Vogel-Schäden - und Gegenmaßnahmen

Alles andere was zu Bonsai passt.
Benutzeravatar
bonsai rastner
Beiträge: 219
Registriert: 14.05.2010, 10:19

Re: Vogel-Schäden - und Gegenmaßnahmen

Beitrag von bonsai rastner » 16.07.2016, 09:07

Hallo zusammen,

ich möchte Euch kurz mein PAAS vorstellen - mein Persönliches-Amsel-Abwehr-System: Zahnstocher
amselabwehrsystem_16_07_13_a.jpg
PAAS 13.07.2016
Diese Methode hat sich bei mir in den letzten paar Jahren gut bewährt.

Die Vorteile sind:
- falls Moospolster vorhanden, werden diese durch die Zahnstocher schön fixiert
- es kostet nicht viel

Die Nachteile:
- der Teil, der im Substrat steckt, verrottet und die Zahnstocher müssen ersetzt werden, aber nur alle zwei Jahre
- es sieht nicht so toll aus, vor allem wenn man schöne Fotos machen will, dann muss man sie halt wegnehmen
- die Meisen hüpfen trotzden drauf rum, aber sie picken kaum was weg

Die Vorteile überwiegen, deshalb behalte ich mein PAAS bei.
Ich habe auch schon Kanienchengitter aufgelegt, das funktioniert auch. Da ich aber meine Bäume meistens tauche, störte das Gitter dabei. Zudem fing es an zu rosten.

Viele Grüße aus Wien,
Christian

Benutzeravatar
Tofufee
Freundeskreis
Beiträge: 1767
Registriert: 03.11.2011, 11:11
Wohnort: Göttingen

Re: Vogel-Schäden - und Gegenmaßnahmen

Beitrag von Tofufee » 10.07.2018, 00:27

Die anhaltende Dürre bringt die Amseln wieder in Not und lässt sie (vor allem die noch unerfahrenen Jungvögel) erfolglos, aber zerstörerisch in den Schalen wühlen bzw. wüten. In der vergangenen Woche fand ich bei jedem Gießdurchgang (also 2-3mal am Tag) verwüstete Schalen, herausgezogene Wurzeln und Pflanzen, leergeräumte Pötte und Unmengen verstreutes Substrat und Moos auf meinen Tischen und drumherum. :twisted:

2018-16s.jpg
der zuvor fast geschlossen bemooste Wald ist nahezu abgeräumt (Lebermoos wird verschont)
2018-17s.jpg
das Schälchen nahezu leergefegt, die Pflanze fand ich - zum Glück rechtzeitig, bevor sie vertrocknet war - irgendwo auf dem Rasen

Das Wochenende war dann mit Aufräum- und Reparaturarbeiten ausgefüllt. Ich habe wohl 1/2 Eimer Substrat für's wieder Auffüllen verbraucht, einen Großteil der verstreuten Moosfetzen eingesammelt und neu aufgelegt und dann großflächig vergittert:
Hasendraht um die Schalen und weitere Käfige (vom Sperrmüll gesammelt) mit den gefährdeten Pflanzungen gefüllt. Sieht zwar nicht so toll aus, aber wenigstens waren heute die Töpfe unberührt und die Tische sauber.

2018-14s.jpg
Drahtgeflecht um die Schalen gewickelt...
2018-15s.jpg
die Kastanie habe ich jetzt zum 3. Mal in diesem Jahr neu eingepflanzt: Umtopfen im Frühjahr, dann nach dem Zusammenbruch des Tisches und jetzt nach einer heftigen Amsel-"Durchsuchung"
2018-12s.jpg
ein weiterer Kaninchenkäfig vom Sperrmüll (in "wunderhübschen" Farben) gefült mit den Kleinen...
2018-13s.jpg
2018-11s.jpg
... und ein Mäusekäfig für höhere Pflanzen

Als zusätzliche Maßnahme gieße ich regelmäßig meinen Komposthaufen, damit die Würmer nahe der Oberfläche bleiben und die Vögel dort etwas finden können.
(Wie ihr seht: ich liebe sie doch, die Gefiederten! *teufel* )

