Feuerahorn, vom Gestrüpp zum Sumo

Kleine Bäume ganz groß. Für alle Winzlinge, die schon Baum sind und nicht Sämling, also einen gewissen Entwicklungsgrad haben. Treu dem Motto "der kleinst mögliche Baum".
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Bonsai-Bene
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Feuerahorn, vom Gestrüpp zum Sumo

Beitrag von Bonsai-Bene »

Hier stelle ich euch einen Acer ginalla vor. Diese Pflanze habe ich im Herbst 2003 als 6 Jährige Ballenpflanze aus Enger bekommen. Zu dieser Zeit war ich noch in der 9ten Klasse und musste für die 60€ ganz schön lange sparen. Aber noch länger hat es gedauert um aus dem Rohmaterial ein wirkliches Rohmaterial zu entwickeln.

Ich hatte ihn Jahre lang mal in flachen mal in tiefen Schalen. Von Gestaltung hatte ich noch gar keine Ahnung und habe ihn nur ab und an geschnitten. Doch um das Jahr 2008 verlor Er zusehen an Vitalität. Ich dachte mir komm ist wurscht pflanze ihn mal ins Freiland. Ich habe damals eine Sperrholzplatte unter den Wurzelballen gelegt. Im Freiland habe ich den Baum wirklich vergessen. Ich habe ihn ins letzte Eck gepflanzt und nur wenn er zu Groß wurde mal geschnitten ohne dass mir bewusst wurde was ich da schneide. 2013 im Frühjahr habe ich im Garten mal richtig durchgeforstet und den Ahorn wieder gefunden. Ich pflanzte ihn in eine Trainingsschale. Letztes Jahr stand er in einer Kunststoffschale und dieses Jahr in einer engen Keramikschale. Ab diesem Jahr werde ich anfangen die Äste zu entwickeln.

So nun habe ich einen Roman geschrieben, kuckt euch die Bilder an. Ich finde die Entwicklung sehenswert und bin froh ihn wieder gefunden zu haben und hoffe auf eine gute Entwicklung.
Erstes Bild im Winter 2003/2004 eingesenkt im Boden
Erstes Bild im Winter 2003/2004 eingesenkt im Boden
Erste Schale, extrem flach, Wurzeln damals bis an die Schmerzgrenze abgeschnitten
Erste Schale, extrem flach, Wurzeln damals bis an die Schmerzgrenze abgeschnitten
Sommer 2004, Der Ahorn stand schattig und hatte echte Probleme die Aktion zu verkraften
Sommer 2004, Der Ahorn stand schattig und hatte echte Probleme die Aktion zu verkraften
Sommer 2005, die Vitalität ist wieder da
Sommer 2005, die Vitalität ist wieder da
Danach ging es in den Garten
Danach ging es in den Garten
Zu dieser Zeit hatte ich noch ganz wenig gedüngt, man sieht deutlich die ganz langsame Entwicklung.

Die nachfolgenden Bilder sind jetzt aktueller und man kann sehen, dass auch in Schalen noch gutes Wachstum möglich ist. Auch ich habe mich im laufe der Zeit entwickelt und mit mir meine Kulturmethoden.
2013 erster Sommer wieder in der Schale
2013 erster Sommer wieder in der Schale
2013 man kann noch die groben Äste aus dem Freiland erkennen
2013 man kann noch die groben Äste aus dem Freiland erkennen
2016 12.04 ein echter Sumo
2016 12.04 ein echter Sumo
Was ein Stamm!
Was ein Stamm!
Einfach Fett dad Teil!
Einfach Fett dad Teil!
Viel Spaß beim Staunen. Ich freue mich auf Kommentare :lol:
MfG Benedict

Versuche nicht wie der Meister zu sein, sondern suche nachdem was der Meister sucht!
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Heike_vG
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Re: Feuerahorn, vom Gestrüpp zum Sumo

Beitrag von Heike_vG »

Das ist wirklich eine spannende Verwandlung! :shock: Nun, da die Materialentwicklungsphase abgeschlossen sein dürfte, freue ich mich auf schöne Gestaltungsfortschritte, Benedict!

Liebe Grüße,
Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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kressevadder
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Re: Feuerahorn, vom Gestrüpp zum Sumo

Beitrag von kressevadder »

Super *daumen_new*

Ich hab auch noch so ein Ding rumstehen, an dem ich die Lust verloren habe. Am Wochenende hatte ich den mal wieder in der Hand und plötzlich ist der garnicht mehr so uninteressant.

Ich freu mich drauf, das weiter zu verfolgen.
Ich fordere einen BioGreenHealthGenderPoliticalCorrectness freien Tag pro Woche - Erholung muß sein!

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Norbert_S
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Re: Feuerahorn, vom Gestrüpp zum Sumo

Beitrag von Norbert_S »

Feuerahorn ist spannend.
Manche kommen mit der Pflege nicht zurecht, zumindest was den sicheren Zuwachs angeht.
Im erzielbaren Ergebnis muss man tolerant, in der Auswahl der Knospen konsequent sein.

Benedict, bei deinem beginnt jetzt erst die Arbeit.
Auch bei einem Feuerahorn muss/sollte/darf man keine zu großen INternodien dulden und zumindest das Grundgerüst an Ästen ist leichter mit etwas Draht zu erzielen.
Die arttypische Kraft lässt den Neuaustrieb sonst zu steil nach oben treiben.
Norbert

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