Eibe, mein erstes Nadelgehölz

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espanna
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Re: Eibe, mein erstes Nadelgehölz

Beitrag von espanna »

Nächstes Jahr kommt ein neuer Schuh und die Feinverzweigung wird angegangen.
Total pflegeleicht, wüchsig, einfach eine tolle Sorte.
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Gruß
László

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Gary
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Re: Eibe, mein erstes Nadelgehölz

Beitrag von Gary »

espanna hat geschrieben:
08.11.2019, 19:27
Nächstes Jahr kommt ein neuer Schuh und die Feinverzweigung wird angegangen.
Total pflegeleicht, wüchsig, einfach eine tolle Sorte.
Hallo László,
ich will Deine Begeisterung gewiss nicht dämpfen, kann sie aber nicht ganz teilen.
Nächstes Jahr ein neuer Schuh mag ja okay sein - je nach Behandlung des Wurzelballens.
Die Feinverzweigung anzugehen halte ich aber für große Worte/Wunschdenken. Derzeit ist diese Eibe nur sehr spärlich belaubt und vielleicht mache ich etwas falsch aber diesen Zustand positiv zu verändern hat bei mir immer Jahre gedauert.

In Summe hat es mir aber nie den Spaß an Eiben verdorben und ich hoffe ich Dir jetzt auch nicht.
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espanna
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Re: Eibe, mein erstes Nadelgehölz

Beitrag von espanna »

Hallo Harald,

diese Eibe ist einer der Bäume um die ich immer rumschlich, aber nie einen richtigen Plan hatte. Vielleicht kennst du das auch?! Durch Reduzierung bin ich zum "kleinsten Baum" gekommen und bin fürs erste mit dem Weg happy.
Das Umtopfen wird eher ein umsetzen und freilegen des Nebari sein, also der Baum wird nicht extrem leiden müssen. Die Knospen sind in großer Zahl, auch an den richtigen Stellen, vorhanden.
Das es jetzt noch viele Jahre brauchen wird, steht außer Frage, dennoch bin ich glücklich dass ich die Energie in die ausgewählten Äste lenken kann.
Wie Günter das schon oft gezeigt hat, geht es viel schneller und auch besser, ich hatte / habe seine Erfahrung (noch) nicht, blicke trotzdem zuversichtig in die Zukunft.
Gruß
László

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Re: Eibe, mein erstes Nadelgehölz

Beitrag von zwanziger »

Hey Laszlo,

fortschritte kann man doch erkennen,
deine Faszination kann man aufgrund der Bilder schlecht nachvollziehen aber der bedeutet ja erst mal nicht viel.
Mach am besten einfach so weiter,
nur nicht die Grundlagen (Wurzelansatz, Stammverjüngung) vergessen.

Aufgrund des vermutlichen Astaufbaus möchtest du einen eleganten Baum gestalten,
falls das so ist, würde ich das Totholz deutlich reduzieren.
MfG André

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abardo
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Re: Eibe, mein erstes Nadelgehölz

Beitrag von abardo »

Gary hat geschrieben:
09.11.2019, 10:57
Die Feinverzweigung anzugehen halte ich aber für große Worte/Wunschdenken.
Eiben treiben mehrfach im Jahr aus, wenn man ihr Wachstum aussen stoppt.
Je öfter du die schneidest, umso mehr Knospen wird sie kriegen.
Wenn du nicht alle Zweige beschneidest, bekommst du kaum Knospen und die Kraft geht komplett in die Zweige, die unbeschnitten sind.

Du musst dich halt entscheiden, ob du Verzweigung willst, oder Dicken- oder Längenwachstum. Beides gleichzeitig geht bei Eiben nicht.

