Vorstellung und Frage

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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Inferno
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Vorstellung und Frage

Beitrag von Inferno »

Hallo zusammen

Ich bin seit einiger Zeit stiller Mitleser, nun möchte ich mich gerne kurz vorstellen, und hätte dann noch die ein- oder andere Frage.

Mein Name ist Marco, 30 Jahre jung, und wohne ind er Schweiz. Bonsais faszinieren mich schon länger, der Erstling war eine kleine Hainbuche aus der Zulaufquelle in Schinznach. Mehrere Besuche später gesellten sich noch ein Wacholder, malus und nun ganz frisch ein Dreispitzahorn hinzu.
Natürlich darf auch der Fächerahorn im normalen Topf nicht fehlen, da kann ich mich 'austoben' und die Fertigkeiten 'üben'.

Alle Bonsais habe ich nun schon den zweiten Winter erfolgreich auf dem Balkon überwintert.

Nun zu meiner Frage, ich freue mich auf inspirierende Antworten.
Seit diesem Samstag ist der besagte dreispitz-Ahorn bei mir eingezogen. Er hat seitlich am Stamm eine dicke Wurzel, welche aber viel zu hoch ist. Was meint Ihr, was kann man da am Besten machen? Kriegt man es auf die Jahre hin, den 'Tunnel' zuwachsen zu lassen, oder erlebe ich das in diesem Leben nicht mehr? Oder soll die Wurzel gar weg? Ich finde es grundsätzlich spannend, aber irgendwie bin ich mir nicht schlüssig, ob ich die so lassen soll...

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Sorry für die Fotoqualität, musste die Grösse verringern.

Viele Grüsse aus der Schweiz
Marco
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bock
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Re: Vorstellung und Frage

Beitrag von bock »

Moin Marco,
herzlich willkommen! Mit dem ganzen Laub kann man den Stammverlauf leider nicht richtig erkennen.
Aber im Prinzip hast du drei Möglichkeiten, die Wurzel zu erhalten:
1. einfach so lassen, etwas mehr Substrat beim nächsten Umtopfen darunter schieben oder den Baum tiefer einpflanzen
2. beim Umtopfen einen Stein darunter einpassen und eine "Wurzeln über Felsen"-Form gestalten
3. beim Umtopfen den Baum stärker nach links geneigt einpflanzen
Schliesslich gäbe es noch die Möglichkeit, den Baum über der Wurzel abzumoosen und dann mit einem "jungfräulichen" Wurzelansatz weiter zu arbeiten.
Zunächst könntest du einfach etwas Moos unter die Wurzel schieben, dann ist das Loch erstmal weg und du kannst dir das weitere Vorgehen in Ruhe überlegen.
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:
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Inferno
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Re: Vorstellung und Frage

Beitrag von Inferno »

Hallo Andreas

Danke für dein Feedback.

Ich werde die Tage mal weitere Fotos einstellen, wie du sagst, sicher nicht optimal im belaubten Zustand, aber ggf. Kann man die Sache besser einschätzen.

Danke & Gruss
Marco
Inferno
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Re: Vorstellung und Frage

Beitrag von Inferno »

Guten Abend,

Ich bin mir überhaupt nicht schlüssig in welche Richtung es gehen soll. Anbei ein Foto, auf dem der ganze Baum zu sehen ist. Er ist ab Schalenoberkante ca. 50cm hoch.

Vielleicht kommen noch weitere Meinungen hinzu, ob und wienich ihn dann evtl. stärker nach links geneigt eintopfen kann, sehe ich erst im nächsten Frühling beim umtopfen.

Grüsse aus der Schweiz
Marco
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Inferno
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Re: Vorstellung und Frage

Beitrag von Inferno »

Hallo zusammen

Hat vielleicht noch jemand einen Tipp, was ich wg. Der seitlichen Wurzel machen könnte?