Einen weiteren Vorteil haben die Käfige: sie schaffen eine leichte Schattierung.
Grüße
Monika

Benutzeravatar
w.venne
Freundeskreis
Beiträge: 107
Registriert: 09.02.2007, 17:42
Wohnort: Gütersloh
Kontaktdaten:

Re: Vogel-Schäden - und Gegenmaßnahmen

Beitrag von w.venne » 10.07.2018, 14:59

https://youtu.be/AeW_rracJF0

seht Euch Das mal an, ich füttere Vögel auch im Sommer und habe keine Schäden an meinen Bonsai,s

Benutzeravatar
mydear
Beiträge: 1800
Registriert: 13.09.2011, 17:47
Wohnort: Regensburg

Re: Vogel-Schäden - und Gegenmaßnahmen

Beitrag von mydear » 10.07.2018, 16:40

Tofufee hat geschrieben:
10.07.2018, 00:27
Die anhaltende Dürre bringt die Amseln wieder in Not und lässt sie (vor allem die noch unerfahrenen Jungvögel) erfolglos, aber zerstörerisch in den Schalen wühlen bzw. wüten. In der vergangenen Woche fand ich bei jedem Gießdurchgang (also 2-3mal am Tag) verwüstete Schalen, herausgezogene Wurzeln und Pflanzen, leergeräumte Pötte und Unmengen verstreutes Substrat und Moos auf meinen Tischen und drumherum. :twisted:

Das Wochenende war dann mit Aufräum- und Reparaturarbeiten ausgefüllt. Ich habe wohl 1/2 Eimer Substrat für's wieder Auffüllen verbraucht, einen Großteil der verstreuten Moosfetzen eingesammelt und neu aufgelegt und dann großflächig vergittert:
Hasendraht um die Schalen und weitere Käfige (vom Sperrmüll gesammelt) mit den gefährdeten Pflanzungen gefüllt. Sieht zwar nicht so toll aus, aber wenigstens waren heute die Töpfe unberührt und die Tische sauber.
Hallo Monika,

die gleichen Probleme bei mir. Morgens um 5-6 Uhr, wenn Nachbars Stubentiger drinnen sind kamen die Amseln. Ein paar Schalen habe ich auch mit Hasengitter eingehüllt, hilt auch gegen Ausschwemmen von noch lockeren Moosen.

Heuer habe ich auf oberflächliches Moos / Sphagnummoos eine Deckschicht 2-4 mm Lavakörnung aufgelegt. Das hat prima funktioniert. Kein einziger Amselangriff mehr. Und die Lavafarbe zeigt zusätzlich an wenn noch genügend Feuchtigkeit vorhanden ist.


Grüße
Rainer

Benutzeravatar
Norbert_S
Freundeskreis
Beiträge: 6013
Registriert: 09.08.2006, 08:30

Re: Vogel-Schäden - und Gegenmaßnahmen

Beitrag von Norbert_S » 10.07.2018, 18:35

Das Lavagranulat oder feiner gebrochener Ton ist auch meine Deckschicht, Rainer- die Amseln hier lieben es.
Es sieht aus, als hätten Hühner gewütet.
Das sind die Zeiten in denen ich Sternmoos liebe. Die weniger gehübschten in der zweiten Reihen, bei denen ich dieses Zeug zulasse, stehen da wie immer.
Die Bäume, die schon seit zwei Jahren in der Schale sind, sind natürlich auch wenig betroffen
Norbert

Was starke Wurzeln hat, muss den Sturm nicht fürchten!

Benutzeravatar
mydear
Beiträge: 1800
Registriert: 13.09.2011, 17:47
Wohnort: Regensburg

Re: Vogel-Schäden - und Gegenmaßnahmen

Beitrag von mydear » 11.07.2018, 00:50

Norbert_S hat geschrieben:
10.07.2018, 18:35
Das Lavagranulat oder feiner gebrochener Ton ist auch meine Deckschicht, Rainer- die Amseln hier lieben es.
Hallo Norbert,

eure Amseln scheinen wirklich hungrig zu sein. Da würde ich über den Sommer zufüttern, bevor sie weiter auf so dumme Gedanken kommen.