Mein Tipp: schneide jetzt noch einmal für den Winter alle Zweige aussen. Unten vielleicht so 8 Nadelpaare dranlassen, mittig vielleicht so 6, oben 4. Während des nächsten Jahres dann immer wieder nachgucken, ob sich aus einer Knospe ein neuer Zweig gebildet hat und diese dann auch immer gleich wieder sofort kürzen. Heisst dann halt so 10x was abschneiden, auch wenns nur ein neuer Zweig ist. Dann hast du in zwei Jahren eine prima Verzweigung.
Grüße, Frank
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espanna
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Re: Eibe, mein erstes Nadelgehölz

Beitrag von espanna »

Bis vor kurzem (ohne Plan) habe ich paar Sachen von Urikawa und anderen aus dem Forum ausprobiert.
Wenn ich aussen, und vor allem oben schneide, unten die Nadeln entferne, dann noch drahte kommen ohne Ende Knospen am gesamten Trieb. In verbindung mit Blattdünger, viel Wasser und Sonne geht da schon einiges. Wichtig erscheint mir der Zeitpunkt zu sein. Mit anfang Juni habe ich bis jetzt die beste Erfahrung gemacht.

Hallo André,
die Stammverjüngung ist ja schon da 8)
Das Totholz muss bearbeitet werden, und das sobald es geht *daumen_new*
Der Wurzelansatz ist gut (finde ich) für eine Eibe.
Danke für die Tipps!

@Frank,

wenn ich den Schnitt, oder das Zupfen nach ende Juni mache, entwickeln sich zwar Knospen in großer Zahl, die Treiben aber erst nächstes Jahr aus (das habe ich jetzt). Ich werde noch die Knospen selektieren und versuchen die Kraft in die gewünschte Bereiche zu lenken.
Gruß
László

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Re: Eibe, mein erstes Nadelgehölz

Beitrag von espanna »

Da man es auf dem Foto nicht sehen kann, habe ich noch 1-2 Bilder auf die Schnelle gemacht.
Ich denke mit Rückknospung hat er keine Probleme.
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Re: Eibe, mein erstes Nadelgehölz

Beitrag von Gary »

Hi László,
das mit den zahlreichen Knospen sieht ja super aus. *daumen_new*
espanna hat geschrieben:
10.11.2019, 09:40
... wenn ich den Schnitt, oder das Zupfen nach ende Juni mache, entwickeln sich zwar Knospen in großer Zahl, die Treiben aber erst nächstes Jahr aus (das habe ich jetzt). Ich werde noch die Knospen selektieren und versuchen die Kraft in die gewünschte Bereiche zu lenken.
Meine persönlichen Erfahrungen hindern mich solch generelle Aussagen zu machen. Diese Jahr habe ich allen meinen Eiben in der ersten Juliwoche sämtliche Triebspitzen gekappt und alle alten Nadeln entfernt. Ca. Dreiviertel haben danach nochmals ausgetrieben und haben derzeit 2-4 cm lange Neutriebe. Der Rest hat nur Knospen angesetzt. Bei einem Exemplar ist faktisch Garnichts erkennbar. Nun ist dies Ergebnis sicherlich nicht repräsentativ, bei derzeit nur 13 Eiben, zeigt m.E. aber durchaus die vielfältigen Reaktionsmöglichkeiten.
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Re: Eibe, mein erstes Nadelgehölz

Beitrag von espanna »

Gary hat geschrieben:
10.11.2019, 11:15
bei derzeit nur 13 Eiben, zeigt m.E. aber durchaus die vielfältigen Reaktionsmöglichkeiten.
"NUR" *lach* , und die Jahrzehnte lange Erfahrung *daumen_new*
Sehr interessant finde ich die Unterschiede innerhalb der gleichen Art -> so hoffe ich dass ich hier einen von der schnellen Sorte habe, denn wir haben ja keine Zeit *undwech*

Spaß bei Seite, von diesem Erfahrungsaustausch lebt das Forum, Danke an ALLE!
Meine "generellisierung" werde ich überdenken.
Gruß
László

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Re: Eibe, mein erstes Nadelgehölz

Beitrag von abardo »

Das Problem bei Eiben ist, das die Knospen nicht austreiben, solange nur ein Zweig weiterwachsen darf. Ist auf deinen Bildern gut zu sehen, dass da zwei Zweige unbeschnitten sind, da kannst du dann "lenken" wie du willst, die zwei Zweige wachsen weiter, der Rest bleibt so, wie er ist.