Grüsse aus der Schweiz,
Marco
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Sebastian O
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Re: Vorstellung und Frage

Beitrag von Sebastian O »

Hallo Marco,

ich meine, Du musst die Wurzel in jedem Fall loswerden. Dabei stellt sich erst einmal die Frage: Ist unterhalb dieser Wurzel Potenzial für ein gutes Nebari gegeben? Von den Bildern her würde ich sagen nein, aber das ist anhand von Bildern nicht immer leicht einzuschätzen und letztlich ist das Deine Entscheidung.

Soll mit dem bestehenden Wurzelansatz weitergearbeitet werden, gilt es beim nächsten Umtopfen (oder Umsetzen) festzustellen, wieviel des gesamten Wurzelapparats an dieser Seitenwurzel hängt. Hängen da ohnehin nicht viele Feinwurzlen dran, schneid sie einfach ab. Sind es aber viele, schneid die Seitenwurzel so etwa zur Hälfte ein (am besten mit einer Säge, damit eine Lücke entsteht, die nicht einfach wieder zuwachsen kann). So können sich die übrigen Wurzeln in der folgenden Vegetationsperiode auf die Aufgaben einstellen, künftig den gesamten Baum zu versorgen. Sobald sie der Aufgabe gewachsen sind (haha) kannst Du die Seitenwurzel ganz entfernen.

Wenn das bestehende Nebari ohnehin nicht sehr vielversprechend ist, dann würde ich nicht lange fackeln und abmoosen.

(Ich glaube, sollte es überhaupt eine Möglichkeit geben, dass unter dem Moos ein gutes Nebari schlummert, müsste der Pflanzwinkel stark geändert werden, um es zur Geltung zu bringen und dann ist natürlich die Frage, ob Stammverlauf und Astverteilung da mitspielen. Von daher ist der ganze erste Absatz eher hypothetisch...)
LG
Sebastian
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raga
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Re: Vorstellung und Frage

Beitrag von raga »

Hallo Marco,
Inferno hat geschrieben:Hat vielleicht noch jemand einen Tipp, was ich wg. Der seitlichen Wurzel machen könnte?
wenn du sie entfernst hast du ein deutliche inverse Verjüngung. Deshalb würde ich sie auf jeden Fall lassen.
Auf Höhe der Wurzel abzumoosen wäre für mich bei diesem Baum auch kein Option. Damit beseitigst du ein Baustelle und eröffnest zahlreich neue.
Ich würde die Augen nach einem passenden Stein offen halten den du in die Lücke einpassen kannst. Einen wirklich passenden Stein zu finden ist sicher nicht leicht ...
... aber wir Bonsaijaner sind ja geduldig. *undwech*

Gruß Ralf
Mors est quies viatoris
Fines est omnis laboris
Inferno
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Re: Vorstellung und Frage

Beitrag von Inferno »

Hallo zusammen

Die rechte Seite vom Nebari finde ich nicht schlecht, auch unter der dicken "Luftwurzel" sind zwei dickere vorhanden. Wenn ich Sie entfernen würde, weiss ich aber nicht, ob ich die linke Seite so entwickeln kann, dass es zum Rest passt. Dies sollte aber bei einem Dreispitz machbar sein, hoffe ich.
Der Baum steht nach rechts geneigt in der Schale, wenn ich die dicke Seitenwurzel tatsächlich entferne, könnte ich mit einem anderen Pflanzwinkel (wenn die rechte Seite vom Nebari mitspielt) die inverse Verjüngung ggf. entschärfen.

Abmoosen; naja, weiss ich nicht bei einem Baum der frisch bei mir ist, so wie es aussieht wurde ich vom restlichen Baum geblendet beim Kauf, aber ohne Baustellen wäre es ja langweilig... :-D

Mit einem Stein weiss ich nicht, ob ich mich damit anfreunden kann, bis jetzt habe ich noch keine Bonsai auf Steinen gesehen, die mir wirklich gefallen.

Irgendwie läuft alles darauf hinaus, dass ich das gaaaaanz kurzfristig während dem Umtopfen entscheiden muss, wohin die Reise geht...

Grüsse aus der Schweiz,
Marco
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