Umgang mit Neuzugängen - Goldahorn und Dissectum

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Kacer
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Umgang mit Neuzugängen - Goldahorn und Dissectum

Beitrag von Kacer »

Hallo zusammen,

ich konnte im Gartencenter einfach nicht widerstehen.
Die beiden Neuzugänge sind unten angehängt. Es handelt sich um einen Goldahorn und einen Acer Palmatum Dissectum.
Beide stehen natürlich in einem sehr hässlichen Gartencentertopf.

1. Meine Hauptfrage ist, ob ich jetzt schon umtopfen sollte oder besser bis zum Spätherbst oder Frühjahr warten sollte?
2. Wenn umtopfen, dann einen Wurzelschnitt oder einen Blattschnitt (ich bin skeptisch und habe Angst die Bäume zu verlieren)?
3. Meint Ihr die Bäume haben Potenzial?
4. Was würdet Ihr sonst in diesem Jahr noch machen?

Ich würde mich über Tipps und hilfe sehr freuen.

Beste Grüße
Kai
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abardo
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Re: Umgang mit Neuzugängen - Goldahorn und Dissectum

Beitrag von abardo »

Hallo,

1. Warten.
2. Bloss nicht.
3. Nein.
4. Schöne Übertöpfe dazukaufen und mich über die Balkonbegrünung freuen.
Grüße, Frank
___________
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mohan
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Re: Umgang mit Neuzugängen - Goldahorn und Dissectum

Beitrag von mohan »

Hallo Kai,
mit dem Umtopfen würde ich ebenfalls warten bis zum nächsten Frühjahr. Bis dahin hast du noch einige Monate Zeit dir viele Dinge in Bezug auf die zukünftige Pflege und Gestaltung deiner beiden Zöglinge anzueignen.
Ich bin schon der Meinung, dass deine Bäumchen durchaus Potential haben eine baumähnliche Gestalt anzunehmen und deinen Balkon dauerhaft zu verschönern. Was Frank vielleicht meint, ist dass sie in den nächsten 20 Jahren sehr wahrscheinlich keine Knaller-Bäume werden aber du kannst trotzdem viel Freude an ihnen haben und von ihnen lernen. Von Übertöpfen kann ich nur abraten.
Am Besten du lernst deine Bäume und ihre Bedürfnisse jetzt erst mal gut kennen. D.H. lesen, lesen, lesen und beobachten. Dieses Jahr steht also nichts mehr auf den Programm ausser auf eine schöne Herbstfärbung zu warten und den verschiedenen Kaufreizen in den Gartencentern zu widerstehen lernen :-) .
Viel Spaß!
Viele Grüße
monika
Kacer
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Re: Umgang mit Neuzugängen - Goldahorn und Dissectum

Beitrag von Kacer »

Danke für die Antworten.
Gelesen habe ich schon eine Menge, sowohl in Büchern, als auch in Foren.
Gerade deswegen wollte ich es explizit für diese Sorten nachfragen, denn insbesondere in diesem Forum findet man einige Beiträge die ein Umtopfen im Spätsommer nahelegen. Daher meine Frage zu diesen Sorten...

Da ich keine Lust habe jetzt schon hunderte von Euro für gute Bonsai auszugeben muss ich mit dem Gartencenter vorlieb nehmen.
Das Nebari sieht bei meinen Kandidaten garnicht so schlecht aus, also bin ich guter Dinge Frank vielleicht doch überraschen zu können :)

Es liegt dann also an mir. Vielleicht sieht die Lage in 5 Jahren ja schon ganz anders aus :)

@mohan: Danke für deinen doch deutlich motivierenderen Beitrag! :)
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achim73
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Re: Umgang mit Neuzugängen - Goldahorn und Dissectum

Beitrag von achim73 »

Da ich keine Lust habe jetzt schon hunderte von Euro für gute Bonsai auszugeben muss ich mit dem Gartencenter vorlieb nehmen.
das ist verständlich, aber es wäre besser, wenn die leute (da bist du beileibe nicht der erste) die entsprechenden fragen stellen, BEVOR sie irgendwas kaufen.

dann wäre dir zum beispiel gesagt worden, dass sowohl a.p. dissectum als auch a.p. shirasawanum "aureum" extrem schwachwüchsige kandidaten sind, die sich darüber hinaus nur schwer als bonsai gestalten lassen etc.

also nicht gerade die ideale wahl für anfänger.

wenn du das handwerk lernen willst,. besorg dir im gartencenter 2, 3 exemplare der wildform von acer palmatum und probier daran verschiedene techniken aus.
Gruss, Achim
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Kacer
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Re: Umgang mit Neuzugängen - Goldahorn und Dissectum

Beitrag von Kacer »

Hallo Achim,

Danke. Das ist absolut richtig. Die oben gezeigten sind auch nicht meine Ersten sondern die Nummern 9 und 10.
Dreispitz, Acer Palmatum, A.P. Bloodgood, Kotohime, Löwenkopf, Kiyohime sowie Lärche, Ulme und chin. Wacholder entwickeln sich gut und ohne Probleme. Ein blutiger Anfänger bin ich vielleicht nicht, dennoch lerne ich bei neuen Sorten gerne dazu und frage daher hier im Forum nach. Bisher habe ich immer im Frühjahr umgetopf, aber wie gesagt, da hier im Forum einige das Umtopfen im Spätsommer propagieren wollte ich es für diese Sorten nachfragen.

Das die beiden von oben eine Herausforderung sind - das wusste ich vorher. :)
Aber so sollte es auch sein.