Zugegeben: um mich herum wimmelt es von Katzen. 8 Stubentiger streunen rivalisierend (und markierend) häufig in meinem kleinen Garten herum. Bevorzugtes Markierungsziel: Buchsbaum, Myrthe und Chinesischer Wacholder. Alles was stark riecht könnte als Konkurrenz verstanden werden. Der scharfe Markierungnebel bringt die Blätter und Nadeln nach einiger Zeit zum Absterben. Ich frage mich, was da das geringere Übel ist: Jäger oder Gejagte?

Seitdem gibt es Gott sei Dank höchstens noch frühmorgens Amsel-Attacken auf mein Moos. Da schlafen alle Katzen friedlich.


Grüße
Rainer

Benutzeravatar
abardo
Freundeskreis
Beiträge: 3858
Registriert: 21.09.2014, 20:35
Wohnort: knapp neben Berlin
Kontaktdaten:

Re: Vogel-Schäden - und Gegenmaßnahmen

Beitrag von abardo » 11.07.2018, 08:08

Hi,
da gestern eine Jungamsel nach Würmern gesucht hat (war das erste Mal an dem Platz) hab ich jetzt auch mal das PAAS eingesetzt.

IMG_20180711_080154.jpg
IMG_20180711_080154.jpg (47.02 KiB) 645 mal betrachtet

Hoffe es hilft.
Grüße, Frank
___________
Force de subversion, onzième commandement - http://BONSAI.ZONE

Benutzeravatar
Georg
Beiträge: 3361
Registriert: 11.01.2004, 14:40
Wohnort: Rhein-Neckar-Kreis

Re: Vogel-Schäden - und Gegenmaßnahmen

Beitrag von Georg » 11.07.2018, 10:04

Frank,
das hat bei meinen Pflanzen absolut nie gewirkt.
Ich wünsch´Dir mehr Glück damit.
Gruß
Rüdiger
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)

Benutzeravatar
Gary
Freundeskreis
Beiträge: 3983
Registriert: 05.01.2004, 21:01
Wohnort: Karlsruhe/Baden

Re: Vogel-Schäden - und Gegenmaßnahmen

Beitrag von Gary » 13.07.2018, 01:45

Tofufee hat geschrieben:
10.07.2018, 00:27
Die anhaltende Dürre bringt die Amseln wieder in Not und lässt sie (vor allem die noch unerfahrenen Jungvögel) erfolglos, aber zerstörerisch in den Schalen wühlen bzw. wüten. In der vergangenen Woche fand ich bei jedem Gießdurchgang (also 2-3mal am Tag) verwüstete Schalen, herausgezogene Wurzeln und Pflanzen, leergeräumte Pötte und Unmengen verstreutes Substrat und Moos auf meinen Tischen und drumherum. :twisted:
Hallo Monika,

bei mir hier sind die Jungamselattacken schon wieder fast 3 Wochen her. Jedoch bedingt durch meine Bauarbeiten steht derzeit Einiges anders, was mir ein paar Schäden an den Pyrrosia eingebracht hat.

Aber so manche meiner Pflanzungen wäre ohne ihren "Drahtkorb" nicht dauerhaft zu kultivieren. :evil:

Drahtkorb.jpg
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

Arbeitskreis Karlsruhe

AK-Treffen jeden 1. Samstag im Monat

Arthur Dent
Beiträge: 91
Registriert: 12.10.2015, 21:05
Wohnort: Mitte/Nord

Re: Vogel-Schäden - und Gegenmaßnahmen

Beitrag von Arthur Dent » 13.07.2018, 21:41

Heute hatte ich die Nase dann auch voll!!!
Hatte im Frühjahr Versuchesweise zwei Steinpflanzungen angelegt und mit Moos abgedeckt. An die Amseln hatte ich mich gewöhnten aber heute haben sich die Meisen am den Fels gehängt und die Wurzeln des kleinen Wacholders freigelegt.
Habe als Sofortmaßnahme kurzerhand ein Netzt gekauft und über die Anpflanzungen gelegt. Kann aber wohl auch nicht die Lösung sein....
Dateianhänge
232E05AD-AA50-4334-97C4-85CF71F24BAF.jpeg
232E05AD-AA50-4334-97C4-85CF71F24BAF.jpeg (132.34 KiB) 441 mal betrachtet

