben werde ich mich wohl erst einmal auf die Wurzelbearbeitung beschränken (@László: danke für die Links!) und den Baum großteils erst einmal durchtreiben lassen. Insbesondere das untere Drittel, um dort das Dickenwachstum voranzubringen und die inverse Verjüngung in dem Bereich ein wenig zu mildern. Über den Aufbau der Äste kann ich mir dann mal in Ruhe Gedanken machen. Gibt es beim Ara noch weitere Besonderheiten außer lange Internodien und große Blätter? Noch weitere Kommentare oder Ratschläge
? Insbesondere würde mich interessieren, ob noch jemand Erfahrungen mit dem Abmoosen von Aras gemacht hat (bspw. ob sich eher Moos oder ein Substratmischung hierfür bewährt hat).
Viele Grüße,
Steffen
Viele Grüße,
Steffen
Re: Arakawa Rohmaterial
Zwar habe ich selbst noch keinen Arakawa abgemoost, aber bei Bonsai Empire kürzlich ein schönes Video von Bill Valavanis über Sorten des Acer palmatum gesehen, in dem er gesagt hat, dass Arakawa sich gut abmoosen lässt und Stecklinge auch gut bewurzeln.
Insofern ist es wahrscheinlich relativ egal, mit was Du das Abmoosen machst. Ich selbst wickle meist ein wenig Sphagnummoos um die Abmoosungsstelle, befestige es leicht mit Raffiabast und nehme dann einen Plastiktopf, den ich mit Akadama auffülle. Im Grunde arbeite ich also mit Moos und Akadama. Das hat sich immer gut bewährt.
LG, Heike
Insofern ist es wahrscheinlich relativ egal, mit was Du das Abmoosen machst. Ich selbst wickle meist ein wenig Sphagnummoos um die Abmoosungsstelle, befestige es leicht mit Raffiabast und nehme dann einen Plastiktopf, den ich mit Akadama auffülle. Im Grunde arbeite ich also mit Moos und Akadama. Das hat sich immer gut bewährt.
LG, Heike