Über Tipps bin ich also immer dankbar!
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abardo
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Re: Umgang mit Neuzugängen - Goldahorn und Dissectum

Beitrag von abardo »

Hi nochmal,

wenn ich das richtig sehe, ist der erste Baum gepropft und beide haben weder Bewegung noch Verjüngung. Man kann natürlich aus jedem Material mit viel Zeit etwas machen, aber wie sollte das z.B. beim Ersten aussehen ? Gleich mit einer Abmosung beginnen ? Oder beim Zweiten die Äste durchschiessen lassen und unten ablaktieren ?

Wenn du also erst 5 Jahre dran arbeiten musst, um halbwegs Nebari, Verjüngung und Bewegung in den Stamm zu kriegen, dann schaffst du damit erst das Potential für einen Bonsai. Aktuell haben sie deshalb m.M. kein Potential.

Baumschulpflanzen sind ja zumeist für einen anderen Zweck gezogen worden, nämlich als Gartenpflanzen. Nur ein paar Jahre alt, aber schon hoch aufgeschossen. Selbst in Gärtnereien findet man aber immer mal wieder auch eine Pflanze, die sich als Bonsai schon besser eignet, auch für wenig Geld.

Wenn du jetzt aber überlegst, wieviel Zeit und Arbeit dafür draufgeht und das mal bezifferst, sollte jeder Bonsaifan anstatt 20 EUR für zwei Baumschulpflanzen auszugeben doch eben lieber 50 EUR für einen Rohling von einem Bonsaihändler ausgeben.

Du verbringst jetzt die nächsten Jahre damit, dein Material zu einem neuen Zweck umzukrempeln. Erst dann könnte ein Potential geschaffen werden. Die Pflanzen könnten aber auch eingehen, sich ganz anders entwickeln, vielleicht ziehst du mal um und kannst sie nicht mitnehmen. Dann hast du 5 Jahre vergeudet und nicht einmal angefangen mit Bonsaimaterial zu arbeiten. Wäre doch schade ...

Ein Vergleich: wenn ich mir einen Tisch bauen will, kann ich natürlich einen Baum pflanzen, den ich 20 Jahre später zu Brettern verarbeite. Mir Formen und einen Ofen bauen und die Schrauben selbst giessen und eine Machete nehmen, um ein paar dicke Äste rund zu schleifen und die Tischbeine draus zu machen ... ich kann aber auch in den Baumarkt gehen und mir Beine, eine Platte und ein paar Schrauben kaufen und trotzdem noch genug Spass beim Bauen haben.

(das Fiese ist, dass der Baumarkttisch noch wesentlich günstiger sein wird, besser aussieht, viel länger hält und glücklicher machen wird)
Grüße, Frank
___________
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Kacer
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Re: Umgang mit Neuzugängen - Goldahorn und Dissectum

Beitrag von Kacer »

Hallo Frank,

da gebe ich Dir ja auch absolut recht. Ich bin sicher kein Profi und wahrscheinlich hätte ich noch bessere Pflanzen finden können. Mich haben Sie aber persönlich angesprochen. Die streng aufrechte Form und die Anordnung der Äste haben mir persönlich gut gefallen.
Insofern alles gut, wir brauchen es ja nicht auszudiskutieren. Ich gucke mal was ich daraus machen kann.
Danke trotzdem für Deine Hinweise.

Gruß aus Dortmund,
Kai
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camaju +
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Re: Umgang mit Neuzugängen - Goldahorn und Dissectum

Beitrag von camaju + »

abardo hat geschrieben: (das Fiese ist, dass der Baumarkttisch noch wesentlich günstiger sein wird, besser aussieht, viel länger hält und glücklicher machen wird)
Wenn man das "günstige" mal weglässt, würde ich den Rest nicht unbedingt so stehen lassen. Mit Material aus dem Baumarkt (nach Maß vorgeschnittene Teile usw.) kann das fast jeder und ob dass dann auch wirklich Spass und glücklicher macht ???
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
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Re: Umgang mit Neuzugängen - Goldahorn und Dissectum

Beitrag von Sigrid »

Nun auch noch meine bescheidene Meinung / Zusammenfassung:

- Das sind keine Bonsai und sie werden es wohl auch nie werden. Bei der Bonsai-Potentialerkennung würden sie auch bei mir durchfallen.

- Potential, sich dran zu freuen, ist allemahl vorhanden

- Wenn Bonsaianer von „Umtopfen“ reden, meinen sie gemeinhin Umtopfen in eine Bonsaischale mit Wurzelschnitt. Dafür ist es tatsächlich die falsche Jahreszeit.

- Man muss die Bäumchen deshalb aber nicht in den hässlichen Plastikpötten lassen. Es spricht nichts dagegen, sie in Terracotta- oder andere Töpfe nach eigenem Gusto umzusetzen, sofern diese nicht kleiner sind als der vorhandene Plastikpott! Zum Auffüllen aber keine kompakte Garten- oder Blumenerde sondern irgendeine lockere Mischung nehmen (Rindenmulch, Seramis, Blähton, evtl. etwas Torf). Es spricht auch nichts dagegen, sie in einen Übertopf zu stellen – sofern dieser Abzugslöcher hat bzw. man genau kontrolliert, dass sich auch in den Übertöpfen keinesfalls Wasser staut!

- Bäume beobachten, gesund erhalten, sich dran freuen, richtig überwintern!

- Damit ist für Bonsai-Übungszwecke schon eine ganze Menge erreicht!
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www.misimiez.eu
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