Benutzeravatar
abardo
Freundeskreis
Beiträge: 3858
Registriert: 21.09.2014, 20:35
Wohnort: knapp neben Berlin
Kontaktdaten:

Re: Vogel-Schäden - und Gegenmaßnahmen

Beitrag von abardo » 20.09.2018, 11:32

Georg hat geschrieben:
11.07.2018, 10:04
das hat bei meinen Pflanzen absolut nie gewirkt.
In dem einem Fall hats jetzt prima funktioniert.

IMG_20180910_181438.jpg
Grüße, Frank
___________
Force de subversion, onzième commandement - http://BONSAI.ZONE

Benutzeravatar
Odoridori
Beiträge: 3100
Registriert: 04.12.2011, 15:46
Wohnort: Südhessen

Re: Vogel-Schäden - und Gegenmaßnahmen

Beitrag von Odoridori » 20.09.2018, 11:52

abardo
Hi,
da gestern eine Jungamsel nach Würmern gesucht hat (war das erste Mal an dem Platz) hab ich jetzt auch mal das PAAS eingesetzt.
Hoffe es hilft.
Über diesen Zahnstocherigel lachen Sich die Amseln samt Verwandtschaft schlapp *lach* *lach* *lach*

Ach Frank, das war einfach nur Glück, Zahnstocher helfen wirklich nicht.
Im Moment gibt es aufgrund der Trockenheit, kaum Junge Amseln, sehr wenige wurden dieses Jahr durchgebracht
und die Amselkrankheit grasiert nach wie vor und breitet sich auch weiter aus.

Ebenso helfen nicht:
Ultraschall Tierabwehr,
Kunststoff Raben,
Alte CD's,
Alufolien,
Spiegel,
Solar angetriebene Kolibri

Helfen Sie abzuschrecken:
Wachsame Katzen,
Käfige für die Bonsai,
Das Moos mit Kunststoff-Fliegengitter in schwarz abdecken und mit Drahtklammern feststecken
alle anderen Methoden die mir noch einfallen werden aus Tierschutgründen nicht beschrieben.

Viele Grüße
Holger
Nichts kann den Menschen mehr stärken,
als das Vertrauen, das man ihm entgegenbringt.
Paul Claudel

Benutzeravatar
abardo
Freundeskreis
Beiträge: 3858
Registriert: 21.09.2014, 20:35
Wohnort: knapp neben Berlin
Kontaktdaten:

Re: Vogel-Schäden - und Gegenmaßnahmen

Beitrag von abardo » 20.09.2018, 12:05

Odoridori hat geschrieben:
20.09.2018, 11:52
das war einfach nur Glück, Zahnstocher helfen wirklich nicht.
Wenn die Zahnstocher mir Glück bringen, reicht mir das doch.

Bei uns im Garten wimmelt es vor Jungvögeln, auch Amseln. Wahrscheinlich weil ich so viel bewässere. Andere, exponiert stehende Bonsain habe einen Drahtkäfig, an dichter stehende Bonsai gehen die alle nicht ran. Weiterhin habe ich auch Ecken, an denen die Vögel im Moos unter manchen Bonsai buddeln dürfen ...

Mit Drahtbügeln feststecken hilft leider nicht, die zuppeln den Draht ohne Weiteres mit raus.
Auch festgesteckte Gitter haben hier nicht geholfen, da richten die nur noch mehr Verwüstungen an oder man kriegt die Gitter nicht mehr sauber raus und verwüstet sich das Moos dann selber.

Drahtkäfige sind leider auch nicht hübscher als die Zahnstocher.
Grüße, Frank
___________
Force de subversion, onzième commandement - http://BONSAI.ZONE

Antworten