Nadeln zupfen ist völlig sinnlos, wenn es um Verzweigung gehen soll. Das bringt vielleicht mehr Knospen, durch Zupfen treiben die aber auch nicht aus.
Grüße, Frank
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Re: Eibe, mein erstes Nadelgehölz

Beitrag von espanna »

Das Nadelzupfen sinnlos ist würde ich revidieren Frank, wenn du dir die erste Seite anschaust kannst du erkennen dass ALLE Knospen ausgetrieben sind, die ich gelassen habe. Ohne neue (innere) Knospen, kann man auch keine Verzweigung aufbauen. Auf dem Austriebsbild waren schon einige neue Triebe selektiert worden.
Wo ich mit dir gehe ist der Wachstumsausgleich, sprich oben und an den Zweigenden nicht sonderlich wachsen lassen.
Gruß
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Re: Eibe, mein erstes Nadelgehölz

Beitrag von abardo »

Es sind alle Knospen ausgetrieben, weil du alle Zweige beschnitten hattest. Was soll der Baum sonst tun ?

Nadelzupfen ist wie Blattschnitt. Man nimmt dem Baum teilweise die Photosynthese.
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Re: Eibe, mein erstes Nadelgehölz

Beitrag von espanna »

Etwas am Totholz rumgebastelt und danach umgetopft, bzw. umgesetzt da ich an den Wurzeln kaum was gemacht habe.
@ Frank; die Spitzen habe ich auch beschnitten (du Stein im Schuh :lol: )
Das Totholz muss natürlich noch verwittern.
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Re: Eibe, mein erstes Nadelgehölz

Beitrag von zopf »

Hallo László
Nur ein paar Worte zum "Schwarzbrennen" des Totholzes.
Eigentlich (meiner Erfahrung nach) gibt es 2 sinnvolle Anwendungen
für den Einsatz eines Brenners,
- Das abbrennen von abstehenden Fasern
- Das "Tiefbrennen", wo bei Weichholz größere Totholzbereiche richtig verkohlt werden
Bei einem Hartholzbaum wie der Eibe und vor allen Dingen bei so kleinen Bereichen,
bringt es keine Vorteile, eher sogar Nachteile,
da die Härtung des Holzes, durch das Feuer, die gewünschte Rissbildung verzögert
und die Schädigung das angrenzenden Gebiets dies Gewebe schädigt.
mfG Dieter
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Re: Eibe, mein erstes Nadelgehölz

Beitrag von espanna »

Hallo Dieter,

vielen Dank für dein Feedback *daumen_new*
Wie ich es bis jetzt gedacht habe (durch lesen, kaum Erfahrung, aber mit Willen :lol: )
-Beim verkohlen und anschließenden abbürsten gehen neben den Fasern auch Werkzeugspuren verloren.
-Die Ränder schütze ich (so gut es geht) mit Wundknete und / oder weichem Ton. Das Grün mit nassen Tüchern und Alufolie.
- Jinmittel kommt erst drauf wenn ich es konservieren möchte.
-im Sommer erwärmt sich das dunklere Holz, ich gieße die Pflanze und das Totholz und es entstehen Risse mit der Zeit.

->Nun zu den Fragen;
- was ist tief verkohlt? Ich kenne das von Japanischen Fassaden, da geben die ja richtig Gas.
- wie lange braucht es, bis eine Eibe am bearbeiteten Totholz Verwitterungsspuren zeigt?
- Wenn das Totholz schon trocken und Fasern abziehen unmöglich ist, welche Werkzeuge benutzt du um feine Risse zu imitieren? Also die letzten Artbeiten vor dem bürsten / brennen?

Vielen Dank!
Gruß
László

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